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Verfahren zum Kopieren von photographischen Bildern mit regelmäßigen
Punkt- oder Linienrastern auf mit ebensolchen Rastern verbundene lichtempfindliche
Schichten Alle mit Farbrastern arbeitenden farbenphotographischen Verfahren bieten
gewisse Schwierigkeiten hinsichtlich des Kopierens auf mit ebensolchen Rastern verbundene
lichtempfindliche Schichten. Die Kopien zeigen sowohl bei unregelmäßigen Kornrastern
wie bei regelmäßigen Punkt- oder Linienrastern, insbesondere auch bei dem Linsenraster
nach B e r t h o n , eine unerwünschte Fleckigkeit oder Streifigkeit, welche sich
aus einem flächenweise folgenden Wechsel von richtiger und unrichtiger oder ausfallender
Farbwiedergabe ergibt und im allgemeinen als Moire bezeichnet wird. Diese Erscheinung
wird dadurch verursacht, daß weder bei den unregelmäßigen Kornrastern noch bei den
regelmäßigen Punkt- oder Linienrastern sämtliche Elemente des Rasters des zu kopierenden
Bildes sich genau mit entsprechend gefärbten Elementen des Rasters der Kopierschicht
decken. Eine derartige Registerhaltigkeit der Elemente der beiden Raster ist beim
unregelmäßigen Kornraster nach Lage der Dinge völlig ausgeschlossen; beim regelmäßigen
Punkt- oder Linienraster ist sie zwar theoretisch möglich, aber praktisch infolge
der großen Feinheit der in Frage kommenden Raster ebenfalls nicht zu verwirklichen.
Abb. r erläutert das Zustandekommen der als Moire oder Wasserstreifigkeit bezeichneten
Erscheinung .am Beispiel des regelmäßigen Linienrasters. R G B R G
B ... sei der aus roten, grünen und blauen Linien bestehende Raster
des Originals, r g b r g b ...
derjenige der Kopierschicht.
Nur dort, wo ein Farbstreifen des Originals über einem gleichgefärbten Streifen
der Kopierschicht liegt -diese Stellen sind in der Abbildung durch Schraffierung
gekennzeichnet -, kann eine richtige Belichtung der Kopierschicht stattfinden. Selbst
wenn die Rastersysteme von Original und Kopierschicht parallel zueinander liegen
und genau gleiche Streifenbreite besitzen, kann die Belichtung nur dann richtig
sein, wenn zufälligerweise die Bedingung erfüllt ist, daß die gleichfarbigen Streifen
beider Raster genau übereinanderliegen.
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Um das Auftreten dieser Erscheinung zu verhindern, sind verschiedene
Wege vorgeschlagen worden, welche sich alle darin gleichen, daß der Kopie eine gewisse
Unschärfe mitgeteilt wird, durch welche die durch das Rastermuster bedingte Streifigkeit
nicht mehr erkennbar wird. Man hat z. B. vorgeschlagen, die Teile der Kopiereinrichtung
während des Kopierens gegeneinander zu verschieben oder
in den Strahlengang
eine Mattscheibe, einen schwarzweißen Linienraster oder eine hin und her bewegte
planparallele Glasplatte einzuschalten. In der Anwendung auf Kornrasterplatten beschreibt
z. B. Farmer derartige Hilfsmittel in British Journal of Photography, Jahrgang igog,
Col. Supp. Seite 7i/72. Soweit es sich um die Verwendung bewegter Teile beim Kopieren
handelt, erfordern die Verfahren recht umständliche Vorrichtungen, während bei der
Einschaltung eines schwarzweißen Rasters die Kopierlichtstärke stark herabgesetzt
wird. Außerdem ist es schwierig, die der Kopie zu verleihende Unschärfe genau so
zu bemessen, daß mit einem Mindestmaße an Unschärfe ein Höchstmaß an einwandfreier
und gleichmäßiger Farbwiedergabe erreicht wird.
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Dieser besondere Fall ist in Abb.2 dargestellt. Y g
b f' ä b ... ist wiederum der Raster der Kopierschicht. Gelingt
es nun, die Rasterlinien des Originals z. B. durch optische Abbildung. so zu verbreitern,
daß sie die dreifache Breite wie früher haben, so ersieht man aus ner Abb.2, in
der die gedachte Verbreiterung nur für die roten Rasterlinien durchgeführt ist,
daß sie jetzt gerade das ganze Feld homogen überdecken, so daß also die Fehiererscheinung
gemäß Abb. i nicht mehr auftreten kann, da die Rasterlinien in ihrer ganzen Ausdehnung
gleichmäßig belichtet werden.
