DE642968C - Verfahren zur Sterilisation von chirurgischem Naehmaterial - Google Patents

Verfahren zur Sterilisation von chirurgischem Naehmaterial

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DE642968C
DE642968C DER74184D DER0074184D DE642968C DE 642968 C DE642968 C DE 642968C DE R74184 D DER74184 D DE R74184D DE R0074184 D DER0074184 D DE R0074184D DE 642968 C DE642968 C DE 642968C
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DE
Germany
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sterilization
catgut
sewing material
surgical sewing
incubated
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Expired
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DER74184D
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English (en)
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GlaxoSmithKline Biologicals Dresden
Original Assignee
Saechsisches Serumwerk Dresden
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Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61LMETHODS OR APPARATUS FOR STERILISING MATERIALS OR OBJECTS IN GENERAL; DISINFECTION, STERILISATION OR DEODORISATION OF AIR; CHEMICAL ASPECTS OF BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES; MATERIALS FOR BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES
    • A61L17/00Materials for surgical sutures or for ligaturing blood vessels ; Materials for prostheses or catheters
    • A61L17/06At least partially resorbable materials
    • A61L17/08At least partially resorbable materials of animal origin, e.g. catgut, collagen

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  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Surgery (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • Epidemiology (AREA)
  • Animal Behavior & Ethology (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Public Health (AREA)
  • Veterinary Medicine (AREA)
  • Apparatus For Disinfection Or Sterilisation (AREA)

