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Selbsttätige Verblockungsvorrichtung : für den Umschalthahn der meßgefäße
an lKeß- und Zapfvorrichtungen Die Erfindung bezieht sich auf eine selbsttätige
Verblockungsvorrichtung für den Umschalthahn der Meßgefäße an Meß- und Zapfvorrichtungen,
insbesondere für feuergefährliche Flüssigkeiten, bei welcher ein durch einen Kraftspeicher
vorgeschobener Riegel durch eine Membran zurückgezogen wird. Verblockungsvorrichtungen
dieser Art sind zwar sehr einfach, sie haben aber den Mangel, daß der Riegel sofort
in die Verblockungsstellung zurückkehrt, sobald die die Membran verstellende Kraft
aufhört, also z. B. bei solchen Vorrichtungen, bei welchen die Verstellung der Membran
in Abhängigkeit von dem nach beendeter Füllung eines Meßgefäßes in der Pumpendruckleitung
auftretenden überdruck erfolgt, das Pumpen eingestellt wird. Die Erfindung beseitigt
diesen Mangel dadurch, daß der von der Membran zurückgezogene Riegel durch. eine
Sperrfalle so lange festgehalten wird, bis der Hahn verstellt wird. Diese Falle
fällt beim Zurückziehen des Riegels selbsttätig ein und wird bei der Verstellung
des Umschalthahnes durch an dessen Verblockungsscheibe angebrachte Nasen wieder
zurückgeschoben. Durch diese Einrichtung ist einem vorzeitigen Wiedereinfal.len
der Verriegelung vorgebeugt, so daß zwischen der bei Beendigung des Füllvorganges
stattfindenden Freigabe des Umschalthahnes und dessen Verstellung ein beliebiger
Zeitraum liegen kann. Das ist bei solchen Meß- und Zapfvorrichtungen wichtig, bei
welchen nicht nur die Pumpe von Hand angetrieben wird, sondern auch der Umschalthahn
in beiden Richtungen unmittelbar von Hand verstellt wird.
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Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt, und zwar zeigt die Abbildung eine Vorderansicht teilweise mit senkrechtem
Schnitt.
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Die dargestellte Meß- und Zapfvorrichtung besitzt zwei überlaufmeßgefäße
7, 8, deren Ein- und Auslaufrohre g durch einen Mehrwegehahn i wechselweise mit
der Druckleitung 2q. einer Füllpumpe 22 und einem Zapf-oder Ablaufrohr 23 verbunden
werden können. Die Meßgefäße 7, 8 besitzen an ihrem überlauf, wie bekannt, eine
Drosselvorrichtung, welche .=zur Folge hat, daß nach beendeter Füllung des jeweils
auf Füllen geschalteten Meßgefäßes. in diesem und in der Pumpenleitung eine Drucksteigerung
eintritt. Die aus den Meßgefäßen überlaufende Flüssigkeit wird durch eine Überlaufleitung
i9 zum Lagerbehälter zurückgeleitet. Der Umschalthahn i hat vier um 9o° gegeneinander
versetzte Schaltstellungen; er wird bei der Umschaltung der Meßgefäße stets in der
gleichen Richtung, nämlich in Richtung des Pfeiles _x, gedreht. Damit der Hahn i
immer nur dann
geschaltet werden kann, wenn das jeweils auf Füllen
geschaltete Meßgefäß ordnungsmäßig gefüllt ist, ist folgende Einrichtung getroffen:
Mit dem Küken des Umschalthahnes i ist eine Rastenscheibe 2 verbunden, die an ihrem
Umfang vier um 9o° gegeneinander versetzte Randeinschnitte oder Rasten 3 aufweist.
