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Umlegen der Packungslappen Bei Packmaschinen ist es bereits bekannt,
den zur Verpackung dienenden Stoff um den zu verpackenden Gegenstand zunächst hochzuklappen
und alsdann über dem Gegenstand umzulegen. Das Hochfalzen und Umfalzen der Lappen
erfolgt im allgemeinen durch ortsfest angeordnete Falzei, an denen die Packung vorbeibewegt
wird:, so daß zwischen dein Falzei und' der Packung eine Reibung entsteht, die leicht
zu einer Verschiebung der umzulegenden Lappen gegenüber dem Paket führt.
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Es ist zwar schon vorgeschlagen worden, die Falzmittel auf einem Transportband,
also beweglich; anzuordnen und sie mit der Verpackung mitwandern zu lassen; hierbei
ist jedoch eine vollkommen andere Anordnung der Maschine erforderlich.
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Die vorliegende Erfindung bezweckt nun, den angegebenen Übelstand
dadurch zu beseitigen, daß das Umfalzorgan sich nur während der Falzarbeit mit der
Packung bewegt, und zwar mit der gleichen Geschwindigkeit wie diese, also relativ
zu der umzufalzenden Lasche stillsteht und nach der Falzarbeit in seine Anfangslage
zurückkehrt.
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Es ist zwar schon vielfach vorgeschlagen worden, Messer oder ähnliche
Organe mit einer Papierbahn während der Arbeitsbewegung mitzubewegen, um ein ununterbrochenes
Fördern zu ermöglichen; die Erfindung liegt jedoch in der Anwendung dieses an sich
bekannten Gedankens auf die hier vorliegenden Falzvorrichtungen. Diese Falzorgane
glaubte man deswegen bisher nicht beweglich machen zu sollen, weil von ihnen eine
besonders saubere Arbeit gefordert wird; denn es kommt auf eine ganz genaue Lage
der Lappen beim Umfalzen an, da diese sonst einreißen oder sich zusammendrücken
und dadurch der Packung ein unansehnliches Aussehen verleihen.
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Die Zeichnung zeigt beispielsweise drei Ausführungsformen der Erfindung,
und zwar ist Abb. i eine schematische Seitenansicht der ersten Ausführungsform;
Abb. 2 ist ein Grundriß dazu; Abb. 3 ist ein Schnitt durch Abb. i in Richtung der
Linie A-B und Abb. d. ein Schnitt durch Abb. 2 in Richtung der Linie C-D; Abb.5
bis 8 zeigen die zweite Ausführungsform, wobei wiederum Abb.5 eine Stirnansicht
teilweise im Schnitt ist, Abb. 6 ein Grundriß von Abb. 5, während die Abb. 7 und
8 der Abb. 5 entsprechen, aber die Vorrichtung in anderen Arbeitslagen zeigen.
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Die Abb.9 bis i2 schließlich zeigen eine dritte Ausführungsform, und
zwar ist Abb. 9 eine Stirnansicht der zum Hochfalzen bestimmten Einrichtung teilweise
im Schnitt, Abb. io ein Grundriß dazu, Abb. ii ist die gleiche Darstellung wie Abb.9,
jedoch bei anderer Lage der Falzvorrichtungen, während Abb. i2,eine Stirnansicht
teilweise im Schnitt der zugehörigen Einrichtung zum Umlegen der hochgefalzten Lappen
ist.
Bei der in A.bb. i bis 4 dargestellten Ausführungsform erfolgt
das Umfalzen durch schieberartige Einrichtungen. Auf der Antriebswelle i der Vorrichtung,
welche in zwei am Maschinengestell angeordneten Lagern :2 gelagert ist und die z.
