DE546465C - Verfahren zum Galvanisieren von Massenartikeln - Google Patents
Verfahren zum Galvanisieren von MassenartikelnInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Galvanisieren von Massenartikeln in einer
umlaufenden Trommel, insbesondere unter Anwendung hoher Stromdichten wie bei Chromelektrolyten. Das bekannte Trommelgalvanisierverfahren
ist praktisch für die Chromierung nicht brauchbar. Man erhält nur sehr unregelmäßige und matte Überzüge.
Dies beruht darauf, daß die hier in Frage kommenden verhältnismäßig leichten Massenartikel,
wie Schrauben, Unterlagscheiben u. dgl., die unter der Wirkung ihres Eigengewichts
an der Innenfläche der Trommel anliegen, keinen genügenden Kontakt mit der Innenfläche der Trommel für den Durchgang
des erforderlichen starken Stromes haben.
Man hat bereits vorgeschlagen, bei dem Galvanisieren die Gegenstände einzeln an
einem Magneten anzusetzen. Dieses Ver-
ao fahren erfordert viel Handarbeit und insbesondere ein Wechseln der Stellung der
einzelnen Teile mit der Hand, wenn alle Seiten der Gegenstände galvanisiert werden
sollen. Man hat auch bereits zum Galvanisieren von Blechen umlaufende offene Gestelle
verwendet, an denen die Bleche nach Art eines Trommelmantels durch Elektromagnete
festgehalten wurden.
Gemäß der Erfindung werden die zu galvanisierenden Gegenstände, deren Eigengewicht
nicht ausreicht, um den nötigen Kontakt mit der Trommelwand hervorzurufen, von einer weiteren Kraft an die Trommelwand
angedrückt. In erster Linie kommt als weitere Kraft magnetische oder Schleuderkraft
in Frage. Die Wirkung dieser Kräfte kann zeitweise unterbrochen werden, um eine Umlagerung der Gegenstände und deren allseitiges
Galvanisieren zu erreichen.
Das neue Verfahren soll an Hand der beiliegenden Zeichnung näher beschrieben werden.
In Fig. ι und 2 der Zeichnung ist ein senkrechter Axialschnitt durch zwei verschiedene
Ausführungsformen einer zur Durchführung des Verfahrens geeigneten Vorrichtung dargestellt.
Bei einer Ausführungsform des Verfahrens werden die Gegenstände a in einer Trommel
b gemäß Fig. 1 von entsprechend großer Umdrehungszahl eingesetzt, wobei diese
Trommel beispielsweise über eine Bürste c mit.dem negativen Pol der Stromquelle verbunden
ist. Der positive Strom wird dem Elektrolyten d durch die Anoden e mit Hilfe
eines Ringes f und einer Bürste g zugeführt. Infolge der Schleuderkraft, welche größer
sein muß als das Eigengewicht der Gegenstände a, werden diese mit der inneren
Mantelfläche der Trommel in festen Kontakt gebracht.
Man kann, um einen unnötigen Niederschlag zu vermeiden, die Trommel teilweise
aus Isoliermaterial, ζ. B. aus Porzellan oder
Steingut, herstellen und nur mit einem Metallring versehen. Man kann auch eine
Metalltrommel teilweise mit einem Isolierstoff ausfüttern.
Um eine Umlagerung oder ein Mischen der in der Trommel unter der Wirkung der
Schleuderkraft an der Innenwand anliegenden Gegenstände herbeizuführen, wird die
Geschwindigkeit der Trommel zeitweise vermindert. Die Wirkung der Schleuderkraft
hört alsdann auf, die Gegenstände fallen von der zylindrischen Trommelwand nieder und
rollen auf dem gewölbten Trommelboden h durcheinander und nehmen nach Zunahme
der Geschwindigkeit unter der Wirkung der Schleuderkraft an dem Trommelmantel andere
Stellungen ein als vorher, so daß die ganze Oberfläche der Gegenstände einwandfrei galvanisiert
werden kann.
Dieselbe Vorrichtung ist zum Entgalvanisieren der Gegenstände ebenfalls geeignet,
wenn man in einem entsprechenden Bad die Trommel mit dem positiven Pol der Stromquelle
verbindet.
