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Streuvorrichtung für Maschinengewehre Die Erfindung betrifft eine
Streuvorrichtung für Maschinengewehre.
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Bisher erfolgte das Abstreuen eines Schußfeldes mittels eines Maschinengewehres
zumeist dadurch, daß der Schütze die hintere Auflage des Maschinengewehres hin und
her schwang und hierdurch die Seitenstreuung bewirkte, während er dabei gleichzeitig
die Höheneinstellung des Maschinengewehres und damit seine Tiefenstreuung durch
Rechts- und Linksdrehung der Einstellschraube fortgesetzt änderte. Hierbei mußte
der Schütze selbstverständlich auch noch die Abziehvorrichtung bedienen und das
Ziel beobachten, so daß er seine Aufmerksamkeit auf vier verschiedene Punkte verteilen
mußte. Das ordnungsmäßige Abstreuen des Schußfeldes war angesichts dieser Tatsache
nur sehr geübten Schützen möglich und auch diesen nur unter Aufwendung denkbar größter
Aufmerksamkeit.
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Es ist ferner bereits vorgeschlagen worden, die Streuvorrichtung vollständig
selbsttätig in Gang zu halten und ihre Bewegungen von dem Gewehrmechanismus abzuleiten.
Derartige Vorrichtungen sind aber ein für allemal starr eingestellt, und der von
ihnen bestrichene Streubereich kann nicht mehr vom Schützen den jeweiligen Erfordernissen
entsprechend vergrößert oder verkleinert werden.
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Durch die Erfindung wird demgegenüber eine Streuvorrichtung geschaffen,
bei der die zur Seiten- und Tiefenstreuung der Schußgarbe erforderlichen Bewegungen
sowie die Betätigung des Abzuges mittels eines einzigen handbedienten Steuerungsgliedes,
vorzugsweise eine Handrades, bewirkt werden, so daß der Schütze der hierbei dieses
Steuerungsglied rein gefühlsmäßig bewegen kann, seine Aufmerksamkeit ausschließlich
auf das Ziel konzentrieren kann.
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Die Bedienung der Streuvorrichtung erfolgt in der Weise, daß der Schütze
das Handrad zunächst hinten herunterdrückt und hierdurch die Abziehvorrichtung auslöst,
worauf er durch wechselweise Rechts- und Linksdrehung. des Handrades die Seiten-
und die Tiefenstreuung des Maschinengewehres bewirkt.
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Die Zeichnung veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel der Erfindung,
und zwar zeigt Abb. z einen senkrechten Schnitt der Streuvorrichtung in der Zielrichtung
gesehen, Abb. 2 eine graphische Darstellung der Streubewegung, Abb. 3 eine Oberansicht
der Seitenstreuvorrichtung, Abb. q. und 5 eine Einzelheit der Abziehvorrichtung
in zwei verschiedenen Arbeitsstellungen. Die Streuvorrichtung besteht im wesentlichen
aus einem Handrad a, dessen Nabe ai die Form einer Kugelzone besitzt und in einer
entsprechend kugeligen Führung a2 in einer durch die Achse des Handrades gelegten
Ebene verschiebbar gelagert ist. Die gemeinsam mit dem Handrad a, al drehbare kugelige
Führung a2 besitzt drei Zahnkränze b, c, d, von denen der Zahnkranz b als
Innenverzahnung ausgebildet und der Zahnkranz d durch eine Büchse starr mit der
Führung a2 verbunden ist. Die kugelige, in sich geteilte Nabe ai, a2 des Handrades
a ist
einerseits auf einer die Maschinengewehraufnahme tragenden
Büchse s, andererseits auf einem büchsenförmigen Gehäuse a3 drehbar gelagert.
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Von den drei Zahnkränzen des Handrades a greift der Innenzahnkranz
b in ein Zahnrad f
ein, während der Zahnkranz c auf der entgegengesetzten
Seite, nämlich von innen her, mit einem zweiten, kleineren Zahnrad g in Eingriff
steht. Der dritte Zahnkranz d schließlich greift in eine ortsfest angeordnete Zahnstange
e ein und rollt sich bei der Rechts- und Linksdrehung des Handrades a in entgegengesetzter
Richtung an dieser Zahnstange ab, wobei auch das büchsenförmige Gehäuse
0 mitsamt der Maschinengewehraufnahme an' der hierdurch bewirkten seitlichen
Verschiebung des Zahnrades d teilnimmt-und infolgedessen die Seitenstreuung des
Maschinengewehres herbeiführt.
