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Maschine zum Falten und Füllen von Packungen Die Erfindung bezieht
sich auf Maschinen zum Falten und Füllen von Packungen mit irgendwelchen Schüttgütern,
z. B. Tee, Tabak, Samen o. dgl. Es ist bekannt, bei derartigen Maschinen eine Anzahl
von Fülltrichtern und hohlen Papierformen vorzusehen, die absatzweise um eine senkrechte
Achse kreisen. Die Packung wird auf einer trichterförmigen oder ähnlich gestalteten
Form zu einem Rohr gefaltet, das am Boden gefalzt wird und eine abgebogene oder
abgemessene Menge Füllung erhält. Die gefüllten Packungen werden dann an Halter
abgegeben, in denen sie oben geschlossen werden.
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Die vorliegende Erfindung bezweckt, das Formen des rohrförmigen Packungsstückes
zu erleichtern, das aus einer geneigt oder waagerecht vorgesehenen Bahn oder einer
Anzahl Bögen gebildet wird. Die Erfindung besteht darin, daß die Formen an der Empfangsstelle
für das Packungsmaterial durch eine feste Nockenscheibe in eine geneigte oder waagerechte
Lage gebracht werden und die Packung so übernehmen, daß die Fuge der Packung an
der der senkrechten Achse abgekehrten Seite der Form liegt, worauf die Formen in
senkrechte Lage zurückgebracht werden. Hierdurch ist erreicht, daß das bei senkrechter
Führung leicht auftretende Knicken oder Zerreißen des Materials vermieden wird.
Das Packungsmaterial wird bei einer Ausführungsform der Erfindung durch an den Formen
drehbar befestigte Klammern gehalten, die in bestimmten Teilen des von der Form
durchlaufenen Weges durch Ansätze mit einem Nocken in Eingriff geraten und hierbei
angehoben werden, so daß das Papier um die Form gefaltet werden kann und nach dem
Falten durch eine Feder in ihre Anfangslage, in der sie die Packung in der Fuge
festhalten, zurückgeführt werden.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Maschine im Aufriß
(Fig. i), im Grundriß (Fig. 2) sowie in Einzelheiten (Fig. 3 bis 8) dargestellt.
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Die senkrechte Hauptwelle 15 der Maschine erhält über einen Kurbelantrieb
eine absatzweis erfolgende Drehbewegung. Oberhalb des von der Welle durchsetzten
Rohres 12 ist eine feststehende Nockenscheibe 13 mit Führung 28 angeordnet. An ihrem
oberen über die Nockenscheibe 13 hinausragenden Ende trägt die Welle 15 eine Scheibe
16, an der die Fülltrichter 17, im vorliegenden Fall sechs, befestigt sind.
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Unter der Mündung jedes Trichters, die bei dem Ausführungsbeispiel
in Fig. i durch eine gesteuerte Klappe qo verschlossen wird, ist an Trägern 2o ein
Füllrumpf 23 an Zapfen 22 aufgehängt. Der Füllrumpf geht unten in ein Rohr 2q.,
die Form, über, dessen Querschnitt gleich
dem der Packung, im vorliegenden
Falle quadratisch ist. Um die Form 24 wird die Packung zunächst so gebogen, daß
die Fuge oder Überlappung der Packung auf der der Welle 15 abgekehrten Seite der
Form liebt. Hier wird sie durch eine zeitweilig selbsttätig abgehobene Klammer 3o
gehalten.
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Die Füllrümpfe 23 tragen an der der Welle 15 zugekehrten Seite Böcke
25 mit Lagern 26 für Rollen 27, die in die Führung 28 der Nockenscheibe 13 eingreifen,
so daß die Rümpfe geschwenkt werden, während sie mit der Scheibe 16 umlaufen. Rechts
von der Welle 15 befindet sich die Stelle C (Fig. 8), an der die Form 24
in geneigter Lage mit Papier beschickt wird.
