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Biegemaschine mit Stauchbacken und Biegezunge zum Biegen von Bahnkistenpappen
mit außenliegender Biegewulst Bahnkisten werden aus einem zähen, starken ',Material
hergestellt, das sich, wie die Praxis lehrt. mit einer normalen Pappenstauch- und
Biegemaschine System Remus nicht biegen läßt. Es wird für :diese Schachteln eine
sehr breite Wulst verlangt, die bei der fertigen Schachtel nach außen zu liegen
kommt; sie dient gewissermaßen als Verstärkungsleiste für die fertige Schachtel.
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Es sind nun bereits Maschinen bekannt, bei denen gleichfalls eine
breite Wulst erzielt wird. Sie bestehen aus einem oberen Biegeschwert, das das Material
in eine breite, entsprechend ausgearbeitete Rille preßt. Solche Maschinen sind aber
nur für die besseren Pappenqualitäten zu verwenden. Für minderwertigere, billige
Pappen, wie sie besonders in Deutschland zur Verfügung stehen, sind solche Maschinen
nicht zu verwenden, da mit ihnen keine rißfreie Biegung hergestellt werden kann.
Auch ist es bereits bekannt ge-,vorden, Pappen mit nach innen liegender Wulst zu
biegen. Bei diesen Pappen. findet eine schmale Biegezunge Ver-,vendung, über die
der Pappenzuschnitt mit verhältnismäßig steil stehenden Stauchbacken gedrückt wird.
Solche Biegemaschinen sind die bekannten Remus-Biegemaschinen. Für das Biegen von
Pappe mit außenliebender Wulst können derartige Maschinen nicht verwendet werden.
Hier setzt vielmehr die Erfindung ein, bei der das Biegen bzw. das Stauchen der
Pappe mit besonders stark geneigten Stauchbacken erfolgt, .die mit einer scharfkantig
ausgebildeten breiten Biegezunge zusammenarbeiten. Durch die stark geneigte Anordnung
der Stauchbacken wird, besonders bei minderwertigen Pappen, das Material ohne allzu
starke Beanspruchung zunächst über die Biegebakken gezogen und dann in der Schubrichtung
der Preßbacken sehr intensiv gegen die scharfkantigen Biegezungen gedrückt. Dadurch
wird die Pappe sehr stark aufgelockert, so daß beim späteren Aufrichten der Seitenwände
Beanspruchungen, die zum Reißen der Pappschichten in der Wulst führen, nicht auftreten.
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Gleichzeitig sind mit der Vorrichtung zum Vorformen, also Stauchen
der Pappe Einrichtungen verbunden (Deckschiene), die ein leichtes Durchführen der
zu biegenden Pappen durch .die Maschine gewährleisten und die des weiteren auch
dazu dienen, die Pappe nach :dein Stauchen von der Biegezunge, abzuheben und so
ein leichteres Entnehmen der gestauchten Pappen ermöglichen.
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Die Erfindung ist in einem Ausführungsbeispiel dargestellt. Es ist
Abb. z die Vorrichtung vor Beginn einer Biegung, also in Ruhestellung, Abb. z die
Vorrichtung in Biegestellung, Abb.3 der obere Biegemechanismus mit verschiedener
Backenstellung vor und während der Biegung, Abb. d. und qa die auswechselbare Biegezunge
für verschiedene Pappenstärken,
Abb. 5 die Einstellung des oberen
Biegemechanismus für das Biegen starker Pappen, Abb. 6 die Einstellung des oberen
Biegemechanismus für schwache Pappe, Abb. 7 die Einstellungsvorrichtung für die
verschiedenen Pappenstärken, Abb. 8 die abgebogene Pappe mit der Biegewulst, wie
sie die Maschine herstellt. Abb. g die Biegung zu einem Winkel von i So° aufgerichtet,
Abb. io die flach zusammengelegte Pappe, wie sie vom Hersteller an den Verbraucher
der Packungen meistens geliefert wird.
