DE55673C - Elektrisches Log - Google Patents
Elektrisches LogInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 42: Instrumente.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 28. Juni 1890 ab.
Diese Erfindung hat Neuerungen an elektrischen Logs oder Vorrichtungen zur Messung
der Schiffsgeschwindigkeit zum Gegenstand.
Der elektrische Strom, mittelst welchem mein Log wirkt, entsteht dadurch, dafs der Logkörper
oder die Vorrichtung, welche durch das Wasser nachgezogen wird, aus einem anderen
Metall besteht, als der Körper des Schiffes, und beide im Wasser eingetaucht sind.
Der Logkörper trägt ein Flügelrad, welches beim Hindurchziehen durch das Wasser rotirt,
und von Zeit zu Zeit stellt das Flügelrad eine leitende Verbindung zwischen dem Logkörper
und einem Leitungsdraht von geringem Widerstand her, der als Logleine dient.
An Bord des Schiffes ist die Logleine durch ein elektrisches Zählwerk mit dem Schiffskörper
verbunden. Der Widerstand in den Spulen des elektrischen Zählwerkes sollte klein sein,
am besten 2 bis 3 Ohm.
Der Leiter, welcher als Logleine bezw. Schleppleine dient, braucht nicht isolirt zu
sein, und die Contacte, welche durch die Rotation des Flügelrades erzeugt werden, befinden
sich im Wasser.
Dieser Mechanismus ist so einfach, dafs er nicht leicht in Unordnung gerathen kann, und
der durch die Anwendung nicht isolirter Leiter und der in Wasser tauchenden Contacte veranlafste
Stromverlust ist nicht von solcher Bedeutung, um die Function des Instrumentes zu
beeinträchtigen.
Ein weiterer Vortheil, welchen mein Log gegenüber manchen anderen elektrischen Logs
bietet, ist der, dafs an Bord keine Batterie erforderlich ist.
Es ist augenscheinlich nicht wesentlich, dafs der Schiffskörper selbst eine der Platten des
galvanischen Elementes bildet, da besondere Platten, die am Schiffskörper befestigt sind
oder von demselben geschleppt werden, benutzt werden können; es ist aber viel bequemer,
den Schiffskörper selbst zu benutzen.
Die beiliegende Zeichnung zeigt ein nach vorliegender Erfindung construirtes Log. α ist
die Schleppleine; sie kann aus einem nackten Draht oder dünnem Drahtseil, aus Kupfer,
Bronze, Eisen oder einem anderen geeigneten Metall bestehen, welche, wenn sie in Seewasser
eingetaucht sind, beiläufig dieselbe elektrochemische Wirkung äufsern, wie der Schiffskörper.
Obgleich dieses nicht unbedingt nothwendig ist, so ziehe ich es doch der bequemeren
Herstellung und der Sicherheit wegen vor, die Drähte mit Hanf, Flachs oder Jute zu
verbinden und, um deren Rosten zu verhindern, sie mit einem dünnen Ueberzug von Guttapercha, Kautschuk oder elastischem Firnifs
zu überziehen. Die Logleine kann wie folgt construirt werden: Um einen Kern werden
fünf Kupferdrähte spiralförmig herumgelegt, welche dünn mit Guttapercha überzogen sind,
und ebenso fünf Garne von Hanf etc., wobei ein Garn zwischen jeden Draht gelegt wird,
so dafs die Zwischenräume ausgefüllt werden.
Das Ganze wird dann mit Hanf oder Flachs etc. umflochten; der äufsere Durchmesser
der fertigen Logleine beträgt etwa 1 cm.
Die fünf Drähte sind an jedem Ende mit einander verbunden, so dafs sie einen zusammengesetzten
Leiter von etwa 1 Ohm Widerstand oder weniger bilden. Ich ziehe
es vor, fur alle Theile des Logkörpers Geschützmetall
zu benutzen mit Ausnahme des Theiles b, welcher aus Zink besteht. Die Schleppleine α ist sowohl mechanisch als auch
leitend mit dem Steg b1 gut verbunden. Mit dem Steg steht ein Stift in Verbindung, und
ich winde die Drähte der Schleppleine um den Stift und mache sie durch Löthen fest.. Die
Verbindungsstelle überzieht man mit Guttapercha, um das Rosten zu verhindern.
