DE514063C - Verfahren zur Herstellung von orthopaedischem Schuhwerk - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von orthopaedischem Schuhwerk

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DE514063C
DE514063C DEB145566D DEB0145566D DE514063C DE 514063 C DE514063 C DE 514063C DE B145566 D DEB145566 D DE B145566D DE B0145566 D DEB0145566 D DE B0145566D DE 514063 C DE514063 C DE 514063C
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Description

  • Verfahren zur Herstellung von orthopädischem Schuhwerk Bekanntlich verwendet man zum Abstützen von Senk-, Spreiz- und anderen Füßen sogenannte Einlagen, die teils auswechselbar (lose) in den Schuh eingelegt, teils fest in denselben eingearbeitet werden. Die bekanntesten Ledereinlagen sind meist mit Stahl-bzw. anderen Federn oder Stahlunterlagen, die denselben angenietet sind, versehen, die jedoch den Nachteil haben., daß sie infolge von Schweiß- und Feuchtigkeitseinwirkung rosten und brechen, wobei auch die Nieten aus dein Leder rosten, so daß die Einlagen ihrem Verwendungszweck nicht mehr gerecht werden. Die bisher bekannten Einlagen aus plastischen Massen haben @ große Nachteile. Z. B. gibt Celluloid mit Kork ein hartes, starres und brüchiges Werkstück, welches als Einlage den Fuß starr abstützt. Derartige Einlagen sind nicht elastisch und zum Abstützen von Spreizfüßen ungeeignet. Die genannten Einlagen haben alle den Nachteil, daß sie den Fuß starr abstützen und die Muskeltätigkeit unterbinden, wobei die Tätigkeit von Muskeln, Sehnen und Bändern oft direkt aufgehoben wird. Je nach Belastung werden solche Einlagen im Schuh nach innen oder außen kanten, oder sie rutschen nach vorn, wodurch sich eine falsche Lage derartiger Einlagen ergibt, falls sie vorher nicht brechen. Die Lagerung der bekannten Einlagen ist sehr mangelhaft, zumal sie den Schuh beschädigen. Ferner sind aus Guttapercha mit Korkschrot hergestellte Einlagen bekannt, bei welchen sich der Fuß in erwärmtem Zustande einbettet. Dieselben können überhaupt keine korrigierende Wirkung haben; denn ein deformierter Fuß kann nur eine deformierte Unterlage ergeben.
  • Der größte Übelstand aller Einlagen ist, daß keine Kontrolle über den im Schuhwerk befindlichen Fuß besteht. Bei dem bekannten Schuhwerk, bei dem Einlagen mit hartmachenden Substanzen oder harten plastischen Massen (Kork und Celluloid) eingearbeitet werden, besteht der Nachteil, daß bekannte plastische Massen sich nicht mit feuchtem Leder (Unterlagen) verbinden. Da das aufgewalkte Leder immer feucht ist, wird sich dasselbe durch Trocknen verziehen, wodurch immer ein anderes Werkstück entsteht, als ursprünglich nach der Form des Leisten gewünscht wurde. Außerdem werden besondere formgebende Ein- bzw. Zwischenlagen benötigt, die beim Erfindungsgegenstand als unnötige Material- und Zeitaufwendung fortfallen.
  • Eingearbeitete, die Härte des Abstützungsmaterials abschwächende Filze eignen sich aus hygienischem Grunde nicht, da der Filz bekanntlich den Schweiß aufsaugt ebenso wie die durchschlagende Feuchtigkeit der Sohle, so daß der Träger eines solchen Schuhwerks stets einen feuchten und nassen Fuß hat. Ausgleichungen und Abstützungen mit durch Nähte verbundenen Lederauflagen bzw. -zwischenlagen ergibt ein schweres, wenig elastisches Schuhwerk, welches eine verhältnismäßig lange und umständliche Herstellungsweise benötigt. Auch hier findet eine wie bereits oben erwähnte Behinderung der Muskeltätigkeit statt. Die genannten Übelstände werden durch die Erfindung beseitigt.