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Es ist A .der obere Biegemechanismus, der mit dem unteren Biegemechanismus
B zum Biegen .der Pappe C zusammenarbeitet. Der obere Biegemechanismus A besteht
aus dem Biegebalken i, den in den Wülsten 2 drehbar gelagerten Stauchbacken'3, die
mit Hilfe der Federn ,. nachgiebig am Maschinenbalken befestigt sind, einem Gegenlager
5 für die Stauchschienen, das sich gegen eine starke Feder 6 abstützt und der Einstellspindel
7 mit dem Block 8 zur Regulierung der Federspannung der Feder 6. Zur Veränderung
der Stauchschienenentfernung für das Biegen stärkerer oder .schwächerer Pappen dient
die Einstellvorrichtung laut Abb. 5 bis 7. In dem Widerlager 5 der Stauchbacken
3 sind in gewissen Abständen Böckchen g eingesetzt, in deren Aussparung io Exzenter
ii angreifen. Diese Exzenter- oder Kurvenscheiben i i sitzen auf Wellen i2, die
ferner Hebel 13 tragen. Die Hebel 13 sind untereinander durch eine Querstange- 14
verbunden. Der eine Hebel 13 ist über die Stange 1q. hinaus verlängert (i3@),
und zwar bis zu einer Einstell-spindel 15, wo er zwischen Muffen 16 mit einer Rolle
17 o. d:gl. verschiebbar gelagert ist. Je nachdem, ob durch den Exzenter i i das
Böckchen nach unten (Abb. 5) oder nach oben (Abb.6) durch Verstellen der Spindel
15 bewegt wird, öffnen oder schließen sich die Backen 3. Zweckmäßig .ist an der
Stange 14 ein Zeiger 18 angebracht, der an Hand einer Skala ig angibt, welche Pappenstärke
eingestellt wurde.
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Der untere Biegemechanismus B besteht aus dem unteren Biegebalken
oder Maschinentisch 2o, der das nachgiebige Einsatzstück 2i trägt. Dieses Einsatzstück
oder Lager 21 stützt sich gegen kräftige Federn 22 ab. Die Spannung der Federn kann
durch Verstellen des Balkens 23 über die Spindel 24, Schnekkenräder 25, a6 und der
Spindel 27 geregelt werden. Das Lager 21 besitzt eine Aussparung zum Einsetzen der
Biegezunge 28, die in ihrer Schaftstärke stets gleich ist, deren Kopf aber je nach
der Pappenstärke verschieden breit ist. Je nach der Pappenstärke wind die in Frage
kommende Biegezunge in das Lager 2,1 eingesetzt. Ein weiteres Merkmal dieser Biegezunge
ist, daß sie nicht, wie bisher allgemein üblich, konisch zugespitzt oder gar oben
abgerundet ist, sondern viereckig und mit scharfen Kanten (28") ausgebildet wunde,
ein Punkt, der für das Biegen der minderwertigen Bahnkistenpappen, wie die umfangreichen
Versuche ergeben haben, besonders wichtig ist.
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An die Biegezunge legen sich im Ruhezustande dachförmig die Deckschienen
29 an, damit die großen und schweren Pappzuschnitte bequem über die Zunge gezogen
und- nach dem Biegen von der Zunge abgehoben werden können. Zu diesem Zwecke ruhen
die Schienen auf Federn 3o. Gegen seitliche Verschiebung werden sie durch die Schienen
31 gesichert, die auf dem Maischinentisch verschiebbar angeordnet sind, damit
die Deckschienen bei schmaler und breiter Zunge. stets bis an die Zunge herangeschoben
werden können.
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Die Arbeitsweise der Vorrichtung ist folgende: Die Pappe C wird auf
den Maschinentisch B zwischen Anschlägen angelegt, die Maschine eingerückt und der
obere Maschinenbalken A nach abwärts bewegt. Die Stauchbalken 3 setzen sich auf
die Pappe auf und pressen sie über die scharfkantige Biegezunge 28, wobei gleichzeitig
die Deckschienen 29 eingeknickt werden. Gleichzeitig wird das Lager 21 durch Zusammendrücken
.der Federn 22 etwas nach abwärts bewegt, we es die Abb.2 zeigt. Der Druck wird
auf diese Weise elastisch. Gleichzeitig werden auch die Backen 3, die übrigens sehr
flach gestellt sind, um die Pappe seitlich heranholen zu können, nach aufwärts bewegt,
indem die auf fas Gegenlager 5 wirkende Feder 6 zusammengedrückt wird. Gleichzeitig
vermindert sich dabei .die Entfernung der Stauchbacken von x auf y. Die Pappe wird
auf diese Weise seitlich unter elastischem Druck herangeholt und so zu einer breiten
Wulst gebogen, .die durch die scharfkantigen Innenkanten .sich in der gewünschten
Weise sowohl im rechten Winkel aufrichten wie auch um i8o° zusammenklappen läßt.
Die Abb. 8 bis io zeigen die Pappe in diesen verschiedenen Stellungen. -