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Zieleinrichtung für Geschütze Die Erfindung bezieht sich auf Zieleinrichtungen
nach Patent 558 349, die für Schiffsgeschütze bestimmt und mit einem am Zielmittelträger
angeordneten Hauptkreisel und einem zur selbsttätigen Steuerung der Zieleinrichtung
dienenden Hilfskreisel versehen sind, und bezweckt, die Zieleinrichtungen dieser
Art so auszubilden, daß alle teuren und empfindlichen Teile, insbesondere der Hauptkreisel
und der Hilfskreisel, hinter Panzerschutz unter Deck aufgestellt werden können.
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Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung erläutert,
und zwar zeigt Abb. i eine teilweise im Schnitt gehaltene Seitenansicht des unter
Deck befindlichen Teils der Zieleinrichtung, Abb.2 die zugehörige Oberansicht, teilweise
im Schnitt, Abb, 3 einen Schnitt nach Linie III-III der Abb-. r, von links gesehen,
ferner in größerem MaBstabt Abb.4 einen Teil der Zieleinrichtung in der gleichen
Ansicht wie Abb. i, Abb. 5 einen Schnitt nach Linie V-V der Abb.4, von links gesehen,
Abb. 6 einen Schnitt nach Linie VI-VI der Abb-. i, von oben gesehen, Abb. 7 einen
Schnitt nach Linier VII-VII der Abh. i, von oben gesehen, und in kleinerem MaBstabe
Abb. 8 in einer teilweise im Schnitt gehaltenen Seitenansicht einen über Deck befindlichen
Teil der Zieleinrichtung.
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Der Hauptkreisel und der Hilfskreisel sind unter Deck hinter Panzerschutz
auf einer gemeinsamen Grundplatte i angeordnet, die auf einem am Schiffskörper befestigten
Sokke12 um eine zur Bettungsebene der Geschütze senkrechte Achse schwenkbar ist.
Auf der Grundplatte i ist auf der einen Seite der Schwenkachse ein Gestell 4 befestigt,
an dem der Hauptkreisel angeordnet ist, und auf der anderen Seite der Schwenkachse
ein Gestell 8, an dem der Hilfskreisel angeordnet ist.
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An dem Gestell 4 ist der in der Höhenrichtung verstellbare, ringförmig
ausgebildete Lagerkörper 9 für den Zielmittelträger angeordnet. Zum Einstellen des
Lagerkörpers 9, der am Gestell 4 in einer kreisförmigen Führungsnut um eine zur
Schwenkachse der Grundplatte i senkrechte Achse drehbar ist, dient ein Elektromotor
io (Abb. i), der an der Grundplatte i befestigt ist und durch ein Schneckengetriebe
mit einem Ritzel - i i verbunden ist, das mit einer äußeren Verzahnung des Lagerkörpers
9 in Eingriff steht. Der (nicht dargestellte) Hauptkreisel ist in einem den Zielmittelträger
bildenden Gehäuse 12 gelagert, das seinerseits am Lagerkörper 9 unter Vermittelung
eines Kardanrings 13 frei schwingbar kardanisch gelagert ist. Die Achse der äußeren
Kardanzapfen 14, durch die der Kardanring 13 mit dem Lagerkörper 9 verbunden ist,
schneidet die
Drehachse des Lagerkörpers unter einem rechten Winkel.
An dem durch die inneren Kardanzapfen 15 mit dein Kardanring 13 verbundenen Kreiselgehäuse
12 ist ein um die innere Kardanachse drehbarer halbringförmiger Stellkörper 16 angeordnet,
der mittels eines am Kardanring 13 angeordneten Empfängermotors 17 und eines zugehörigen
Getriebes 18 (vgl. insbesondere Abb. 4 und 5) gegenüber dem Kardanring auf den der
Zielentfernung entsprechenden Aufsatzwinkel einstellbar ist. Am Kreiselgehäuse 12
ist nicht, wie im Hauptpatent beschrieben, ein Zielfernrohr, sondern ein mit 1g
bezeichnetes Richtglas (Kollimator) angeordnet. Das Richtglas ist an einem Arm 2o
befestigt, der gegenüber dem Kreiselgehäuse 12 um eine der Drehachse des Kreisels
parallele Achse drehbar und durch einen am Kreiselgehäuse angeordneten Empfängermotor
21 (Abb. i und 2) unter Vermittelung eines Getriebes 22 (vgl. insbesondere Abb.
