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Verfahren zur Herstellung von Schützentreibern und nach diesem Verfahren
hergestellter Treiber Die vorliegende Erfindung bezweckt eine Vervollkommnung der
durch Patent 463 414 geschützten Treiber für Webstühle und bezieht sich auf diejenigen
Treiber der geschützten Art, die mit Kunstharz einseitig oder doppelseitig überzogene
oder getränkte und durch dieses mit den Nachbarlagen verbundene Stoffgewebelagen
enthalten.
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Die Erfindung besteht darin, daß der Treiber außer diesen mit Kunstharz
versehenen Stoffgewebelagen auch solche enthält, die vor der Vereinigung nicht mit
Kunstharz versehen sind und die mit den mit Kunstharz versehenen Lagen in beliebiger
Reihenfolge abwechseln. Die mit Kunstharz behandelten Lagen geben bei der während
der Herstellung erfolgendenErhitzungKunstharz an dieOberfläche der benachbarten
unbehandelten Lagen ab und werden dadurch mit diesen fest verbunden; im Innern bleiben
diese unbehandelten Lagen frei von Kunstharz, ebenso wie die übrigen nicht mit Kunstharz
behandelten und nicht an mit Kunstharz behandelte Lagen angrenzenden Gewebe.
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Die Reihenfolge kann z. B. so gewählt sein, daß auf jede mit Kunstharz
versehene Gewebelage eine nicht mit Kunstharz versehene Gewebelage folgt; in diesem
Falle sind alle Gewebelagen miteinander durch Kunstharz verbunden. Man kann aber
auch Schichten von mehreren unmittelbar aufeinanderfolgenden, mit Kunstharz versehenen
Stoffgewebelagen bilden sowie Schichten von mehreren unmittelbar aufeinanderfolgenden,
nicht mit Kunstharz versehenen Stoffgewebelagen und kann solche Schichten miteinander
sowie auch mit Schichten, in denen sich behandelte und unbehandelte Lagen folgen,
in beliebiger Reihenfolge abwechseln lassen.
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Da eine mit Kunstharz überzogene oder getränkte Stofflage oder eine
Schicht aus solchen Lagen, besonders nachdem das Kunstharz mehr oder weniger gehärtet
ist, fester, härter und elastischer ist als eine nicht mit Kunstharz behandelte
Stofflage oder eine Schicht aus solchen Lagen, während eine unbehandelte Lage oder
Schicht dafür wieder weicher und geschmeidiger ist, so hat man es durch geeignete
Wahl der Reihenfolge der verschiedenen Lagen oder Schichten in der Hand, dem Treiber
beliebige Materialeigenschaften zu geben und diese auch durch Änderung der Reihenfolge
von Stelle zu Stelle zu verändern und dadurch die mechanischen Eigenschaften des
Treibers den besonderen Beanspruchungs-und Abnutzungsverhältnissen anzupassen.
Es
ist natürlich bekannt, daß die Materialeigenschaften der aus Fasern und Kunstharz
zusammengesetzten einheitlichen Kunststoffe sich mit dem Mengenverhältnis der beiden
Bestandteile verändern. Es ist aber niemals vorgeschlagen worden, bei Schichtstoffen
dieser Art das Mengenverhältnis durch geeigneten Wechsel zwischen mit Kunstharz
versehenen und nicht versehenen Lagen zu beeinflussen. Diese Art der Beeinflussung
hat vor der an sich denkbaren Art, die Gewebe mehr oder weniger stark zu tränken,
den Vorzug, daß man nur zwei Vorerzeugnisse, getränkte und ungetränkte Gewebe, auf
Lager zu halten braucht, um Schichtstoffe mit den verschiedensten Eigenschaften
herzustellen. Vor allen Dingen hat es sich aber gezeigt, daß ein aus getränkten
und ungetränkten Geweben zusammengesetzter Treiber an Zähigkeit einem Treiber überlegen
ist, der aus gleichmäßig, aber entsprechend schwächer getränkten Lagen besteht,
und daß er einen weichen Schlag gibt.
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Die Treiber nach der Erfindung oder die Rohstücke zu diesen kann man
herstellen, indem man einzelne zugeschnittene Blätter aus mit Kunstharz behandelten
und nicht behandelten Geweben in der beabsichtigten Reihenfolge stapelt und den
Stapel unter Druck erhitzt und nötigenfalls mechanisch weiter bearbeitet.
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In der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden aber die Treiber
bzw. die Rohstücke zu diesen durch Wickeln hergestellt, wodurch in einfachster Weise
eine zweckmäßige gegenseitige Anordnung der beiden Arten von Gewebelagen in dem
gewickelten Körper erhalten wird, aus dem durch Pressen, Erhitzen und mechanische
Bearbeitung die Treiber hergestellt werden.
