DE3497C - Zinköfen mit vertikalen Retorten - Google Patents
Zinköfen mit vertikalen RetortenInfo
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Description
PATENTSCHRIFT
1878.
J. BINON und ALPHONSE GRANDFILS in STOLBERG bei AACHEN.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 14. Juli 1878 ab.
Der Ofen besteht aus einem im Querschnitt viereckigen Schacht, dessen zwei grofse Wände
auf Winkeln A ruhen, welche durch nur aufserhalb des Ofens verlängerte Pfeiler B getragen,
auf diese Weise den unteren Theil des Ofens freilassen. Durch Gewölbe mit einander verbunden,
bilden sie einen Boden, welcher den Arbeitern als Hüttensohle dient. Die unter den
Gewölben und zwischen den Pfeilern gelassenen Räume bilden Gallerien, die unter den Ofen
führen, von welchen aus der Ofen beschickt und die Rückstände entfernt werden. Der den
Ofen bildende lange Schacht ist oben und unten durch zwei Gewölbe geschlossen, welche
in bestimmten Entfernungen parallel der Längsaxe des Ofens mit Oeffnungen C versehen sind,
welche der Form der daselbst einzusetzenden Retorten angepafst sind. Sowohl Höhe als
Querschnitt der Retorte können verschieden sein, jedoch ist letzterer eher oval als rund zu
wählen. Die Retorten D werden von oben in den Ofen eingeführt und ruhen unter dem
unteren Gewölbe auf gufseisernen Fugen E, die an ihrem oberen Ende durch gufseiserne, auf
kleinen Pfeilern g ruhende Kasten F geschützt sind.
Die Verbindung zwischen Retorte und dem gufseisernen Kasten wird in dem Augenblick
bewerkstelligt, wo die Retorte in den Ofen eingeführt wird, indem man die Fuge des Kastens,
auf welcher der untere Theil der Retorte' aufruht, mit ziemlich nassem und daher wenig
consistentem Lehm ausfüllt. Durch das Trocknen bildet letzterer dann eine sehr dichte Verbindung.
Aufserdem ist jeder gufseiserne Kasten noch nach der grofsen Fläche des Ofens hin
mit einer Oeffnung H versehen, welche dazu dient, die Entladung der Retorte vollziehen zu
können und welche so angebracht ist, dafs man sich nach dem Einsetzen der Retorte immer
überzeugen kann, ob die Verbindung zwischen letzterer und dem Kasten eine befriedigende
ist, widrigenfalls man dem nachhelfen kann, indem man den inneren Rand der Kastenfuge
mit Lehm beklebt und auf diese Weise den von letzterer gebildeten Vorsprung verschwinden
macht. Der Kasten ist durch einen Deckel verschlossen, den man um so leichter verkitten
kann, als man von aufsen während der ganzen Dauer der Operation an ihn heran gelangen
kann. Dieser Kasten hat nicht allein den Zweck, die Retorte zu tragen, sondern er dient
auch dazu, bei der Verarbeitung gemischter Erze, die zuweilen ebenso viel Blei als Zink
enthalten, ersteres aufzusammeln, welches sich dort als in den Rückständen zerstreute Blei:
granalien concentriren wird, aus denen es durch einfaches Durchsieben gewonnen werden kann.
Ein letzter Vorzug dieser Sammelkasten besteht noch darin, dafs die ganze zu reducirende Beschickung
schliefslich auf ihnen ruht, so dafs die Oefen auf keine Weise leiden, da der Kasten auf vom Ofen unabhängigen Pfeilern
ruht und selbst die Retorte trägt.
Der obere Theil der Retorte, von wo aus die Beschickung der zu behandelnden zinkhaltigen
Erze vor sich geht, ist durch einen Ziegelstein / verschlossen, dessen kleinere Endfläche
einen etwas geringeren Durchmesser als die Retorte besitzt, in welche sie zum Theil
eindringt, während die gröfsere Endfläche, deren Durchmesser den der Retorte übertrifft, auf den
Rändern der letzteren aufsitzt, wo sie um' so leichter verkittet werden kann, da die Retorte
etwas über das obere Gewölbe herausragt. Die Retorten selbst, die auf den gufseisernen Kasten
ruhen und die gegen die oberen und unteren Oeffnungen der Gewölbe geprefst sind, können
im Ofen auf keine Weise ihre Lage verändern. Aufserdem ist jede Retorte an ihrem oberen
Ende noch mit einer runden oder ovalen Oeffnung J versehen, in welche hinein die
Condensationsröhre des reducirten Zinks einmündet. Alle Condensationsröhren von etwas
elliptischer Form sind auf ihre schmale Seite gelegt und ruhen vorn auf einer eisernen oder
irdenen Stütze hinten in dem in der Retorte angebrachten Loche, mit welch letzterer sie
durch einen Lehmkitt verbunden sind, der wie bei den gewöhnlichen Zinköfen von aufsen angebracht
wird. Die Condensationsröhren K befinden sich in Nischen, die in den Vordermauern
des Ofens angebracht sind, und ruhen in Platten L von feuerfester Erde, welche
zwischen sich und zweien sie begrenzenden kleinen Mauern M einen die Nische bildenden
Raum lassen. Die Temperatur dieser Nischen hat man in- der Hand, so dafs man die Verflüchtigung
des reducirten Zinks, welches sich in diesen Partien des Ofens niederschlagen
mufs, stets verhindern kann. Auf den beiden grofsen Seiten des Ofens befinden sich Schaulöcher,
um das Feuer beobachten zu können, und ebenfalls falsche Gewölbe, um nöthigenfalls
das untere repariren zu können.