6) auf die erforderliche Seitenverschiebung einstellbar ist. Bei der Mittellage
des Richtglases 1g bildet die durch dieses festgelegte Ziellinie (die in Abb. i
senkrecht zur Zeichenebene steht) mit der Achse der inneren Kardanzapfen 15 einen
rechten Winkel. Zum Ausrichten des Kreisels sind in üblicher Weise zwei Drucktasten
vorgesehen, von denen die eine, 23, am Kardanring 13 und die andere, 24, am Kreiselgehäuse
12 sitzt. Dem mit einer Einstellmarke 25 (Abb. i) versehenen Stellkörper 16 ist
ein am Kreiselgehäuse 12 angeordnetes Anzeigeglied 26 zugeordnet, auf das die Einstellmarke
25 einspielen kann. Die Anordnung ist hierbei so getroffen, daß ,die Einstellmarke
25 und das Anzeigeglied 26 aufeinander einspielen, wenn die Achse der äußeren Kardanzapfen
14 mit der Ziellinie des Richtglases 1g in der Höhenrichtebene einen Winkel bildet,
der gleich dem mittels des Empfängermotors 17 eingestellten Aufsatzwinkel ist.
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Der (nicht dargestellte) Hilfskreisel ist in einem Gehäuse 27 gelagert,
das am Gestell 8 unter Vermittelung eines Kardanringes 28 frei schwingbar kardanisch.
gelagert ist. Die Achse der äußeren Kardanzapfen 2g, durch die der Kardanring mit
dem Gestell 8 verbunden ist, fällt mit der Achse zusammen, um die der Lagerkörper
9 gegenüber dem Gestell 4 drehbar ist, und wird von der Achse der inneren Kardanzapfen
3o, um die das Kreiselgehäuse 27 gegenüber dem Kardanring 28 schwingbar ist, rechtwinklig
geschnitten. Gleichachsig zu dem einen der beiden äußeren Kardanzapfen 29 ist ein
Magnetinduktor 31 und gleichachsig zu dem einen der beiden inneren Kardanzapfen
3o ein Magnetinduktor 32 (Abb. 2) angeordnet. Dieser Magnetinduktor bildet einen
Teil einer selbsttätigen Steuerungseinrichtung für eine für die Grundplatte i vorgesehene
Seitenrichtmaschine. Mit Hilfe dieser Steuerungseinrichtung kann die; die beiden
Kreisel tragende Grundplatte in der im Hauptpatent näher erläuterten Weise selbsttätig
in der Seitenrichtung stetig derart verstellt werden, daß die Ziellinie des Richtglases
1g bei den Schwankungen des Schiffskörpers mindestens angenähert ihre Seitenrichtung
im Raum beibehält. Die Seitenrichtmaschine ist auch, wie gleichfalls im Hauptpatent
näher erläutert ist, mit einer Einrichtung versehen, die eine willkürliche seitliche
Einstellung der Grundplatte i gestattet. Der Magnetinduktor 31 gehört zu einer für
den Höhenrichtmotor io vorgesehenen Steuerungseinrichtung, mittels der dieser in
der im Hauptpatent näher erläuterten Weise selbsttätig so gesteuert werden kann,
daß der Lagerkörper 9 mehr oder weniger angenähert der Höhenrichtung nach im Raume
festgehalten wird. Der Motor io ist ferner mit einer zusätzlichen, willkürlich bedienbaren
Regelungsvorrichtung versehen, die ermöglicht, die Einstellmarke 25 und das Anzeigeglied
26 zum Einspielen aufeinander zu bringen.
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Dem Hauptkreisel ist ein an einer entfernten, über Deck befindlichen
Stelle angeordnetes Zielfernrohr 33 (Abb. 8) zugeordnet, dessen Ziellinie der Ziellinie
des Richtglases 1g beim Schießen parallel sein muß. Das Zielfernrohr 33 ist an einem
Gestell 34 gelagert, das in ähnlicher Weise wie die Grundplatte i um eine zur Bettungsebene
der Geschütze senkrechte Achse schwenkbar ist, und gegenüber dem Gestell 34 um eine
zur Schwenkachse senkrechte Ouerachse in der Höhenrichtung drehbar, so Odaß es unabhängig
von den Schwankungen des Schiffskörpers auf das Ziel gerichtet gehalten werden kann.
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Auf dem Sockel 2 ist ein Lagerkörper 35 befestigt, an dem gleichachsig
zur Schwenkachse der Grundplatte i eine Welle 36 gelagert ist. An dieser ist mittels
eines vorspringenden Armes 37 (vgl. insbesondere Abb,3) ein Richtglas (Kollimator)
38 befestigt, das mit einer der Achse der Welle 36 parallelen Strichmarke39 (Abb.
i) versehen ist, durch das also eine durch die Achse der Welle 36 gehende optische
Ebene festgelegt ist. Die Welle 36 steht mit dem in seitlicher Richtung schwenkbaren
Gestell 34 des entfernt über Deck aufgestellten Zielfernrohres 33 durch eine Fernsteuerungseinrichtung
40 mit einem am Lagerkörper 35 befestigten Empfängermotor 41 und einem zwischen
diesen und die Welle 36 eingeschalteten Schneckengetriebe 42 (vgl. insbesondere
Abb.
