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Vorrichtung zum Zickzackfalten langer Bänder Man verwendet in steigendem
Umfange Registrier-, Meß- und Versuchsapparate, die fortlaufende Aufzeichnungen
auf langen Papierstreifen machen. Streifen von io und mehr Meter Länge kommen vor.
Der beschriebene Streifen wird im Apparat oder von Hand zu einer Rolle aufgewickelt.
Zur Auswertung muß die Rolle abgewickelt und später wieder aufgewickelt werden.
Diese zeitraubende und viel Verdruß verursachende Arbeit muß wiederholt werden,
sobald jemand Einblick in den Streifen nehmen will. Der Ärger wird noch größer,
wenn man mehrere solcher Streifen miteinander vergleichen will. Die Rollenform ist
auch für Aufbewahrung und äußere Beschriftung nicht besonders geeignet. Weit zweckmäßiger
ist eine durch Zickzackfaltung zu erreichende Paketform. Ein in dieser Weise zusammengefalteter
Streifen kann wie ein Buch aufgeschlagen und durchgeblättert werden. Der längste
Streifen kann ohne Zeitverlust an jeder Stelle eingesehen werden. Als Faltlänge
wählt man zweckmäßig Dinorm-Maß, so daß das Streifenpaket auch bequem den Akten
beigegeben werden kann.
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Ein Falten von Hand ist möglich, erfordert aber neben Zeit und Geduld
große Geschicklichkeit und Cbung, wenn man ein genaues und sauberes Falten erreichen
will. Es gibt zwar bereits Faltmaschinen, z. B. solche zum Fälteln (Plissieren),
auch solche, die größere Faltlängen herstellen. Erstere sind jedoch ungeeignet,
weil sie nur schmale Falten herstellen, letztere falten nur bis zu einer bestimmten
Anzahl von Umbrüchen, etwa bis zu 6. Alle diese Vorrichtungen sind jedoch für den
gedachten Zweck ungeeignet und nicht verwendbar, weil sie schwere und teuere Spezialmaschinen
darstellen, die wohl für eine bestimmte Fabrikation, aber nicht für einen so untergeordneten
Zweck in Frage kommen können. Es fehlt bisher eine Vorrichtung, die so billig ist,
daß die Beschaffungskosten keine Rolle spielen, und die so schnell und sauber arbeitet,
daß sich dieBeschaffung und Benutzung lohnt Eine solche Vorrichtung ist der Zweck
der nachfolgend beschriebenen Erfindung.
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In einem Kasten a ist eine Platte b, deren Abmessungen den Innenmaßen
des Kastens a entsprechen, so angebracht, daß sie durch Federn o. dgl. von unten
herauf gegen zwei Anschlagleisten oder Nocken c gepreßt wird. Diese Leisten c sind
an den Stirnwandseiten des Kastens a befestigt, verhindern ein Heraustreten der
Platte b und bestimmen durch ihr lichtes Maß die Faltlänge. Die Längswände des Kastens
sind, was in der Zeichnung nicht dargestellt ist, etwas niedriger gehalten als die
Stirnwände, so daß die Platte b in ihrer höchsten Stellung einige Millimeter über
Oberkante Längswände herausragt. Legt man quer auf die Platte vor eine Leiste c
einen Stab und drückt man diesen nach unten, so senkt sich die Platte so lange,
bis der Stab auf den Seitenwänden des Kastens zum Aufliegen kommt. Es entsteht also
zwischen Platte b und Leiste c ein offener Spalt. Gleichzeitig wird durch das Zusammenpressen
der Feder die Spaltpressung auf der anderen Seite verstärkt. Der zu faltende Papierstreifen,
die
Rolle d, wird so angebracht, daß der Streifen ohne Schwierigkeit dem genannten Spalt
zugeführt werden kann.