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Das Zahnrad g ist mittels einer zapfenähnlichen Führung in einer Bohrung
des Rades f drehbar gelagert. Da die Zahnkränze b und c, wie schon erwähnt, von
entgegengesetzten Seiten in die Zahnräder f und g eingreifen, so werden diese sich
stets in entgegengesetzter Richtung drehen; das Zahnrad f beispielsweise rechts-
und das Zahnrad g linksherum oder aber umgekehrt. Auf alle Fälle wird sich also
stets eines der beiden Zahnräder f und g unabhängig von dem Drehungssinn des Handrades
a, rechtsherum drehen. Diese Rechtsdrehung wird durch eine Klauenkupplung h mit
sägezahnartig ineinandergreifenden Zähnen auf ein Zwischenzahnrad l übertragen,
und zwar derart, daß dieser stets nur in einer Richtung gedreht wird, gleichgültig,
ob der Antrieb jeweils durch das Zahnrad f oder durch das Zahnrad g erfolgt. Die
Kupplung des jeweils wirksamen Zahnrades f bzw. g wird durch eine das betreffende
Zahnrad ständig nach unten drückende Belastungsfeder i bzw. k mit
der Kupplungshälfte des Zwischenzahnrades l in Eingriff gehalten, während die Kupplung
des nicht wirksamen Zahnrades unter abwechselnder Zusammendrückung und Wiederfreigabe
der betreffenden Belastungsfeder hüpfend über den Kupplungszahnkranz des Zwischenzahnrades
l hinweggleitet. Die, wie schon erwähnt, ständig in gleicher Richtung erfolgende
Drehung des Zwischenzahnrades l wird auf den Zahnkranzmi einer Büchse m übertragen,
die auf der schon erwähnten hohlwellenartigen Büchse des Zahnkranzes d drehbar und
mit einem radial ausladenden Seitenarm m2 versehen ist, der mittels einer Rollkugeln
auf einer Scheibe o schleift. Diese ist um einen tangential angeordneten Bolzen
p des Gehäuses a3 in senkrechter Ebene schwenkbar und kann mittels eines von außen
her drehbaren Exzenters q mehr oder weniger stark geneigt werden. Nimmt der Exzenter
seine tiefste Lage ein (Abb. _), so wird der Arm m2 bzw. die Rollkugeln auf der
Scheibe o schleifen, ohne hierdurch eine Längsverschiebung auf der Büchse des Zahnkranzes
d zu erleiden. Wird dagegen die Scheibe o mit Hilfe des Exzenters q mehr oder weniger
schräg gestellt, so führt die Büchse m während ihres durch das Zwischenzahnrad l
bewirkten Umlaufes eine auf- und abwärts gehendeBewegung aus, deren Größe sich nach
der jeweiligen Schrägstellung der Scheibeo richtet. Diese Auf- und Abwärtsbewegung
wird durch zwei Zapfen r, die hierzu in j e einem Längsschlitz der dem Zahnkranz
d zugehörigen Büchse senkrecht gleiten können, auf die schon erwähnte Büchse s und
durch diese auf die Maschinengewehraufnahme t übertragen. Eine Schraubenfeder x,
die zwischen der Büchse des Zahnkranzes d und der Büchse s gelagert ist, hält hierbei
die Büchse m; das Zapfenpaar y und die Büchse s ständig in kraftschlüssiger Fühlung.
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Die Maschinengewehraufnahme t kann mittels einer am Rand aufgerauhten
Stellscheibe u innerhalb der Büchse s nach Bedarf gehoben und gesenkt werden, um
hierdurch das Gewehr genau auf das Ziel einstellen zu können.
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In der Schwingungsbahn des Handrades a ist ein Winkelhebel v gelagert,
der durch einen Bowdenzug w mit der Abziehvorrichtung des Maschinengewehres in Verbindung
steht. Nimmt des Handrad a seine aus den Abb. z bis q, ersichtliche waagerechte
Ruhelage ein, so befindet sich auch der Abzug in Ruhe. Wird jedoch das Handrad hinten
heruntergedrückt, so führt es den Winkelhebel v aus seiner Ruhelage in die aus Abb.
5 ersichtliche Arbeitsstellung, bei der der Bowdenzug w den Abzug auslöst und hierdurch
die Feuerabgabe des Maschinengewehres herbeiführt.
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Soll während der Feuerabgabe gleichzeitig auch eine Seiten- und Tiefenstreuung
und damit ein möglichst gleichmäßiges Bestreichen des i gesamten Schußfeldes herbeigeführt
werden, so genügt es, ohne die Schrägstellung des Handrades zu ändern, dieses abwechselnd
nach rechts und links zu drehen. Die Seitenstreuung wird; wie schon erwähnt, hierbei
dadurch erreicht, daß i der Zahnkranz d sich an der ortsfesten Zahnstange e abrollt
und hierdurch gleichzeitig auch eine abwechselnd nach rechts und links gerichtete
Verschiebung der ganzen Streuvorrichtung und damit auch der Maschinengewehraufnahme
i herbeiführt. Die Tiefenstreuung dagegen wird entsprechend der jeweiligen Schrägstellung
der Scheibe o mittels der Zahnradpaare b, f und c, g sowie des Zahnradpaares
h, m' und durch wechselweises Heben und Senken der Büchse m i bewirkt, die,
wie vorher beschrieben wurde, hierbei auch die Maschinengewehraufnahme t mitnimmt.
Die Maschinengewehraufnahme beschreibt hierbei einen Kurvenzug in Form mehrerer
zusammenhängender Sinusbögen, der i: in Abb. 2 graphisch dargestellt ist und dessen
Länge von der jeweiligen Winkeldrehung der
Büchse in abhängig ist.
Die Zahl der Einzelbögen, bezogen auf eine Umdrehung des Handrades a, ist hierbei
von dem Übersetzungsverhältnis abhängig, mit dem die Drehung des Zahnkranzes
b auf das Zahnrad f bzw. die Drehung des Zahnkranzes c auf das Zahnrad
g übertragen wird. Bei günstiger Wahl dieses Übersetzungsverhältnisses kann der
Verlauf der Streuungskuiven derart geregelt werden, daß eine Kurve sich niemals
mit einer anderen deckt, so daß im Verlauf einer gewissen Zeit tatsächlich eine
vollständige Bestreichung des gesamten Schußfeldes eintritt.