B. durch das Kegelradpaar 3 von einer vom Hauptantrieb in Umdrehung versetzten Welke
3a angetrieben wird:, sind an ihren beiden Enden Kurvenscheiben q. angeordnet: Die
Kurvenscheiben dienen zum Bewegen zweier Hebelpaare 6 bzw. 6a, von denen das erstere
um Zapfen 35, das letztere um Zapfen 35a schwenkbar in Lagern 5 bzw. 5a gelagert
ist. Die Hebel 6 bzw. 6a sind Winkelhebel. An dem einen Hebelarm tragen sie Rollen
7 bzw. 7a, die mit den Kurvenscheiben q. zusammenarbeiten und eine Schwingbewegung
der Winkelhebel hervorrufen. Die Hebel 6 des einen Hebelpaares tragen an ihrem oberen
Ende je zwei vorzugsweise ballige Rollen 36, zwischen denen ein Stein 8 gelagert
ist. Die beiden Steine 8 sind durch ihre Drehzapfen 9 mit zwei waagerecht geführten
Schiebern io verbunden derart, daß bei einer Schwingbewegung des Hebels 6 die Schieber
io durch den Stein mitgenommen und in waagerechten Ebenen bewegt werden. Die Schieber
besitzen nun je zwei schräge Führungsschlitze i ia, mit denen sie um Führungsbolzen
i i fassen. Infolge dieser schrägen Schlitze werden die Schieber io bei ihrer Vorbewegung
durch die Hebel 6 gleichzeitig auch eine seitliche Bewegung gegeneinander bzw. auseinander
vornehmen. Die Angriffspunkte der Hebel 6 an den Schiebern io oder auch die Anordnung
der Hebel 6 auf ihrer Achse ist so getroffen, daß die beiden Schieber io ein wenig
gegeneinander versetzt sind, also z. B., wie in Abb. 2 gezeigt, der in dieser Abbildung
oben dargestellte Schieber früher in seine linke Endstellung kommt als der unten
gezeichnete Schieber.
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Das zweite Hebelpaar 6a ist an seinem oberen Ende gabelförmig ausgestaltet,
und jeder Hebel ümfaßt einen Zapfen i ob an :einem Schieber ioa. Die beiden Schieber
ioa sind in senkrechten Ebenen beweglich, geführt werden sie durch zwei schräge
Schlitze 1 ib, welche um Zapfen i ic fassen, so daß hier bei der Vorwärtsbewegung
der Schieber ioa durch die Hebel 6° gleichzeitig eine Auf- und Abwärtsbewegung der
beiden Schieber stattfindet. Die zu verpackenden Gegenstände, bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel ein aus zehn Stück bestehendes Päckchen von Zigaretten 12, werden
mit dem zur Verpackung dienenden Karton-, Pappstreifen o. dgl. auf einer Bahn 13
-zugeführt. An dieser Bahn bewegt sich eine Förderkette i¢ entlang, die mit Mitnehmern
i4.a versehen ist. Der umzufalzende Streifen liegt in der Längsrichtung der Zigaretten,
also in Abb. i senkrecht zur Papierebene. Das Paket wird zwischen der Bahn 13 und
einem dauernd bewegten Band 16 hindurchgeführt, welches seinen Antrieb durch die
Zahnräder 15 erhält und durch eine Spannrolle i5a gespannt gehalten wird.
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Die Arbeitsweise dieser Einrichtung ist demnach folgende: Das Zigarettenpaket
12 und der darunterliegende zum Einpacken dienende Karton-oder Papierstreifen i2a
wird in der insbesondere aus Abb. 3 ersichtlichen Weise auf der Bahn 13 vorgeschoben.
Sobald er oberhalb der Schieber ioa angelangt ist, bewegen sich diese Schieber durch
die Schwingbewegung der Hebel 611 in der Förderrichtung des Papierstreifens vorwärts
und gleichzeitig aufwärts. Infolgedessen werden die an den Stirnseiten des Zigarettenpapiers
überstehenden Lappen des Packstreifens i2a in die in Abb. 3 strichpunktiert gezeichnete
Lage hochgeschoben. In dieser Form wird das Paket durch das Förderband 16 weiter
vorgeschoben, bis es zwischen die beiden Schieber io gelangt. Alsdann beginnt der
Hebel 6 seine Schwingbewegung; er schiebt hierbei die Schieber io in der Förderrichtung
des Paketes, und zwar mit der gleichen Geschwindigkeit wie dieses vorwärts, wobei
sich die beiden Schieber io gleichzeitig in horizontaler Richtung über das Paket
bewegen. Die Anfangslage der Schieber gegenüber den hochstehenden Lappen ist aus
Abb. q. zu ersehen. Wenn sich nun die beiden Schieber io gegeneinanderbewegen, so
werden die hochstehenden Lappen des Packstreifens i2a nach innen niedergeklappt,
so daß sie sich oben auf das Paket auflegen. Da der eine der beiden Schieber io
voreilt, so wird der von ihm bediente Lappen zuerst niedergelegt werden; es wird
dadurch verhindert, daß die Lappen infolge gleichzeitiger Niederbewegung gegeneinanderstoßen
und sich gegenseitig behindern.
