DE5518A - Neue Zungennadel tür Wirkmaschinen - Google Patents
Neue Zungennadel tür WirkmaschinenInfo
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Description
1878.
Klasse 25.
CHR. ZIMMERMANN & SOHN in APOLDA. Neue Zungennadel für Wirkmaschinen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 31. October 1878 ab.
I ^
Die vorliegende Nadel kann auf zweierlei Art construirt sein.
Die eine Art, in Fig. 1, 2, 3 dargestellt, hat den Bau und die Form einer gewöhnlichen
Zungennadel, wie dergleichen in der Wirkerei vielfach in Gebrauch sind. Sie weicht von
dieser· gewöhnlichen Zungennadel in zwei Beziehungen ab, nämlich erstens insofern, als
die Zunge von der Nietlochstelle ausgehend einen festen Ansatz hat in der Form einer
zweiten Zunge ohne Löffelchen. Diese Nebenzunge ist etwas kürzer als die Hauptzunge, ihre
Richtung beinahe parallel mit dieser und befindet sich an der Seite der Hauptzunge, welche
dem Haken der Nadel zugewendet ist (s. Fig. 2), wo die Hauptzunge mit a, die Nebenzunge mit
b bezeichnet ist. Die Länge .dieser Nebenzunge,
ist dadurch bedingt, dafs, wenn die Hauptzunge zuschlägt und also den Haken bedeckt,
die Nebenzunge an diesem vorüberklappen kann, ohne ihn zu berühren.
Die' zweite Abweichung besteht darin, dafs die Nadelnuth sowohl nach vorn (nach dem
Haken zu) als auch nach hinten zu verlängert ist. Diese Nuthverlängerung hat den Zweck,
dafs, wenn die beschriebene Doppelzunge nach vorn schlägt, die Nebenzunge sich vollständig
in die vordere Nuthverlängerung einlegen kann, während, wenn die Doppelzunge nach hinten
schlägt, die Haupi:zunge sich vollständig in die hintere Nuthverlängerung einzulegen im Stande
ist. Die Nebenzunge wird sich in letzterem Falle über dem ,Nadelkörper in solcher Entfernung
befinden, dafs der Faden zwischen ihr und dem Nadelkörper genügenden Raum hat (siehe
Fi«·. 3 und 1). In den Zeichnungen ist die Tiefe und Länge der Nuth durch, eine gestrichelte
Linie angedeutet,
Es ist nicht unbedingt nöthig, dafs die Hauptzunge, wie die Zungen gewöhnlicher Zungennadeln,
ein Löffelchen hat; es genügt in den meisten Fällen statt des Löffelchens eine runde
oder flache Verlängerung der Hauptzunge, welche nur lang genug sein mufs, damit sie
beim Vorschlagen der Zunge den Haken bedeckt und der Masche gestattet, über diesen
hinweg abzuschlagen. Die Nebenzunge bedarf eines Löffelchens - in keinem Falle.
Wenn nun diese Nadeln in Thätigkeit gesetzt werden, und es befindet sich Waare auf denselben
so werden die Maschen bei der Zurück- und Vorbewegung nur dann abschlagen,
wenn neuer Faden eingelegt ist, und zwar deshalb, weil, wenn die Masche nach ihrer Bildung
hinterwärts geschoben wird, und die Zunge infolge dessen nach hinten schlägt, diese
sich in die Nuth vollständig einlegt, also von der Masche bei ihrer Vorwärtsbewegung nicht
gehoben werden kann. Erst nachdem ein neuer Faden eingelegt ist, kann die Masche
abschlagen, da diese Fadenlegung hinter die Nebenzunge gebracht, der Masche in ihrer
Vorwärtsbewegung vorausgeht und an die Nebenzunge anstofsend, diese und die mit derselben
zusammenhängende Hauptzunge hebt, so dafs die nachfolgende Masche die Hauptzunge
gehoben und bei weiterem Vorwärtsbewegen zugeschlagen findet und deshalb abschlagen
kann.
