DE508783C - Verfahren zur Herstellung von resorbierbarem Naehmaterial fuer chirurgische Zwecke - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von resorbierbarem Naehmaterial fuer chirurgische Zwecke

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DE508783C
DE508783C DEB126441D DEB0126441D DE508783C DE 508783 C DE508783 C DE 508783C DE B126441 D DEB126441 D DE B126441D DE B0126441 D DEB0126441 D DE B0126441D DE 508783 C DE508783 C DE 508783C
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61LMETHODS OR APPARATUS FOR STERILISING MATERIALS OR OBJECTS IN GENERAL; DISINFECTION, STERILISATION OR DEODORISATION OF AIR; CHEMICAL ASPECTS OF BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES; MATERIALS FOR BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES
    • A61L17/00Materials for surgical sutures or for ligaturing blood vessels ; Materials for prostheses or catheters
    • A61L17/06At least partially resorbable materials
    • A61L17/08At least partially resorbable materials of animal origin, e.g. catgut, collagen

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  • Meat, Egg Or Seafood Products (AREA)

Description

  • Verfahren. zur Herstellung von resorbierbarem Nähmaterial für chirurgische Zwecke Es ist vorgeschlagen worden, aus denjenigen tierischen Sehnen, die sich am Ende der Muskeln befinden und diese mit den Knochen verbinden, dadurch chirurgische Nähfäden herzustellen, daß man diese Sehnenteile trocknet und die durch Zerreißen entstandenen Fasern verspinnt. Zur Ausführung dieses bekannten, praktisch jedoch unausführbaren Verfahrens müßte man das die Sehnen einschließende Muskelfleisch zerfetzen und abtrennen; um die Sehnen bloßlegen und heraustrennen zu können. Bei diesem Bloßlegen und Heraustrennen müssen die schlüpfrigen Sehnen mit den Händen sehr fest erfaßt werden. Diese intensive Bearbeitung der Sehnen ist zudem äußerst schwierig und muß kunstgerecht geraume Zeit hindurch von Hand erfolgen. Wenn auch die schließlich zur Verarbeitung fertigen Sehnen von Natur aus leimarm sind, so werden sie durch diese umständliche und lange Zeit hindurch betriebene intensive Bearbeitung von Hand derart infiziert, daß sie als einwandfreies Ausgangsmaterial keinesfalls mehr anzusprechen sind. Denn die Hand, insbesondere die des Schlächters, ist stets so bakterienbeladen, daß die damit so intensiv behandelten Sehnen unbedingt infiziert werden. Das frische tierische Gewebe aber ist der natürliche und weitaus beste Nährboden für Bakterien, auf dem diese leicht und sehr schnell in die gefürchtete Dauerform (Sporen) übergehen. Die Sporen sind auf tierischem Gewebe überhaupt nicht mehr einwandfrei abzutöten, ohne daß das Gewebe z. B. durch Hitze oder Chemikalien zerstört wird. Es entstehen infolgedessen bei der Gewinnung und Verarbeitung der Sehnen ähnliche Mißstände wie bei der Verarbeitung von Hammeldarm, der ja auch nicht einwandfrei zu sterilisieren ist. Ein weiterer Nachteil der Sehnenverarbeitung liegt darin, daß ein einzelnes Tier so wenig Sehnen liefert, däß zur fabrikmäßigen Herstellung das Sammeln der Sehnen in fremden Fleischereibetrieben notwendig wäre, wodurch auch aus diesem Grunde dieselben infektiösen Verhältnisse eintreten würden wie beim Sammeln des Hammeldarms.
  • Gemäß der Erfindung werden die Nachteile dadurch vermieden, daß - wie es für Textilzwecke schon vorgeschlagen wurde -die chirurgischen Nähfäden anstatt aus Sehnen aus frischem Muskelfleisch hergestellt werden. Dann ist es nämlich möglich, das Fleisch ohne Zerfetzen und ohne Bearbeitung von Hand nunmehr in zusammenhängenden Teilen ohne den geringsten Zeitverlust unmittelbar nach dem Schlachten rein maschinell, d.li. keimarm, weiterzubehandeln. Da ein Tier etwa t iomal so viel Fleisch liefert wie Sehnen, so fällt jegliches Sammeln fort und dadurch auch jegliche Gefahr für Infektion und Sporenbildung. Der aus Fleischfasern hergestellte resorbierbare chirurgische Nähfaden hat außerdem den wesentlichen Vorteil, daß man ihn kochen kann; und daß er von jeder Flüssigkeit, in die man ihn einbringt, völlig durchdrungen wird, insbesondere also auch von der Kochflüssigkeit. Bekanntlich ist das lochen bei den bisher gebräuchlichen resorbierbaren