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Schablone, insbesondere für Malereizwecke Bei der Verzierung von Wänden,
Decken u. dgl. geht das Bestreben dahin, die Wiederkehr der gleichen Einzelformen
zu vermeiden und statt dessen !eine große Mannigfaltigkeit des Ornaments zu erzielen.
Dies hat dahin geführt, daß die früher üblichen Schablonen heute durch die freihändige
Oberflächenverzierung verdrängt werden. Es ist klar, daß die freihändige, ohne Zuhilfenahme
von Schablonen durchgeführte Verzierung sehr abwechslungsreich wird. Sie setzt aber
eine große Geschicklichkeit und einen gewissen Phantasiereichtum voraus.
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Durch die Erfindung wird ein Hilfsmittel geschaffen, das mit einer
Schablone die Erzielung einer Oberflächenverzierung ermöglicht, .deren Wirkung bezüglich
des reichen Wechsels der Formen die einer freihändig vorgenommenen Verzierung ist,
ohne daß eine nennenswerte Handfertigkeit und Phantasie oder eine größere Zahl verschiedener
Einheiten benötigt wird. Die Erfindung besteht in einer solchen Anordnung der zum
Farbauftrag dienenden Ausnehmungen, daß sie rechtwinklig zum Schablonenrande und
derart auslaufen, daß die einzelnen Abschnitte der Schablonenkante (gerechnet bis
zur Mitte der Ausnehmungen) einander gleich sind. In diesem Falle kann man die Mannigfaltigkeit
der Ornamente z. B. dadurch erzielen, daß man die Schablone bei der Wiederholung
jeweils nach oben bzw. unten oder nach der Seite um einen Betrag verschiebt, der
gleich einem Bruchteil einer Kantenlänge ist. Die Teile der neu entstehenden Ornamente
sind dann stetsrFortsetzungen der vorher gebildeten Ornamentbestandteile. Durch
die Versetzung tritt also im Gesamtbild jedesmal eine Änderung ein.
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Eine besonders große Mannigfaltigkeit in der Verzierung kann man erreichen,
wenn man der Schablone quadratische Form gibt. Außer der Versetzung der Schablone
nach der Seite oder in der Höhe kommt dann für die Variation noch die Drehung der
Schablone in ihrer Ebene um 9o11, i8o° oder 27o11, außerdem auch das Wenden, d.
h. die Verwendung der Unter- statt der Oberseite der Schablone in Frage. Im letzteren
Falle stellen die neu entstehenden Verzierungen das Spiegelbild der vorher gebildeten
dar. Natürlich kann auch das Spiegelbild wieder durch Verschiebung und Drehung neue
Kombinationen erzeugen.
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Das Verschieben, Drehen und Wenden der Schablone kann nun auf die
verschiedenste Weise kombiniert werden, so daß es kaum möglich wird, in dem erhaltenen
Flächendekor die Verwendung einer einzigen Schablone zu erkennen.
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Die Zeichnung gibt eine Erläuterung der Erfindung.
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In Abb. i ist eine quadratische Schablone schaubildlich dargestellt.
Die Abb. 2 bis 25 geben Beispiele für die Anwendung der Schablone nach Abb. i ;
die Ausnehmungen D, (Abb. i) sind hier nur als einfache Linien dargestellt.
Die
Ausnehmungen laufen im gezeichneten Ausführungsbeispiel am Schablonenrande derart
aus, daß die einzelnen Abschnitte a, a', a."
bzw. b, b', b" usw. der
Schablonenkanten untereinander gleich sind. Zum Zusammenhalten der durch die Ausnehmungen
begrenzten Schablonenteile dienen die Stege S.
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Es sind der Einfachheit wegen in Abb. 2 bis 25 jeweils nur zwei Schablonen
zusammengestellt. Dabei ist A als festliegend angenommen, während an B die beschriebenen
Veränderungen vorgenommen sind.
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In Abb. 2 wird zunächst die bisher übliche Aneinanderreihung der Schablonen
gezeigt, wobei sich stets der gleiche Übergang des Ornamentverlaufs auf der ganzen
dekorierten Fläche ergibt, jene stereotype Wiederholung, die durch die vorliegende
Erfindung beseitigt werden soll. Die Abb. 3 und q. zeigen Verschiedenheiten der
Formen, wie sie sich durch das senkrechte Verschieben der Schablone B um ein Drittel
bzw. um zwei Drittel der Kantenlänge ergeben. Es liegt auf der Hand und möge bei
den folgenden Abbildungen gegenwärtig sein, daß Muster, die am Rande eine Vier-,
Fünf-, Sechsteilung aufweisen, eine noch weit größere Mannigfaltigkeit der Übergänge
erzeugen.
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Abb. 5 gibt die bislang übliche Anwendung der Schablone wieder, während
Abb. 6 und 7 Beispiele geben für die Formveränderung durch Verschiebung, und zwar
hier in waagerechter Richtung.
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Abb. S, 9 und i o zeigen die Zusammensetzung mit einer um 9o bzw.
i8o bzw. 27o° gedrehten Schablone, während die Abb. i i bis 16 veranschaulichen,
daß auch die gedrehte Schablone B wieder verschoben werden kann und dadurch wieder
weitere Variationen entstehen. Man kann sie. wie die Beispiele zeigen, um ein Drittel
(_,-1bb. i i bis 13) und um zwei Drittel (Abb. 14. bis 16) verschieben, und zwar
in senkrechter Richtung, «-ie hier gezeigt wird, oder nach dein Muster der Abb.
5, 6 und 7 auch waagerecht.
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In den Abb. 17 bis 25 ist Schablone B gewendet, d. h. es ist die Unterseite
nach oben gebracht und so eine symmetrische Form geschaffen. Auch sie kann wieder
durch Verschiebung (Abb. iS und f9), durch Drehung um 9o°, i 8o0 oder
2700 @ Abb. 2o, 21 und 22) oder durch Drehung und Verschiebung (Abb.23, 24
und 25) zu neuen Übergängen und Ornamentumformungen führen.
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Die Abbildungen stellen nur Beispiele der möglichen Variationen dar.
Der bunte Wechsel unzähliger Abänderungen, entstanden durch Verschiebung, Drehung
und Wenden, lälät zwangsläufig scheinbarZ@.illkürliches hervorrufen.
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Die Verwirklichung des Erfindungsgedankens ist nicht an die Verwendung
geradliniger :4usnehmungen zum Farbauftrag gebunden. Auch erscheint es in einigen
Fällen möglich, die erstrebte Wirkung zu erzielen, wenn die einzelnen Abschnitte
der Schablonenkanten nicht sämtlich einander gleich sind, sondern die Länge des
einen oder anderen Abschnittes ein ganzes Mehrfaches der Länge der übrigen Abschnitte
beträgt.
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Die Erfindung läßt sich auch verwirklichen, wenn die Schablone die
Form eines Rechtecks oder Parallelogramms hat; bei quadratischer Form ist jedoch
die Zahl der möglichen Kombinationen am größten.
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Die Erfindung ist nicht auf ihre Verwendung in der Malerei beschränkt;
sie kann vielmehr für jede Oberflächenverzierung benutzt werden, so z. B. für Tapetendruck,
Zeugdruck, für Webereizwecke u. a. m.