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Maternrahmen-Einstellvorrichtung für durch Registerstreifen gesteuerte
Lettern-Gieß- und -Setzmaschinen Die Erfindung bezieht sich auf Lettern-Gieß- und
-Setzmaschinen, die von einem Registerstreifen gesteuert werden und mit einem Maternrahmen
ausgestattet sind, in dem die Matern schachbrettartig angeordnet sind. Bei diesen
bekannten Maschinen sind zwei Gruppen von Anschlägen vorgesehen, die von dem Registerstreifen
eingestellt werden und so den Maternrahmen in einer solchen Lage anhalten, daß die
gewünschte Mater über eine Gießhöhlung kommt, in der die einzelnen Lettern gegossen
werden. Wenn nun auch theoretisch eine solche Maschine mit Maternrahmen mit jeder
gewünschten Zahl von Matern arbeiten würde, so hat doch die Praxis hierin bestimmte
Grenzen gezogen.
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Jede Gruppe der erwähnten Anschlagstifte besteht gewöhnlich aus 15
Anschlagstiften, die durch Druckluft von den Lochungen des Registerstreifens eingestellt
werden. Diese Anschlagstifte schaffen 15 Bewegungseinstellungen für den Maternrahmen
in zwei Richtungen, so daß 225 Matern über die Gießhöhlung gebracht werden können.
Dies ist die bei den handelsüblichen Maschinen vorgesehene Maternzahl.
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Es ist jedoch zuweilen erwünscht, über noch mehr Zeichen zu verfügen,
als sich in einem Maternrahmen der handelsüblichen Größe unterbringen lassen. Es
wurde deshalb bereits vorgeschlagen, die Breite des Maternrahmens etwas zu vergrößern
und für das Einstellen der zusätzlichen Matern besondere Einstellvorrichtungen vorzusehen,
ohne daß dadurch größere bauliche Änderungen in der Gießmaschine erforderlich werden.
Z. B. wurden die 15 Anschläge eines Satzes so ausgebildet, daß sie tatsächlich eine
zusätzliche Gruppe oder mehrere zusätzliche Reihen von Matern einstellen konnten,
und zwar mit Hilfe einer besonderen Wählvorrichtung, die von dem Registerstreifen
gesteuert wird. Auch wurden bereits zusätzliche Anschlagstifte zum Einstellen einer
oder mehrerer Maternreihen vorgesehen, die entweder an das eine Ende oder die eine
Seite oder sowohl an das eine Ende wie an die eine Seite des M.aternrahmens angefügt
waren.
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Zweck der Erfindung ist es nun, eine vereinfachte Maternrahmen-Einstellvorrichtung
zu schaffen, die auf besondere Kombination der vorhandenen Lochungen des Registerstreifens
derart anspricht, daß die vorhandenen i 5 Anschlagstifte tatsächlich 16 Reihen von
Matern über der Gießform einstellen können.
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Die Einstellvorrichtung nach der Erfindung ist an einem Ausführungsbeispiel
auf der Zeichnung veranschaulicht, und zwar zeigt Fig. i einen Grundriß der Einstellvorrichtung
in Anwendung bei einer handelsüblichen Lettern-Gieß- und -Setzmaschine, Fig.2, 3
und q. Schnitte durch die neue Steuervorrichtung und Fig. 5 eine Stirnansicht auf
die Steuervorrichtung.
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Bei den Maschinen, für die die Erfindung bestimmt ist, sind die Matern-4i
in dem Maternrahmen A schachbrettartig untergebracht.
Mit dem einen
Ende des Maternrahmens steht eine Stanbe A2 in' Verbindung, die einen Anschlag
A3 besitzt, auf den durch Einstellbakken eingewirkt wird, die sich gegen einen der
Anschläge in der Anschlaggruppe- Blegen. Die Anschläge sitzen an den Kolben von
Zylindern, in die Druckluft geleitet werden kann, so daß jeder Anschlag für sich
durch Druckluft aus der Druckluftzuleitungsstange C eingestellt werden kann, über
die absatzweise der Registerstreifen geführt wird.
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Der Maternrahmen A ruht verschiebbar in einem Halter A4, der wieder
verschiebbar in einem besonderen, nicht dargestellten Träger untergebracht ist.
Der Rahmen A4 steht ferner noch in Verbindung mit einer Stange A,5, die einen Anschlag
AS besitzt. Dieser Anschlag wird von Anschlagbacken D, Dl erfaßt, die auf einen
der vorgerückten Anschlagstifte der Gruppe BI treffen.
