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Einrichtung zum Unterdrücken der Norgenschaltung bei Schaltuhren mit
teils nur von Hand einzustellenden und teils astronomisch sich verstellenden Schaltstiften
Bei Schaltuhren mit sogenannten astronomischen Tagesscheiben ist es bekannt geworden,
durch Verstellen des einen der an einer Schaltung beteiligten Stifte durch eine
astronomische Einrichtung solche Einschaltzeiten zti unterdrücken, die als zu kurze
Zeitspannen nicht mehr annehmbar sind. Man verhindert also zu bestimmten Zeiten
Schaltungen dadurch, daß Schaltstifte gegenseitig wirkungslos gemacht werden. Auf
dieseWeise hat man Unterdrückungen sogenannter .Abendschaltungen bewirkt.
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Gegenstand der Erfindung ist eine Einrichtung zum Unterdrücken der
Morgenschaltung bei Schaltuhren mit teils nur von Hand einzustellenden und teils
astronomisch sich verstellenden Schaltstiften. Hier liegen von vornherein die räumlichen
Verhältnisse ganz anders, als wenn man die Aufgabe zu lösen hat, eine Abendschaltung
zu unterdrücken. Der Grund für diese veränderten Verhältnisse ist darin zu sehen,
daß von vornherein der Gestaltung der Schaltstifte, etwa reiterförmiger Gebilde,
bestimmte Bedingungen auferlegt sind, die bei der Anordnung beweglicher Stifte an
astronomischen Hebeln nicht vorliegen.
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Die- Unterdrückung der Morgenschaltung ist von besonderer wirtschaftlicher
Bedeutung für die weitaus meisten Kulturländer, denn diese liegen in Breitengraden,
dic eine nach Möglichkeit weit zu treibende Verkürzung der Morgenschaltung zwingend
fordern, -um einen unnötigen Stromverbrauch zu verhindern. Dies ist von besonderer
Bedeutung für die Fälle, in denen die in Rede stehenden Schaltuhren bei Einrichtungen
für die Zwecke der Straßenbeleuchtung verwendet werden.
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Nach der Erfindung ist ein von Hand einzustellender Schaltstift mittels
einer Reiteranordnung an der Tagesscheibe derart befestigt, daß er entgegen der
bei einem Schaltvorgang entstehenden Kraft in der zum Einleiten dieses Schaltvorgangs
gehörigen Kreisbahn gehalten und durch einen astronoinisch sich verstellenden Stift
aus jenerKreisbalin herausbewegt wird.
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Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, wobei von
der Schaltuhr nur das, was zum Verständnis der Erfindung absolut notwendig scheint,
dargestellt ist.
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Fig. r ist eine Ansicht von vorn und Fig. 2 eine Ansicht von links
auf Fig. I gesehen. Die Fig. 3 bis j zeigen eine Einzelheit in größerem Maßstabe
in Ansicht und im Schnitt.
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r ist die vordere Platine einer Schaltuhr, an der in üblicher Weise
mittels eines Bolzens a eine Tagesscheibe 3 drehbar sitzt. Diese Tagesscheibe 3
ist mit einer 3 X 12
Stunden enthaltenden Skala 4. versehen, deren Moinentanwerte
mittels eines auf dein Bolzen
-= festen Zeigers 5 abgelesen werden
können. Die Tagesscheibe 3 ist mittels eines Zahnrades 6 von dem in der Zeichnung
nicht gezeigten Uhrwerk der Schaltuhr so angetrieben, daß sie in 24. Stunden eine
Umdrehung macht. Es sei hier erwähnt, daß in der' Zeichnung der Zeiger, aus Gründen
der besseren Darstellungsmöglichkeit zu seiner wirklichen Lage etwas nach links
verdreht gezeichnet ist, in Wirklichkeit muß er so eingestellt werden, daß die Zeit,
welche er auf der Skala4 anzeigt, mit dem Moment, wo ein später noch beschriebener
Schaltstern 16; 17 betätigt wird, übereinstimmt.
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Auf der Tagesscheibe 3 ist eine Scheibe 7 befestigt, an welcher astronomisch
verstellte-Hebel 8 und g geführt sind, welche Hebel in bekannter Weise durch eine
Kurvenscheibe io gesteuert werden, welche mittels eines Getriebes i i eine Verdrehung
gegenüber der Tagesscheibe um eine Umdrehung pro Jahr erhält. An den Hebeln 8, g
sitzen einstellbare Schaltstifte 12, 13. An der Tagesscheibe 3 selbst sitzen zwei
Schaltstifte 14. und 15.
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Die Schaltstifte 12, 13, 14, 15 wirken auf den Schaltstern 16, - 17,
welcher -aus zwei Rauten besteht, die zueinander um go° verdreht sind- Mit dem Schaltstern
16, 17 -sitzt auf dessen Achse i8 ein Nocken ig fest, der auf einen Schalter 2o
wirkt, welch letzterer durch Leitungen 2o', 2o" an einen Stromkreis angeschlossen
ist. Die Schaltstifte ia, 13, 1.1, 15 wirken paarweise mit dem Schaltstern 16, 17
zusammen, und -zwar einerseits diejenigen 12 und 14 sowie anderseits diejenigen
13 und 15, d. h. je ein astronomisch verstellter und ein zu den Bezeichnungen der
Tagesscheibe fixierter.
