-
Verfahren und Vorrichtung zum Trocknen von Malz Beim Trocknen von
Malz ist es erwünscht, das Gut bei allmählich ansteigender Temperatur zu trocknen,
beispielsweise zunächst bei 30' und dann in Stufen bei 6o', 8o', zoo ° und
mehr, j e nach der herzustellenden Bierart. Aus diesem Grunde hat man schon vorgeschlagen,
das ruhende oder in Bewegung gehaltene Malz mit im Gegenstromgeführtem, erwärmtem
Luftstrom zu behandeln. Da aber der Wassergehalt der gekeimten Gerste meist zu hoch
ist, um von einem auf eine zulässige Höchsttemperatur erwärmten Luftstrom auch dann
vollständig abgeführt zu werden, wenn die Luftmenge nur so groß ist, daß sie von
dem Trockengut selbst in dem gewünschten Ausmaß abgekühlt werden kann, so hat man
auch schon vorgeschlagen, Malz und Luft nur teilweise im Gegenstrom, teilweise aber
im Gleichstrom zu führen. Ein hierfür geeigneter Trockenofen besteht aus einem Schacht,
der durch dachförmige, siebartig durchlöcherte Leitkörper in eine größere Zahl von
übereinanderliegenden Trockenzellen unterteilt ist, durch die das zu trocknende
Gut hindurchrieselt. Der erwärmte Luftstrom dringt zunächst durch die Sieblöcher
des Leitkörpers der untersten Trockenzelle, der sogenannten Auslaufzelle, und wird
dann geteilt, um in einzelnen parallelen Zweigströmen die übrigen Trockenzellen
zu durchdringen. Schließlich werden die Teilströme wieder vereinigt und durch die
oberste Trockenzelle, die sogenannte Einlaufzelle, geleitet.
-
Diese Einrichtung ist zur Erzeugung eines hochwertigen Malzes aus
mehreren Gründen nicht geeignet. Zunächst hat man es nicht in der Hand, das Malz
in jeder Stufe der Trocknung mit einem Luftstrom der gewünschten Temperatur und
des gewünschten Feuchtigkeitsgehalts zu behandeln, weil beide Größen von dem Verlauf
der vorangehenden Trockenstufe abhängen. Außerdem nimmt der erwärmte Luftstrom aus
dem feuchten Malz namentlich in den letzten Trockenstufen nicht nur Wasserdampf,
sondern auch bestimmten Geruchstoff auf, die er bei tieferer Temperatur und höherer
Sättigung an das weniger getrocknete Gut wieder abgibt. Schließlich werden von den
Sieblöchern der Leitkörper einzelne Malzkörner selbst dann festgehalten, wenn die
Bewegung des Gutes ziemlich rasch erfolgt. Das Malz wird dadurch uneinheitlich und
enthält neben normal getrockneten Körnern auch zu sehr getrocknete und gegebenenfalls
mehr oder weniger angeröstete Körner.
-
Gegenstand der Erfindung -ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zum
Trocknen von Malz, die dazu bestimmt sind, die angegebenen Nachteile .mit Sicherheit
zu vermeiden und ein völlig einheitliches, qualitativ hochwertiges Produkt zu liefern.
Erfindungsgemäß
wird das zu trocknende Gut, das während der Trocknung in gleichförmiger Bewegung
gehalten wird, nacheinander von mehreren unabhängigen, gleichmäßig in aufeinanderfolgende
Querschichten des Gutes eingeleiteten und aus ihnen wieder abgezogenen Luftströmen
von stufenweise erhöhter Temperatur durchspült. Die einzelnen Luftströme werden
also nur einmal durch das Trockengut geleitet und dann abgeführt, so daß die Temperatur
und der Feuchtigkeitsgehalt der Trockenluft einer Trockenstufe völlig unabhängig
von dem Verlaufe der übrigen Trockenstufen ist. Dadurch wird ein Trockenverlauf
erzielt, der vollkommen beherrscht werden kann und ein unter den denkbar günstigsten
Bedingungen getrocknetes Malz liefert.
-
Zur Durchführung dieses Verfahrens bedient man sich mit Vorteil eines
Trockenofens, der ebenfalls aus einem mit dachförmigen Leitkörpern, ausgesetzten
Schacht besteht, wobei aber die Leitkörper in mehreren übereinanderliegenden und
gegeneinander versetzten Reihen angeordnet sind, die quer durch den Schacht hindurchführen.
