DE52899C - Ofen zum Umformen oder Ueberschmelzen von Glaswaaren - Google Patents
Ofen zum Umformen oder Ueberschmelzen von GlaswaarenInfo
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Classifications
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C03—GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
- C03B—MANUFACTURE, SHAPING, OR SUPPLEMENTARY PROCESSES
- C03B29/00—Reheating glass products for softening or fusing their surfaces; Fire-polishing; Fusing of margins
- C03B29/02—Reheating glass products for softening or fusing their surfaces; Fire-polishing; Fusing of margins in a discontinuous way
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- Re-Forming, After-Treatment, Cutting And Transporting Of Glass Products (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die hierin behandelte Verbesserung an Apparaten zur Herstellung von Glaswaaren bezieht
sich auf Oesen zum Einwä'rmen oder Ueberschmelzen von Glaswaaren mit den dazu nothwendigen
mechanischen oder maschinellen Vorrichtungen und , sind solche Einrichtungen auf
beiliegenden Zeichnungen dargestellt.
Fig. ι zeigt einen solchen Ofen' mit Zubehör im Verticalschnitt.
Fig. 2 zeigt denselben Ofen im Horizontalschnitt A-B.
Fig. 3, 4, 5, 6, 7 und 8 zeigen Details in gröfserem Mafsstabe. ,
Fig. 6, 9 und 10 zeigen einen Apparat, durch welchen das zu stark erhitzte Glasobject
wieder in seine ursprüngliche oder in seine endgültige Gestalt gebracht wird.
Der Ofen, wie solcher in Fig. 1 dargestellt ist, besteht aus einem Feuerungsraum 1, in
welchem brennbare Gase mit Wind verbrannt werden. ' . .
Selbstredend kann solche Feuerung durch ein Koks- oder Kohlenfeuer ersetzt werden.
Die Verbrennungsgase passiren durch einen Zug oder über eine Sohle 2 und ziehen ab
durch den Kamin 3. In der Sohle der Züge" oder in dem unteren seitlichen Theil der Wandungen
sind Oeffnungen gemacht, durch welche der zu.überschmelzende Glasgegenstand vertical
oder in geneigter Richtung emporgehoben und den heifsen Verbrennungsgasen ausgesetzt werden
kann.. Der Glasgegenstand kann hierbei gänzlich in den erhitzten Zug, eventuell in den
Verbrennungsraum emporgeschoben werden, oder nur ein Theil des Gegenstandes mag der
Einwirkung der Hitze ausgesetzt werden.
Letzteres ist wünschenswerth, wenn abgesprengte Ränder durch Feuerpoliren überschmolzen
werden sollen. Solche Glaswaaren, wie Lampencylinder, "geblasene Bechergläser und geblasene Wein- oder Kelchgläser erhalten
hierdurch erheblich mehr Festigkeit und Widerstandskraft gegen Stofs, als wenn die Ränder
derselben, wie zumeist üblich, abgeschliffen und durch Bimsstein u. s. w. polirt werden.
Das Einbringen der ■ Glasgegenstände durch eine, von unten zugängliche Einführungsöffnung
in den Verbrennungsraum oder Kanal hat den wesentlichen Vortheil, dafs die Glasgegenstände
nicht auf dem Tragstock durch heifses Glas angeheftet zu werden brauchen, wodurch sonst
der glatte Boden des Glases ruinirt wird, so dafs ein nachträgliches Abschleifen und Poliren
des Bodens erforderlich ist. Die von unten zugängliche Einführungsöffnung gestattet die
Construction einer maschinellen Vorrichtung zum Emporheben der einzelnen Glasgegenstände
' in der Weise, dafs die Gegenstände durch ihr Gewicht auf dem Tragstock ruhen.
