DE558367C - Verfahren und Vorrichtung zum Trocknen von Malz - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Trocknen von Malz

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    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12CBEER; PREPARATION OF BEER BY FERMENTATION; PREPARATION OF MALT FOR MAKING BEER; PREPARATION OF HOPS FOR MAKING BEER
    • C12C1/00Preparation of malt
    • C12C1/125Continuous or semi-continuous processes for steeping, germinating or drying
    • C12C1/13Continuous or semi-continuous processes for steeping, germinating or drying with vertical transport of the grains

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Description

  • Verfahren und Vorrichtung zum Trocknen von Malz Beim Trocknen von Malz ist es erwünscht, das Gut bei allmählich ansteigender Temperatur zu trocknen, beispielsweise zunächst bei 30' und dann in Stufen bei 6o', 8o', zoo ° und mehr, j e nach der herzustellenden Bierart. Aus diesem Grunde hat man schon vorgeschlagen, das ruhende oder in Bewegung gehaltene Malz mit im Gegenstromgeführtem, erwärmtem Luftstrom zu behandeln. Da aber der Wassergehalt der gekeimten Gerste meist zu hoch ist, um von einem auf eine zulässige Höchsttemperatur erwärmten Luftstrom auch dann vollständig abgeführt zu werden, wenn die Luftmenge nur so groß ist, daß sie von dem Trockengut selbst in dem gewünschten Ausmaß abgekühlt werden kann, so hat man auch schon vorgeschlagen, Malz und Luft nur teilweise im Gegenstrom, teilweise aber im Gleichstrom zu führen. Ein hierfür geeigneter Trockenofen besteht aus einem Schacht, der durch dachförmige, siebartig durchlöcherte Leitkörper in eine größere Zahl von übereinanderliegenden Trockenzellen unterteilt ist, durch die das zu trocknende Gut hindurchrieselt. Der erwärmte Luftstrom dringt zunächst durch die Sieblöcher des Leitkörpers der untersten Trockenzelle, der sogenannten Auslaufzelle, und wird dann geteilt, um in einzelnen parallelen Zweigströmen die übrigen Trockenzellen zu durchdringen. Schließlich werden die Teilströme wieder vereinigt und durch die oberste Trockenzelle, die sogenannte Einlaufzelle, geleitet.
  • Diese Einrichtung ist zur Erzeugung eines hochwertigen Malzes aus mehreren Gründen nicht geeignet. Zunächst hat man es nicht in der Hand, das Malz in jeder Stufe der Trocknung mit einem Luftstrom der gewünschten Temperatur und des gewünschten Feuchtigkeitsgehalts zu behandeln, weil beide Größen von dem Verlauf der vorangehenden Trockenstufe abhängen. Außerdem nimmt der erwärmte Luftstrom aus dem feuchten Malz namentlich in den letzten Trockenstufen nicht nur Wasserdampf, sondern auch bestimmten Geruchstoff auf, die er bei tieferer Temperatur und höherer Sättigung an das weniger getrocknete Gut wieder abgibt. Schließlich werden von den Sieblöchern der Leitkörper einzelne Malzkörner selbst dann festgehalten, wenn die Bewegung des Gutes ziemlich rasch erfolgt. Das Malz wird dadurch uneinheitlich und enthält neben normal getrockneten Körnern auch zu sehr getrocknete und gegebenenfalls mehr oder weniger angeröstete Körner.
  • Gegenstand der Erfindung -ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Trocknen von Malz, die dazu bestimmt sind, die angegebenen Nachteile .mit Sicherheit zu vermeiden und ein völlig einheitliches, qualitativ hochwertiges Produkt zu liefern. Erfindungsgemäß wird das zu trocknende Gut, das während der Trocknung in gleichförmiger Bewegung gehalten wird, nacheinander von mehreren unabhängigen, gleichmäßig in aufeinanderfolgende Querschichten des Gutes eingeleiteten und aus ihnen wieder abgezogenen Luftströmen von stufenweise erhöhter Temperatur durchspült. Die einzelnen Luftströme werden also nur einmal durch das Trockengut geleitet und dann abgeführt, so daß die Temperatur und der Feuchtigkeitsgehalt der Trockenluft einer Trockenstufe völlig unabhängig von dem Verlaufe der übrigen Trockenstufen ist. Dadurch wird ein Trockenverlauf erzielt, der vollkommen beherrscht werden kann und ein unter den denkbar günstigsten Bedingungen getrocknetes Malz liefert.
  • Zur Durchführung dieses Verfahrens bedient man sich mit Vorteil eines Trockenofens, der ebenfalls aus einem mit dachförmigen Leitkörpern, ausgesetzten Schacht besteht, wobei aber die Leitkörper in mehreren übereinanderliegenden und gegeneinander versetzten Reihen angeordnet sind, die quer durch den Schacht hindurchführen. Diese Leitkörper sollen außen völlig glatt sein und so steile Dächer bilden, daß ein Festsetzen von Malzkörnern auf ihrer Oberseite nicht möglich ist. In einem solchen Trockenofen kann eine vollkommen gleichförmige Bewegung des Gutes und demnach auch ein vollkommen gleichmäßiges Trockenergebnis auch dann erzielt werden, wenn die Bewegungsgeschwindigkeit nur ganz geringfügig ist, wie dies bei kleineren Anlagen häufig erwünscht ist.
  • Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, die Leitkörper als unten offene, einem umgekehrten V ähnliche Rinnen auszubilden und an einem Ende mit der Zuführungsleitung für Warmluft oder der Abführungsleitung für gebrauchte Trockenluft zu verbinden. Die Leitkörper dienen dann der gleichmäßigen Einleitung der Trockenluft in das Gut und der gleichmäßigen Ableitung aus dem Gut, und diese besonders gleichförmige Verteilung der Trockenluft in dem Schacht gestattet die Anwendung sehr breiter Schächte, die eine günstige Raumausnutzung ermöglichen.
  • Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt, und zwar zeigt Abb. i eine Seitenansicht des Trockenofens mit der Trockenkammer im Schnitt, Abb. i a einen Längs- und einen Querschnitt durch einen der Zuführung von Trockenluft dienenden Leitkörper in vergrößertem Maßstab, Abb. 2 einen Schnitt des Trockenofens nach Linie II-II der Abb. i, Abb. 3 einen senkrechten Schnitt nach Linie III-III der Abb. 2, Abb. 4 eine Vorderansicht des Trockenofens mit dem Dampfheizer für den Luftstrom im Schnitt nach Linie IV-IV der Abb. 3.
  • Der Trockenofen besteht im wesentlichen aus einer rechteckigen Trockenkammer A und einem Dampfheizer B, die durch einen gemauerten Kanal C miteinander verbunden sind.
  • Die TrockenkammerA ist oben offen, so daß ein dauerndes Beschicken mit Trockengut von oben möglich ist und wird von mehreren Reihen waagerechter Leitkörper durchquert, die ja durch zwei Platten i und i',@ z. B. aus Zinkblech, gebildet werden, die zusammen je ein einem umgekehrten V entsprechendes Dach bilden, das oben geschlossen und unten offen ist, wie die Abb. i a noch deutlicher erkennen läßt. Hier ist auch die Strömungsrichtung der Trockenluft durch Pfeile angedeutet.
  • Bei der vorliegenden Ausführungsform sind °acht Dachreihen vorgesehen, und die Dächer der ungeraden Reihen a, c, e, g sind zu denen der geraden Reihen b; d, f, h versetzt angeordnet.
  • In der Wand 2 der Kammer A sind in Nähe der drei oberen Dächer oder Leitkörper, die die Reihe a bilden, entsprechende Öffnungen 3d vorgesehen, die mit einem einzigen waagerechten Sammler 4d in Verbindung stehen, in den der auf die niedrigste Temperatur, d. h. auf ungefähr 30', erwärmte Luftstrom gelangt.
  • In gleicher Weise sind in Nähe der Reihen c, e und g Offnungen 3e, 3e, 39 vorgesehen, die mit den waagerechten Sammlern 4c bzw. 4e und 49 verbunden sind, die im Innern des Kanals C angeordnet sind und in die auf steigende Temperaturen erwärmte Luftströme gelangen.
  • Auf der gegenüberliegenden Wand 5 der Kammer A (Abb. 3) - sind z. B. in Nähe der Leitkörper der Reihe b Öffnungen 6G eingeschnitten, die direkt nach außen münden und deren Abmessung ungefähr derjenigen der in der Wand 2 vorgesehenen Öffnungen entspricht.
  • Die Leitkörper der Reihe d, f sind je mit Öffnungen 6i, 6f versehen, die -ebenfalls nach außen münden. Die Leitkörper der Reihe lt, die größere Abmessungen besitzen, weisen dagegen keine Öffnungen dieser Art auf, und aus den zwischen ihnen vorhandenen Zwischenräumen fällt das fertige Trockengut heraus. Unter diesen Öffnungen sind Platten 7 von etwas größerer Abmessung als die Öffnungen selbst vorgesehen, die auf einem Rahmen 8 befestigt sind, der von einem Schwinghebel g hin und her bewegt wird. Der Schwinghebel wird vermittels eines Kurbelgetriebes oder einer Nockensteuerung von einer Welle io aus betätigt. Die Bewegungsweite des Rahmens 8 kann mit Bezug auf die Schwingungen des Schwinghebels g vermittels der einstellbaren Stellschrauben ii eingestellt werden.
  • Bei Stillstand des Rahmens verhindern die Platten 7 das Herausfallen des Malzes.
  • Die Heizvorrichtung B besteht aus einer Kammer, in welcher vier Reihen Rohrschlangen 12, 13, 14 und 15 vorgesehen sind, die durch Scheidewände 16 voneinander getrennt und durch geeignete Rohrstutzen in Reihe geschaltet sind.
  • Der Dampf bestreicht von oben nach unten die Rohrschlangenreihe 12 und erwärmt die in entgegengesetzter Richtung strömende Luft, die durch ein geeignetes Gebläse von unten durch den Kanal 17 geblasen wird. Um die Heizung des Luftstromes wirksamer zu gestalten, sind Leitbleche 18 vorgesehen, die den Luftstrom zur Ausführung eines Zick-Zack-Laufes zwingen.