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Die Einstellvorrichtung nach der Erfindung soll es nun ermöglichen,
daß durch besondere Zusammenstellungen der vorhandenen Zeichenbestandteile 16 Reihen
von Matern durch die vorhandenen 15 Anschläge eingestellt werden können.
Die Einrichtung besteht aus einem Ventilgehäuse E, in dem hintereinanderliegend
ein Kolben Er- und ein Ventil E2 untergebracht sind.
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Für gewöhnlich sind alle Anschlagstifte der Gr uppe B und der Gruppe
B1 alle Stifte mit einer einzigen Ausnahme zurückgezogen. Der die Ausnahme bildende
Stift der Gruppe BI steht gewöhnlich nach oben vor.
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Der Kolben EI und das Ventil E2 bewegen sich unter dem Einfluß eines
bestimmten Zeichens in dem Registerstreifen gemeinsam. Bei dem Darbieten eines anderen
Zeichens kann sich das Ventil E2 außerdem noch gegenüber dem Kolben EI verschieben.
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In das obere Ende des Ventilgehäuses E ist eine Leitung e eingeführt,
die über ein Rohre-' mit einer Druckluftquelle e- in Verbindung steht. Befindet
sich die Vorrichtung in ihrer unwirksamen Lage, so strömt die durch die Leitung
e in das Ventilgehäuse eintretende Druckluft durch die Ausdrehung E3 des Ventils
E2 und gelangt durch den Kanal e3 und die Rohrleitung e4 unter den Kolben des 15.
Stiftes B15 der Reihen B1. Auf diese Weise wird dieser Stift in der vorgerückten
Lage gehalten.
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Soll nun die 16. Maternreihe über die Gießformhöhlung gebracht werden;
so muß der 15. Stift B1,5 der Reihe B1 zurückgezogen werden, damit der Einstellbacken
Dl den Maternrahmen eine Stufe weiterbewegen kann, d. h. also über die Grenze 'Hinaus,
die für gewöhnlich durch 'den Stift B15 bestimmt wird.
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Die Zuführung der Druckluft zu dieser Einrichtung E erfolgt bei dem
dargestellten Ausführungsbeispiel von den Kanälen c bzw. cl der Druckluftzuleitungsstange
C aus. Diese Kanäle stellen für gewöhnlich die Stifte BII und B13 der Anschlaggruppe
B ein. Die Kanäle c und cl stehen nun nicht in unmittelbarer Verbindung mit den
Stiften B1I und B13, sondern sind zunächst in das Ventilgehäuse E eingeführt.
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Der Kanal e steht durch ein Rohr e5 mit dem Kanal es in Verbindung,
der in den Teil des Gehäuses E eintritt, in dem das Ventil E2 untergebracht ist.
Von dem Kanal es geht eine Abzweigung e7 aus, die zu dem unteren Ende des Ventilgehäuses,
d. h. unter den Kolben EI, führt. Gibt der Registerstreifen den Druckluftaustritt
,aus dem Kanal c frei, ohne jedoch gleichzeitig den Druckluftaustritt aus dem Kanal
cl freizulegen, so tritt die aus dem Kanal c ausströmende Druckluft über den Kanal
e6 in das Ventilgehäuse. Ein Teil dieser Druckluft strömt in die Abzweigung e7 und
'hebt den Kolben EI und das Ventil E2 aus der in Pig. 2 dargestellten Stellung in
die in Fig. 3 wiedergegebene Lage.
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Durch diese Verstellung wird aber nicht der Druclduftübertritt zu
dem Anschlagstift B" gehindert, da die Druckluft um eine Ausnehmung E-4 des Ventils
E2 herum strömt und das Ventilgehäuse durch einen Kanal-e8 verläßt, der durch eine
Leitung e3 mit dein Anschlagstift Bll in Verbindung steht. Der Übergang aus der
Stellung der Fig. 2 in die Stellung der Fig. 3 stört auch nicht das Einwirken der
Druckluft aus der Druckluftquelle ,e2 auf den Anschlagstift B15, da die Kanälee
und e3 in dem Ventilgehäuse infolge der Ausdrehung ES im Ventil E2 in Verbindung
bleiben.