  • Der Erfindungsgegenstand wird den Anforderungen einer einwandfreien Fußabstützung sowohl durch seine elastischen als auch widerstandsfähigen Eigenschaften und durch sein geringes Gewicht gerecht, wobei die verminderte Herstellungszeit nicht unerwähnt bleiben soll. Gleichzeitig ergibt sich die Möglichkeit einer Kontrolle bei Durchleuchtung vermittels Röntgenstrahlen. Alle erforderlichen Ausgleichungen bzw. Abstützungen, wie sie der gesunde und kranke Fuß nötig hat, werden auf oder innerhalb der eigentlichen Brandsohle (-iufbausohle für Schuhwerk) mittels plastischer Massen vorgenommen. Das Verfahren ist für jedweden Fall anwendbar. Besonders eignet sich die Masse zum Ausballen und mit Einmodellieren massiver Korkteile. Vor allein verbindet sich die plastische Masse mit feuchten Unterlagen. Durch die Verwendung allerfeinsten Korkmehls ist der fußanliegende Teil stets glatt und nicht körnig, da die Kautschukpartikelchen mit den feinen Staubteilchen des Korkes eine innige Verbindung eingehen und eine feste Verankerung mit der Unterlage hervorrufen. Der Fuß ruht auf einer elastischen, trocknen, trotzdem widerstandsfähigen Unterlage, die keine harten und starren Abstützungen, welche Muskel, Sehnen und Bänder erschlaffen lassen, entstehen läßt. Bei der Reparatur der Schuhe wird eine neue Ausballung erspart, da die plastische Masse nicht brüchig ist. Dein Träger eines solchen Schuhwerks wird ein trockner und warmer Fuß verschafft. Die beim weiteren Aufbau des Schuhes durch Zwicken, Heften, Ein-und Durchstechen entstehenden Durchlöcherungen der plastischen Mässe lassen sich durch Einstreichen mit Kautschuklösungsmitteln wieder schließen bzw. mittels bekannter Luft- oder Wasserpressen wasserdicht machen, so daß die leichtesten Böden unbedingt dicht sind. Erfindungsgemäß ist das Verfahren folgendes: Auf die in bekannter Weise auf einen Leisten oder eine Form aufgewallte oder aufgeklebte Sohle aus Leder (oder sonstigem geeigneten Material) wird eine plastische Masse aus Latex oder Korkmehl aufmodelliert unter Berücksichtigung des jeweiligen Zweckes für Abstützungen und Ausgleichungen, wie sie für gesunde und kranke Füße nötig sind. Nachdem die Masse getrocknet ist und vermittels Schlichtraspel oder Schmirgel eine Nachbearbeitung stattgefunden hat, wird die eigentliche Aufbausohle (Leder oder Textilien) für den Schuh aufgeklebt. In vielen Fällen kann, wenn als leistenanliegendes Material Brandsohlleder verwendet wurde, diese zweite Sohle fehlen. In dieseln Falle werden die plastischen Ausgleichsstellen zweckmäßig mit dünnem Leder oder Stoffen beklebt. Das eigentliche Werkstück ist somit dann fertig zur Anfertigung eines Schuhes. Das Werkstück gestattet, den weiteren Aufbau in bekannter Weise vorzunehmen. Die einzelnen plastischen Ausgleichs-oder Abstützungsteile können auch in Formen gepreßt werden. Das auf diese Weise gewonnene Ausgleichsstück wird dann auf die gewalkte Sohle geklebt, wobei sich zum Kleben besonders Gummilösungen eignen. Als gut geeignete plastische Masse hat sich Kautschukmilch mit leichten Füllstoffen erwiesen. Im folgenden sei ein Beispiel beschrieben Eine 35- bis-q.o°1oige nicht koagulierte, gut pasteurisierte Kautschukmilch wird mit :2 bis 3 Teilen feinstem Korkmehl (Staub) vermischt. Diese Mischung ergibt eine leicht modellierfähige plastische Masse, welche nach dem Aufmodellieren und Trocknen ein einwandfreies Werkstück ergibt. Für die Menge des beizugebenden Korkstaubes bzw. der sonstwie sich eignenden Füllstoffe ist der prozentuale Kautschukgehalt ausschlaggebend. Im übrigen wird die Zusammensetzung sich je nach Art der Abstützung bzw. Ausgleichung richten. Erwähnt sei noch ein weiteres Beispiel: Man gibt der Kautschukmilch z2 bis 15 °/o Schwefel bei (auf die Kautschukmilch bezogen), wobei die einzelnen durch in Formen gewonnene Ausgleichsteile vulkanisiert werden. Ein mehrprozentiger Zusatz von Schwefel macht das Werkstück starrer. Beim Pressen muß die plastische Mischung teilweise koaguliert sein, da sonst die Kautschukmilch (nicht koagulierte) ausgepreßt wird und der Füllstoff als wertloses Produkt übrigbleibt.
  • Um eine Kontrolle darüber, ob das hergestellte Werkstück (Schuh) auch den jeweiligen Erfordernissen gerecht wird, zu schaffen, werden die Abstützungen bzw. Ausgleichungen mittels Metallteilchen (Bleisternchen) begrenzt, so daß bei einer Durchleuchtung des im Schuh befindlichen Fußes vermittels Röntgenstrahlen stets die Kontrolle darüber gegeben ist, ob die Abstützungen für den jeweiligen Fuß im richtigen Verhältnis liegen.
