DE5647C - Trichterförmige Siedepfanne mit seitlicher Befeuerung der vertikalen Wände derselben, Einführung der Speisesoole durch ein peripherisches durchlöchertes Rohr und mechanischer Ausförderung des gewonnenen Gutes - Google Patents
Trichterförmige Siedepfanne mit seitlicher Befeuerung der vertikalen Wände derselben, Einführung der Speisesoole durch ein peripherisches durchlöchertes Rohr und mechanischer Ausförderung des gewonnenen GutesInfo
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Description
1878.
Klasse 62.
SCHRÖCKER in ARTERN.
Trichterförmige Siedepfanne mit seitlicher Befeuerung der verticaien Wände derselben, Einführung der Spoisesoole durch ein peripherisches durchlöchertes Rohr und mechanischer
Patentirt im Deutschen Reiche vom 12. November 1878 ab.
Begründung und Erläuterung.
Bei dem bisherigen Verfahren, Soole und ähnliche salzhaltige Flüssigkeiten abzudampfen,
macht man zumeist noch Gebrauch von flachen Pfannen mit Unterfeuerung. Dieselben bieten
den Vortheil, eine grofse feuerberührte, sowie Dampf abgebende Fläche zu besitzen, dagegen
den Uebelstand, dafs sich der aus der Soole niederschlagende Gyps in abwechselnden Lagen
mit Salz als sogenannter Pfannenstein auf dem l'fannenboden festsetzt, zu dessen Beseitigung
der Siedebetrieb in rasch wiederkehrenden Perioden unterbrochen werden mufs. Schon
mit der Reinigung selbst ist aufser dem unvermeidlichen Zeitverlust eine nicht unbedeutende
Abnutzung der Pfannen verbunden, besonders aber ist die ungleichmäfsige Erwärmung der
circa 100 qm Fläche bei 35 cm Höhe enthaltenden Pfanne Veranlassung zur Bildung von
Mulden im Pfannenboden, in welchen sich der Pfarmenstein vorzugsweise ablagert. An solchen
Stellen brennt alsdann die Pfanne rasch durch.
Ferner wird durch die Pfannensteinbildung die Güte der Heizfläche wesentlich beeinträchtigt.
An dem bedeutenden Umfang der Pfannen bildet sich eine grofse Menge von sogenanntem
Bordsalz, welches in geringerem Grade verkäufliche Waare bildet.
Diese Uebelstände werden durch mein Verfahren beseitigt, dasselbe gründet sich auf folgende
Beobachtungen:
1. An verticaien, aufsen befeuerten Wänden eines Abdampfgefäfses, in welchem Soole verdampft
wird, legt sich nur Gyps, Salz gar nicht fest, wenn das letztere Gelegenheit findet, sich
in einem kälteren Theil der Pfanne niederzuschlagen.
2. Durch einen Sprühregen von Soole wird das sich bildende Bordsalz gelöst und entfernt
bezw. dessen Bildung verhindert.
Deshalb besteht mein Verfahren zum Abdampfen von Soole und ähnlichen salzhaltigen
Flüssigkeiten in der Anwendung einer Pfanne mit verticaien, allein vom Feuer berührten
Flächen und einem unteren trichterförmigen und kalt bleibenden Ansatz, sowie in der Einführung
der Speisesoole unter angemessenem Druck mittelst eines peripherischen und mit Austrittsöffnungen versehenen Rohres, so dafs
die Soole in Gestalt eines Sprühregens gegen den Pfannenbord tritt und die Bildung von
Bordsalz verhindert. Die Ausförderung des Salzes erfolgt durch mechanische Vorrichtungen.
Die Einrichtung, welche hierzu dient und obige Aufgabe in vollkommener Weise löst,
findet sich in der Zeichnung in einem Verticaldurchschnitt dargestellt.
Beschreibung der Einrichtung.
A Siedepfanne mit verticaien Wänden von beliebigem Horizontalquerschnitt. Diese Pfanne ist
in ihren verticaien Wänden aus Eisenblech oder einem ähnlichen gut wärmeleitenden, genügend
stabilen Material herzustellen. Für den unteren trichterförmigen Theil empfiehlt sich Gufseisen.
B Feuerzüge, welche die verticaien Wände der Siedepfanne umgeben und von irgend einer
Feuerung aus mit Flamme oder Feuergasen von entsprechend hoher Temperatur versehen werden.
E abhebbarer Deckel, welcher während des Betriebes mit der Siedepfanne in luftdichte Verbindung
gebracht werden kann und welcher sowohl die Sammlung und Fortführung des gebildeten
Dampfes (Broden) als auch erforderlichen Falles die Einführung von Werkzeugen oder eines Rührwerkes mittelst Stopfbüchse
oder ähnlicher Vorrichtung, endlich aufserhalb des Betriebes das Einsteigen von Mannschaften
durch ein oder mehrere Mannlöcher gestattet.
An den unteren Theil der Pfanne schliefst sich das Abfallrohr G, welches das in A auskrystallisirte
Salz nach irgend einer mechanischen Ausladevorrichtung H, z. B. Paternosterwerk,
Schöpfrad u. s. w. führt.
/ ist das Zuleitungsrohr für die Speisesoole, welches in geringer Höhe über dem gewöhnlichen
Soolespiegel peripherisch verläuft und mit Löchern derart versehen ist, dafs die mit
angemessenem Druck eintretende Soole den Pfannenbo'rd fortwährend besprüht.
Zur Beobachtung des Soolestandes ist an der Pfanne selbst oder einem anderen passenden
ZfZZ
Ort ein Wasser-(Soole) Standsanzeiger anzubringen.
K ist eine Ablafsvorrichtung, um die Mutterlauge rasch und öfter aus dem Apparat entfernen
zu können und dadurch die Schönheit und Güte des fallenden Salzes zu vermehren.
Die weitere Versiedung der Mutterlauge kann in irgend beliebiger Weise ausgeführt werden;
ebenso ist es nicht ausgeschlossen, die Wärme der aus dem Rohr F des Deckels abziehenden
Dämpfe in bekannter Weise zum Sieden, Trocknen u. dergl. weiter zu benutzen (s. Karsten,
Salinenkunde, Th. II, S. 360 ff.), wie auch die Verdampfung durch Mitanwendung von überhitztem
Wasserdampf zu unterstützen.
Die Combination mehrerer Trichterpfannen zu einem System, unter Anv/endung einer gemeinschaftlichen
Ausförderung und Anbringung von Absperrvorrichtungen, um eine oder mehrere Pfannen eines Systems auszuschalten, sowie die
Anordnung mehr als eines Fallrohres an einer Pfanne bleibt vorbehalten.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Anwendung einer trichterförmigen Pfanne mit seitlicher Befeuerung der verticalen Wände derselben, Einführung der Speisesoole durch ein peripherisches, durchlöchertes Rohr, mechanische Ausförderung des gewonnenen Gutes.Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE5647T | 1878-11-12 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE5647C true DE5647C (de) | 1879-06-18 |
Family
ID=34484158
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE18785647D Expired DE5647C (de) | 1878-11-12 | 1878-11-12 | Trichterförmige Siedepfanne mit seitlicher Befeuerung der vertikalen Wände derselben, Einführung der Speisesoole durch ein peripherisches durchlöchertes Rohr und mechanischer Ausförderung des gewonnenen Gutes |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE5647C (de) |
-
1878
- 1878-11-12 DE DE18785647D patent/DE5647C/de not_active Expired
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