Die Gewölbe des Ofens werden aus Bogen N gebildet, welche sich auf beide grofsen Flächen
stützen. Die Bogen sind aus Ziegelsteinen von trapezförmigem Querschnitt construirt, welche
so in den Ofen eingelegt sind, dafs die Flächen von trapezförmiger Form die Fugflächen, die
ein wenig gegen einander geneigten hingegen die äufseren glatten Seiten bilden. Auf diesen letzteren
stehen lange schiefgestellte, an beiden Enden schräg abgehauene Ziegelsteine O, von denen
feine gewisse Anzahl so zusammengesetzt ist, dafs sie die Oeffnung für die in den Ofen einzuführende
Retorte frei lassen. Die Bogen sind also auch von jeder Seite durch die langen Ziegelsteine, welche sie tragen, zusammengepresst,
was dazu dient, sie in ihrer Lage zu erhalten. Diese übrigens platten Gewölbe haben
nur ihr eigenes Gewicht zu tragen und sind hierzu hinreichend stark; zu gleicher Zeit trägt
ihre Form sehr dazu bei, die Anlagekosten des Ofens niedrig zu stellen, da infolge dessen nur
wenige verschiedene Ziegelformen in Anwendung kommen.
Die Feuerung kann durch einen am Ende des Ofens längs der kleinen Fläche angebrachten
Herd oder durch Gas bewerkstelligt werden. Die directe Feuerung durch einen Herd ist
weniger vortheilhaft in Anbetracht der Anzahl der zu heizenden Retorten; doch bleibt deren
Lage im Ofen ohne Rücksicht auf die Art der Heizung immer dieselbe. Sie sind in zwei der
Längsaxe des Ofens parallelen Linien symmetrisch aufgestellt. Infolge dessen stehen die Verbrennungsgase
mit deren gröfstmöglicher Oberfläche in Berührung, ohne dafs der Zug gehemmt
ist; denn indem man der Flamme die beiden gröfsten Flächen der Retorte, d. h. ihre geringste
Dicke aussetzt, erleichtert man in der That deren Gang, und man bringt es dazu,
die Röhre vollständig und in allen Punkten zu heizen und die Wärme rasch nach dem Centrum
zu verbreiten. Will man den Ofen mit den Siemens'schen Regeneratoren heizen, so läfst
man das Gas von einem Ende des Ofens nach dem anderen streichen, bald von rechts nach
links, bald von links nach rechts, aber immer wie bei- dem gewöhnlichen Herd in der Längenrichtung
des Ofens, um seine Seiten ebensowohl als die untere Entladungssohle frei zu lassen, welche kühl und den Arbeitern dadurch
stets zugänglich bleibt.
Dieser Ofen hat also die Bestimmung, besonders der Reducirung der sogenannten gemischten
Erze zu dienen, d. h. solcher Erze, welche aus einer Mischung von Zink- und Bleioxyd
bestehen; aber er kann auch da angewendet werden, wo Mischungen anderer Metalloxyde,
wie z. B. Zink und Eisen, oder Zink und Kupfer etc. verarbeitet werden sollen, und
ebenso zur alleinigen und einfachen Behandlung der im Handel vorkommenden Zink-Erze.
Die Vortheile, welche der Ofen bietet, bestehen nun':
1. in der Eigenschaft, gemischte Erze behandeln zu können, deren Reducirung in den
anderen Oefen nicht möglich ist infolge des grofsen nicht zu umgehenden Verbrauchs an
Retorten;
2. in der Verminderung der Handlanger-Kosten, da die Beschickung, d. i. Entladung und Ladung,
insoweit vereinfacht sind, dafs man specielle Arbeiter hierfür entbehren kann;
3. in einem geringeren Verbrauch von feuerfesten Producten, und zwar erstens, weil die
Anzahl der Stücke beschränkt ist, wodurch die Ueberwachung und die gute Unterhaltung erleichtert
werden, zweitens, weil bei verticalen Retorten die Charge nicht im Stande ist, sie
zu sprengen, ebenso wenig, als die reducirten Metalle, die jetzt nicht mehr durch die Retorten
hindurchdringen und sie zerfressen können, noch irgend welchen schädlichen Emflufs werden
ausüben können. Infolge dessen wird die Dauer der Retorten verlängert;
4. in einem geringeren Verbrauch von Brennmaterial, da die Retorten nur kurze Zeit zur
Beschickung, d. i. Entladung und Ladung, offen bleiben und ihre Erneuerung ebenfalls weniger
häufig nöthig wird, wodurch Weniger Anlafs zur Erkältung des Ofens gegeben wird;
5. in einer gröfseren Production, da bei der geringeren Erkältung des Ofens und bei der
verminderten Zeitdauer für Beschickung die Charge nur kürzere Zeit im Ofen zu bleiben
braucht und infolge dessen in einer bestimmten Zeit öfter erneuert werden kann;
6. in der Reinheit des erhaltenen Zinks, da kein anderes Metall zu gleicher Zeit mit dem
Zink in die Condensations-Röhren eindringen kann.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Der durch Zeichnung und Beschreibung erläuterte Zinkofen mit verticalen Retorten.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3497C true DE3497C (de) |
Family
ID=282487
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT3497D Active DE3497C (de) | Zinköfen mit vertikalen Retorten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3497C (de) |
-
0
- DE DENDAT3497D patent/DE3497C/de active Active
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