DE51165C - Kratzenbeschlag und Vorrichtung zur Herstellung desselben - Google Patents
Kratzenbeschlag und Vorrichtung zur Herstellung desselbenInfo
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B21—MECHANICAL METAL-WORKING WITHOUT ESSENTIALLY REMOVING MATERIAL; PUNCHING METAL
- B21F—WORKING OR PROCESSING OF METAL WIRE
- B21F45/00—Wire-working in the manufacture of other particular articles
- B21F45/10—Wire-working in the manufacture of other particular articles of cards for fabric-napping machines
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- Preliminary Treatment Of Fibers (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 49: Mechanische Metallbearbeitung.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 29. Juni 1889 ab.
Bei den gewöhnlichen Kratzenbeschlägen mit gleichmäfsiger Zahneintheilung kann die, Wolle,
Baumwolle oder anderer Faserstoff nur schwierig sich zwischen die Zähne eines Kratzenbandes
setzen, so dafs der Faserstoff gewissermafsen nur zwischen den einander entgegenarbeitenden
Organen gerollt wird und ein Kämmen desselben mehr oder weniger unvollkommen stattfindet,
auch mischen sich die aus dem Krätzenbande heraustretenden Unreinheiten mit dem/
Faserstoffe. Diejenigen Theile des Faserstoffes, welche sich in der Kratze festsetzen, gehen'
daraus nur äufserst schwierig wieder heraus, leiden darunter, die Fasern werden geschwächt
und zerrissen, wodurch viel Abfall für den Spinner sich ergiebt.
Die bisher verwendeten Beschläge, um Faserstoffe zu bearbeiten, sind mit regelmäfsig versetzten
Zähnen versehen, d. h. die Anzahl der Zähne auf dem Quadratcentimeter ist überall
dieselbe auf der ganzen Oberfläche eines Kratzenbandes, wie solches in Fig. 1 der beiliegenden
Zeichnungen ersichtlich ist. Die neuen Beschläge, discontinuirlich wellenartig genannt,
sind dagegen ungleich eingetheilt auf einem beliebigen Flächenraum, wie es die Fig. 2 zeigt.
Diese ungleiche Eintheilung kann derart sein, dafs auf eine gewisse Ausdehnung eine stetige
Abnahme der Zähnezahl erfolgt, was eine »Abwechselung« genannt werden soll, worauf dann
dieselbe Abwechselung in der gleichen Reihenfolge sich wiederholt, wie es aus der Fig. 12
sich ergiebt; oder aber es folgen sich je zwei Nachbarabwechselungen in umgekehrter Reihenfolge,
wie es die Fig. 13 erläutert, wodurch bei der graphischen Darstellung eine wellenartig
zunehmende und abnehmende Schattirung sich ergiebt.
Die Länge einer Welle oder Abwechselung der neuen Kratzenbeschläge vom weiten »hell«
bis zum engen »dunkel« kann nicht ein für alle Male formell festgestellt werden, 'da dieselbe
ganz allein von der Länge der Fasern abhängt, welche man zu bearbeiten hat.
Die Vbrtheile dieses neuen Beschlages sind
die folgenden:
i. Hier findet die Wolle, Baumwolle oder ein anderer Faserstoff, der in den Kratzenbeschlag
eingebracht wird, Platz, um in den Beschlag selbst einzudringen.
Es folgen bei der Arbeit in gleichen Zwischenräumen Abwechselungen mit ungleichen Zahneintheilungen,
so dafs weite,'offene Kratzenpartien mit engen, geschlossenen abwechseln.
Da die verschiedenen Organe einer Kämmmaschine in entgegengesetzter Richtung arbeiten,
so ergiebt' sich, dafs der Faserstoff die Unreinheiten, welche er enthält, in den weiten, offenen
Partien eines Kratzenbandes zurückläfst, selbst leicht zwischen die weit gestellten Zähne eindringt,
durch die eng gestellten Partien desselben Kratzenbandes darin zurückgehalten und
von dem in der anderen Richtung arbeitenden Kratzenorgan herausgezogen wird, so dafs ein
wirkliches Kämmen stattfindet.
Man erhält in der That ein ganz aufserordentliches Resultat gegenüber der bisherigen
Methode.
Die Baumwolle, Wolle oder ein anderer Faserstoff, welche derartig behandelt werden,
kommen .vollständig sauber aus der Kratze,
sind durchweg aufgearbeitet und beinahe fertig gekämmt.
2. Es zeigt sich, dafs die Faserstoffe, welche mit dem neuen Beschläge bearbeitet worden
sind, einen grofsen Vortheil besitzen, da sie nicht roh in der Kratze behandelt wurden,
sondern leicht gekrempelt und gekämmt worden sind; sie haben nichts von ihrer Faserlänge
eingebüfst, bleiben vielmehr unversehrt, so dafs es dem Spinner möglich ist, damit eine
oder mehrere Nummern feiner zu spinnen, und zwar mit demselben Rohmaterial, was in der Spinnerei von sehr grofser Bedeutung ist.
3. Die neuen Beschläge liefern weniger Abfall, als die bisher verwendeten Kratzenbeschläge,
da sie den Faserstoff nicht zerreifsen und nicht schwächen.
