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Einsatz zum Dämpfen, Dünsten und Auftragen der Speisen Die Erfindung
betrifft eine als Einsatz zum Dämpfen, Dünsten und Auftragen der Speisen bezeichnete
Einrichtung, die für die beiden erstgenannten Zwecke in dem Dampfbehälter eines
gewöhnlichen Kartoffeldämpfers über dessen Siebboden, durch den der Dampf zutritt,
aufgestellt wird und für die folgende Bestandteile kennzeichnend sind: i. ein Gefäß
aus Glas mit geschlossenem Boden und im oberen Teil durchlöcherter Seitenwandung,
2. ein zylinderförmiger Einsatz aus Glas ohne Boden, der in dem an erster Stelle
genannten Gefäß leicht herausnehmbar angeordnet ist, und 3. ein Deckel aus Glas,
der über dem Kranzteil der Seitenwanidung und dem zylinderförmigen Einsatz fest
aufliegt.
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Der zylinderförmige Einsatz soll bei aufgelegtem Deckel in demselben
Gefäß den Übergang vom Dämpfen zum Dünsten .ermöglichen. Die doppelte Seitenwandung
soll nach erfolgtem Dünsten die tischfertige Speise bis zum Verzehr warm halten.
Und das Gefäß mit Einsatz und Deckel soll auch zum Auftragen auf die Tafel dienen.
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Gegenüber den bekannten zweckverwandten Einrichtungen wird durch die
Erfindung das Verfahren der Zubereitung so verbessert, daß dies einen .großen diätetischen
Fortschritt bedeutet, womit sich der wirtschaftliche Vorteil verbindet, daß dieselbe
Einrichtung sich gleichzeitig für die genannten drei Zwecke eignet und mehrere Stücke
davon, in einem entsprechend größeren Kartoffeldämpfer vereinigt, keinen nennenswerten
Mehraufwand für die Heizung erfordern. Es kann somit die Mannigfaltigkeit der Speisen
in der Gesamtkost gesteigert werden, ohne in demselben Verhältnis mehr Heizkosten,
Zeit und Arbeit aufzuwenden.
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Die Technik der bekannten verschiedenartigen Einrichtungen für Koch-
und Dämpfzwecke entspricht nicht dem Stande der heutigen Ernährungswissenschaft,
insbesondere nicht den Ergebnissen der Mineralstoff- und Vitaminforschung. Im Koch-
oder Brübwasser erscheinen die Mineralstoffe aus dem organischen Gefüge herausgelöst
und stark verdünnt, was diätetisch sehr ungünstig ist. In dieser Beziehung ist das
Dämpfen, z. B. von Pellkartoffeln, günstiger. Doch werden durch das Dämpfen .bis
zur Gare die Vitamine größtenteils zerstört.
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Es war also eine Einrichtung zu schaffen, mit der in einem Arbeitsgange
rechtzeitig vom Dämpfen zum Dünsten übergegangen werden kann; rechtzeitig heißt
hierbei: ehe eine vitaminzerstörende Hitzewirkung eingetreten ist. Beim Dünsten
in Butter, Fett oder 01 umgeben sich die einzelnen Kartoffelstücke o. dgl.
mit einer Kruste, die für deren Inneres eine Schutzschicht gegen zu hohe Hitzewirkungl
@d@arstellt, so daß sie ihr natürliches Fruchtwasser behalten und ihre Vitamine
wirksam bleiben.
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Die neue Einrichtung setzt zum Gebrauch voraus, daß -ein gewöhnlicher
Haushaltskartoffeldämpfer
zur Verfügung steht. Sie wird in verschiedenen
Größen angefertigt, die den gängigen Größen der Kartoffeldämpfer entsprechen. Ein
Stück oder eine Vereinigung mehrerer Stücke .davon muß sich in den Dampfbehälter
eines Kartoffeldämpfers bequem hineinsetzen lassen. Das Einsatzgefäß kann mit Füßen
versehen sein oder es wird auf den Siebboden des Kartoffeldämpfers ein Ring aus
Glas gelegt, der das Einsatzgefäß in einem gewissen Abstand vom Siebboden hält.