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So erhält man durch Aufwickeln einer lackierten, d. h. nach einem
beliebigen Verfahren mit Kunstharz versehenen Gewebebahn eine Schicht, die nur aus
lackierten Gewebelagen besteht; durch Aufwickeln einer unlackierten Gewebebahn erhält
man eine Schicht, die nur aus unlackierten Gewebelagen besteht. Durch gemeinsames
Aufwickeln einer lackierten und einer unlackierten Gewebebahn erhält man eine Schicht,
in der auf je eine lackierte eine unlackierte Gewebelage folgt. Durch gemeinsames
Aufwickeln von drei oder mehr Bahnen, von denen mindestens eine lackiert ist, läßt
sich die Zahl- der Anordnungen noch sehr vermehren.
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Man kann auch beim Aufwickeln einer lackierten Gewebebahn an einer
bestimmten Stelle des Umfanges unlackierte Gewebestreifen einlegen, die so kurz
sind, daß sie nur einen Teil des Umfanges umfassen. Dann erhält man aus dem fertigen
Wickel Treiber, bei denen nur an einer bestimmten Stelle lackierte und unlackierte
Lagen miteinander abwechseln, während der Treiber im übrigen lediglich aus lackierten
Lagen besteht. Den Schützenanschlag legt man dann in den Teil des Treibers, in dem
unlackierte Bahnen enthalten sind, während-man für den die Führungslöcher enthaltenden
Treiberkopf denjenigen Teil wählt, der nur lackierte Bahnen enthält.
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Die Abbildungen veranschaulichen Ausführungsbeispiele der Erfindung,
und zwar zeigt Abb. i einen gewickelten Ring als Vorerzeugnis zur Herstellung von
Oberschlagtreibern, Abb. ia einen schematischen Querschnitt, Abb. ib die abgewickelten
Bahnen, Abb. 2 und 3 in Vorderansicht und Seitenansicht einen aus dem Wickelkörper
nach Abb. i hergestellten Treiber. -Abb. q. zeigt einen Treiber etwas anderer Art,
Abb. 5 und 6 einen durch Wickeln unmittelbar hergestellten Körper eines Unterschlagtreibers
in Aufsicht und Querschnitt.
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Zur Herstellung des Ringes nach Abb. i läßt man auf einen Dorn von
der Lichtweite des Ringes zuerst eine lackierte Gewebebahn auflaufen, bis die Zone
i entstanden ist, und darauf läßt man mit der lackierten Bahn zugleich eine unlackierte
Gewebebahn einlaufen, so daß die Ringzone 2 entsteht, in der je eine lackierte mit
einer unlackierten Lage abwechselt. Darauf schneidet man die lackierte Bahn ab und
läßt nur noch die unlackierte Bahn weiterlaufen, bis die Ringzone 3 entstanden ist,
die also nur unlackierte Lagen enthält. Danach läßt man die unlackierte Bahn weiterlaufen
und mit dieser zusammen wiederum eine lackierte Bahn, bis die Ringzone q. entstanden
ist, in der wiederum je eine lackierte und eine unlackierte abwechseln. Schließlich
schneidet man die unlackierte Bahn ab und wickelt mit der lackierten Bahn allein
die äußere Zone 5 auf.
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Den OOuerschnitt des so entstandenen Ringes zeigt schematisch mit
verminderter Lagenzahl und vergrößerter Lagendicke die Fig. ia, in der die lackierten
Lagen durch Schraffierung angedeutet sind.
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Abb. ib zeigt eine Abwicklung des Ringes; die angeschriebenen Ziffern
bezeichnen die Zone, die aus der betreffenden Strecke der Bahn entsteht. Die Längen
2 und q. sind der Deutlichkeit wegen stark übertrieben.
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Der so entstandene Ring wird durch Pressen und Erwärmen -und, soweit
erforderlich, durch mechanische Nachbearbeitung zu einem Oberschlagtreiber nach
Abb. 2 und 3 umgestaltet..
Die Zone 5 bildet jetzt eine feste und
harte Außenhaut, die der Abnutzung durch die Schützenspitze sehr gut Widerstand
leistet. Die Zone 3 bildet ein weiches Polster im Innern des Treibers, die die Haltbarkeit
desselben wesentlich erhöht. Die Zone i bildet eine Verstärkung für das Polster
und schützt zugleich die inneren Ränder der Führungslöcher 6 gegenAusschlagen. Die
Zonen :2 und 4, die nur wenige Lagen stark zu sein brauchen, dienen hauptsächlich
einer guten und sicheren Verbindung zwischen der Zone 3 und den Zonen i und 5.
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Bei dieser Ausführungsform umgibt die durch das Kunstharz zu einer
einheitlichen Masse verbundene Außenschicht 5 den Kern aus nicht mit Kunstharz versehenen,
daher unverbundenen Lagen an allen Stellen, so daß nirgends die Gefahr des Aufblätterns
besteht. Abb. 4 zeigt dagegen eine Ausführungsform, bei der ein Kern 7 aus unverbundenen
Schichten am Fußende des Treibers an die Oberfläche tritt; hier ist deshalb das
Aufblättern durch Nieten 8 verhindert.
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Abb. 5 und 6 zeigen einen rechteckigen Ring, der durch gemeinsames
Aufwickeln einer iackierten und einer. unläckierten Bahn erzeugt ist, und als Körper
für Unterschlagtreiber dient.