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Der Stift 14., welcher einen der letzterwähnten Stifte darstellt,
ist nicht fest an einem ihn in üblicher Weise tragenden Reiter 21, sondern er sitzt
an einer Lasche a2. Diese Lasche a2 ist in einem Schlitz 23 geführt, welcher durch
Stehbolzen 24. zwischen der Rückseite des Reiters 21 und einer Platine 25 _gebildet
ist. Die Lasche 22 ist mittels eines Schlitzes 26 an einem Bolzen 27 .gelagert und
steht unter dem Einfluß einer Feder 28. Die Feder 28 und der Schlitz 26 verlaufen
so in schräger Richtung, daß sie die Lasche 22 mit einer Schulter 29 unter einem
am Reiter 21 festen Anschlag 30 liegend zu halten suchen, in welcher Lage der Lasche
deren Schlitz 26 reit seinem rechten oberen Ende am Bolzen 27 liegt. Dieser
Lage der Lasche 22 entspricht die Arbeitslage des Stiftes 14..
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Die Arbeitsweise des Stiftes 14, der im Ausführungsbeispiel in einer
Morgenschaltung Verwendung findet, ist, von der in Fig. i gezeichneten Stellung
ausgehend, folgende: Der Schaltstern 16, 17 befindet sich mit dem Nocken ig in einer
Lage, derzufolge der Schalter 2o geöffnet ist. Im Verlauf der Drehung der Tagesscheibe
3 kommt der Schaltstift 14 gegen den Teil 17 des Schaltsternes 16, 17 zu liegen.
Da der hierbei entstehende Druck auf den Schaltstift 14 entgegen der Drehrichtung
der Tagesscheibe 3 wirkt, hält der Anschlag 3o die Lasche 22 in ihrer Lage zur Tagesscheibe
fest, so daß der Stift 14 den Schaltstern 16, 17 dreht und der Nocken i9 den Schalter
2o schließt. Eine auf der Zeichnung nicht dargestellte Einrichtung bekannter Art
bewirkt, daß sich bei dem beschriebenen Schaltungsvorgang der Schaltstern um eine
Vierteldrehung dreht, so daß der Schalter 2o durch den Nocken ig geschlossen bleibt
und der Teil 16 des Schaltsternes 16, 17 in die Bewegungsbahn der Schaltstifte 12,
13, 14, 15 kommt. -Der Stellung, des Reiters 21 zur Tagesscheibe 3 nach der--Zeichnung
entsprechend, ist der Schalter 20. um 6 Uhr morgens geschlossen worden. Da sich
der astronomisch verstellte Stift 12 gerade bei der Zahl 8 der Skala befindet, wird
um 8 Uhr morgens dieser Stift r2 den -Schaltstern 16, 17 um eine Viertelumdrehung
Weiterkippen, so daß der NTocken ig den Schalter 20 wieder öffnet. Die beiden Stifte
13 und 15 bewirken dann in der Folge in der üblichen Weise ein nochmaliges Ein-
und Ausschalten des durch den Schalter 2o gesteuerten Stromkreises.
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Gegen den Sommer hin rückt nun der astronomisch verstellte Stift iz
dem Stifte 1.4 immer näher, dadurch die Einschaltdauer am Morgen immer mehr verkürzend,
bis etwa dann, wenn die Einschaltzeit annähernd auf Stunden gekürzt ist, eine schräge
Fläche 31 des Trägers des Stiftes 12, in der Bewegungsrichtung der Tagesscheibe
3 auf den Stift 14. trifft und diesen entgegen der Wirkung der Feder 28 bewegt.
Hierbei verschiebt sich die Lasche 22 mit ihrem Schlitz 26 an dem Bolzen 27, und
die Schulter 29 der Lasche 22 gleitet unter dem Anschlag 30 weg, wodurch die Lasche
22 zum Schwenken um den Bolzen 27 frei wird (Stellung nach Fig. 5) und die schräge
Fläche 31 den Stift i--. aus seiner normalen Bahn heraushebt.
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Kommt nun der Stift 14 in die Gegend des Teiles 17 des Schaltsternes,
so kommt er nicht mit dem Schaltstern in Berührung und läßt diesen dadurch unberührt.
Da der Stift i2 nur mit dem vor dem Teil i7 liegenden Teil 16 des Schaltsternes
zusammenwirkt und dieser Teil 16 mangels Drehung des Schaltsternes nicht in die
Bewegungsbahn des Stiftes 12 gelangte, beeinflußt dieser den Schaltstern im Verlauf
der Drehung der Tagesscheibe auch nicht, so daß die Morgenschaltung ganz unterdrückt
wird.
Bewegen sich die astronomischen Schaltstifte rz und
13 wieder im Sinne der Verlängerung der Einschaltdauer, so gleitet im gegebenen
Moment der Stift 14 wieder von dem Träger des Stiftes 12 herab, und die Feder 28
zieht die Lasche 22 wieder in die ursprüngliche Lage, dabei die Schulter 29 unter
dem Anschlag 30 verriegelnd.
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Durch die beschriebene Ausgestaltung astronomischer Schaltuhren wird
also in den Sommermonaten durch Unterdrückung einer dann überflüssigen Schaltung
eine Stromersparnis erzielt.