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Falztasche für Stauchfalzmaschinen Die Erfindung betrifft verschiebbare
Ablenker,welche in Verbindung mit Falztaschen von Stauchfalzmaschinen verwendbar
sind.
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Die Falzvorrichtung einer Stauchfalzmaschine enthält häufig mehrere
Falztaschen, welche sämtlich der Reihe nach vom Papier durchlaufen werden, sofern
die größtmögliche Parallelfalzzahl herzustellen ist. Oft jedoch erfordert der gerade
vorliegende Auftrag weniger als die größtmögliche Falzzahl; dann ist es notwendig,
eine oder mehrere Falztaschen auszuschalten. Dieses Ausschalten erfolgt dadurch,
daß man die Vorderkante der Tasche mit einem Ablenker überdeckt, welcher das Papier
von der betreffenden Falztasche weg zwischen das nächstfolgende Paar Falzwalzen
lenkt. Diese Ablenker sind gewöhnlich schwenkbar an den Falzplatten der Tasche angelenkt,
wie es beispielsweise die Beschreibung des Patents 435 797 angibt; sie werden lediglich
durch Schwenken von der Arbeits- in die Ruhelage, oder umgekehrt, gebracht. Die
schwenkbar angelenkte Ablenkerplatte ist durchaus brauchbar, wenn reichlich Platz
verfügbar ist, um sie um ihr Gelenk zu schwenken. In manchen Fällen jedoch führt
die 'Notwendigkeit, diesen Raum frei zu lassen, dazu, zwischen der Falztasche und
dem Fördertisch oder anderen benachbarten Teilen einen solchen Abstand vorzusehen,
daß die Maschine keine so gedrängte Form erhält, wie sie andernfalls möglich wäre.
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Die Erfindung betrifft daher eine Ablenkeranordnung von solcher Bauart,
daß die Falztasche, an der sie angebracht wird, in nächster Nähe anderer Maschinenteile
angeordnet werden kann.
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Es ist freilich schon vorgeschlagen worden, die Falztaschen einer
Falzmaschine so zu bauen, daß die obere Platte einer solchen Falztasche beweglich
ist und ohne Zwischenraum auf die untere Platte aufgelegt werden kann, um auf diese
Weise die Falztasche bei Bedarf zu verschließen, während im Falle der normalen Verwendung
der Falztasche die nach oben zu umgebogene Vorderkante der oberen Platte als Leitfläche
dienen soll, welche die Falzstücke oder Bogen von den Walzen in die Falztasche hineinlenkt.
Es scheint jedoch kaum ohne weiteres möglich, eine solche Vorrichtung in betriebsfähiger
Form herzustellen, weil man mit Rücksicht auf die in den üblichen Falzmaschinen
vorhandenen glatten Falzwalzen, den verhältnismäßig breiten Falzspalt zwischen den
Seitenplatten und die sonstigen Raumverhältnisse den genannten umgebogenen oberen
Rand der oberen Platte nicht gleichzeitig so lang in der Förderrichtung machen kann,
daß er in
dem erstgenannten Betriebsfall als Leitfläche wirkt, andererseits
so kurz, daß er in dem zweiten Betriebsfall nicht mit einer der vorgeordneten Falzwalzen
in Konflikt kommt; macht man ihn aber so kurz, daß diese Schwierigkeit beseitigt
wird, so kann er kaum seine Funktion als Leitfläche im ersten Betriebsfalle ausüben.
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Außerdem ist die Bedienung einer umschaltbaren Falztasche, wenn sie
überhaupt nach dem genannten Vorschlag gebaut werden könnte, erheblich umständlicher
als nötig und zulässig. Besonders dann, wenn die Falztaschen erhebliche Abmessungen
und dementsprechend ein verhältnismäßig großes Gewicht besitzen, muß eine Einrichtung
getroffen werden, welche die Umschaltung einer solchen Falztasche aus dem offenen
in den geschlossenen Zustand und umgekehrt leicht und rasch durchzuführen gestattet.
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Nach der Erfindung wird der Ablenker mit einem einen Längsschlitz
aufweisenden Arm verbunden, der das Verschieben des Ablenkers längs der Falzplatte
zur Einlaufrichtung der Bogen parallel gestattet, wodurch nur verhältnismäßig wenig
Platz für seine Einschaltung notwendig wird. Um ihn in seiner Lage festzuhalten,
können Anschläge o. dgl. benutzt werden, welche eine unbeabsichtigte Verschiebung
des Ablenkers aus der Arbeits-bzw. der Ruhelage verhindern.