Die Kratzenbeschläge sind dazu bestimmt, die Organe einer Kratze, wie Trommeln,
Kämme, Arbeitszufuhr- und Reinigungswalzen, zu bekleiden und dienen dazu, die Wolle, die
Baumwolle, die Seide, den Hanf, die Jute, das Abwerg und alle faserigen Materialien im allgemeinen
zu krempeln. Diese neuen Beschläge können auf alle Gewebe und Materialien, je nach dem Bedürfnifs, sowohl mit feinen als mit
dicken Drahtnummern hergestellt werden.
Der neue Kratzenbeschlag wird mittelst einer mechanischen Vorrichtung fabricirt, wovon als
beliebiges Beispiel eine bestimmte Anordnung angeführt wenden soll. Der hierzu dienende
Apparat wird auf die gewöhnlichen Kardensetzmaschinen montirt, um damit die Beschläge
mit ungleicher Eintheilung zu erhalten.
Auf der beiliegenden Zeichnung giebt die Fig. 3 eine Gesammtansicht eines Theiles der
Maschine, woraus die Anwendung der Vorrichtung zur Herstellung des ungleich eingetheilten
Kratzen b esa tzes ersichtlich ist.
Die Fig. 4 bis 11 stellen je einzelne Theile der neuen Einrichtung dar. Will man die
jetzt gebräuchliche Maschine zum Setzen gewöhnlicher Karden, zum Setzen nach der
neuen Anordnung brauchbar machen, so bringt man auf dem Zahnrad A, genannt Sprungrad,
dessen Theilung regelmäfsig und sehr klein ist, zwei feste Greifer G G1 an, welche das Sprungrad
aufhalten, zum Zwecke, die Bewegung des ganzen Apparates zu sichern, welche zu rasch
sein oder bei grofser Geschwindigkeit rückwärts stattfinden könnte.
Man verbindet mit dem Sprungrad ein zweites Zahnrad B mit ungleicher Theilung, welches
den Zweck hat, eine gleichförmig beschleunigte Bewegung des Kratzenbeschlages hervorzubringen.
Weiter bringt man an dem Theilrade eine Scheibe oder ein Keilrad C an, bestimmt,
die Klinke D zu schieben, welche den ganzen Apparat bewegt, wenn sie mit der Rast
des Sperrrades zusammentrifft. Dieses Sperrrad bleibt so, wie es gegenwärtig bei den gewöhnlichen
Maschinen ist. Die Fig. 4 stellt die Verbindungsweise der Räder mit regelmäfsiger
und ungleicher Theilung dar, sowie den Keilansatz, um die Klinke zu bewegen, welche das
ungleich getheilte Rad vorwärts treibt.
Die Fig. 5 und 6 geben Ansichten des Keilansatzes C von vorn und von der Seite gesehen.
Die Fig. 7 giebt eine Ansicht des gewöhnlichen Rades A und der beiden festen
Greifer G G1. Die Fig. 8 giebt eine Ansicht des neuen getheilten Rades B und des Greifers E.
Die Fig. 9, 10 und 11 sind Ansichten der
Klinke D, welche den Greifer E des getheilten Rades B bewegt.
Die beschriebene Vorrichtung dient zur Herstellung von Kardengarnituren nach Fig. 2.
Um damit andere Garnituren (nach Fig. 13)
herzustellen, sind einige Organe verändert worden, welche in den Fig. 14 bis 16 dargestellt
sind.
Hier ist A das gewöhnliche Sprungrad von Kardensetzmaschinen mit gleicher Theilung auf
dem ganzen Umfange. B ist das Rad, welches zur Herstellung der wellenförmig ungleich getheilten
Karden hinzugefügt worden ist.
Dieses Rad, in Fig. 16 einzeln dargestellt, ist mit ungleicher Zahntheilung/versehen, in der
Weise, dafs die obere und untere Hälfte des Rades symmetrisch sind.
Dieses Rad B weist somit kein unmittelbares Ueberspringen der feinen Theilung in die weite
Theilung auf, wie das in Fig. 1 bis 16 dargestellte Theilrad. D ist hier der Greifer des
Theilrades B in gleicher Weise, wie in Fig. 1
bis 11.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:ι . Ein Kratzenbeschlag, gekennzeichnet durch den stetig zunehmenden oder wellenartig zunehmenden und abnehmbaren Abstand der Spitzenreihen.
- 2. Ein Schaltwerk zur Erzeugung der zur Herstellung des in Anspruch 1. gekennzeichneten Kratzenbeschlages nöthigen Bandbewegung in Kardensetzmaschinen, gekennzeichnet durch die Verbindung des Schaltrades A mit gleicher Theilung, des Schaltrades B mit Progressivtheilung, des Keilrades C und der den Greifer E des Schaltrades B bewegenden Klinke D.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE51165C true DE51165C (de) |
Family
ID=325955
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT51165D Expired - Lifetime DE51165C (de) | Kratzenbeschlag und Vorrichtung zur Herstellung desselben |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE51165C (de) |
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- DE DENDAT51165D patent/DE51165C/de not_active Expired - Lifetime
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