tierischen Geweben, wie Katgut, Sehnensträngen, Tierblasen, Arterien usw., unmöglich, weil die Struktur dieser Stoffe dabei vernichtet wird. Außerdem wird z. B. der -Katgutfaden bekanntlich selbst nach tagelangem Liegen in einer Flüssigkeit von dieser nicht zuverlässig durchdrungen. Dieser Mangel der bisher gebräuchlichen tierischen Gewebe wird in der Chirurgie außerordentlich stark empfunden, weil dort als Regel gilt, däß alles, was gekocht ist, einwandfrei steril und uribedenklich zu verwenden ist. Der Arzt kann den resorbierbaren Fleischfaserfaden, also kurz vor der Operation, genau so wie bisher den Seidenfaden, gegebenenfalls zu seiner eigenen Sicherheit kochen und mit kochender Flüssigkeit durchdringen. Eigentümlicherweise bewirkt das lochen des Fleischfaserfadens nicht etwa eine nachteilige Veränderung oder gar Vernichtung seiner Struktur. Vielmehr wird ganz im Gegenteil - und das ist der dritte wesentliche Vorteil - durch das lochen die Zugfestigkeit des Fleischfaserfadens außerordentlich erhöht: Diese Fäden und Gewebestoffe aus Muskelfleisch werden in üblicher Weise, aber von Grund auf unter sterilen Bedingungen hergestellt, dergestalt, däß dem Müskelfl"eisch zunächst das Blutserum und gewisse Eiweißstoffe durch Auslaugen oder auf andere Weise entzogen werden, und daß dann das Ausgangsmaterial während der Zurichtung Sterilisations- und Härtungsprozessen, z. B. mit Formalin-, Chromsäure-, Jodlösungen oder anderen Stoffen, unterworfen wird, daß ferner während des Spinnens und Webens die Keimarmut des Stoffes gewahrt bleibt; und daß endlich das fertige Gespinst oder Gewebe durch anschließende oder zu beliebiger Zeit angewandte Schlußsterilisation gebrauchsfähig gemacht wnd. So werden z. B. die unter strengster Wahrung der von vornherein vorhandenen Keimarmut gewonnenen Fleischfasern, wenn nötig; zuerst mit Tetrachlorkohlenstoff (C Cl j) entfettet; dann in schwacher Formalinlösung sterilisiert und gegerbt. Nach dem Trocknen werden die Fasern unter möglichster Vermeidung der Keimübertragung verspönnen und die fertigen Gespinste dann nochmals einem geeigneten Sterilisationsprozeß unterworfen, der sie völlig keimfrei macht. Die Keimfreimachung kann durch chemische Stoffe; durch Einwirkung von Hitze oder auf andere Weise, gemäß der Erfindung sogar durch Kochen, erfolgen. Die Gespinste oder Gewebestoffe können homogenisiert oder unhomogenisiert Verwendung finden. Auch können gesponnene feine Fäden zu stärkeren Fäden zusammengedreht oder verflochten werden.
  • Zur Ausführung des Verfahrens entnimmt man z. B. einem frisch geschlachteten gesunden Pferde Muskelfleisch und zerschneidet es; zweckmäßig händefrei, mittels Maschinen. Etwa I5o kg Fleischteile legt man in etwa zoo 1 einer schwachen Säurelösung unter I5° C .''(z. B. a,3prozentige Essigsäure); spült mit klarem Wasser nach und wiederholt den Vorgang nach Bedarf. Die ausgelaugten Fleischteile lassen sich in einer einprozentigen wässerigen Formalinlösung gerben. Darauf werden sie getrocknet und auf Maschinen geklopft und zerzupft, so daß das Abfallmehl von den reinen Fasern sich trennt. Die gewonnenen Fasern werden in Tetrachlorkohlenstoff, Aceton o. dgl. entfettet, auf Textilmaschinen bis zur Spinnfähigkeit verfeinert, versponnen und verzwirnt. Die Sterilisation erfolgt, ähnlich wie beim Katgut, z. B'. durch Einlegen in eine ö,3prozentige Jodlösung auf die Dauer von 3 bis q. Tagen.

Claims (1)

  1. PATrNTANSPRUCI3 ; Verfahren zur Herstellung von resorbierbarem Nähmaterial für chirurgische Zwecke; dadurch gekennzeichnet, daß frisches Muskelfleisch in an sich.bekannter Weise, jedoch unter Anwendung von Sterilisationsmitteln, auf Fäden versponnen wird.
DEB126441D 1926-07-16 1926-07-16 Verfahren zur Herstellung von resorbierbarem Naehmaterial fuer chirurgische Zwecke Expired DE508783C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE756992C (de) * 1936-02-07 1952-07-10 Koninklijke Pharma Fab Nv Resorbierbare Tampons in Gestalt von Kapseln, Binden u. dgl.

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE756992C (de) * 1936-02-07 1952-07-10 Koninklijke Pharma Fab Nv Resorbierbare Tampons in Gestalt von Kapseln, Binden u. dgl.

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