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Bei der in Abb. 5 bis 8 dargestellten Aus- -führungsform sind die
Schieber io und ioa durch Klappen ersetzt. Die Klappen sind zweiteilig; sie bestehen
aus den beiden Teilen 2o und 21, welche durch eine Achse 22 gelenkig miteinander
verbunden sind. Auf der Achse 22 sitzt eine Feder 23, die die beiden Teile in der
aus Abb. 5 ersichtlichen Lage zu erhalten bestrebt ist, d. h. so, daß sie eine ebene
Fläche bilden. Der Teil 2o der Klappe ist um eine Achse i9 schwingbar an einem Führungsstück
18 befestigt. Eine auf der Achse i9 angeordnete Feder 24 ist bestrebt, i den Teil
2o (Abb. 5) in der Uhrzeigerrichtung zu drehen. Hierbei legt sich ein mit
dem
Teil 2o verbundener Arm äoa, welcher an seinem freien Ende eine Rolle 31b trägt,
mit dieser Rolle gegen eine Führungsbahn 25, und die Rolle wird durch die Feder
24 in Eingriff mit dieser Lahn 25 gehalten. Das Führungsstück 18 ist an einer Förderkette
17 befestigt, welche sich mit der gleichen Geschwindigkeit wie die zum Vorschub
des Paketes 12 dienende, mit Anschlägen 37a versehene Förderkette 37 dreht. Es ist
zu jeder Seite der Förderkette 37 je eine Kette 17 vorgesehen, und jede dieser beiden
Ketten 17 trägt so viel Führungsstücke 18 nebst daran befestigten Klappen, als die
Förderkette 37 Mitnehmer 3711 besitzt. Wenn demnach ein Paket 12 nebst dem Barunterliegenden
umzufalzenden Papier- oder Kartonstreifen 12a von der Förderkette vorgeschoben wird,
so liegt jedesmal der zu beiden Seiten über das Paket überstehende Teil des umzulegenden
Papierstreifens auf dem zusammengehörigen Klappenpaar auf.
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Die Führung 25, welche in Abb. 5 nur im Schnitt dargestellt ist, verläuft
über die ganze Länge des oberen Trums der Förderkette. Es ist natürlich für
jede Seite eine solche Führungsbahn 25 vorgesehen, und die Bahnen verlaufen so gekrümmt,
daß sie den Arm 2oa und damit die Klappe 2o in der nachstehend angegebenen Weise
steuern.
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An der aus Abb. 5 ersichtlichen Stelle der Vorschubbahn des Paketes
hat die Führungsbahn eine solche Form, daß sie die Klappe 20 horizontal hält, so
daß sich der zu falzende Streifen i2a flach auflegen kann. Von da an verläuft die
Bahn 25 allmählich nach außen, bis sie im Ouerschnitt die aus Abb. 7 ersichtliche
Lage eingenommen hat. Während der Bewegung der Rollen 31b über die Bahnen 25 von
der in Abb. 5 dargestellten Stellung in die in Abb. 7 dargestellte Stellung werden
die Klappen 20 entgegen der Wirkung der Federn 2.4 nach oben gedreht und dabei der
zu falzende Papier- oder Pappstreifen i2a in die aus Ahb. 7 ersichtliche Lage hochgeklappt.
Nunmehr behält die Bahn 25 diese Lage bei, und es beginnen neue Führungsschienen
26, die sich gegen den Rücken des oberen Klappenteiles 21 legen. Diese Führungsschienen
26 nähern sich allmählich einander und drehen sich dabei um 9o° in die aus Abb.