Die Anwendung der Zentrifugalkraft bei Galvanisierverfahren ist zwar auch bekannt,
bei diesem Verfahren hat jedoch die Zentrifugalkraft eine andere Bestimmung als beim
Erfindungsgegenstand. Die Zentrifugalkraft wurde nämlich bis jetzt zur Herstellung von
Sammlerplatten verwendet bzw. um auf Bleiblech einen porös-kristallischen Niederschlag
zu erzeugen, wobei die Festigkeit des Überzuges durch Veränderung der Umdrehungsgeschwindigkeit
der Zentrifuge erzielt wird. Bei diesem Verfahren spielt jedoch die Zentrifugalkraft
gar keine Rolle, um einen guten Kontakt herbeizuführen, welcher die Anwendung von großen Stromdichten ermöglicht.
Bei einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens werden Eisen-, Stahl- oder
Nickelgegenstände i in einer drehbaren Trommel k gemäß Fig. 2 mittels magnetischer
Kräfte, z. B. mittels permanenter Magnete oder Elektromagneten, an die Innenflächen
der Trommel, z. B. an den Trommelboden m, angedrückt. Der Erregerstrom des Elektromagneten
kann zeitweise mittels des Schalters η unterbrochen werden, wodurch die
Gegenstände im Badeß unter der Wirkung der Fliehkraft ihre Lage ändern und bei
Wiedereinschalten des Stromes infolge der Wölbung des Trommelbodens auf einer anderen
Stelle an der Kathode zur Anlage kommen. Bei Verwendung permanenter Magnete können diese beweglich gegenüber der Trommel
sein, um sie aus dem Bereich der Trommel zu bringen und ihre Einwirkung auf
die Gegenstände aufzuheben.
Die feststehende Anode p steht mit dem positiven Pol unmittelbar, die Trommel mit
dem negativen Pol der Stromquelle mittels einer Bürste q in Verbindung.
Man kann das Verfahren auch in der Weise ausüben, daß man Schleuderkraft und
magnetische Kraft gleichzeitig oder abwechselnd verwendet, um einen entsprechenden
Kontakt herbeizuführen.
Die Drehtrommel kann als Behälter des Bades dienen, wobei der Behälter aus einem
guten Stromleiter, z. B. ganz aus Metall, oder aus einem Isolierstoff mit stellenweise
angeordneten Stromleitern besteht. Die Trommel kann auch siebartig oder gelocht ausgebildet sein, wobei jedoch die Drehtrommel
in das Bad eingetaucht werden muß. Diese Trommelform kommt insbesondere für die zweite Ausführungsform des Verfahrens
(Anwendung magnetischer Kraft) in Betracht.
Dieses Verfahren ist zwar hauptsächlich für galvanische Bäder, welche große Strommengen
beanspruchen, z. B. für die Chromierung, geeignet; indessen kann man es auch mit Erfolg bei Bädern, welche geringe Strommengen
beanspruchen, verwenden. Hierbei wird die Arbeitszeit verkürzt, d. h. die Leistung erhöht und die Güte des Niederschlages
wesentlich verbessert.
Claims (3)
1. Verfahren zum Galvanisieren von Massenartikeln in einer umlaufenden
Trommel, insbesondere unter Anwendung hoher Stromdichten wie bei Chromelektrolyten,
dadurch gekennzeichnet, daß die zu galvanisierenden Gegenstände, deren Eigengewicht nicht ausreicht, um den
nötigen Kontakt mit der Trommelwand hervorzurufen, von einer weiteren Kraft an die Trommelwand angedrückt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Gegenstände
durch magnetische oder durch Schleuderwirkung an die Trommelwand angedrückt werden und daß diese Wirkung zeitweise
unterbrochen wird, um eine Umlagerung der Gegenstände und deren allseitiges Galvanisieren zu erreichen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man zwei
verschiedene Kräfte gleichzeitig oder abwechselnd anwendet, um die Gegenstände an die Trommelwand anzudrücken.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
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| Publication Number | Publication Date |
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|---|---|---|---|
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| Country | Link |
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Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US3716461A (en) * | 1969-05-13 | 1973-02-13 | Us Army | Process for forming composite material by electrodeposition under the influence of a centrifugal force field |
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Families Citing this family (2)
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1929
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| US5441622A (en) * | 1992-10-06 | 1995-08-15 | Kew Import/Export, Inc. | Sharps destruction apparatus |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| US1858125A (en) | 1932-05-10 |
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