7) derart in Verbindung, daß die durch das Richtglas 38 festgelegte optische Ebene
ständig der Ebene parallel ist, in der die Ziellinie des Zielfernrohres 33 gegenüber
seinem in seitlicher Richtung schwenkbaren Gestell 34 in der Höhenrichtung schwingbar
ist An der Grundplatte i ist ein Beobachtungsfernrohr 43 (ohne Fadenkreuz) befestigt,
in dessen Gesichtsfeld das am Gehäuse 12 des Hauptkreisels angeordnete Richtglas
i9 und bei entsprechender gegenseitiger Winkelstellung der Grundplatte i und der
Welle 36 gleichzeitig auch- das Richtglas 38 sichtbar ist.
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Der Kardanring 28 der für den Hilfskreisel vorgesehenen Lagerung kann
nach dem über Deck befindlichen Zielfernrohr 33 so ausgerichtet werden, daß die
Achse der inneren Kardanzapfen 3o der Ziellinie des Zielfernrohres 33 parallel ist.
Dies kann z. B. hinsichtlich der Seitenrichtung mit Hilfe der Fernsteuerungseinrichtung
4o mit dem Empfängermotor 41 und hinsichtlich der Höhenrichtung mittels einer besonderen
Fernsteuerungseinrichtung 44 erfolgen, durch die dem Kardanring 28 gegenüber
dem Gestell 8 stetig dieselbe Winkelstellung erteilt werden kann, die das Zielfernrohr
3 3 in der Höhenrichtung gegenüber dem Gestell 34 einnimmt. Am Kreiselgehäuse 27
ist ferner eine Einrichtung, -z. B. eine Libelle 45, vorgesehen, mittels der die
Drehachse des Kreisels in eine im Raum lotrechte Ebene gebracht werden kann. Wenn
also das Kreiselgehäuse27 so ausgerichtet ist, daß die Achse der inneren Kardanzapfen
3o durch das Ziel geht und die Drehachse des Kreisels in einer im Raum lotrechten
Ebene liegt, so geht die durch die Achse der Zapfen 30 senkrecht zur Kreiselachse
gelegte Querschnittsebene des Kreiselgehäuses durch das Ziel und behält diese Lage
unter der Kreiselwirkung auch für längere Zeit bei, wenn nachträglich die Winkelstellung
der Grundplatte i beliebig geändert und die Steuerung des Kardanrings 28 abgeschaltet
wird. Wenn das Ziel, wie es sehr häufig mindestens mit genügender Annäherung der
Fall ist, mit den Geschützen in gleicher Höhe liegt, ist es nicht erforderlich,
die Achse der Zapfen 30 genau auf das Ziel zu richten, sondern es genügt,
das Kreiselgehäuse 27 mittels der Libelle 45 so auszurichten, daß die Kreiselachse
im Raum lotrecht steht. Die durch die Achse der Zapfen 30 senkrecht zur Kreiselachse
gelegte Querschnittsebene des Gehäuses 27 liegt dann im Raum waagerecht und geht
daher mindestens angenähert durch : das Ziel. Am Kreiselgehäuse 27 ist mittels eines
Armes 46 ein Richtglas (Kollimator) 47 angeordnet, das mit einer senkrecht zur Drehachse
des Kreisels liegenden Strichmarke 48 (Abb. i) versehen ist, durch das also eine
optische Ebene festgelegt ist, die der obenerwähnten Querschnittsebene des Kreiselgehäuses
27 parallel ist. Das Richtglas 47 liegt im Gesichtsfelde eines zweiten Beobachtungsfernrohres
49, das über dem Beobachtungsfernrohr 43 angeordnet und ebenso wie dieses an der
Grundplatte i befestigt ist. Im Gesichtsfeld des Beobachtungsfernrohres 49 befindet
sich ferner noch ein am Gehäuse 12 des Hauptkreisels befestigter Gitterrahmen 5o,
an dem nebeneinander drei mit je einer Strichmarke 52 (Abb. i) versehene Einzelrichtgläser
51 gelagert sind, die eine zur Drehachse des Hauptkreisels senkrechte optische Ebene
festlegen.