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In den Zeichnungen wird eine Ausführungsforrn, der Erfindung beispielsweise
beschrieben.
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Fig. i ist ein Längsschnitt entlang der Linie i-i der Fig. 2 und stellt
eine die Erfindung enthaltende Falzmaschine dar.
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Fig. 2 ist eine teilweise nach der Linie 2-2 der Fig. i geschnittene
Draufsicht dieser Maschine, und Fig. 3 und 4 sind nach der Linie 3-3 der Fig. z
geschnittene Teildarstellungen in größerem Maßstab, welche den Ablenker und die
zugehörige Falztasche in ihrer Arbeits-und ihrer Ruhelage zeigen.
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In den Zeichnungen ist der Rahmen der Falzmaschine durchweg mit io
bezeichnet. Von einem Fördertisch i i werden die Bogen über eine Walze 12 zwischen
Führungsplatten 13 und 14 hindurch in eine Falzvorrichtung geleitet. Die Falzvorrichtung
enthält Falzwalzen 15, 16, 17, 18, ig und 2o. Außerdem enthält sie Falztaschen 21,
22, 23 und a4, deren jede das Papier der Reihe nach durchläuft, wenn man den Bogen
viermal falzen will. Die Walzen 12, 15, 16, 17, 18, 19 und 2o werden in geeigneter
Weise angetrieben. Im vorliegenden Beispiel erfolgt dies durch eine Riemenscheibe
25, welche durch einen Elektromotor o. dgl. vermittels eines Riemens 26 angetrieben
wird. Die Riemenscheibe 25 sitzt auf einer Welle 27, auf der .ein Zahnrad 28 angebracht
ist, welches mit losen Zahnrädern 29 und 30 kämmt. Das lose Zahnrad 29 greift
in ein auf der Walze 12 befestigtes Zahnrad ein, während das lose Zahnrad
30 mit einem auf der Walze 16 befestigten Zahnrad kämmt, und alle diese Walzen
15, 16, 17, 18, ig und 2o sind derart miteinander durch Zahngetriebe gekuppelt,
daß sie alle mit gleicher Geschwindigkeit umlaufen.
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Die Falztaschen 21, 23 und 24 sind je mit einer Ablenkerleiste 31
ausgerüstet. Diese sitzt an Armen 32, welche um gegeneinander ausgerichtete Stiftschrauben
drehbar sind, und diese wiederum sind in Ansätze 34 eingeschraubt, welche an der
Oberseite der betreffenden Falzplatte hervorstehen. In den Zeichnungen sind diese
Ablenker in ihre Ruhelage auf die Oberflächen der oberen Platten zurückgeklappt,
während sich die Taschen in ihrer Vorder- bzw. Falzlage befinden.
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Der Fördertisch z i ist so dicht über der Falztasche 22 angebracht,
daß der Platz nicht ausreichen würde, um eine Ablenkerleiste 31 an schwenkbaren
Armen ,32 zu verwenden. Bei diesen Platzverhältnissen ist es daher von Vorteil,
die vorliegende Erfindung zu verwenden, nach der der Ablenker über die Oberseite
der Falzplatte hinweg verschiebbar ist. Im Anschluß an die Seitenkanten der Falztasche
und ein kurzes Stück einwärts der Vorderkante befinden sich Ansätze 35, in welche
gegeneinander ausgerichtete Stiftschrauben oder Drehzapfen 36, ähnlich den obenerwähnten
Stiftschrauben 33, eingeschraubt sind. Diese Stifte 36 dienen als Gelenk und Gleitführung
für die mit Schlitzen versehenen Arme 37, an deren vorderen Enden die Ablenkerleiste
38 befestigt ist.
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In ihrer Ruhelage stößt die Leiste 38 gegen zwei kleine Stifte 39,
welche in die obere Platte der Falztasche z2 eingesetzt sind; da gleichzeitig die
Stifte 36 am Vorderende des Schlitzes in jedem der Arme 37 anliegen, wird eine Bewegung
der Leiste 38 in jeder Richtung verhindert. Wenn die Ablenkerleiste 38 sich in ihrer
in Fig.4 dargestellten Arbeitslage befindet, legt sich eine Kante 4o an der Unterseite
jedes der Arme 37 gegen die Vorderkante eines seitlich an der Falztasche hervorragenden
Teiles 41.
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Jede der Falztaschen 21, 22, 23 und 24 besitzt an ihren Seitenrändern
Führungsleisten 42, welche auf Winkelprofilschienen 43 aufruhen; die senkrechten
Flansche dieser Schienen sind mit Nieten o. dgl. am Gestell io der Maschine befestigt.