  • Die Abb. i und 2 der Zeichnung zeigen einen durchleuchteten Fuß zwecks Erläuterung des Kontrollverfahrens. Sitzt ein Schuh passend auf dem Fuß, so muß sich das Bleiteilchen i (Kügelchen oder flache Sternchen) unter dem Kopf des ersten Mittelfußknochens b, befinden. Das Bleiteilchen wird dort, wo sich am Leisten der Ballenpunkt befindet, auf der Brandsohle befestigt (geklebt). Bei der Durchleuchtung ist sofort ersichtlich, ob der Kopf des ersten Mittelfußknochens b, richtig ruht bzw. richtig lagert. Abb. i ist ein Beispiel für eine Spreizfußabstützung. Die mit 2, 3 und d. bezeichneten Begrenzungspunkte der plastischen Abstützungsmasse haben die Köpfchen von b. bis b4 nicht zu decken, weil die Ausgleichsmasse stützend wirkt und das Ouergewölbe von bi bis b" nicht durchspreizt bzw. sich senkt. Die plastische Ausgleichsmasse muß kurz vor den Köpfen der Mittelfußknochen 2 bis 4. enden, so daß die Köpfchen des zweiten bis vierten Mittelfußknochens entlastet werden. Hiernach ist die Lage der Knochen stets kontrollier- und erkennbar. Von hoher Bedeutung ist die Durchleuchtung im entlasteten und belasteten Zustande, indem die korrigierende Wirkung der jeweiligen Abstützung erkennbar ist.
  • Die Abb. 2 desselben Fußes, seitlich durchleuchtet, läßt die korrigierende Wirkung deutlich erkennen. Infolge der Absatzunterstellung beim Schuh tritt im Skelett eine Fußwurzelverkürzung ein. Darum muß vom Ballenpunkt i, der unveränderlich bleibt, die Kontrolle ausgehen. Dieses gilt besonders in bezug auf gutes Halten und Lagern des Fersenbeins. Es ist hierbei gleichgültig, ob bereits das Köpfchen von b,. seitlich abgewichen ist. Das Gesagte gilt sowohl für allgemein bekanntes, normales Schuhwerk als auch besonders für orthopädisches Schuhzeug. In den Abb. i und 2 ist die Ausgleichsmasse fortgelassen, da dieselbe hier nicht sichtbar ist und nur an Hand der Kontrollpunkte nachgewiesen werden kann. Die Bleiteilchen 6, 7 und 8 in der Abb. 2 ermöglichen die Kontrolle des Längsgewölbes, wie sie bei Senkfußbehandlung nötig ist. Die Kontrollpunkte können natürlich von dem Beispiel abweichend je nach Art und Zweck der Beschuhung anders angeordnet werden, so daß an Hand der Kontrolle die Schuhindustrie in der Lage ist, streng individuelles Schuhwerk zu produzieren.
  • Abb. 3 stellt einen Querschnitt durch einen Schuh mit darin befindlichem Fuß dar. Der Schnitt geht durch die abgestützten fünf Mittelfußknochen. a ist die Sohle, b die Ausballrnasse aus Latex und Korktnehl, c das Oberleder, d die Aufbaubrandsohle (Leder oder geeignete Stoffe), e die plastische Querge-%völbeabstützung, T die den Fuß- bzw. Leisten anliegende Auftretsohle. Aus der Zeichnung ist ersichtlich, daß die plastische Massee bis zur Kante dünn ausläuft. Hierdurch ist die Dichte des Bodens gewährleistet. Die Löcher g, welche beim Aufzwicken des Oberleders entstehen. lassen sich. wie bereits erwähnt, wieder schließen. Außerdem können diese Löcher so weit vom Rande verlegt werden, daß die Ausballmasse diese wieder dichtet. Der weitere Aufbau des Schuhes ist nach dem Kitt- oder Klebeverfahren vollzogen.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von orthopädischem Schuhwerk, wobei auf einen Leisten eine Fußauflegesohle aus Leder aufgewalkt oder aufgeklebt wird, dadurch gekennzeichnet, daß auf diese Sohle eine plastische Masse aus Latex und Korkmehl je nach Form der Fußsohle aufmodelliert wird, worauf dann, nachdem nach Trocknung vermittels Schlichtraspel oder Schmirgel eine Nachbearbeitung stattgefunden hat, schließlich die Lederbrandsohle aufgeklebt wird und der Aufbau des Schuhes in bekannter Weise vor sich gehen kann, wobei je nach den Umständen noch mit der Brandsohle eine Ausballmasse, bestehend aus der plastischen Masse, vorgesehen sein kann.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Fußunterlage, die durch Pressen unter Zusatz von Kautschukmilch und bis zu 15 °/a Schwefel in die gewünschte Form gebracht wird, ohne nach dem Pressen ihre elastische Eigenschaft einzubüßen, vulkanisiert wird. 3. -Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die plastischen Abstützungen und Ausgleichungen vermittels Blei- oder anderen Metallkügelchen zu Kontrollzwecken umrissen werden.
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Cited By (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE742948C (de) * 1936-07-06 1943-12-15 Atlas Ago Chem Fab Ag Orthopaedische Schuheinlagen bzw. orthopaedisches Schuhwerk
US4803989A (en) * 1988-02-08 1989-02-14 Collins Jack N Full width metatarsal pad
DE3841043A1 (de) * 1988-12-06 1990-08-02 Spuehl Ag Formteil mit korkanteil sowie verfahren und vorrichtung zu dessen herstellung
IT202000009838A1 (it) * 2020-05-05 2021-11-05 Gaittech S R L Componente per una calzatura.

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