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Der Arbeitsgang ist folgender: Der Anfang des Streifens erhält von
Hand einen Querkniff. Mit' einer messerähnlichen Vorrichtung, weiterhin Falzmesser
genannt, wird dieser Kniff gefaßt und vor eine Anschlagleiste c gebracht. Durch
Druck nach unten wird der Spalt zwischen b und c, weiterhin Maul genannt, geöffnet
und das Papier vollständig hineingeschoben. Da das Maul mit Gummi o. dgl. gefüttert
und das Falzmesser glatt ist, bleibt das Papier beim Zurückziehen des Falzmessers
mit Sicherheit im Maul zurück und erhält dort den beabsichtigten, rechtwinklich
zum Papierstreifen laufenden scharfen Kniff. Das Falzbein wird nun auf den Papierstreifen
e aufgelegt (vgl. Stellung fi) und in der durch Pfeile angedeuteten Richtung nach
dein anderen Maul geführt (Stellung f2). Das Offnen des Maules, das Einschieben
des Streifens und das Herausziehen des Falzmessers erfolgt in der gleichen oben
geschilderten Weise. Durch die scharfe Ablenkung des Streifens an der Messerkante,
besonders kurz vor dem Einschieben in das Maul, wird ein kräftiger Zug auf den Streifen
ausgeübt, so daß dieser sich glatt auf die Platte auflegt. Die gute Auflage wird
noch durch die bügelnde Wirkung des Falzmessers verstärkt. Das Falzmesser wird nun
in Stellung f 3 gebracht und in der Pfeilrichtung wieder nach dem gegenüberliegenden
Maul geführt. Durch abwechselnde Einführung des Streifens in das rechte und linke
:Maul entsteht eine genaue Zickzackfaltung.
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Das Falzmesser kann beispielsweise folgende Form erhalten. Der eigentliche
Stab wird aus einem dünnen, glatten Blechstreifen i. gebildet, der nötigenfalls
auf der Oberseite eine Längsversteifung erhalten kann. Auf der Unterseite werden
zwei Führungsleisten lt, senkrecht zur Längsachse in einem Abstand angebracht, der
gleich dem Außenmaß des Kastens ist. Sie sichern die Mittel- und Winkelstellung
des Falzmessers zur Platte. Auf der Oberseite des Blechstreifens i werden in gleicher
Weise zwei Querleisten im Abstand der Papierbreite vorgesehen. Sie sichern die genaue
Wiederkehr der Papierlage.
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Die vorstehend beschriebene Bauart ist nur ein Beispiel. Es kann ebensogut
die Platte b unbeweglich und die Anschläge c federnd angeordnet werden. Auch können
beide Teile beweglich ausgeführt werden. Der Mechanismus zum Voröffnen und Schließen
des Maules kann auch in diesen Fällen vom Falzmesser betätigt werden, wie es auch
durchaus durchführbar ist, eine zwangläufige Führung des Falzmessers durchzubilden.
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Will man mit einem Apparat verschiedene Streifenbreiten behandeln,
so genügt die Beigabe entsprechender Falzmesser, oder man richtet die Anschläge
g zum Verstellen ein. Sollen . außerdem noch verschiedene Falzlängen in demselben
Apparat erzeugt werden, so werden -die Anschläge c auf dem Kastenrand verschiebbar
angeordnet.
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Einrichtungen zum leichten Herausnehmen des fertigen Streifenpaketes
können in der verschiedensten Form getroffen werden. Es kann z. B. die Federung
gesperrt werden, oder die Anschläge c können abgehoben, umgeklappt oder ausgeschwenkt
werden. Eine einfache Lösung ist das Vorsehen einer kleinen Quernut in geringem
Abstand vom Maul. In diese Nut, also unter das Papier, wird mit der einen Hand ein
dünner Stab gesteckt, mit dem man das Papier leicht zum Herausspringen bringt, wenn
man mit der anderen Hand durch Druck auf die Platte das Maul öffnet.
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Der Apparat kann nicht nur für die eingangs erwähnten Papierstreifen,
sondern auch für alle anderen bandförmigen Stoffe von beliebiger Länge und Breite
benutzt werden, z. B. für Zeichnungen, Fahrpläne, Landkarten usw.