Auf diese Weise können die Falztaschen nach den Falzwalzen hin- und von ihnen weggeschoben
werden.
Ihre Bewegung nach den Walzen zu wird dadurch begrenzt,
- daß die Vorderenden der Führungsleisten 42 an Anschläge 44 am Gestell anstoßen,
wie in Fig. 2 dargestellt. Diese Anschläge treten nur dann in Tätigkeit, wenn die
Ablenker sich in ihrer zurückgezogenen Ruhelage befinden. Wenn die Ablenker ihre
vordere Arbeitslage einnehmen, wird die Bewegung der Falztaschen nach vorn auf ihren
Führungsschienen 43 dadurch begrenzt, daß die Arme 32 oder gegebenenfalls die Arme
37 an Anschlagbolzen 45, welche auch am Maschinengestell angebracht sind, anstoßen.
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Wenn die Teile der Vorrichtung die in Fig. i, 2 und 3 der Zeichnung
dargestellten Lage einnehmen, d. h. wenn sich die Falztasche 22 in der Arbeitsstellung
befindet, und wenn der Arbeiter nun diese Falztasche ausschalten will, greift er
zuerst nach der Falztasche und schiebt sie auf ihren Trag- und Führungsschienen
43 zurück, bis sie von den Falzwalzen 16 und 18 freigekommen sind. Er drückt dann
von oben auf die Arme 37 oder von unten auf die Ablenkerleiste 38, um den Ablenker
um die Stifte 36 derart zu kippen, daß sich sein Vorderende über die Spitze der
Anschlagstifte 39 hinweghebt. Der Ablenker wird dann nach vorn geschoben, bis die
Kante 4o an den Armen 37 über die Vorderkante des Vorsprungs 41 herunterrutschen
kann. Nun ist die Ablenkerleiste 38 auch weit genug nach vorn verschoben, um an
der Vorderkante der Falztasche vorbei zu können, so daß sie sich vor diese senken
und den Eintrittsschlitz der Tasche überdecken kann. In dieser Lage ist der Ablenker
gegen Verschiebung in jeder Richtung gesichert; die Stifte 36 verhindern durch ihre
Berührung mit dem Hinterende der Schlitze in den Armen 37 eine Bewegung nach vorn,
und eine Verschiebung nach hinten wird dadurch verhindert, daß die Kante 4o an die
Vorderkante des Vorsprungs 41 anstößt-. Die Falztasche wird nun so weit vorgeschoben,
bis die Vorderenden der Arme 37 an den Anschlagbolzen 45 anstoßen, d. h. bis die
Ablenkerleiste 38 sich in derjenigen Lage gegenüber den Walzen 16, 17 und 18 befindet,
in welcher sie die Papierbogen, die zwischen den Walzen 16 und 17 hindurchgehen,
auf gekrümmter Bahn zwischen die Walzen 17 und 18 leitet. Diese Stellung der Teile
ist in Fig.4 dargestellt.
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Wenn es nun notwendig wird, die Falztasche z2 wieder in Tätigkeit
zu setzen, zieht man sie wieder von den Falzwalzen weg und hebt die Ablenkerleiste
38 so hoch, daß sie das Vorderende der Tasche freigibt; hierbei kommt auch die Kante
4o von dem Vorsprung 41 frei, worauf der Ablenker nach hinten geschoben werden kann.
In dem Falle, daß die Ablenkerleiste an die Vorderseite der Anschlagstifte 39 stößt,
genügt eine kleine Schwenkung des Ablenkers um die Stifte 36, um dies Hindernis
zu beseitigen; es kann dann die Rückwärtsbewegung fortgesetzt werden. Wenn sie so
weit fortgeführt ist, wie es die in die Schlitze eingreifenden Stifte erlauben,
läßt der Arbeiter los, und der Ablenker fällt dann nach unten hinter die Anschlagstifte
39, so daß er wieder durch diese Anschlagstifte und die in die Schlitze eingreifenden
Stifte 36 gegen Vor- oder Rückwärtsbewegung gesichert ist. Nachdem der Arbeiter
auf diese Weise den Ablenker in seine Ruhelage gebracht hat, schiebt er die Falztasche
so weit nach vorn, bis die Führungen 42 gegen die Anschläge 44 stoßen, wie in Fig.
2 dargestellt, so daß sich nun die Tasche in ihrer Arbeitsstellung befindet.