  • Auf der Wand i9 der Heizvorrichtung B ist in der Anschlußzone zwischen den beiden Rohrschlangenreihen 1q. und 15 eine Öffnung 2o11 vorgesehen, die vermittels einer im Kanal C vorgesehenen Leitung 2z11 (deren Achse in Abb.i punktiert angedeutet ist) mit dem oberen, bereits beschriebenen Sammler 4" in Verbindung steht, wodurch Heißluft den Leitkörpern der Reihe a durch die Öffnungen 311 zugeleitet wird.
  • In gleicher Weise sind an dem Ende der Rohrschlangenreihen 1q., 13 und 12 Öffnungen 2o°, 2o6, 2o-- in der Heizkammer vorgesehen, die vermittels der im Kanal C vorgesehenen Leitungen 2zc bzw. 2ic und Zig die auf steigende Temperatur erwärmte Luft zu den waagerechten Sammlern 4e, 4e, q:= und demnach zu den Leitkörpern der Reihen c, e, g leiten.
  • DieWirkung desTrockenofens ist die folgende: Das Malz wird von oben in die oben offene Kammer A gefüllt und kommt sofort mit der warmen Luft (etwa 30°) in Berührung, die nach Bestreichen der Rohrschlangenreihe 15 durch die Öffnungen 311 in das Innere der Leitungen der Reihe a geleitet wurde.
  • Nach Erwärmung der oberen Malzschicht strömt die verbrauchte Luft in der Pfeilrichtung (Abb. i) in das Innere der Leitkörper b und wird durch die Öffnungen 6b nach außen geleitet.
  • Danach wird das Malz von den auf höhere Temperatur geheizten Luftströmen durchdrungen, die nach Bestreichen der Rohrschlangenreihen 14, 13 und i2 aus den Leitkörpern c, e und g mit Temperaturen von 6o', 8o' bzw. ioo° C entweichen und durch die zwischenliegenden Leitkörper d, f und l11 nach außen geleitet werden.
  • Das Malz wird auf diese Weise beim Durchsinken des Trockenofens durch voneinander unabhängige, auf stufenweise erhöhte Temperaturen erwärmte Luftströme fortschreitend getrocknet.
  • Unterhalb der Leitkörper der Reihe b verschiebt der Rahmen 8 durch seine Hinundherbewegung die Platten 7, wodurch ein regelmäßiges Entleeren des Trockengutes selbsttätig erfolgt.
  • Um die Intensitäten und Temperaturen der an verschiedenen Stellen der Heizvorrichtung entnommenen Luftströme nach Bedarf einstellen zu können, werden an den Leitungen 21 von außen zu steuernde Ventile angebracht.
  • Das in den Trockenofen nach vorliegender Erfindung eingeführte :Malz benötigte in einem praktischen Fall ungefähr 15 Stunden, um den ganzen Schacht A zu durchsinken.
  • Die Heizvorrichtung braucht nicht unbedingt mit Dampf, sondern kann auch mit Kohlen-und Holzfeuerung betrieben werden.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Trocknen von Malz im Dauerbetrieb, dadurch gekennzeichnet, daß das in gleichförmiger Bewegung gehaltene Gut nacheinander von mehreren unabhängigen, gleichmäßig in aufeinanderfolgende Querschichten des Gutes eingeleiteten und aus ihnen wieder abgezogenen Luftströmen von stufenweise erhöhter Temperatur durchspült wird.
  2. 2. Trockenofen zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i mit dachförmigen, in mehreren gegeneinander versetzten Reihen angeordneten und quer durch den Trockenofen hindurchgeführten Leitkörpern, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitkörper (a bis g), die in an sich bekannter Weise außen glatt sind und so steile Dächer bilden, daß ein Festsetzen von Malzkörnern auf ihrer Oberfläche nicht möglich ist, auf der Unterseite offen sind und teils der Einführung der Trockenluftströme in das zu trocknende Gut und teils der Abführung der verbrauchten Trockenluft dienen.
  3. 3. Trockenofen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Säule des in dem Schacht (A) befindlichen zu trocknenden Gutes auf Schüttelplatten (7) aufruht, die in einigem Abstand unterhalb der gleichförmig über den Querschnitt des Schachts verteilten Auslaßöffnungen angeordnet sind. ¢. Trockenofen nach Anspruch,-> und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die der Luftzuführung dienenden Leitkörper (a, c, e, g) mit j e einer Anzapfleitung (q.11, 4e, 4e, 49) in Verbindung stehen, wobei die einzelnen Anzapfleitungen von verschiedenen Stellen einer einheitlichen Lufterhitzungsanlage (B) abzweigen -und gegebenenfalls mit Einrichtungen zur Regelung der Temperatur versehen sind.
DE1930558367D 1930-02-22 1930-07-22 Verfahren und Vorrichtung zum Trocknen von Malz Expired DE558367C (de)

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