Mit der Scheibe 2 wirkt ein stangenförmiger Riegel oder eine Verblockungsstange
5 zusammen, die radial zum Hahn i im Boden eines zylindrischen Gehäuses 21 geführt
ist. Die Stange 5 ist an ihrem der Rastenscheibe 2 abgekehrten (inneren) Ende mit
dem Boden einer balgartigen Membran 6 verbunden, die mit ihrem Rande im Gehäuse
21 abdichtend befestigt ist. An der Innenseite des Membranbodens greift eine zweite
Stange 12 an, die in einer am Deckel des Gehäuses 21 vorgesehenen, nach außen abgeschlossenen
Führung gleitet. Auf der Stange 12 sitzt eine schraubenförmige Druckfeder 16, welche
das Bestreben hat, die Membran 6 auszudehnen und die Verblockungsstange 5 zum Eingriff
in die Rastenscheibe 2 am Hahnküken zu bringen. Außen am Membrangehäuse 21 lagert
bei 15 eine hebelförmige Falle 14, .deren Sperrarm sich bei in vorgeschobener Stellung
befindlicher Verblockungsstange 5 von oben auf diese Stange stützt. Wird die Verblockungsstange
5 infolge Zusammenziehens der Membran 6 ausgerückt, dann fällt die Falle 14 durch
ihr Eigengewicht herab, so daß ihr Sperrarm sich vor das äußere Ende der Stange
legt und letztere dadurch im ausgerückten Zustand festhält. Um die Falle 14 wieder
in die Freigabestellung zu bewegen, weist die Rastenscheibe 2 bei jedem Randausschnitt
3 eine Nase 4 auf, die sich in der Drehrichtung des Hahnes i betrachtet hinter dem
zugehörigen Randausschnitt befindet. Fällt die Falle. 14 in ihre Sperrstellung,
dann legt sich deren Sperrarm auf die dem jeweils vor der Stange 5 befindlichen
Randausschnitt 3 der Scheibe 2 benachbarte Nase 4, wodurch die Fallenbewegung begrenzt
wird. Findet nun die Drehung des Umschalthahnes i in die nächstfolgende Schaltstellung
statt, dann hebt die Nase 4 die Falle 14 wieder an, wodurch die Verblockungsstange
5 freigegeben wird. Die Stange 5 legt sich. dann zunächst mit ihrem äußeren Ende
gegen den Rand der Rastenscheibe 2, worauf sie am Ende der Schaltbewegung des Hahnes
i unter dem Einfluß der Feder 16 erneut in eine Rast der Scheibe :2 einfällt.
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Von der Druckleitung der Füllpumpe ist eine Leitung 9, 2o abgezweigt,
deren unteres Ende an die zum Lagerbehälter führende Überlaufleitung i9 angeschlossen
ist. Die Leitung g, 2o enthält ein Strahlgebläse i i, das aus einer Strahldüse besteht,
in die seitlich ein Saugkanal mündet. Dieser Saugkanal steht durch ein Rohr 13 mit
dem Membr angehäuse 21 an solcher Stellung in Verbindung, daß durch die Saugwirkung
des Gebläses i i im Innern der Membran 6 ein Unterdruck erzeugt werden kann, der
ein Zusammenziehen der Membran zur Folge hat. Das Strahlgebläse i i ist gewöhnlich
gegen die Druckleitung 24 der Pumpe 22 durch ein oberhalb des Gebläses angeordnetes
Rückschlagventil io abgeschlossen. Das Rückschlagventil io steht unter Wirkung einer
Schließfeder 18, welche so bemessen ist, daß das Ventil sich erst dann zu öffnen
vermag, wenn nach beendeter Füllung des jeweils auf Füllen geschalteten Meßgefäßes
in der Pumpenleitung 24 ein Überdruck auftritt. Alsdann fließt die von der weiterbetriebenen
Pumpe 22 geförderte Flüssigkeit durch die Leitungen 9, 2o, ig zum Lagerbehälter
zurück, wobei sie das Strahlgebläse i i betreibt.
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Die Arbeitsweise der neuen Vorrichtung ist folgende.