Description

  • Verfahren zur Sterilisation von chirurgischem Nähmaterial Bisher versuchte man die Sterilität von chirurgischem Nähmaterial durch Einwirkung von Chemikalien oder durch thermische Einflüsse zu erreichen. Die Untersuchung auf Keimfreiheit erstreckte sich allgemein nur auf die Untersuchung kleiner Teile (etwa i bis z% O) der Fertipvare. Dies geschah dadurch, daß man kleine Stücke beispielsweise des Catguts in eine Nährflüssigkeit brachte und sie dört seine gewisse Zeitlang der Temperatur des menschlichen Körpers (37°C) aussetzte. Der Grund, warum nur kleine Teile untersucht wurden, liegt darin, daß durch die Nährflüssigkeit das Material nach der Untersuchung in seiner Struktur so verändert (verseicht) ist, daß es aus rein mechanischen Gründen (geringe Zugfestigkeit) als chirurgisches Nähmaterial unbrauchbar wird. Es bestand mit anderen Worten keine Möglichkeit, das gesamte Material zu prüfen; man war vielmehr auf Stichproben kleiner Teile beschränkt, die nach der Untersuchung wertlos waren. Die aus der Sterilität von etwa i bis z% O gezogene Folgerung, daß auch der übrige nicht untersuchte Faden steril sein müsse, ist auf Grund jahrelanger Erfahrungen und Untersuchungen als Selbsttäuschung anzunehmen.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren erstrebt die bakteriologische Untersuchung auf die gesamte Länge des später als Nähmaterial verwendeten Fadens in Verbindung mit einer fraktionierten Sterilisierung und bietet dadurch Gewähr für die vollständige Sterilität der in den Handel gebrachten Ware. -Der Vorgang bei der Herstellung von Catgut nach dem erfindungsgemäßen Verfahren ist beispielsweise bei seiner Einschaltung in die Schlußsterilisation folgender: Die gespaltenen Darmteile werden . vorsterilisiert und dann gedreht. Hierauf folgt beispielsweise eine zweite Sterilisation, wozu alle chemischen und physikalischen Mittel Verwendung finden können, soweit man sie dem Catgut wieder ohne erhebliche Veränderung des Fadens entziehen kann. Bim Jodcatgut geschieht dies z. B. so, daß man in absteigender Alkoholreihe langsam dem wasserarmen Gewebe wieder Wasser zufügt. Sobald der Wassergehalt des jodfreien Fadens entsprechend ist, kommt nun der Faden in ganzer Länge in eine Nährflüssigkeit. Es sind nun Flüssigkeiten bekannt, die duxch Zusatz von sterilen tierischen oder menschlichen Organstücken ;ergänzt werden. Da das durch den bisherigen Fabrikationsvorgang in seinem Wassergehalt zum Nährboden geeignet gemachte Catgut nun, unter sauerstoffarme Bedingungen kommt, könen, wie nachgewiesen wurde, Keime, die durch die vorherige Sterilisation geschwächt und.nicht getötet waren, rascher auskeimen, so daß die an sich bei manchen Catgutsorten schädliche Aufenthaltsdauer in Nährflüssigkeiten verkürzt wird. Ferner wird durch den Zusatz von Organstücken erreicht, daß in den Nährflüssigkeiten eine dem menschlichen Körper ähnliche, Wasserstoffionen- und O-Konzentration ent-" steht, die das Auskeimen und Ank2iiren vnii Sporen ermöglicht, andererseits jedoch dfe Wiederverwandlung in Sporen unmöglich macht oder verzögert. So ist z. B. bekannt, daß der auch im Catgut anzutreffende Milzbrandbazillus im tierischen und menschlichen Georebe zwar- aus der Sporenform in die vegetative Form, von der vegetativen Form nicht aber in die Sporenform gelangen kann. Somit sind für die Bebrütung einerseits und für die Weiterverarbeitung des Catguts andererseits optimale Bedingungen erreicht. Die Bebrütung geschieht je nach Keimgehalt des Rohcatguts zwischen 22 und 37' auf die Dauer von 4 Tagen und länger.
  • Das bisher so behandelte Catgut, das in ganzer Länge bakteriologisch untersucht ist, könnte allenfalls nur noch lebende Sporenbildner in einem Zustand enthalten, der es auch schwächeren Chemikalien gestatten würde, sie, ohne die Struktur des Fadens anzugreifen, abzutöten.
  • Einerseits um dies zu erreichen, andererseits urn das Wasser dem Faden zu entziehen, wird nun ein in der Histologie geübtes Verfahren der schoiicndsten Wasserüntziehung mit einem Sterilisationsvorgang verbunden. Beispielsweise gestaltet sich beim Jodcatgut dieser Vorgang so, daß das Lebrütete Catgtit in die sogenannte Flemmingsche Lösung und anschließend in die sogenannte aufsteigende Alkoholreihe, etwa 5o-, 6o-, o-, Soo Eigen und schließlich absoluten Alkohol mit entsprechenden Zusätzen von Sterilisationsmitteln kommt. Zur Sterilisation können nunmehr alle gebräuchlichen Mittel zur Anwendung kommen. Dieser Vorgang entspricht in Verbindung mit der geschilderten Bebrütung und der Vorsterilisation einer fraktionierten Sterilisierung, wobei durch einen langsamen Wasserentzug die Erhaltung der Struktur, Zugfestigkeit und Dehnung nicht wesentlich leidet, wie aus folgenden Versuchsbeispielen hervorgeht:
    i _ 3 -j 5
    Durchmesser Nr. fe, Zug- Dehnung fe7 4keit
    ta@,aul m m I;@ cm Norm
    3-2 31 32 0 3300 7,3 2,900
    35 32 32 0 3,100 6,o 2,900
    32 34 34 0 3,60o 7,7 2,900
    33 33 34 0 4#200 9,2 2,goo
    34 34 33 0 -1,30o 1o,0 2,900
    34 34 33 0 I -1.100 9,5 2,900
    B.
    3 -+ 5
    " -Durchme,sur Nr. f-e t keit Dehnung te tigkeit
    <K.stel m m 1::.# ein Norm
    . 32 32 34 0 3,10 0 6,7 2,900
    32 32 29 0 3,80o 8,0 2,900
    31 33 31 0 4,200 9,5 2,900
    33 31 33 0 3900 8,8 2,900
    32 32 34 0 5400 10,2 2,900
    32 32 33 0 5700 1o,6 2,900
    Die unter A aufgeführten Versuche haben das erfindungsgemäße Verfahren nicht, die unter B haben es durchlaufen. Es zeigt sich somit aus diesen Versuchsbeispielen, daß die Vorgänge der Quellung und Entquellung gegebenenfalls mehrmals wiederholt werden können, da die Zugfestigkeit immer noch über der Norm liegt. Es ist auch möglich, das Catgut in entsprechender Form als Stern, Knäuel usw. den ganzen Vorgang durchlaufen zu lassen, so daß nach Abschluß des Verfahrens das Material vollkommen steril verpackt werden kann, ohne daß es weiter mit den Händen usw. in Berührung kommt.
  • Schaltet man die geschilderte Bebrütutig und fraktionierte Sterilisierung an anderer Stelle des gesamten Verfahrens ein, beispielsweise vor der Vorsterilisation oder zwischen Vor- und Nachsterilisation, so kann man es nochmals am Ende der Fabrikation, wie im geschilderten Versuchsbeispiel niedergelegt, wiederholen.
  • Uni die Bedeutung des erfindungsgemäßen Verfahrens für die menschliche Gesundheit zu beleuchten, sei darauf hingewiesen, daß Catgut eine Schicht des Hammeldarmes ist. Im Hammeldarm befinden sich die gefährlichsten Wundinfektionserreger, wie Tetanus, malignes Oedein, Milzbrand, Gasbrand, Streptokokken und Staphylokokken und sogenannte Erdbazillen der verschiedensten Virulenzabstufungen. Jeder Fachmann weiß, daß es äußerst schwierig ist, den Darm von diesen Erregern vollständig zu befreien.
  • Zusammenfassend ist hervorzuheben, daß das erfindungsgemäße Verfahren die fraktionierte Sterilisation des gesamten Materials ermöglicht, wodurch die widerstandsfähigsten Sporen vernichtet und ein parenteral einzuverleibendes Mittel (steriles Nähmaterial) gewonnen wird, das in der Gesamtmasse vollständig bakteriologisch auf Keimfreiheit untersucht ist.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Sterilisation von chirurgischem Nähmaterial, wie z. B. Catgut, Seide oder Silkw orm, unter gleichzeitiger Prüfung auf Heimfreiheit durch Bebrütung in Nährflüssigkeit, dadurch gekennzeichnet, daß man das gesamte vorsterilisierte Material in ganzer Länge in einer optimalen Nährflüssigkeit bebrütet, dem Gewebe anschließend durch an sich bekannte, in der Histologie geübte Methoden das Wasser entzieht und alsdann das Material mit Sterilisationsmitteln behandelt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch t, dadurch gekennzeichnet, daß nach der zum Zwecke des Auskeimens der Sporen erfolgten Bebrütung die Sterilisierung mehrmals wiederholt wird (fraktionierte Sterilisation).
DER74184D 1928-03-31 1928-03-31 Verfahren zur Sterilisation von chirurgischem Naehmaterial Expired DE642968C (de)

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