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Die Einrichtung selbst besteht aus einem Gefäß aus Glas, dessen Boden
geschlossen ist, während dessen Seitenwandung im oberen Teil ringsum Löcher hat,
durch die der Dampf aus dem Dampfbehälter nach dem Gefäßinnern ebenso eindringen
kann wie durch die obere üffnung, -wenn kein Deckel aufgelegt ist. Oberhalb des
durchlöcherten Teils der Seitenwandung hat diese einen Kranzteil für die Deckelauflage
oder, falls zwei Stücke der neun Einrichtung vereinit werden, als Stützrand für
das obere zweite' Gefäß, dessen Boden dann ebenso wie ein Deckel das untere abschließt.
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Der zweite wesentliche Bestandteil der neuen Einrichtung -ist ein
zylinderförmiger Einsatz aus Glas ohne Boden von etwas geringerem Umfang als die
Seitenwandung des soeben beschriebenen Gefäßes im Kranzteil, so daß er sich bequem
hineinsetzen und leicht herausnehmen läßt. Der Manteldes zylinderförmigen Einsatzes
ist ebenso dick wie die Seitenwandung des . zugehörigen Gefäßes, aber nicht ganz
so hoch, damit bei aufgelegtem Deckel oder aufgesetztem zweiten Gefäß der Abschluß
des Inneren vollständig ist.
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Drittens gehört zu der neuen Einrichtung ein Deckel aus Glas, dessen
Umfang der inneren Weite !des Gefäßes nahe über dem Kranzteil der. Seitenwandung
entspricht.
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Der zylinderförmige Einsatz soll bei aufgelegtem Deckel den Dampfzutritt
nach dem Inneren, wo das Nahrungsgut lagert, verhindern, damit der heiße Dampf nur
noch von außen erhitzend und innen trockene Hitze dünstend -wirkt, nachdem Butter,
Fett @ orler Öl hinzugefügt wurde.
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Zubehörteile sind der oben bereits beschriebene Stützring aus Glas
und ein Bügel aus Metall, der nach außen federt und mit zwei Zapfen von innen in
zwei entsprechende Löcher der Seitenwandung faßt. Er soll sich leicht aufsetzen
und abnehmen lassen und eine bequeme Handhabung beim Hineinsetzen der Einrichtung
in den Dampfbehälter und beim Herausheben aus demselben ermöglichen.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung in einem
mittleren senkrechten Schnitt veranschaulicht, und zwar in der Vereinigung von zwei
Einsätzen. In der Abbildung vertritt der Boden des aufgesetzten Gefäßes für den
unteren Einsatz den Deckel, während der Einsatz im oberen Gefäß den Deckel
d trägt. Es bezeichnen a das Gefäß aus Glas, b den zylinderförmigen Einsatz
aus Glas, c Löcher in der Seitenwandung des Gefäßes a, d den Deckel aus Glas,
e den Kranzteil der Seitenwandung zur Dekkelauflage, f .den Stützring aus Glas,
g den Bügel aus Metall, lt die Löcher für die Zapfen des Bügels.
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Das Anwendungsgebiet für die Erfindung erstreckt sich auf alle privaten
Haushaltungen, öffentlichen Speisehäuser, Gastwirtschaften und Hotels, auf alle
Heilanstalten mit Küchenbetrieb und auf die Konservenfabriken, soweit sie die Gemüse
in ihrem eigenen Safte konservieren wollen.
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Der -wesentliche Fortschritt, der mit der Erfindung erzielt wird,
liegt darin, daß bei der Speisenzubereitung der Zeitbedarf verringert und das Verfahren
bedeutend verbessert wird.
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Schließlich liegt auch ein -wesentlicher Fortschritt in der Einfachheit
der Einzelteile, wodurch die Handhabung und Reinigung leicht gemacht wird, sowie
in der Vielseitigkeit der Verwendung, -womit sich eine größere Wirtschaftlichkeit
des Haushalts verbindet.