DE537858C - Vierdrahtleitung - Google Patents
VierdrahtleitungInfo
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Classifications
-
- H—ELECTRICITY
- H04—ELECTRIC COMMUNICATION TECHNIQUE
- H04B—TRANSMISSION
- H04B3/00—Line transmission systems
- H04B3/02—Details
- H04B3/20—Reducing echo effects or singing; Opening or closing transmitting path; Conditioning for transmission in one direction or the other
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Computer Networks & Wireless Communication (AREA)
- Signal Processing (AREA)
- Cable Transmission Systems, Equalization Of Radio And Reduction Of Echo (AREA)
Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
14. NOVEMBER 1931
14. NOVEMBER 1931
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
.KLASSE 21a2 GRUPPE
Siemens & Halske Akt-Ges. in Berlin-Siemensstadt *);
Vierdrahtleitung Patentiert im Deutschen Reiche vom 1. Mai 1924 ab
Bei langen Vierdrahtverbindungen, die aus je einer Doppelleitung für jede Sprechrichtung
bestellen, in welche mehrere Einwegverstärker eingeschaltet sind, erfolgt die Verbindung
der Hin- und Rückleitung mit den von den Endämtern (Gabelämtern) ausgehenden Doppelleitungen gewöhnlich durch
eine Ausgleichsschaltung (Brücken- oder Difterentialschaltung). Die Ausgleichsschaltung
hat den Zweck, zu verhindern, daß/ Ströme aus der einen Doppelleitung in die andere gelangen und auf diese Weise Eigenschwingungen
des Systems hervorrufen. Diese Nachbildungen können aber praktisch nicht
so vollkommen gemacht werden, daß überhaupt jeder Energieübergang von der einen
in die andere Doppelleitung vermieden wird. Wenn auch die geringen Energiemengen, die
auf diese Weise im Vierdrahtsystem kreisen, so klein sind, daß Eigenschwingungen nicht
entstellen können, so führen sie doch bei sehr langen Vierdrahtverbindungen zu echoähnlichen
Störungen in den Sprechapparaten. Zur Beseitigung dieser Echostörungen - ist es bekannt, Relaisschaltungen zu verwenden,
durch die bei Sprachübertragung in dem einen Übertragungsweg der Vierdrahtleitung
der entgegengesetzte Weg unterbrochen wird. Die bekannte Anordnung benutzt mechanische
Relais, deren Wicklungen von einem Teil der Sprecliströme durchflossen werden und
deren Kontakte die zu sperrende Übertragungsleitung doppelpolig unterbrechen. Dabei
besteht aber wiederum der Nachteil, daß eine Fehlbetätigung der Sperrvorrichtungen
eintreten kann, da die Anordnung so getroffen ist, daß auch nach erfolgter Sperrung
des nicht benutzten Übertragungsweges die Echoströme zu der an diesen Weg angeschlossenen
Sperrvorrichtung gelangen können. Da nun die Empfindlichkeit der die Sperrung ausführenden Relais so hoch bemessen
sein muß, daß sie auch auf die schwächsten vorkommenden Sprachlaute mit Sicherheit ansprechen, besteht praktisch
selbst bei gutem Ausgleich an den Gabelstellen die Gefahr, daß die höchsten Amplituden
der Echoströme groß genug sind, um ein unerwünschtes Ansprechen der Sp'errvorrichtung
herbeizuführen.
Diese Schwierigkeiten werden gemäß der Erfindung dadurch beseitigt, daß die zur
Sperrung eines Übertragungsweges dienende Echosperre hinter dem Sperrungspunkt des
anderen Übertragungsweges abgezweigt ist. Es wird hierdurch erreicht, daß die Echoströme
unterdrückt werden, bevor sie an den Punkt gelangen, an dem sie eine Fehlschaltung
herbeiführen können.
Durch die Anordnung gemäß der Erfindung werden außerdem noch weitere Vorteile
gegenüber der bekannten Sperrschaltung erzielt.
'··) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden:
Karl Küpfmüller in Dan\ig-Langfuhr.
Die Relaissteuerungen, die bei der bekannten Anordnung Verwendung· finden, haben nämlich
den Nachteil, daß die Umschlagzeiten der Relaisanker, die in der gleichen Größenordnung
wie die Zeitdauer von Sprachlauten liegen, als störende Unterbrechungen der Verbindung
wahrgenommen werden können. Besonders in spannungsführendem Zustande kann eine derartige
Unterbrechung der Leitung zu lästigen ίο Störgeräuschen Anlaß geben. Auch diese
Schwierigkeiten lassen sich durch die Anordnung gemäß der Erfindung beseitigen, indem
an Stelle der mechanischen Relais Gleichrichterschaltungen verwendet werden, die eine
Herabsetzung der Übertragungsfähigkeit des zu sperrenden Übertragungsweges durch Änderung
des Verstärkungsgrades eines oder mehrerer in diesem Übertragungsweg liegender Verstärker herbeiführen. Dies kann
insbesondere in der Weise geschehen, daß eine von der Gleichrichterschaltung gelieferte
Gleichspannung, deren Größe von der Amplitude der übertragenen Ströme abhängig ist,
dazu benutzt wird, das Gitterpotential einer oder mehrerer in dem zu sperrenden Übertragungsweg
liegender Verstärkerröhren zu verlagern.