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An Stelle der geneigten Lage bei C kann die Form 24 auch waagerecht
stehen, jedenfalls aber nicht so, daß das Papier senkrecht zugeführt wird, weil
dies die in der Einleitung erwähnten Nachteile hat. Sie wird dann durch die den
Füllrumpf 23 erfassende Führung 28 der Nockenscheibe 13 allmählich wieder in die
senkrechte Lage an der Füllstelle A zurückgebracht, doch kann das Füllen schon beginnen,
wenn der Füllrumpf sich noch in geneigter Lage befindet, vorausgesetzt, daß die
Packung am Boden geschlossen ist.
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Die Klammer 30 ist um einen Zapfen Sod am Füllrumpf 23 schwenkbar,
und eine Feder 31 sucht sie an die Form 24 und gegen das um die Form gewickelte
Papier zu drücken. Bei C erfaßt eine Nocke 39 eine Rolle 33 an einem Ansatz 32 der
Klammer 30 und hebt die Klammer gegen die Wirkung der Feder von der Form
24 ab: Die Nocke 39 sitzt am Ende eines Schwinghebels 35, der auf einem Ständer
36 schwenkbar gelagert ist und durch irgendwelche nicht dargestellten Mittel, beispielsweise
eine auf der Welle 63 sitzende Nocke, durch die Zugstange 37 geschwenkt wird.
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Das Papier 50 geht zwischen Rollen Sod und unter einem Messer
50b hindurch über eine geneigte Führung 50c nach oben und gelangt unter die Form
24. Hier wird es von zwei Faltern 51 (Fig. 6) von unten erfaßt, um die Seiten der
Form gelegt und oben auf der Form umgefalzt, so daß die Fuge an dieser Stelle liegt
und von der Klammer 3o bedeckt wird. Die Falter 51 sind um Zapfen 89 an einem Hebel
98 schwenkbar gelagert, der um einen Zapfen ioi schwingt und durch ein Gestänge
97 mit Rolle 96 an einem um Zapfen 64 schwingenden Hebel 95 von einer Nocke 9i auf
der Welle 63 ausgeschwenkt wird. Seitlich von den Zapfen 89 sind an den Faltern
durch kurze Ansätze Stangen io2 angelenkt. Diese Stangen sitzen an einem Hebel 103,
der um einen Zapfen 65 im Gestell ii schwenkbar ist und von einer Nocke 92 auf der
Welle 63 durch eine Rolle 104 gesteuert wird. Die Gestänge 97 und io2 sind in der
Länge verstellbar. Wenn die Klammer 30 von der Nocke 39 freigegeben wird,
so legt die Feder 31 die Klammer 3o auf die Fuge der Packung. Der Füllrumpf wird
nun durch die Führung 28 allmählich aufgerichtet und in der Pfeilrichtung der Fig.8
weitergeführt. Auf dem Wege von C nach D geht die Form 24, an der das Papier durch
die Klammer 3o festgehalten wird, an Falzern 5z, 53, 54 und 55 vorüber (Fig. 3 und
5), die den unten über die Form vorspringenden Teil der Packung zum Bodenstück umfalzen.
Die Falzer werden durch das in Fig. 4 und 5 angedeutete Gestänge angetrieben, etwa
wie in der britischen Patentschrift 198 405 beschrieben. An Stelle des ersten Falzers
52 kann man auch ein dünnes, ebenes Blech vorsehen, das an der Unterkante der Form
24 hin und her bewegt wird, während die Falzer 53 und 54 seitlich über das Blech
hinstreichen. Das Blech wirkt als falscher Boden, bis die Packung am Boden vollständig
gefalzt ist.