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Vor Beginn des Schießens wird mit den beschriebenen Hilfsmitteln der
Hilfskreisel so ausgerichtet, daß seine Drehachse in einer lotrechten Ebene liegt
und die zu ihr senkrechte, durch die Achse der Zapfen 30 gehende Querschnittsebene
des Kreiselgehäuses 27 durch das Ziel geht. Der Hilfskreisel wird dann sich selbst
überlassen und behält, da er nur ganz geringfügig (durch die Magnetinduktoren 31
und 32) belastet ist, längere Zeit seine Achsenrichtung im Raum bei. Das über Deck
befindliche Zielfernrohr 33 wird ständig auf das Ziel gerichtet gehalten. Die seitliche
Drehung, die hierbei bei schwankendem Schiffskörper stetig dem Gestell 34 des Zielfernrohres
erteilt werden muß, wird durch die Fernsteuerungseinrichtung 40 mit dem Empfängermotor
41 derart auf die Welle 36 und das an dieser angeordnete Richtglas 38 übertragen,
daß die durch die Strichmarke 39 bestimmte optische Ebene der Ebene parallel ist,
in der das Zielfernrohr 33 gegenüber seinem Gestell 34 in der Höhenrichtung schwingbar
ist, oder, kurz gesagt, das Richtglas 38 die gleiche Seitenrichtung erhält wie das
Zielfernrohr 33. Nunmehr wird, nachdem der Stcllkörper 16 dem Aufsatzwinkel entsprechend
eingestellt ist, die Grundplatte i mittels ihrer Seitenrichtmaschine willkürlich
stetig mit einer solchen Geschwindigkeit gedreht, daß im Gesichtsfelde des Beobachtungsfernrohres
43, in dem die Richtgläser i9 und 38 gleichzeitig sichtbar sind, die Ziellinie des
Richtglases i9 ständig auf der Strichmarke 39 bleibt. Damit ist erreicht, daß die
Ziellinie des Richtglases i9 ständig der Ebene parallel ist, in der die Ziellinie
des über Deck befindlichen Zielfernrohres 33 gegenüber seinem Gestell 34 in der
Höhenrichtung schwingen kann, so daß nur noch erforderlich ist, das Kreiselgehäuse
12 der Höhe nach so, auszurichten, daß die Ziellinie des Richtglases i9 der Ziellinie
des Zielfernrohres 33 parallel ist. Zu diesem Zweck wird durch
Drücken
an den Tasten 23 und 24 das Kreiselgehäuse 12 so eingestellt, daß die drei Strichmarken
52 der Einzelrichtgläser 51 ständig auf der Strichmarke 48 des am Gehäuse 27 des
Hilfskreisels angeordneten Richtglases 47 bleiben. Wenn dies der Fall ist, sind
die Drehachsen der beiden Kreisel parallel, es muß also auch die Drehachse des im
Gehäuse 12 gelagerten Hauptkreisels in einer im Raum lotrechten Ebene liegen und
auf der durch das Ziel gehenden Ouerschnittsebene des Gehäuses 27 des Hilfskreisels
senkrecht stehen. Hieraus folgt, daß die Ziellinie des Richtglases r9 jetzt auch
der Höhe nach in einer durch das Ziel gehenden Ebene liegt und daher, wie erforderlich,
der auf das Ziel gerichteten Ziellinie des über Deck aufgestellten Zielfernrohres
33 parallel ist. Nachdem der Hauptkreisel ausgerichtet ist, ist eine willkürliche
Verstellung der für die Grundplatte i vorgesehenen Seitenrichtmaschine nicht mehr
erforderlich, da die mit Rücksicht auf die Schiffsschwankungen erforderliche Änderung
der Seitenrichtung durch die entsprechende Steuerungseinrichtung der Seitenrichtmaschine;
wie im Hauptpatent näher erläutert ist, selbsttätig bewirkt wird.
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Abgesehen von dem bereits eingangs erwähnten Vorteil, daß alle empfindlichen
Teile der Zieleinrichtung unter Deck hinter Panzerschutz aufgestellt werden können,
gewährt die beschriebene Zieleinrichtung noch den weiteren Vorteil, daß das Schießen
auch fortgesetzt werden kann, wenn das Ziel unsichtbar geworden ist, da die Ziellinie
des Richtglases ig der Höhe nach jederzeit nach dem hinreichend lange Zeit seine
Achsenrichtung beibehaltenden Hilfskreisel ausgerichtet werden kann und die Einstellung
der Seitenrichtung selbsttätig durch die entsprechende Steuerungseinrichtung der
für die Grundplatte i vorgesehenen Seitenrichtmaschine erfolgt.
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Es ist zweckmäßig, die beschriebene Zieleinrichtung nicht nur an ein
einziges, sondern an mehrere über Deck aufgestellte Zielfernrohre mittels je einer
Fernsteuerungseinrichtung anzuschließen, damit, wenn ein Zielfernrohr zerschossen
ist, sofort ein anderes benutzt werden kann.