Eine solche maschinelle Einbringevorrichtung ist dargestellt in Fig. 3, 4 und 5 und besteht
wesentlich aus folgenden Theilen:
Dem Tragstock 5, an dessen oberem Ende die Scheibe 6 auswechselbar aufsitzt. Die
Scheibe 6 ist mit einem vorstehenden Rand versehen, so dafs der Gegenstand leicht centrisch
aufgesetzt werden kann. Der Tragstock 5 ist geführt, dreht sich in den Lagern 16 und 17 und ruht mit seinem unteren
Ende oder Zapfen in dem auf- und abwärts beweglichen Fufslager 7, welches sich vermittelst
der Gelenkhebel 8, 9 und 10 heben
oder senken "läfst. Der Handhebel io wirkt,
wie in Fig. 5 und 6 angegeben, auf die Achse 14, auf welcher die Hebel 9, 9 mittelst Schrauben
befestigt sind. Auf derselben Achse 14 ist ein weiterer Hebelarm 11 angebracht, ari welchem
ein Gewicht 12 hängt, durch welches der Tragstock 5 sammt dem Lager 7 und den Gelenkhebeln
8 und 9 annähernd ausbalaricirt wird. Auf der Achse 14 sitzt ferner ein Sperrrad
13, auf welchem eine Klinke 15 ruht, so
dafs der Tragstock 5 in seiner gewünschten höchsten oder in seiner gewünschten niedrigsten
Stellung durch die Klinke 15 festgehalten werden kann.
In dem Lager 17, in welchem der Tragstock 5 geführt wird, ist gleichzeitig eine Riemscheibe
18 so gelagert, dafs der Tragstock frei und unbehindert hindurchpassirt. Die Riemscheibe
18 lagert mit einem Hals in dem Lager 17, und unterhalb des Halses ist ein
Flantsch i8j, welcher eine Frictionsfläche bildet, so dafs die Rotation auf den Tragstock 5 vermittelst
der Frictionsscheibe 19 übertragen wird. Die Scheibe 19 ruht auf einer Feder 20,
welche ihrerseits auf dem stellbaren Kragen 21 ruht. Die Scheibe 19 ist zweckmäfsig mit
dem Tragstock 5 durch Nuth und Feder verbunden, so dafs, wenn die Scheibe 19 rotirt,
auch der Tragstock 5 rotiren mufs, und aufhört zu rotiren, sobald die Scheiben 19
und i8j sich nicht mehr berühren.
Es ist selbstredend, dafs statt der Reibungskupplung hier auch eine Zahnkupplung angewendet
werden kann.
Die Einführungsöffnungen an dem Ofen können einzeln und in regelmäfsigen Zwischenräumen
um den Ofen herum vertheilt werden, oder sie können paarweise oder zu dreien angebracht
werden, da ein Arbeiter mit Leichtigkeit zwei und drei solcher Spindeln bedienen
kann und er so das doppelte und dreifache Quantum fertigstellen kann. Die verschiedenen
Spindeln oder Tragstöcke eines Ofens können sämmtlich von einer Triebscheibe 25 durch
einen Seilriemen gleichzeitig betrieben werden unter Zuhülfenahme von Leitrollen 23 und 24.
Glasgegenstände, die stärker erhitzt werden müssen, wie z. B. geprefste Glaswaaren, verlieren
leicht bei solcher Operation ihre ursprüngliche Gestalt; sie dehnen sich aus oder werden
enger u.s. w. Bei solchen Gegenständen kommt es hauptsächlich darauf an, die Nähte und
scharfen Ränder durch Feuerpoliren zu glätten und zu verwischen, und kann diese Operation
ebenfalls in dem' gleichen Ofen und mit den gleichen Apparaten ausgeführt werden; auch
kann mit denselben Apparaten eine nachträgliche Formgebung oder Formänderung verbunden
werden. Diese Operation ist durch Fig. 6, 7, 9 und 10 veranschaulicht. Der Glasgegenstand
, der in diesem Falle umgekehrt, d. h. mit seinem inneren Boden lose auf dem Tragstock ruht, senkt sich, nachdem derselbe
erhitzt und feuerpolirt worden, durch Auslösen der Sperrklinke 15 direct auf einen hohlen
Kern, eventuell wird der obere Theil des Tragstockes so eingerichtet, dafs derselbe auswechselbar
ist, und. der erhitzte bezw. feuerpolirte Gegenstand wird vermittelst des auswechselbaren
oberen Theilstückes des Tragstockes 5 auf einen separaten Tragstock eines
Formtisches (s. Fig. 9) aufgesetzt und durch Hebel in gleicher Weise auf den hohlen
Kern 27 niedergelassen.
Der Kern besteht je nach der inneren Gestalt des Objects aus einem symmetrisch um
den Tragstock angebrachten Metallstück, welches feststehend, rotirbar oder auf dem Tragstock
gleitend angebracht werden kann. In der Fig. 9 ist der Kern 27 feststehend angebracht,
während der Kern 26 rotirbar gezeichnet ist. Hat der Glasgegenstand einen quadratischen
oder polygonalen Querschnitt, wie z. B. Fig. 10 zeigt, ist selbstredend der Kern nicht rotirend,
besitzt hingegen das Object· einen cylindrischen Querschnitt, wie z. B. geprefste Wassergläser
u. s. w., so ist es zweckmäfsig, den Kern 26 in Fig. 6 und 9 rotationsfähig einzurichten.
