DE52207C - Ununterbrochen arbeitender Zwillings-Schachtofen mit Regenerativgasfeuerung und FRIEDRICH SlEMENS'scher freier Flammenentfaltung zum Brennen von Kalk, Granit, Cement u. dergl - Google Patents
Ununterbrochen arbeitender Zwillings-Schachtofen mit Regenerativgasfeuerung und FRIEDRICH SlEMENS'scher freier Flammenentfaltung zum Brennen von Kalk, Granit, Cement u. derglInfo
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
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Description
KAISERLICHES V
PATENTAMT.
in DRESDEN.
Die bis jetzt in Gebrauch befindlichen Schachtöfen mit Gasfeuerung besitzen zwei unvortheilhafte
Eigenschaften, deren Beseitigung wünschenswerth ist. Zunächst ist die Verbrennung
eine unvollkommene, weil die Entwickelung der Heizflamme in kleinen Räumen zwischen dem
Brenngut sich vollziehen mufs, wodurch die Erzielung höherer Temperaturen ausgeschlossen
wird, und dann läfst die Gleichmäfsigkeit des Brenngutes meist zu wünschen übrig. Letzterer
Uebelstand liegt darin, dafs die Heizflamme und deren Verbrennungsgase in dem Schacht nach aufwärts ziehen und sich stets
den heifsesten Weg suchen, den sie, wenn einmal eingeschlagen, beibehalten. Allerdings werden
durch das Abziehen und dadurch bedingtes Nachstürzen des Brenngutes zeitweise neue
Wege für die Heizgase geschaffen, aber doch nicht in dem Mafse, dafs ein durchaus gleichmäfsiger
Brand mit Sicherheit erzielt werden kann. Namentlich, wenn sich durch Aufhängen des Brenngutes gröfsere Hohlräume in der
Flammenzone bilden, findet in diesen die Verbrennung statt und andere Schichten des Brenngutes
bleiben todt liegen. Man hat die Nothwendigkeit zwangläufiger Führung der aufwärts
sich bewegenden Flamme und ihrer Verbrennungsgase bereits bei den älteren Kalkbrennöfen
mit sogenannter »grofser Flamme« und seitlich angebauten Feuerungsrosten erkannt und
ein Mittel dazu dadurch geschaffen, dafs man den Ofen oben mit einem durchbrochenen
Gewölbe versah, dessen Oeffnungen je nach Bedürfnifs abgedeckt wurden, um die Heizflamme
auf andere Wege als die, selbsteinschlagenden (die heifsesten) zu zwingen. Es
macht sich also wünschenswerth: ein Brennraum zu freier Entwickelung der Heizflamme
und Erzielung höherer Verbrennungstemperaturen, eine Führung derselben bezw. der
Verbrennungsgase durch das Brenngut, welche einen gleichmä'fsigen Garbrand mit Sicherheit
bewirkt. Um gleichmäfsigsten Garbrand zu erreichen, sollten die Flamme und deren Verbrennungsgase
nach abwärts strömen, weil dieselben dann das natürliche Bestreben haben, sich den relativ kältesten Weg zu suchen und
damit einen Ausgleich der Temperatur im Brenngut selbstthätig bewirken müssen. Unser
neuer Brennofen ist auf Grundlage dieser Erfahrungen construirt; die Vorgänge in ihm entsprechen
übrigens den physikalischen Vorgängen in den Regeneratoren der Sie m ens'sehen
Regenerativgasöfen. Zu erhöhter Ausnutzung des Heizgases haben wir aber noch eine wirksame
Vorwärmung der Brennluft dadurch geschaffen, dafs wir dieselbe durch das nach abwärts
sich bewegende heifse gare Brenngut aufwärts zum Brenngase strömen lassen und somit
eine sparsame Regenerativ-Gasfeuerung mit hochtemperirter Heizflamme erzielen, bei gleichzeitiger
Abkühlung des Brenngutes.
Die zur Darstellung gebrachte Ausführungsform unserer Erfindung ist ein Zwillings-Schachtofen,
dessen beide lothrechte, neben einander liegende Schächte ScH1 Sch2 oben in eine ge-
meinsame Brennkammer B münden, in welcher die Verbrennung des zwischen beiden Schächten
im Gaskanal g zugeführten Heizgases in vollkommenster Weise erfolgen kann.· In die
Brennkammer B münden auch die Aufgabethüren A1 A2 für frisches Brenngut ein. Abgezogen
wird das gare Brenngut durch die am unteren Ende der Schächte befindlichen Abzugsthüren
Z1 Z2.
Auf gleicher Höhe mit denselben sind die Kanäle K1 K2 angeordnet, welche abwechselnd
Brennluft zu-' oder Verbrennungsgase durch eine Wechselklappe W abführen, welche die entsprechende
Verbindung des einen Schachtes mit der Aufsenluft— also die Zuführung der
Verbrennungsluft — und des anderen mit der Abzugsesse E — also Abführung der Verbrennungsgase
;—■ in geeigneter Weise vermittelt.