8 ersichtliche Lage, so daß beim Weitervorrücken des Paketes 12 die Klappenteile
21 umgelegt werden und schließlich in die in Abb. 8 gezeichnete Lage gelangen, in
welcher sie die hochstehenden Lappen des zu falzenden Papp- oder Papierstreifens
auf das Paket niedergeklappt haben. Natürlich Mann man auch hier die beiden Bahnen
26 so gegeneinander versetzen, daß die eine Klappe 21, also in Abb. 8 die linke
Klappe, voreilt, damit sich die beiden Lappen richtig übereinanderlegen können.
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Schließlich ist in Abb. 9 bis 12 noch eine Ausführungsform gezeigt,
bei welcher das Utnfalzen durch umlaufende Nockenscheiben erfolgt. Die Förderkette
für die Pakete ist hier mit 27 bezeichnet; sie trägt die Mitnehmer 27a die das Paket
12 vorschieben. Zu beiden Seiten der Förderbahn sind nun Lager 29 vorgesehen, in
welchen die Wellen 30 gelagert sind. Jede dieser beiden Wellen trägt eine
Scheibe 31, die mit einem allmählich ansteigenden Kranz 31a versehen ist. Die Oberfläche
der Nockenscheibe i liegt bündig mit der Förderbahn 38, auf welcher das Paket 12
nebst dem Barunterliegenden umzufalzenden Streifen i2a vorgeschoben wird. Der Streifen
schiebt sich demnach, wie aus Abb. i o zu ersehen ist, mit seinen rechts und links
überstehenden Lappen über die Scheiben 31. Sobald er ein Stück über die Scheiben
hinübergegangen ist, beginnt sich der ansteigende Teil des Kranzes unter ihn zu
legen und hebt den Lappen allmählich an. Der Kranz wirkt zunächst mit seiner Oberfläche
und dann allmählich mit seiner zylindrischen Fläche, bis er schließlich bei der
aus Abb. i i ersichtlichen Stellung der Scheibe 31a die hochzubiegenden Lappen des
umzufalzenden Streifens 12a in die dort ersichtliche Lage hochgefalzt hat. Das Paket
wird nun so umgefalzt weitergeschafft und gelangt nun zwischen zwei Scheiben 32,
deren Innenflächen so angeordnet sind, daß die hochgefalzten Teile des Papier- oder
Pappstreifens ,2a zwischen sie eintreten können. Die beiden Scheiben 32 sind wiederum
mit Nockenkränzen 32a versehen; sie sitzen auf Achsen 3.1, welche in an der Führung
38 befestigten Lagern 33 gelagert sind. Diese Nockenscheiben wirken genau so wie
die vorher beschriebenen Scheiben 31, d. h. sobald die hochstehenden Papp- oder
Papierstreifen zwischen die inneren Flächen der Scheiben 31 eingetreten sind,, beginnt
der schräge Teil der Kränze 32a auf sie einzuwirken und legt sie allmählich nach
innen urn, bis schließlich, wenn die Kränze mit ihrer zylindrischen Umfläche wirken,
der zu falzende Streifen die aus Abb. 12 ersichtliche Lage einnimmt. Auch hier kann
man natürlich wiederum die beiden Scheiben 32 bzw. die Kränze auf den Scheiben 32
gegeneinander versetzt anordnen, um zu erzielen, daß sich die beiden Lappen nacheinander
umlegen.
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Alle drei Ausführungsbeispiele haben gemeinsam, daß während des Falzens
keine Relativbewegung zwischen dem zu falzenden Streifen und dem Falzorgan stattfindet,
vielmehr sich das Falzorgan mit der gleichen Geschwindigkeit und in der gleichen
Richtung
bewegt wie das Paket, so daß keine Relativbewegung zwischen
Paket und Falzorgan stattfindet. Es muß infolgedessen auch die Umlaufsgeschwindigkeit
der Scheiben 31 und 32 entsprechend geregelt werden.
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Bei den Ausführungsformen nach Abb.5 bis 8 und 9 bis i2 kann zum Halten
der Pakete nach oben hin ebenfalls ein Führungsband entsprechend dem Band 16 in
Abb. i und 2 dienen.