Wenn das Log gebrauchsfertig gemacht werden soll, befestigt man das Verbindungsstück
b1 durch zwei Bolzen b2 b2 an der
Gabel c, welche auf das Ende der Welle d aufgeschraubt wird. Die Logleine ist mit dem
nächsten in das Wasser getauchten Metall verbunden und sonach nicht isolirt, ob nun die
Drähte der Leine selbst mit isolirendem Material überzogen sind oder nicht. Auf der Welle d
befinden sich zwei Vulcanitscheiben e und /, und zwischen diesen wird der Zinkkörper b
gehalten, so dafs er durch den Vulcanit von der Welle isolirt wird. Auf der Welle ist an
deren hinterem Ende das Flügelrad aufgesetzt. Es besteht aus einer Metallhülse g. auf welcher
eine Schraube ohne Ende gx geschnitten ist. Eine Mutter am Ende der Welle hält die
Hülse an ihrer Stelle, h ist ein cylindrischer Block von Vulcanit, der an der Hülse befestigt
ist; er ist hinten durch einen Schraubenstöpsel aus demselben Material geschlossen.
Der Block h trägt vier oder eine andere Anzahl von Metallflügeln i, welche geneigt oder
schraubenförmig sind, so dafs sie die Drehung des Flügelrades veranlassen, wenn der Logkörper
durch das Wasser gezogen wird. Eine Drehung der Welle wird dadurch verhindert, dafs sie an der Logleine befestigt ist, welche
der Drehung widersteht. . . . ;
Die Schraube ohne Ende gl greift in ein
Wurmrad k, das auf einer Achse sitzt, welche in einer auf der Welle befestigten Gabel gelagert
ist. Dieses Rad trägt auf einer Seite einen Daumen kl. I ist eine Feder, die in
den Zinkkörper eingeschraubt ist; sie geht durch ein kleines Vulcanitfutter, das in einer
hierzu bestimmten Ausnehmung im Körper festgemacht ist. Das Futter soll Localwirkungen
an der Stelle verhindern, wo die beiden Metalle in Berührung treten. Bei jeder Umdrehung
des Rades k schleift der Daumen k1 kurze Zeit kräftig auf der Feder / und stellt
dann eine metallische leitende Verbindung zwischen dem Zinkkörper des Logs und dem
Schiffskörper her, und es geht ein elektrischer Strom durch das dazwischen eingeschaltete
Zählwerk an Bord des Schiffes hindurch. Die Leitung vom Zählwerk könnte auch zu einer
anderen in das Seewasser tauchenden Metallmasse führen.
Das Zählwerk am Bord des Schiffes könnte einfach aus einem Elektromagneten und Anker
nebst Räderwerk und Schaltwerk bestehen, welches das Räderwerk antreibt oder um je
einen Zahn verschiebt, so oft der Magnet seinen Anker anzieht.
Auf den Achsen der Räder sind Zeiger angebracht, welche auf Zifferblättern den durchlaufenen
Weg angeben. Der Anker wird vom Magneten durch eine Feder oder ein Gewicht
abgehalten, das -der Anziehung des Magneten nachgiebt. Diese Feder oder das Gewicht
kann stellbar sein. Zählwerke dieser Art sind allgemein bekannt, und jedes derselben, wenn
gut gemacht und entsprechend getheilt, ist für die vorliegenden Zwecke geeignet, vorausgesetzt,
dafs die Spulen desselben einen geringen Widerstand zeigen.
Die leitende Schleppleine α ist in guter leitender Verbindung mit den Spulen des
Zeigerwerkes, und diese Spulen sind am anderen Ende mit dem Schiffsrumpf gut leitend
verbunden. Es kann aber auch, wie vorhin bemerkt, eine leitende Verbindung mit irgend
einer anderen Metallmasse hergestellt werden, die in das Seewasser taucht; dies ist aber nicht
zweckmäfsig. Das Log kann auch als Strömungsmesser benutzt werden; das Instrument wird
zu dem Zwecke in der erforderlichen Stellung im Wasser aufgestellt. Die Logleine führt zu
einem Zählwerk am Ufer, und eine Eisenplatte oder Kupferplatte, die in das Wasser eingetaucht
ist, dient an Stelle des Schiffskörpers als eine der Platten des galvanischen Elementes.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein elektrisches Log, bei welchem durch die Drehung eines Flügelrades oder einer Schraube zwei in das Seewasser getauchte Contactstücke abwechselnd mit einander in Berührung gebracht und von einander getrennt werden, wobei ein Zählwerk an Bord des Schiffes durch die Ströme bethätigt wird, welche demselben von den Contacten durch eine leitende Schleppleine zugemittelt werden und zwischen Elektroden an den entgegengesetzten Enden der Schleppleine entstehen.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE55673C true DE55673C (de) |
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ID=330183
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT55673D Expired - Lifetime DE55673C (de) | Elektrisches Log |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE55673C (de) |
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0
- DE DENDAT55673D patent/DE55673C/de not_active Expired - Lifetime
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