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Das Füllen kann beginnen, sobald der Boden der Packung fertig oder
durch das erwähnte Blech so weit abgeschlossen ist, daß nichts mehr durchfallen
kann, also von D ab. Im vorliegenden Falle ist aber angenommen, daß an der Stelle
E gefüllt wird. Die Packung wandert mit ihrem gefalzten Boden über einen sichelförmigen
Tisch 79, der den Boden festhält, und gelangt schließlich in den Bereich des Abstreifers
56 (Stelle F).
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Wenn die Form mit der Packung an der Abstreifstelle F angelangt ist,
läuft die Rolle 33 am Arm 3z des Füllrumpfes 23 auf eine feste Nocke 34 (Fig. i
links) auf, so daß die Klammer 30 etwas abgehoben wird und die Packung freigibt.
Die Packung kann nun durch den inzwischen vorgeschobenen Abstreifer 56 erfaßt und
von der Form 24 abgestreift werden, während die Füllung aus der Form nachrutscht.
Unter der Abstreifstelle F dreht sich absatzweise ein Tisch 59 mit Haltern 58, die
an der dem Abstreifer 56 zugekehrten Seite geschlitzt sind, um die Stütze 49 durchzulassen.
Der Antrieb des Tisches erfolgt von der Welle 61 aus über Kegelgetriebe 68, 69,
Kurbelwelle 7o, Kurbelzapfen 71 und Sternrad 67 auf die Welle 66 des Tisches 59.
Der Tisch 59 läuft langsamer als die Scheibe 16 und hat im vorliegenden Falle zehn
Halter 58, die von den sechs Füllrümpfen 23 und Formen 24 der Scheibe 16 beschickt
werden. Der Abstreifer gibt die Packung an den gerade darunter stehenden Halter
58 ab, während die Stütze 49 den gefalzten Boden hält, bis er auf dem Boden des
Halters aufruht, der Abstreifer geht zurück, die Packung wandert in dem Halter weiter
und wird an geeigneter Stelle oben geschlossen, worauf sie aus der Maschine genommen
oder ausgeworfen werden kann.
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Der Verschluß der Fülltrichter 17 kann, wie erwähnt, auf verschiedene
Weise ausgebildet
werden. Beispielsweise kann eine an der Außenwand
des Trichters schwenkbar angeordnete Klappe 40 mit einer an einem Arm 41 befestigten
NOcke 4=2 zu bestimmten Zeiten auf eine feststehende Nocke 46 auflaufen, wodurch
die Klappe 4o entgegen der Kraft der Rückzugsfeder 43 in die Offenstellung gebrächt
wird.
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Man kann mit dem Füllen auch schon beginnen, wenn die Form mit der
Packung sich noch in geneigter Lage befindet, weil die Fülltrichter 1,7 oben erweitert
sind. Dies ermöglicht das Abstellen des Papiervorschubs, ehe das Papier die Form
erreicht hat.
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Die gemessene oder gewogene Füllung wird an der Stelle A an den jeweils
dort angehaltenen Trichter 17 abgegeben, ünd der gefüllte Trichter geht zur Wächterstation
B, wo der Wächter 105 die Füllung prüft und gegebenenfalls den Papiervorschub anhält.
Wenn der Trichter richtig gefüllt ist, geht die Form weiter und wird bei C mit Papier
beschickt, das an der Fuge durch die Klammer 30 gehalten wird. Bei D erfolgt
das Falzen des Bodens, bei E wird durch die Klappe 40 oder den Ansatz 47 der Trichter
17 geöffnet und die Füllung an die Form 24 abgegeben, in der sie auf dem Boden der
Packung ruht. Endlich wird in der Stellung F die Packung vom Abstreifer 56 abgezogen
und samt der Füllung, die aus der Form 24 nachfließt, an einen der Halter 58 am
Tisch 59 abgegeben.
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Wie erwähnt, kann das Füllen schon vor der Stelle E beginnen, und
zwar sobald das Falzen des Bodens so weit fortgeschritten ist, daß er, sei es durch
seine eigenen Falze, sei es durch den erwähnten falschen Boden, die Füllung tragen
kann.