DE48629C - Neuerungen an Apparaten zum Comprimiren von mit einer Flüssigkeit gemischten gasförmigen Fluiden - Google Patents
Neuerungen an Apparaten zum Comprimiren von mit einer Flüssigkeit gemischten gasförmigen FluidenInfo
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F25—REFRIGERATION OR COOLING; COMBINED HEATING AND REFRIGERATION SYSTEMS; HEAT PUMP SYSTEMS; MANUFACTURE OR STORAGE OF ICE; LIQUEFACTION SOLIDIFICATION OF GASES
- F25B—REFRIGERATION MACHINES, PLANTS OR SYSTEMS; COMBINED HEATING AND REFRIGERATION SYSTEMS; HEAT PUMP SYSTEMS
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Fluiden.
Vorliegende Erfindung behandelt die Construction eines Apparates zum Comprimiren
von Gas, Luft oder einem anderen gasförmigen Fluidum, wenn mit demselben in dem Compressor
OeI, Wasser oder eine Flüssigkeit gemischt ist, und bezweckt speciell, das überflüssige
OeI, Wasser etc. aus dem Compressor zu entfernen und die Flüssigkeit zu kühlen,
ehe sie nach dem Compressor zurückgeleitet wird.
Der Apparat dient vorzugsweise zum Comprimiren von Ammoniakgas, und als Flüssigkeit
kommt zweckmäfsig ein aus Petroleum gewonnenes OeI zur Anwendung, auf welche
Fluida in der nachstehenden Beschreibung Bezug genommen werden soll. Der Apparat
kann aber auch zum Comprimiren von Luft oder irgend einem anderen Gas benutzt werden,
und als Flüssigkeit zur Ausfüllung der schädlichen Räume des Compressors kann Wasser, Glycerin oder eine andere passende
Flüssigkeit dienen, so dafs eine Schmierung der Theile des Apparates und aufserdem ein
Flüssigkeitsverschlufs der Ventile und Packungen erzielt wird. Es ist gebräuchlich, die schädlichen
Räume in Gascompressionsmaschinen mit OeI anzufüllen, so dafs der Kolben, obgleich
er am Ende seines jedesmaligen Hubes nicht die Cylinderdeckel berührt, doch das comprimirte
Gas austreibt. Um dies in wirksamer Weise auszuführen, mufs OeI an jedem Cylinderende
zugeführt werden; bei doppelt wirkender Maschine mufs die Zuführung in der Zeit stattfinden,
welche der Kolben zur Ausführung des Doppelhubes gebraucht, d.h. kurz nach dem Verlassen des einen Cylinders und vor
dem Zurückkehren zu demselben Ende; da in dem Cylinder ein wenig mehr OeI vorhanden
ist, als zur Ausfüllung der schädlichen Räume unbedingt erforderlich ist, so wird bei jedem
Hub OeI ausgetrieben. Wenn der Kolben gegen das OeI anschlagen würde, nachdem die Auslafskanäle
geschlossen sind, oder nachdem der Kolben über die Auslafskanäle hinübergetreten
ist und diese geschlossen sind, wüVde entweder der Kolben oder der Cylinderdeckel nachgeben
müssen, wenn die.Maschine und die lebendige Kraft des Schwungrades stark genug sind, um
den Kolben in Bewegung zu erhalten, und gewöhnlich sind die Maschinen so kräftig gebaut,
dafs das letztere eintritt.
Die der Erfindung zu Grunde liegende Vorrichtung soll nun diesem Uebelstande abhelfen;
sie wird zweckmäfsig an dem unteren Ende eines verticalen, doppelt wirkenden Compressors
angebracht, obgleich sie ebenso zweckmäfsig in Verbindung mit den Enden eines einfach
oder doppelt wirkenden horizontalen Compressors oder an dem unteren Ende eines verticalen, einfach wirkenden. Compressors vorgesehen
werden kann, welcher Gas beim Niedergang des Kolbens comprimirt.
Fig. ι der beiliegenden Zeichnung zeigt in Ansicht als Beispiel eine Eismaschine mit der
den Compressor H bethätigenden Dampfmaschine x, dem Condensator W und OeI-kühler
/.