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Es wurde nun gefunden, daß man eine genau abzustimmende Unschärfe
zur überdeckung der Streifigkeit erreicht, indem man. in den Strahlengang einen
Linsenraster einschaltet, dessen Linsenelemente den Elementen des zu kopierenden
regehnäßigen ' Punkt-oder Linienrasters geometrisch ähnlich sind. Durch entsprechende
Bemessung der Elemente des Linsenrasters kann -man erreichen, daß sich das von einem
Rasterteilchen des Originals ausgehende Licht über eine bestimmte Mindestfläche
der lichtempfindlichen Kopierschicht,aber auch nur über diese Fläche, ausbreitet.
Man wählt zweckmäßig die Größe und Brennweite der Elemente des einzuschaltenden
Linsenrasters so, daß. von dem hinter jedem Rasterelement der Kopierschicht entstehenden
unabgelenkten Bilde in jeder Interferenzrichtung nur eine begrenzte Zahl von Interferenzbildern
entsteht.
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Wenn z. B. ein Negativ auf einem Linsenrasterfilm mit einem System
von parallelen Zylinderlinsen auf einen -ebensolchen Film kopiert werden soll, so-
erhält man, wenn sich die Raster von Original und Kopie gleichen, vollständige Deckung
einer Rastereinheit, d. h. einer Folge eines roten, grünen und blauen Farbstreifens
des Rasters des Negativs, wenn man ein einziges Interferenzbild _ auf jeder Seite
des unabgelenkten Bildes -entstehen läßt und wenn diese Interferenzbilder sich in
einer Entfernung befinden, die gleich der Streifenbreite des unabgelenkten Bildes
eines Farbstreifens des Negativs ist. Man schaltet zu diesem Zweck in den Strahlengang
ein System von aneinanderstoßenden Zylinderlinsen bestimmten Breite ein, welche
parallel zur Rasterung des Negativfilms und des Positivfilms verlaufen. Um die Entfernung
der in der lichtempfindlichen Schicht entstehenden Interferenzbilder in der obenerwähnten
Weise einzustellen, bemißt man die Breite b der Zylinderlinsen nach der Formel
Hierbei ist X die Wellenlänge des Kopierlichtes und a der Winkel, unter dem ein
Farbstreifen des Bildes des Negativrasters von dem eingeschalteten Linsenraster
aus gesehen wird. Die Brennweite der Zylinderlinsen des einzuschaltenden Linsenrasters
muß so gewählt werden, daß das von einem Punkte des Negativs ausgehende Licht sich
gerade auf die Breite einer Rastereinheit, d. h. einer Folge je eines roten, blauen
und grünen Streifens, verteilt.
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Abb. 3 zeigt eine Anordnung zur Ausübung des Verfahrens. N ist der
Negativfilm mit dem Raster R G B R G B ... Von diesem wird
durch die Linse oder das Objektiv L ein, reelles Bild N' mit den Rasterele',menten
B' CRI B' G' R' ... auf _ der Kopierschicht P, welche der Farbraster
r g b r -g b ... besitzt, entworfen. Die Raster des Negativs
und der Kopierschicht decken sich nicht. Die Ausbreitung jedes Rasterstreifens des
reellen Bildes N' auf den dreifachen oder einen anderen gewünschten Betrag wird
erfindungsgemäß mit Hilfe des in den Strahlengang .eingefügten Linsenrasters R bewirkt.
Der Durchmesser eines einzelnen Linsenelementes dieses Rasters ist b. Von einer
solchen Linse aus erscheint ein einzelner Rasterstreifen des reellen Bildes
N', z. B. der _ Rasterteil B', unter einem Winkel a, der für die Bemessung
von b nach der angegebenen Formel
maßgebend ist. -Beim Kopieren von regelmäßigen Rastern, deren Elemente aus Vielecken
oder Kreisen bestehen, schaltet man zur Vermeidung der Streifigkeit in den Strahlengang
Raster ein, deren Linsen entsprechende, also Vieleck-oder Kreisformen aufweisen.
Die Anzahl der Linsenelemente auf die Flächeneinheit und die Brennweite dei Elemente
wird in entsprechender Weise berechnet.
Das vorliegende Verfahren
läßt sich selbstverständlich auch auf das Kopieren von photographischen Bildern
mit unregelmäßigen Rastern anwenden, obwohl es hier nicht möglich ist, einen dem
Raster geometrisch ähnlichen Linsenraster in den Strahlengang einzuschalten. Man
wird hier ein Linsenraster wählen, dessen Elemente nach Durchmesser und Größe annähernd
den Elementen des unregelmäßigen Kornrasters entsprechen. Man erreicht auf diese
Weise auch hier Kopien, welche praktisch keine Streifigkeit und Farbverfälschung
mehr zeigen.