Bei Zweidrahtverstärkern ist für einen bestimmten Zweck die Verwendung dieses Prinzips
der Gitterpotentialverlagerung zur Steuerung der Übertragungsfähigkeit von Übertragungswegen
bereits bekannt, und zwar werden auch bei dieser Schaltung die erwähnten Vorteile der Gitterpotentialverlagerung gegenüber
der Sperrung mit Relais ausgenutzt, jedoch unterscheidet sich die Wirkungsweise der Gleichrichterschaltung dieser bekannten
Anordnung von der des Erfindungsgegenstandes darin, daß bei diesem ein im Ruhe-4.0
zustande durchlässiger Übertragungsweg gesperrt werden soll, während die erwähnte bekannte
Anordnung so arbeitet, daß die beiden entgegengesetzten Übertragungswege im Ruhezustand vollständig gesperrt sind und
nur jeweils bei Sprächübertragung in der einen Richtung- der für diese Richtung vorgesehene
Übertragungsweg geöffnet wird. Die Steuerung erfolgt also im umgekehrten Sinne,
zeigt aber außerdem noch den Unterschied, daß bei der bekannten Anordnung der zu
sperrende Übertragungsweg im gesperrten Zustand nahezu vollständig gesperrt sein
muß, während für die Schaltung gemäß der Erfindung mit Rücksicht auf die Ausgleichsschaltungen
mit Leitungsnachbildungein eine Herabsetzung der Verstärkung genügt.
Eine Vierdrahtverbindung nach dem Prinzip der Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise
veranschaulicht.
· Die beiden Doppelleitungen« und b, deren
jede mehrere Verstärker V11V2 usw. bzw.
V1, V2' usw. enthält, sind an ihren beiden Enden
über an sich bekannte Gabelschaltungen, die aus Ausgleichsübertragern dt bzw. d2
und Nachbildungen N1 bzw. N2 bestehen, mit
den abgehenden Doppelleitungen verbunden. Die Ausgleichsschaltungen haben den Zweck,
die beiden Doppelleitungen so weit zu entkoppeln, daß keine Eigenschwingungen auftreten
können. Trotzdem können aber selbst bei gutem Ausgleich die Echoströme, die
beispielsweise bei Sprachübertragung in der Doppelleitung α über die Gabelstelle d2, N2
in die Doppelleitung δ gelangen, immerhin noch groß genug sein, um den sprechenden
Teilnehmer zu stören, da sie durch die Länge der Vierdrahtleitung eine merkliche zeitliche
Verzögerung erfahren.
Um nun diese Echoströme zu unterdrücken, ist von jeder Doppelleitung ein Richtverstärker
R1 bzw. R2 abgezweigt, der bei seiner Betätigung
die Wirksamkeit eines oder mehrerer Verstärker der anderen Doppelleitung herabsetzt.
Wird beispielsweise in der Doppelleitung« gesprochen, so gelangt ein. Teil der
Sprechströme in die Gleichrichterschaltung/?», in der sie verstärkt und gleichgerichtet werden.
Im Ausgangskreis der Gleichrichterschaltung R2 entsteht eine Gleichspannung, die im
allgemeinen noch Wechselstromkomponenten überlagert enthält. Auch werden mehr oder
weniger große Schwankungen in der Stärke der Gleichspannung vorhanden sein, da sie
durch die Sprechströme hervorgerufen wird, deren Stärke ebenfalls wechselt. Damit nun
diese Wechselstromkomp'onenten oder Schwankungen sich nicht fühlbar machen, sind im
Ausgangskreis der Gleichrichterschaltung geeignete Mittel (z.B. ein KondensatorK. parallel
zum Ausgangswiderstand) vorgesehen, welche Wechselstromkomp'onenten schwächen. Eine weitere Möglichkeit, den gleichgerichteten
Strom zu beruhigen, besteht darin, in den Ausgangskreis eine Drosselkette D zu
schalten, deren Grenzfrequenz genügend tief gewählt werden muß.
Die durch die Sprechströme der Doppelleitung α hervorgerufene, am Kondensator K.
bzw. am letzten Glied der Drosselkette D auftretende Gleichspannung wirkt nun als
Verlagerungsspannung für den Verstärker Vn',
dessen Gittervorspannung dadurch so weit negativ gemacht wird, daß die Wirksamkeit
des Verstärkers herabgesetzt ist. .
