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Vorrichtung zum Prüfen von Fässern Die vorliegende Erfindung dient
dazu, das Prüfen von Fässern auf ihre Dichtigkeit zu beschleunigen und zu erleichtern.
Dies ist insbesondere für Brauereien und andere größere Betriebe, wo täglich eine
große Anzahl von Fässern vor ihrer Verwendung auf Dichtigkeit zu prüfen ist, von
großer Bedeutung. Bisher wurden die Fässer zum Zweck der Dichtigkeitsprüfung meist
mit Wasser gefüllt. An dem etwa austretenden Wasser konnten die undichten Stellen
erkannt werden. Dieses Prüfverfahren hat einen gewissen Nachteil, der darin besteht,
daß sich die vollen Fässer infolge ihres großen Gewichtes nur sehr schwer handhaben
lassen und daß das Füllen und vor allem das Entleeren lange Zeit in Anspruch nehmen,
so daß in größeren Betrieben ständig mehrere Leute mit der Faßprüfung zu tun haben.
Eine andere bekannte Prüfweise besteht darin, die Fässer in einem Wasserbad mit
Preßluft abzudrücken. Aber auch diese Art der Faßprüfung hat verschiedene Nachteile.
Einmal sind erhebliche Kräfte nötig, um die Fässer in das Wasser hineinzudrücken
bzw. den ganzen Wasserbehälter unter dem fest eingespannten Faß hochzuheben, und
zum andern können etwa vorhandene Undichtigkeiten an der Unterseite des Fasses nicht
erkannt werden. Man sieht wohl Luftblasen aufsteigen, man weiß aber nicht, von welcher
Stelle sie herkommen. Es ist auch ein Prüfverfahren bekannt geworden, bei dem zunächst
etwas Flüssigkeit in das Faß eingefüllt, alsdann durch ein im Spundloch befestigtes
Mundstück Preßluft oder Dampf eingelassen und danach das Faß hin und her gedreht
wird. Hierbei werden etwaige Undichtigkeiten durch Flüssigkeitstropfen angezeigt.
Aber auch dieses Prüfverfahren erfordert eine gewisse Reihe von Arbeitsgängen, die
verhältnismäßig zeitraubend sind.
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Mit dem neuen Gerät werden nun erfindungsgemäß die einzelnen Nachteile
vermieden. Es ermöglicht eine äußerst schnelle und doch zuverlässige und mühelose
Prüfung der Fässer, die in der `"eise vorgenommen wird, daß zunächst eine kleine
Menge Wasser fein verteilt in das Faß eingespritzt und danach Preßluft eingelassen
wird. Ebenso wie bei dem vorstehend erwähnten ähnlichen Prüfverfahren werden hierbei
die Innenwände des Fasses vollständig mit Wasser benetzt, so daß undichte Stellen
an der Bläschenbildung auf der Außenseite des Fasses erkannt werden können. Nach
beendeter Prüfung wird zunächst der Luftdruck und dann die kleine Menge Flüssigkeit
abgelassen. Je nach dem Verwendungszweck des Fasses kann an Stelle von Wasser und
Luft auch eine andere Flüssigkeit bzw. ein anderes Gas benutzt werden.
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Die Vorrichtung ist an der Öse a an einem Drahtseil aufgehängt, das
über eine Rolle läuft und am anderen Ende ein Gegengewicht trägt. Die Öffnung b
wird mittels eines Schlauches an die Preßluftleitung angeschlossen. Die Öffnung
i wird mit einem l'Ianometer verbunden, die Öffnung 1z führt zur Außenluft. Zur
Prüfung des Fasses wird die Vorrichtung von oben her in das Spundloch in eingelassen.
Zwecks Befestigung
der Vorrichtung wird vermittels des Handgriffes
d die Mutter e in dem auf dem Durchführungstück r angebrachten
Gewinde ia nach unten geschraubt, wobei sie auf die Unterlegscheibe P drückt. Hierdurch
wird in bekannter Weise der kegelförmig ausgebildete Gummiring f zusammengepreßt
und somit fest in das Spundloch m gedrückt. Zweckmäßigerweise wird das Gewinde n
sehr steil gewählt, so daß etwa eine viertel bis eine halbe Umdrehung der Mutter
e genügt, um eine vollkommene Dichtung zu erzielen. Die Erfahrung hat bekanntlich
gezeigt, daß bei dieser Art Vorrichtung, selbst bei mehreren Atmosphären Druck im
Fasse, mit einem Lösen der Dichtung nicht zu rechnen ist. Der Kükenhahn g wird nun
so gedreht, daß der Kanal q mit einer Öffnung b verbunden ist und Wasser durch die
Kanäle b, q und 1 zum Düsenkopf lz fließt. Durch die feinen Bohrungen t des
Düsenkopfes wird das Wasser in fein verteilter Form nach oben gespritzt, so daß
das ganze Faßinnere, hauptsächlich am Spundloch, benetzt wird. Das Letztere ist
sehr wesentlich, da erfahrungsgemäß gerade am Spundloch am häufigsten Undichtigkeiten
auftreten. Hierauf wird der Hahn g so gedreht, daß der Kanal q mit der Öffnung c
zur Deckung kommt; hierdurch wird Preßluft in das Faß eingelassen. Nachdem der erforderliche
Druck erreicht ist, was an dem mit der Öffnung i verbundenen Manometer festgestellt
werden kann, wird der Hahn g in eine Zwischenstellung gebracht, so daß sämtliche
Kanäle geschlossen sind. Das Faß kann nun leicht hin und her bewegt und von allen
Seiten beobachtet werden; so daß etwaige Undichtigkeiten an den sich bildenden Bläschen
leicht zu erkennen sind. Es wird nun durch Drehen des Hahnes g der Kanal q mit der
Öffnung k zur Deckung gebracht und hierdurch der Druck im Faß abgelassen. Die Mutter
e mird darauf vermittels des Handgriffes d gelöst, so daß der Gummiring f entspannt
ist und die Vorrichtung an den Handgriffen ?s wieder leicht aus dem Faß herausgehoben
werden kann. Die im Faß befindliche geringe Menge Wasser ist in ganz kurzer Z-cit
aus dem Faß herausgelaufen.
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Der Vorteil der neuen Vorrichtung gegenüber ähnlichen Anordnungen
besteht darin, daß die sämtlichen für die Prüfung nötigen AnschIVisse (Wasser, Preßluft,
Manometer, Auslaß ins Freie) in einem Getät handlich vereint sind, so daß ein außerordentlich
einfaches und schnelles Arbeiten möglich ist. Im Gegensatz zu der bisherigen Prüfweise
entstellt in den Brauereien bei Verwendung der hier beschriebenen neuen Prüfvorrichtung
kaum noch ein Aufenthalt zwischen dem Waschen und dem Abfüllen der Fässer.