Diese Leitkörper sollen außen völlig glatt sein und so steile Dächer bilden, daß
ein Festsetzen von Malzkörnern auf ihrer Oberseite nicht möglich ist. In einem solchen
Trockenofen kann eine vollkommen gleichförmige Bewegung des Gutes und demnach auch
ein vollkommen gleichmäßiges Trockenergebnis auch dann erzielt werden, wenn die
Bewegungsgeschwindigkeit nur ganz geringfügig ist, wie dies bei kleineren Anlagen
häufig erwünscht ist.
-
Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, die Leitkörper
als unten offene, einem umgekehrten V ähnliche Rinnen auszubilden und an
einem Ende mit der Zuführungsleitung für Warmluft oder der Abführungsleitung für
gebrauchte Trockenluft zu verbinden. Die Leitkörper dienen dann der gleichmäßigen
Einleitung der Trockenluft in das Gut und der gleichmäßigen Ableitung aus dem Gut,
und diese besonders gleichförmige Verteilung der Trockenluft in dem Schacht gestattet
die Anwendung sehr breiter Schächte, die eine günstige Raumausnutzung ermöglichen.
-
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt,
und zwar zeigt Abb. i eine Seitenansicht des Trockenofens mit der Trockenkammer
im Schnitt, Abb. i a einen Längs- und einen Querschnitt durch einen der Zuführung
von Trockenluft dienenden Leitkörper in vergrößertem Maßstab, Abb. 2 einen Schnitt
des Trockenofens nach Linie II-II der Abb. i, Abb. 3 einen senkrechten Schnitt nach
Linie III-III der Abb. 2, Abb. 4 eine Vorderansicht des Trockenofens mit dem Dampfheizer
für den Luftstrom im Schnitt nach Linie IV-IV der Abb. 3.
-
Der Trockenofen besteht im wesentlichen aus einer rechteckigen Trockenkammer
A und einem Dampfheizer B, die durch einen gemauerten Kanal C miteinander verbunden
sind.
-
Die TrockenkammerA ist oben offen, so daß ein dauerndes Beschicken
mit Trockengut von oben möglich ist und wird von mehreren Reihen waagerechter Leitkörper
durchquert, die ja durch zwei Platten i und i',@ z. B. aus Zinkblech, gebildet werden,
die zusammen je ein einem umgekehrten V entsprechendes Dach bilden, das oben
geschlossen und unten offen ist, wie die Abb. i a noch deutlicher erkennen läßt.
Hier ist auch die Strömungsrichtung der Trockenluft durch Pfeile angedeutet.
-
Bei der vorliegenden Ausführungsform sind °acht Dachreihen vorgesehen,
und die Dächer der ungeraden Reihen a, c, e, g sind zu denen der geraden
Reihen b; d, f, h versetzt angeordnet.
-
In der Wand 2 der Kammer A sind in Nähe der drei oberen Dächer oder
Leitkörper, die die Reihe a bilden, entsprechende Öffnungen 3d vorgesehen, die mit
einem einzigen waagerechten Sammler 4d in Verbindung stehen, in den der auf die
niedrigste Temperatur, d. h. auf ungefähr 30', erwärmte Luftstrom gelangt.
-
In gleicher Weise sind in Nähe der Reihen c, e und g Offnungen 3e,
3e, 39 vorgesehen, die mit den waagerechten Sammlern 4c bzw. 4e und 49 verbunden
sind, die im Innern des Kanals C angeordnet sind und in die auf steigende Temperaturen
erwärmte Luftströme gelangen.
-
Auf der gegenüberliegenden Wand 5 der Kammer A (Abb. 3) - sind z.
B. in Nähe der Leitkörper der Reihe b Öffnungen 6G eingeschnitten, die direkt nach
außen münden und deren Abmessung ungefähr derjenigen der in der Wand 2 vorgesehenen
Öffnungen entspricht.
-
Die Leitkörper der Reihe d, f sind je mit Öffnungen 6i, 6f
versehen, die -ebenfalls nach außen münden. Die Leitkörper der Reihe lt, die größere
Abmessungen besitzen, weisen dagegen keine Öffnungen dieser Art auf, und aus den
zwischen ihnen vorhandenen Zwischenräumen fällt das fertige Trockengut heraus. Unter
diesen Öffnungen sind Platten 7 von etwas größerer Abmessung als die Öffnungen selbst
vorgesehen, die auf einem Rahmen 8 befestigt sind, der von einem Schwinghebel g
hin und her bewegt wird. Der Schwinghebel wird vermittels eines Kurbelgetriebes
oder einer Nockensteuerung von einer Welle io aus betätigt. Die Bewegungsweite des
Rahmens 8 kann mit Bezug auf die Schwingungen des Schwinghebels g vermittels der
einstellbaren Stellschrauben ii eingestellt werden.