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Es sei angenornnien, daß bei der gezeichneten Stellung des Mehrwegehahnes
das Meßgefäß 7 mit der Pumpendruckleitung 24, das Meßgefäß 8 mit der Zapfleitung
23 verbunden ist. Während das zuvor gefüllte Meßgefäß 8 sich entleert, wird durch
Antrieb der Pumpe 22 Flüssigkeit aus dem Lagerbehälter in das Gefäß 7 gefördert
und letzteres gefüllt. Die dabei aus dem Gefäß 7 verdrängte Luft wird, wie üblich,
in das sich entleerende Gefäß 8 herübergedrückt, so daß die Entleerung des letzteren
mindestens ebenso schnell erfolgt wie die Füllung des Gefäßes 7. Während des Füll-
und Entleerungsvorganges ist der Umschalthahn i durch den Eingriff der Stange 5
in einen Randausschnitt 3 der Scheibe 2 verblockt. Ist die Füllung des Meßgefäßes
7 beendet, und tritt dadurch in der Pumpenleitung 24 eine Drucksteigerung auf, dann
wird das Rückschlagventil io entgegen seiner Federbelastung durch den Flüssigkeitsdruck
geöffnet, und die von der zunächst noch weiterbetriebenen Pumpe 22 geförderte Flüssigkeit
fließt über die Abzweigleitung 2o und die überlaufleitung 19 zum Lagerbehälter zurück.
Die Flüssigkeit betreibt dabei das Strahlgebläse ii und erzeugt so im Innern der
Membran 6 einen Unterdruck. Die infolgedessen entgegen der Feder 16 sich zusammenziehende
Membran 6 zieht die Verblockungsstange 5 zurück, wodurch der Hahn i freigegeben
wird. Die Verblockungsstange 5 wird durch die selbsttätig in ihre Sperrstellung
sich bewegende Falle 14 festgehalten, so daß sie trotz der nunmehrigen Einstellung
des Pumpenantriebs in der Freigabestellung verbleibt. Der Hahn i kann nun gedreht
und dadurch das gefüllte Meßgefäß 7
auf Entleeren, das entleerte
Gefäß 8 dagegen auf Füllen geschaltet werden. Bei der Drehung des Hahnes i wird
die Falle 14 durch die Nase 4 wieder angehoben, sie gibt dadurch die Verblockungsstange
5 frei, die durch die Feder 16 unter gleichzeitiger Wiederausdehnung der Membran
6 vorgeschoben wird und erneut in einen Randausschnitt 3 der Scheibe 2 eingreift,
so daß der Hahn wiederum verblockt ist. Am Ende der Füllung des Meßgefäßes 8 wiederholt
sich das beschriebene Spiel.
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Es könnte das Strahlgebläse ii bei der gezeichneten Vereinigung der
Abzweigleitung 2o mit dem unteren Teil der überlaufleitung i9 statt in dem Leitungsabschnitt
2o auch in dem unterhalb der Anschlußstelle dieses Leitungsabschnitts liegenden
Teil der Überlaufleitung i9 eingeschaltet sein. Ferner könnte das Rückschlagventil
io sich statt unmittelbar oberhalb des Strahlgebläses i i auch an der Stelle befinden,
wo die Leitung 2o von der Pumpenleitung 24 abgezweigt ist. Weiterhin braucht die
von der Druckleitung 24 der Pumpe 22 abgezweigte Leitung 2o nicht mit der Überlaufleitung
io vereinigt zu sein, sie könnte vielmehr auch für sich zum Tank geführt werden,
wie in der Zeichnung bei 17
angedeutet. Schließlich könnte die- besondere
Druckfeder 16 für den Vorschub der Verblockungsstange 5 auch fortfallen und der
Vorschub dieser Stange durch die Federung der Membran 6 bewirkt werden. Die Erfindung
ist außer bei Meßvorrichtungen mit Überlaufmeßgefäßen auch bei anderen Meßvorrichtungen
anwendbar, deren Meßgefäße so beschaffen sind, daß am Ende des Füllvorganges eine
Drucksteigerung hinter der Füllpumpe stattfindet.