Die andere Construction der Nadel, in Fig. 4, 5, 6 dargestellt, ist folgende:
Die Nadel unterscheidet sich von einer gewöhnlichen Zungennadel erstens ebenfalls dadurch,
dafs die Nadelnuth nach hinten und •nach vorn verlängert ist und zweitens darin,
dafs der Nadelkörper selbst einen fest mit demselben verbundenen Haken nicht hat, dafs
dieser vielmehr als festes Anhängsel der Zunge mit dieser an der Nietlochstelle fest zusammenhängt
und mit ihr sich an der Nadel vor- und zurückbewegt (s. Fig. 5). Wenn Zunge und
Haken nach vorn schlagen, legt sich der Haken in die vordere Nuth ein und die Zunge steht
über dem Haken (s. Fig. 6). Schlagen Zunge und Haken nach hinten, so legt sich die Zunge
in die .hintere Nuth vollständig ein und der Haken steht darüber (s. Fig. 4). Die Zunge
dieser Nadel bedarf eines Löffelchens nicht.
Wenn- nun diese Nadeln in Wirksamkeit kommen und es befindet sich Waare auf
denselben, so werden, ebenso wie bei der zuerst beschriebenen Construction, die Maschen
bei der Rück- und Vorbewegung ebenfalls nur dann abschlagen, wenn ein neuer Faden eingelegt
ist. Und zwar aus demselben Grunde wie dort, da nämlich, wenn die Masche nach ihrer Bildung
hinterwärts geschoben wird, die Zunge infolge dessen nach hinten schlägt' und sich
daselbst vollständig in die Nuth einlegt, also von der Masche bei ihrer Vorwärtsbewegung
nicht gehoben werden kann. Erst dann, wenn der neue Faden eingelegt ist, kann die Masche
abschlagen, da dieser Faden bei der Vorwärtsbewegung der Masche vorausgeht, und an den
Haken anstofsend, diesen und die mit demselben zusammenhängende Zunge hebt, so dafs
die nachfolgende Masche die Zunge gehoben und bei weiterer Vorwärtsbewegung zugeschlagen
findet und abschlagen kann.
Die Gröfse der oben beschriebenen Nadel kann eine sehr verschiedene sein; auch können
die Gröfsenverhältnisse der einzelnen Theile derselben unter einander wesentlich von den
dargestellten abweichen.
Die Form des hinteren Endes der Nadeln hat nur Bedeutung für die Zwecke der Befestigung
oder der Bewegung der Nadeln an oder in der Maschine und kann sehr verschieden sein, lang oder kurz, gerade oder gebogen,
ähnlich wie die hinteren Enden der Nadeln in den sogen. Lamb'schen Strickmaschinen, oder
wie man es sonst für die Zwecke der Befestigung oder der Bewegimg der Nadel für nützlich
halten möge.
Diese neue Zungennadel, wie sie eben in zwei etwas von einander abweichenden (.Oustruetionen
beschrieben ist, ist in ihrer Wirkung
für die Herstellung schon bekannter und noch zu erfindender Wirkwaaren von grofser Wichtigkeit,
da durch sie vielerlei Waaren mit gröfsercr Zeitersparnifs und in einfacherer Weise sich
herstellen lassen, als mit den bisher bekannten Nadeln, und da mancherlei Waaren auf andere
Weise als mit Benutzung dieser Nadeln sich überhaupt nicht werden herstellen lassen.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Eine neue Zungennadel für Wirkmaschinen, welche die Eigenschaft hat, nur dann die Masche abzuschlagen, wenn ein neuer Faden zur Maschenbildung eingelegt ist und welche zu dem Zwecke entweder an der Zunge noch eine mit dieser fest verbundene und mit ihr bewegliche Nebenzunge oder einen mit der Zunge fest verbundenen und mit ihr beweglichen Haken hat.Hierzu I Blatt Zeichnungen.
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