Die Vorgänge bei dem Betriebe eines solchen Zwillings-Schachtofens würden folgendermafsen
verlaufen: Angenommen, der Ofen sei regelmäfsig beschickt, die zuletzt aufgegebene Beschickung
befinde sich im Schacht ScH1 und Aufgabe- sowie Abzugsthüren seien geschlossen,
so wird die Brennluft, durch die Wechselklappe W eintretend, durch die Kanäle K1 nach
dem Schacht ScIi1 strömen, hier im heifsen
Brenngut aufsteigen, dieses abkühlen, sich selbst aber erhitzen und in der Brennkammer B mit
dem durch den Gaskanal g zuströmenden Brenngas die Heizflamme entwickeln. Diese
wird durch die vermittelst eines Essenschiebers regelbare Zugwirkung der Esse E nach dem
Schacht Sch2 abgezogen; die heifsen Verbrennungsgase
bewirken, abwärts sich bewegend, den Garbrand des Brenngutes, kühlen sich dabei ab, verlassen den Schacht Sch2 durch
die Kanäle K2 und gelangen durch die Wechselklappe
W nach dem Schornstein E. Es würde nun nach dem Garbrande der Beschickung des
Schachtes Sch2 die Abzugsthür Z1 geöffnet und
fertiges Brenngut ausgezogen. Während des Ziehens würde die Brennluft auf dem kürzesten
Wege, nämlich durch die Thür Z1, also nicht durch die Wechselklappe W, einströmen, immerhin
aber den richtigenWeg durch den Schacht ScIi1
aufwärts nehmen. Nach vollendetem . Ziehen würde die Beschickung von SCh1 durch A1 zu
erfolgen haben. Wenn das Feuer durch ScIi2
abzieht, so würde, bei übrigens unveränderter Stellung des Essenschiebers und der Wechselklappe,
bei dem Oeffnen von A1 ein Austreten
von heifser, in .ScZi1 aufsteigender Luft stattfinden,
das aber verhindert werden kann durch Schliessung des Luftzutrittes zur Wechselklappe
W, so lange die Thür A1 geöffnet
bleibt. Wird der Luftzutritt zu W abgeschlossen, so erfolgt ein Einziehen von Luft
durch A1, welche die Verbrennung des Gases in B bewirkt. Die Flamme und die Verbrennungsgase
ziehen in gleicher Richtung durch Sch.2 abwärts, wie vorher. Mit Schlufs von A1
und Oeffnung der Luftzuströmung zu W kommt der Ofen wieder in denjenigen Zustand, von
welchem wir bei Beschreibung der Vorgänge während des Betriebes ausgegangen sind. Mit
Umlegen der Wechselklappe kehren sich die. Vorgänge im Ofen in bekannter Weise um.
Es ist nicht ausgeschlossen, dafs man mehrere solcher Zwillings - Schachtöfen durch Vermittelung
nur einer Wechselklappe und eines Schornsteins betreibt oder dieselben unter den oben
genannten Verhältnissen zu einem Ofen mit gemeinsamem Flammenentwickelungsraum vereinigt.
Die Hauptvortheile unseres neuen Zwillings-Schachtofens liegen also hauptsächlich in gleichmäfsigerer
Beschaffenheit des garen Brenngutes, durch Anwendung absteigender Heizflamme und
der Möglichkeit der Erzeugung höherer Temperaturen durch Anwendung Friedr. Siemensscher
freier Flammenentfaltung und an dem Brenngut selbst hocherhitzter Brennluft. Die
ausgiebige Wiedernutzbarmachung der Abhitze, sowie die vollkommenere Verbrennung bewirken
auch eine erhebliche Brennstoffersparnifs.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein ununterbrochen arbeitender Zwillings-Schachtofen mit Regenerativ - Gasfeuerung und Friedr. Siemens'scher freier Flammenentfaltung, bei welchem der Garbrand durch die in einer oberen Brennkammer (B) — also nicht unter oder zwischen ■ dem Brenngut — entwickelte abwärts gerichtete Heizflamme und die Vorwärmung der aufwärts strömenden Brennluft durch; das nach abwärts sich bewegende Brenngut in zwei neben einander liegenden Schächten (SCh1 Sch2) durch Vermittelung einer Klappe (W) abwechselnd bewirkt wird.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE52207T | 1889-10-29 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE52207C true DE52207C (de) | 1890-06-10 |
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ID=326935
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|---|---|---|---|
| DE188952207D Expired DE52207C (de) | 1889-10-29 | 1889-10-29 | Ununterbrochen arbeitender Zwillings-Schachtofen mit Regenerativgasfeuerung und FRIEDRICH SlEMENS'scher freier Flammenentfaltung zum Brennen von Kalk, Granit, Cement u. dergl |
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1889
- 1889-10-29 DE DE188952207D patent/DE52207C/de not_active Expired
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