Fig. 2 zeigt in fheüweisem Schnitt und theilweiser
Ansicht den Oelkühler und die OeI- und Gaskanäle im vergrößerten Mafsstabe.
Fig. 3 zeigt ebenfalls in vergröfsertem Mafsstabe einen Schnitt durch einen doppelt wirkenden
verticalen Compressor mit seinen Verbindungen und Ventilen.
Dieser Compressor ist an seinem oberen Ende mit einem oder mehreren Auslafsventilen C
und aufserdem mit wenigstens zwei Einlafsventilen A und B, Fig. 3, versehen, von denen
eines an jedem Ende liegt. Das grofse Auslafsventil C ruht auf einem Sitz unten in einem
domartigen Aufsatz, der mit dem Auslafsrohr EH1, Fig. i, in Verbindung steht, das nach
dem unteren Ende des Compressors geht und mit Auslafsventilen D1 und D2, Fig. 3, versehen
ist. Es müssen wenigstens zwei solcher Ventile vorhanden sein, obgleich auch mehrere
derselben in Reihen so angeordnet werden können, dafs die Kanäle der einen Reihe über
diejenigen der anderen Reihe in den Cylinder führen. Die Kanäle dieser Auslafsventile können
an den Stellen, wo sie in den Cylinder eintreten, mit spiralförmigen Flügeln versehen sein,
welche mit der Cylinderbohrung bündig liegen, so dafs eine Beschädigung der Dichtungsringe
des Kolbens nicht stattfinden kann. Von dem Auslafsrohr wird das OeI und comprimirte Gas
durch ein Rohr H* weiter fortgeleitet. Die bis jetzt beschriebene Einrichtung weicht von
den gebräuchlichen Maschinen dieser Art nur durch die Anordnung doppelter Exhaustventile
am unteren Ende des Compressors ab. Der Kolben G besteht aus zwei durch die Kolbenstange
getrennt gehaltenen Theilen, welche eine Kammer einschliefsen und mit Dichtungsringen
oder gewöhnlicher Packung versehen sind. Die Kammer ist nach den Wandungen des Cylinders
hin offen. In dem unteren Theil des Kolbens sind ein oder mehrere Ventilsitze angeordnet,
von denen jeder mit einem sich nach oben öffnenden Ventil M und vortheilhaft mit
einer schwachen, das Ventil herabdrückenden Feder versehen ist. Die geöffneten Ventile verbinden
den Raum unter dem Kolben mit der von den beiden Theilen desselben gebildeten Kammer.
Das Ventil Z)2 liegt ein wenig über dem unteren Ende des Compressors, und die Dicke
des unteren Kolbentheiles ist gegen die Entfernung zwischen den beiden Kanälen der
Ventile D x und D 2 so bemessen, dafs die
obere Kanalöffnung freigegeben wird, ehe der untere Kanal ganz geschlossen ist. Der unter
dem unteren Exhaustvenfil gelegene Theil des Cylinders wird während des Betriebes der Maschine
mit OeI angefüllt, wobei die aufwärts gerichtete Krümmung des Einlafsrohres verhindert,
dafs dieses OeI beim Hochgehen des Kolbens ausfliefst. Wenn der Kolben bei
seinem Niedergange das Gas in dem Cylinder so stark comprimirt hat, dafs sich die Auslafsventile
öffnen, so strömt comprimirtes Gas durch beide Ventilöffnungen aus, bis der untere
Theil des Kolbens den oberen Ventilkanal ab ■ schliefst, so dafs nur Gas durch den unteren
Kanal geht. Beim Weitergange des Kolbens wird der obere Kanal wieder frei und Gas,
sowie etwas OeI kann durch beide Kanäle austreten. Wenn der untere Kanal durch den
Kolben ganz oder auch nur theilweise abgeschlossen wird und der Kolben auf das OeI
drückt, so wird OeI und Gas oder auch nur das OeI allein das Ventil oder die Ventile in
dem Kolben hochheben, so dafs es in die Kammer zwischen den beiden Theilen des
Kolbens und von hier durch das vom Kolben freigegebene Auslafsventil in das Auslafsrohr
treten kann. Der obere Theil des Kolbens ist so weit von dem unteren Theil desselben entfernt,
dafs der obere Auslafskanal erst bei Beendigung des Hubes von dem oberen Kolbentheil
ganz oder theilweise gedeckt wird. Wenn danach der Kolben auf das OeI drückt, so ist
stets ein offener Auslafs für den Ueberschufs an OeI vorhanden, so dafs alle Gefahr des
Durchschlagene des Cylinderdeckels vermieden ist, und aufserdem ist die Construction eine
solche, dafs immer genügend OeI unter dem Kolben bleibt, um den schädlichen Raum auszufüllen.
