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Aus gegossenen, feuerfesten Stoffen bestehender Siemens-Iwiartin-Ofen
Die Verwendung von gegossenem, feuerfestem Material als Baustoff für Siemens-Martin-öfen
gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Ein derartiger Baustoff ist wesentlich widerstandsfähiger
gegen Hitze und Schlackenangriffe, da er ein viel dichteres Gefüge hat als gemahlenes,
geformtes und gepreßtes Material. Er hat aber eine größere Neigung, bei Temperaturwechsel
zu springen und zu splittern.
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Im allgemeinen kann man bei Martin-öfen die Temperatur auch über Sonntag
so gleichmäßig halten, daß der gegossene Baustoff keinen Temperaturschwankungen
ausgesetzt ist. Unter Umständen ist dies aber bei denjenigen Ofenteilen nicht immer
vermeidlich, die oberhalb des Bades liegen, weil hier die oft offen stehenden Türen
den Zutritt kalter Außenluft zu diesen Bauteilen ermöglichen. Die Gefahr der Abkühlung
dieser Ofenteile ist besonders groß am Sonntag, wenn gleichzeitig die Flamme abgestellt
werden muß, zum Zwecke der Reinigung der Gaszuführungsleitungen. Dann ist trotz
fester Schließung des Schornsteinschiebers eine Abkühlung der Bauteile zwischen
Herd und Gewölbe oft unvermeidlich, zumal dann, wenn gleichzeitig kleine Reparaturen
im Ofen ausgeführt werden müssen. Es handelt sich also darum, eine Bauweise zu finden,
bei der die .einzige unangenehme Eigenschaft des durch Gießen hergestellten Baustoffes
- das Springen bei Temperaturwechsel - ausgeschaltet wird und nur seine günstigen
Eigenschaften zur Geltung kommen.
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Zu diesem Zweck werden gemäß der Erfindung die bewußten Bauteile,
also die Rückwand, die Türpfeiler, die Stirnwände und die Seitenwandungen der Brenn-
bzw. Mischkammer und des Gaszuges, abgeschrägt und mit einem dem jeweilig verwendeten
Baustoff angepaßten Böschungswinkel ausgebildet. In einer solchen schrägen Wand
kann das feuerfeste, ;uegossene Material splittern und springen, ohne daß es dabei
seine Ortslage verändert und als Baustoff versagt.
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Es ergeben sich nun hieraus zwei Bauweisen, eine, bei der die im Sinne
des Böschungswinkels gebauten Wandungen die darüberliegenden Gewölbe tragen; dann
muß der Böschungswinkel mindestens erreicht sein, und eine, bei der der gegossene
Baustoff die Gewölbe nicht trägt; dann braucht er nur annähernd im Böschungswinkel
aufgeschichtet zu sein. Das hintermauerte Material, also der tragende Bauteil, braucht
dann nicht besonders schwer schmelzbar zu sein, braucht auch keine große Widerstandsfähigkeit
gegen Schlackenangriffe zu haben. An Stelle eins tragenden Bauteils kann man auch
ein Gerüst, z. B. aus eisernen Platten, verwenden. Ebenso kann man auch das Gewölbe
selber aus einem nichtgegossenen Baustoff herstellen, weil durch die Hitzeabstrahlung
desselben nach außen und durch die Höhenlage oberhalb des Bades das Gewölbe nicht
so sehr auf schwere
Schmelzbarkeit und Schlackenangrifiswiderstandsfähigkeit
angewiesen ist wie die seitlichen Bauteile zwischen dem Gewölbe und dem Bade.
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Man hat zwar bereits die Rückwand von Martin-Öfen sowie auch die Ecken
der Kopfwände in Form von Böschungswinlzeln ausgeführt. Dies geschah aber aus ganz
anderen Gründen. Diese Teile zeichneten sich dadurch vor den anderen Ofenbauteilen
aus, daß sie durch die Türen zugänglich sind. Infolgedessen war es möglich, diese
Teile während des Betriebes zu flicken, indem man durch Rufschaufeln und Hinschleudern
von feuerfestem Material die durch den Betrieb entstandenen Schädigungen dauernd
ausbesserte. Man hat hierfür aber ausschließlich Stoffe verwendet, die ganz andere
Eigenschaften hatten als die geschmolzenen Baustoffe, d. h. sie waren weniger feuerfest
und widerstandsfähig, neigten aber nicht zum Springen und Platzen. Meistens handelte
es sich einfach um Dolomit, auf jeden Fall aber um solche Stoffe, die während des
Betriebes dauernd ersetzt werden können. Aus diesem Grunde hat man diese Bauweise
auch niemals auf andere Ofenbauteile angewendet als auf die eben erwähnten, die
durch die Türen zugänglich sind.
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Die beiliegende Zeichnung zeigt einen nach der vorliegenden Erfindung
gebauten Martin-Ofen, und zwar ist Abb. i die Hälfte des Querschnittes, Abb. 2 die
Hälfte des waagerechten Schnittes, Abb.3 der Schnitt durch den Herd und Abb. ,l
der Schnitt durch den Gaszug.
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Der Ofenherd ist mit a bezeichnet, das Bad mit b, der Brenn- bzw.
Mischraum mit c, die aus den Regeneratoren, die selber nicht mitgezeichnet sind,
aufsteigenden Luftzüge mit d, der waagerechte Gaszug und der aus den Regeneratoren
aufsteigende senkrechte Gaszug mit e.
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Die im Sinne des Böschungswinkels aufgeführten Ofenteile zwischen
Herd und Gewölbe sind dann die Rückwand, die mit f bezeichnet ist, die Ecken der
Stirnwände ,,g, die Umfassungswände der Brenn- und Mischkammer ft, in die die senkrechten
Luftkzniile d
münden, die Seitenwände des Gaszuges i und schließlich die Türpfeiler
und Türseitenwände ft.
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Diese Türpfeiler bekommen, da sie im Sinne des Böschungswinkels gebaut
sind, eine konische Form. Dadurch erhalten die Türöffnungen in Verbindung mit der
ebenfalls im Böschungswinkel aufgeführten Ecke der vorderen Kopfwand gleichfalls
eine konische Form, indem sie unten schmaler sind als oben. Diese Formgebung ist
aber ein Vorteil, denn die Chargiermulden sind meistens etwas konisch ausgeführt,
indem sie eine schmalere Bodenfläche haben und eine breitere obere Öffnung und außerdem
meistens der sperrige Schrott oberhalb der oberen öffnung noch über die Seitenränder
dieser üffnung hinausragt. Die durch die Böschungswinkelbauweise entstandenen Türen
passen sich also besonders zweckentsprechend den Bedürfnissen an.
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Das Gewölbe ist mit L bezeichnet. Dieses ruht gemäß Zeichnung nicht
auf den im Böschungswinkel ausgeführten Seitenwänden, sondern vielmehr auf Wänden
aus üblichem geformten und feuerfesten Material, nämlich auf der Rückwandm, den
Ofenkopfwändenn, während an der Arbeitsseite die Türbogen und damit das Ofengewölbe
durch gekühlte Rahmen o getragen sind.
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- Der waagerechte Gaszug e dagegen ist laut Zeichnung (Abb. q.) so
ausgeführt, daß die im Böschungswinkel aufgeführten Seitenwände das Gewölbe tragen,
welches in diesem Falle abnehmbar und mit p bezeichnet ist.