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Wird durch den Registerstreifen der Austritt von Druckluft aus dem
Kanal cl der Luftstange C gestattet, ohne daß gleichzeitig Druckluft durch den Kanal
c austritt, so gelangt die aus dem Kanal cl ausströmende Druckluft durch die Rohrleitung
e1° in den Kanal eil des Ventilgehäuses E. Ein Teil der Druckluft tritt durch die
Zweigleitung e12 an eine Stelle der Gehäusebohrung über, die in der Nähe des unteren
Endes des Ventils E2 liegt. Diese Druckluft hat keine Einwirkung auf das Ventil.
Infolgedessen strömt die durch den Kanal,-" in das Ventilgehäuse E über= tretende
Luft um die Ausnehmung E.5 des Ventils E2 herum und gelangt über den Kanal eia und
die Leitung e14 zu dem Anschlagstift BIS.
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Soll eine Mater in der 16. Reihe über die Gießhöhlung gebracht werden,
so muß, wie bereits erwähnt, der i g. Anschlagstift R15 der Gruppe B1 aus der Balin
der Einstellbacken D und DI herausgezogen werden. Dieses wird durch Lochungen des
Registerstreifens
erreicht, die gleichzeitig Druckluft aus den
Kanälen c und cl der Druckluftzuleitungsstange C austreten lassen.
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Die aus dem Kanal c austretende Druckluft gelangt zu dem Kanal e6
und durch die Zweigleitung e7 unter den Kolben El und hebt diesen zusammen mit dem
Ventil E2 hoch (vgl. Fig. 3). Die Druckluft aus dem Kanal cl gelangt dagegen
in den Kanal ell und durch die Zweigleitung e122 in das Ventilgehäuse. Da sich jetzt
das Ventil E2 unter Einwirkung des Kolbens El in die in Fig. 3 dargestellte Lage
angehoben hat, gelangt die Druckluft aus dem Kanal e12 in das Ventilgehäuse, und
zwar unter das Ventil E2, und hebt dieses aus der in Fig.3 dargestellten Lage in
die Lage nach Fig. q..
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In dieser neuen Einstellung wird der von der Luftquelle e° ausgehende
Luftstrom von dem Ventilkörper E2 unterbrochen. Der Anschlagstift B15 gleitet daher,
unterstützt von einer Feder, abwärts.
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Der Kolben El und das Ventil E2 werden nach Aufhören der Luftzuführung
aus den Kanälen c und cl durch eine Feder E6 in ihre Ausgangslage zurückgeführt.
Diese Feder ist in eine Bohrung des Ventils E2 eingelassen und ragt aus dieser Bohrung
ein Stück hervor. Mit dem hervorragenden Ende legt sie sich gegen die obere Abschlußplatte
des Ventilgehäuses E.
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Nach jeder Anschlagbewegung heben sich die Einstellbacken D und Dl
wieder voneinander ab, und der Backen Dl kehrt in seine Ausgangslage zurück, die
er erst bei der nächsten Einstellung wieder verläßt. Wenn der Anschlagstift BI--,
zurückgezogen ist, wandert der Einstellbacken Dl so weit, bis er auf den Einstellbacken
D selbst trifft, der sich in seine rückwärtige Lage an den Anschlag F bewegt hat.
Diese Lage ist so gewählt, daß sie als Anschlag für die 16. Maternreihe dienen kann.
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Die Stange A5 des Maternrahmenträgers A4 tritt durch eine Bohrung
des Einstellbakkens Dl hindurch. Die vorderen Enden der Einstellbacken D und Dl
legen sich beiderseits gegen den Anschlag As der Stange A4.
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Der obere Abschluß des Ventilgehäuses E erfolgt durch die drehbar
gelagerte Platte E7. Diese Platte ist an beiden Enden hakenartig und greift unter
die Kopfbolzen E3 an dem oberen Ende des Ventilgehäuses. Bei Drehen der Platte E7
werden die Haken freigegeben, und das Ventil E2 kann mittels der Stange E9 aus dem
Ventilgehäuse herausgezogen werden.
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Wenn die beschriebene Einrichtung verdoppelt wird und für den -zweiten
Teil Zeichenbestandteile verwendet werden, die für gewöhnlich .auf die Anschlagstifte
der GruppeB einwirken, so kann eine weitere Reihe von Matern auf der anderen Seite
des Maternrahmens hinzugefügt werden. Auch hierbei wird dann der 15. Stift der Gruppe
B für gewöhnlich in angehobener Stellung erhalten. Zum Einstellen der 16. Reihe
kann er dann aber gesenkt werden, wie es bei dem Anschlagstift B15 der Reihe B1
beschrieben ist.