Dies kann dadurch erreicht werden, dafs auch eine Spindel 30 in Fig. 9 in Rotation versetzt
wird vermittelst der Riemscheibe 28 und diese Rotation durch weitere Riemscheiben oder
Zahnräder sowohl auf die Riemscheibe 18, eventuell auf den Tragstock 5 übertragen werden
kann, als auch auf den Kern 26, der sich entweder mit gröfserer Geschwindigkeit als der
Tragstock drehen mufs, oder aber in einer demselben entgegengesetzten Richtung rotiren
mufs.
Der rotirende Kern 26, der so construirt sein kann, dafs er der inneren oder der
äufseren Gestalt des Glases entspricht, wird zweckmäfsig dünnwandig mit durchlochten
Wandungen hergestellt, wie in Fig. 6 gezeigt, damit derselbe dem erhitzten und weichen
•Glase nicht zu schnell oder zu viel Wärme entziehen kann.
Die Frictionsscheibe 19, die, wie in Fig. 9
dargestellt, oberhalb der Riemscheibe 18 angebracht ist, wird in diesem Falle zweckmäfsig
mit Vorsprüngen oder Zähnen versehen,, welche mit entsprechend gestellten Vorsprüngen oder
Zähnen der mit Riemscheibe 18 verbundenen Scheibe eine Klauenkupplung bilden. Die
Auslösung der Scheibe 19 geschieht dann, wie in Fig. 9 gezeigt, vermittelst des Trittbrettes
31, und der Glasgegenstand wird nach stattgehabter Formgebung durch den Tragstock
5 wieder emporgehoben und kann dann abgenommen und zum Temperofen gebracht werden. -
Die Construction des Ofens anlangend, ist es selbstredend, dafs dieselbe je nach dem
Feuerungsmaterial mannigfache Gestaltungen annehmen kann. Bei Gasfeuerung kann derselbe
einen langgestreckten Zug bilden, in dessen Sohle die ,Einbringeöffnungen ausgespart
sind, während bei Benutzung von festem Brennmaterial eine centrale Heizvorrichtung,
wie in den Zeichnungen angegeben, am zweckmäfsigsten ist.
Claims (1)
- Patent-An sprüche:Ein Ofen zum Umformen oder Ueberschmelzen rauher oder scharfer Ränder oder Flächen von Glaswaaren, bei welchem in den Zügen der Verbrennungsgase von unten oder geneigt zur Horizontalen einführende Oeffnungen angebracht sind, in welche die zu behandelnden Glasgegenstände eingebracht und ganz oder theilweise der Wirkung der Hitze ausgesetzt werden. Die specielle Construction einer Vorrichtung zum Einführen der Glasgegenstä'nde bei dem unter i. gekenzeichneten Ofen in die Züge der Verbrennungsgase, bestehend in der Anordnung der mittelst des Rahmens 7, 8, 9 von Hand auf- und niederbewegbaren, oben den Teller 6 zur Aufnahme des Glasgegenstandes tragenden Spindel 5 mit der losen, im Rahmen 17 geführten, durch irgend eine Kraft angetriebenen Riemscheibe 18 mit daran befestigter Kupplungsscheibe 18j in Verbindung mit einer zweiten, auf Spindel 5 sitzenden Kupplungsscheibe 19, welche, wenn mit Scheibe 18 in Berührung gebracht, die Rotation der Riemscheibe 18 auf die Spindel 5 mit dem Glasgegenstand überträgt.Bei der unter 2. gekennzeichneten Vorrichtung die -Einrichtung zum Feststellen der Spindel 5 in einer beliebigen Stellung, bestehend in der auf der Drehungsachse des Handhebels 10 angebrachten, mit Zähnen versehenen Scheibe 13 in Verbindung mit der Einfallklinke 1 5, welche durch Eingreifen in die Scheibe 13 den Rahmen 7, 8, 9 mit Spindel 5 in bestimmter Stellung festhält.
Publications (1)
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- DE DENDAT52899D patent/DE52899C/de not_active Expired - Lifetime
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