Die Echoströme, die über die Gabelstellen d2, N2 in den unteren Übertragungsweg gelangen
konnten, werden somit durch den gesperrten Verstärker Vn' weitgehend unterdrückt
und können weder den über die DoppelleitungÄ
sprechenden Teilnehmer stören noch auch die an die Doppelleitung δ ange-
schlossene Gleichrichterschaltung· ^1 beeinflussen.
Auch eine Störung durch den Sperrvorgang selbst wird infolge der Anwendung des
Prinzips der Gitterpotentialverlagerung wirksam verhindert. Wird z. B. die Grenzfrequenz
der Drosselkette D so niedrig gewählt, daß sie unterhalb der niedrigsten für die Übertragung
in Frage kommenden Sprechfrequenz ίο liegt, so erfolgt auch die schnellste beim!
Sperrvorgang auftretende Spannungsschwankung im Sperrverstärker so langsam, daß sie unhörbar bleibt.
Es ist zweckmäßig, die Sperrung des Echos an den beiden Gabelpunkten vorzunehmen,
wie es in der Zeichnung gezeigt ist, da sonst Echosperrung und Eintreffen bzw. Aufhören
des Echos im Sperrverstärker zeitlich nicht zusammentreffen würden.
ao Die im Ausführungsbeispiel angegebene Vereinigung von Richtschaltungen und Ausgleichsschaltungen
hat den Vorteil, daß alle technischen Schwierigkeiten, die bei der Anwendung eines dieser Prinzipien für sich entstehen,
vermieden werden. So ist es z. B1. bei Anwendung der Ausgleichsschaltung allein
zur Vermeidung von Echostörungen nötwendig, daß der Scheinwiderstand der Nachbildung
N mit einer Genauigkeit von weniger als 10/0 mit dem der Leitung übereinstimmt,
eine Forderung, die praktisch nicht erfüllt werden kann, so daß die Praxis schon zu unwirtschaftlichen
Hilfsmitteln greifen mußte, ζ. B. zu schwächerer Pupinisierung der Doppelleitungen
des Vierdrahtsystems. Auch die Gitterpotentialverlagerung führt, für sich allein
angewendet, praktisch kaum zum Ziel. Es liegt das daran, daß die Verlagerung
im gleichen Takte mit den Sprechschwingungen erfolgen muß, damit die Verstärkung
genügend herabgesetzt wird. Durch die raschen "Wechsel des Gitterpotentials entstehen
jedoch im Anodenkreis des Vierdrahtverstärkers selbst wieder Spannungsschwankungen
von beträchtlicher Größe, die Ströme in die unbenutzte Sprechrichtung schicken. Wendet man dagegen beide Prinzipien an,
so brauchen nur geringe Ansprüche an die Genauigkeit der Nachbildung in der Ausgleichsschaltung
und an die Schärfe der Gitterpotentialverlängerung gestellt zu werden, die praktisch leicht zu erfüllen sind.
Claims (3)
- Patentansprüche:i. Vierdrahtleitung, bei der in jeder Übertragungsrichtung mehrere Verstärker enthalten sind und mit jedem der beiden Übertragungswege eine Vorrichtung verbunden ist, die bei Übertragung im zugehörigen Übertragungsweg den anderen Weg sperrt, dadurch gekennzeichnet, daß die Sperrvorrichtungen aus Gleichrichterschaltungen bestehen, die bei Übertragung im zugehörigen Übertragungswege den Verstärkungsgrad eines oder mehrerer im anderen Wege liegender Verstärker herabsetzen und in jedem Übertragungswege hinter dem durch die Gleichrichterschaltung des anderen Weges gesteuerten Sperrungspunkt abgezweigt sind.
- 2. Vierdrahtleitung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sperrung an Punkten erfolgt, die den Gabelstellen benachbart sind.
- 3. Vierdrahtleitung nach Anspruchi, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Ausgangskreis der Gleichrichterschaltung eine Drosselkette (D) mit im Vergleich zu den Sprachfrequenzen niedriger Grenzfrequenz eingeschaltet ist.Hierzu 1 Blatt Zeichnmigeiu_-_Ergänzungsblatt
zur Patentschrift 537 858 Klasse 21a2 Gruppe 36.Das Patent 537 858 ist durch rechtskräftige Entscheidung deS äicSspatentamts vom 10.Juni 1937 dadurch teilweise für nichtig erklärt, daß der Anspruch 1 gestrichen wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES65895D DE537858C (de) | 1924-05-01 | 1924-05-01 | Vierdrahtleitung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES65895D DE537858C (de) | 1924-05-01 | 1924-05-01 | Vierdrahtleitung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE537858C true DE537858C (de) | 1931-11-14 |
Family
ID=7498389
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES65895D Expired DE537858C (de) | 1924-05-01 | 1924-05-01 | Vierdrahtleitung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE537858C (de) |
-
1924
- 1924-05-01 DE DES65895D patent/DE537858C/de not_active Expired
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