-
Bei Stillstand des Rahmens verhindern die Platten 7 das Herausfallen
des Malzes.
-
Die Heizvorrichtung B besteht aus einer Kammer, in welcher vier Reihen
Rohrschlangen 12, 13, 14 und 15 vorgesehen sind, die durch
Scheidewände
16 voneinander getrennt und durch geeignete Rohrstutzen in Reihe geschaltet sind.
-
Der Dampf bestreicht von oben nach unten die Rohrschlangenreihe 12
und erwärmt die in entgegengesetzter Richtung strömende Luft, die durch ein geeignetes
Gebläse von unten durch den Kanal 17 geblasen wird. Um die Heizung des Luftstromes
wirksamer zu gestalten, sind Leitbleche 18 vorgesehen, die den Luftstrom zur Ausführung
eines Zick-Zack-Laufes zwingen.
-
Auf der Wand i9 der Heizvorrichtung B ist in der Anschlußzone zwischen
den beiden Rohrschlangenreihen 1q. und 15 eine Öffnung 2o11 vorgesehen, die
vermittels einer im Kanal C vorgesehenen Leitung 2z11 (deren Achse in Abb.i punktiert
angedeutet ist) mit dem oberen, bereits beschriebenen Sammler 4" in Verbindung steht,
wodurch Heißluft den Leitkörpern der Reihe a durch die Öffnungen 311 zugeleitet
wird.
-
In gleicher Weise sind an dem Ende der Rohrschlangenreihen 1q., 13
und 12 Öffnungen 2o°, 2o6, 2o-- in der Heizkammer vorgesehen, die vermittels der
im Kanal C vorgesehenen Leitungen 2zc bzw. 2ic und Zig die auf steigende Temperatur
erwärmte Luft zu den waagerechten Sammlern 4e, 4e, q:= und demnach zu den
Leitkörpern der Reihen c, e, g leiten.
-
DieWirkung desTrockenofens ist die folgende: Das Malz wird von oben
in die oben offene Kammer A gefüllt und kommt sofort mit der warmen Luft (etwa 30°)
in Berührung, die nach Bestreichen der Rohrschlangenreihe 15 durch die Öffnungen
311 in das Innere der Leitungen der Reihe a geleitet wurde.
-
Nach Erwärmung der oberen Malzschicht strömt die verbrauchte Luft
in der Pfeilrichtung (Abb. i) in das Innere der Leitkörper b und wird durch die
Öffnungen 6b nach außen geleitet.
-
Danach wird das Malz von den auf höhere Temperatur geheizten Luftströmen
durchdrungen, die nach Bestreichen der Rohrschlangenreihen 14, 13 und i2 aus den
Leitkörpern c, e und g mit Temperaturen von 6o', 8o' bzw. ioo° C entweichen und
durch die zwischenliegenden Leitkörper d, f und l11 nach außen geleitet
werden.
-
Das Malz wird auf diese Weise beim Durchsinken des Trockenofens durch
voneinander unabhängige, auf stufenweise erhöhte Temperaturen erwärmte Luftströme
fortschreitend getrocknet.
-
Unterhalb der Leitkörper der Reihe b verschiebt der Rahmen 8 durch
seine Hinundherbewegung die Platten 7, wodurch ein regelmäßiges Entleeren des Trockengutes
selbsttätig erfolgt.
-
Um die Intensitäten und Temperaturen der an verschiedenen Stellen
der Heizvorrichtung entnommenen Luftströme nach Bedarf einstellen zu können, werden
an den Leitungen 21 von außen zu steuernde Ventile angebracht.
-
Das in den Trockenofen nach vorliegender Erfindung eingeführte :Malz
benötigte in einem praktischen Fall ungefähr 15 Stunden, um den ganzen Schacht A
zu durchsinken.
-
Die Heizvorrichtung braucht nicht unbedingt mit Dampf, sondern kann
auch mit Kohlen-und Holzfeuerung betrieben werden.