Bei den doppelt wirkenden Maschinen mufs OeI bei jedem Kolbenhube an den Enden
des Cylinders durch die Bohrungen h1 h2 zugeführt
werden, was auf die einfachste und bequemste WTeise unter Druck von einem Behälter
aus durch einen Hahn oder Mefsapparat bewirkt werden kann.
Die Kühlung des aus dem Compressor ausgetretenen Oeles etc. vor dem Zurückkehren
zum Compressor geschieht in folgender Weise:
Das Gemisch von OeI und Gas wird von dem Auslafsrohr nach dem Gefäfs I geführt,
wo das heifse OeI sich von dem comprimirten Gas mechanisch trennt; das OeI sinkt nach
unten und das comprimirte Gas geht nach oben und fliefst durch das Rohr I1, Fig. 1,
nach den Condensator W ab, wo es gekühlt wird und in flüssigen Zustand übergeht. Die
Flüssigkeit wird dann nach den Expansionsschlangen übergeführt, wo sie unter Wärmeabsorption
wieder gasförmig wird. Das Gas nimmt gewöhnlich nicht alle Wärme auf, welche es in den Expansionsschlangen hätte aufnehmen
können. Dieser Umstand wird dadurch nutzbar gemacht, dafs das expandirte Gas, anstatt es
zwecks wiederholter Verdichtung, wie üblich, direct dem Compressor zuzuführen, ganz oder
theilweise durch Röhren i i i geleitet wird, welche in dem Gefäfs I angeordnet sind. Durch
das Rohr P, Fig. 2, wird das Gas von der
Expansionsschlange fortgeleitet, geht ganz oder theilweise durch das Ventil /2, dann aufwärts
durch die Röhren i i i und durch das Ventil J3 in das Rohr P1 und hierauf zu den Einlafsvenfilen
des Compressors. Werden die Ventile J2 J3 ganz oder theilweise oder auch nur
einzeln geschlossen und wird das Ventil J1 geöffnet,
so geht das ganze oder auch nur ein Theil des expandirten Gases durch das Rohr J
in das Rohr P1 und hierauf zu der Pumpe oder dem Compressor.
Das expandirte Gas nimmt beim Durchfliefsen durch die Röhren die überschüssige
Wärme des Oeles auf und kühlt dasselbe ab, wobei der Abkühlungsgrad in gewissen Grenzen
dadurch regulirt werden kann, dafs ein gröfserer oder kleinerer Theil der ganzen Gasmenge durch
die Röhren i i i, wie oben beschrieben, geschickt wird.
Es kann jeder andere zweckmäfsige Behälter zum Abscheiden des Oeles und Gases Verwendung
finden, aufserdem kann auch das expandirte Gas in einem Mantel um das OeI
herumgeführt werden, anstatt dasselbe durch die Röhren i zu leiten.
Es hat sich durch praktische Erfahrungen herausgestellt, dafs es zweckmäfsig ist, wenn
das OeI nach dem Verlassen und vor dem Zurückkehren in den Compressor abgekühlt
wird.
Die Abkühlung des Oeles in der vorbeschriebenen Weise macht Kühlwasser entbehrlich.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:
An einem Apparat zum Comprimiren vonmit Flüssigkeit gemischten gasförmigen Fluiden folgende Einrichtungen:ι. Die Anordnung eines mit einer geschlossenen Kammer, sowie mit sich nach letzterer hin öffnenden Ventilen M versehenen Kolbens G, Fig. 3, in der Weise, dafs beim Niedergange des Kolbens und bei event. Abschlufs des unteren der beiden über einander liegenden Ventile £)2 bezw. D1, Fig. 3, das obere Ventil durch die mittelst des Ueberdruckes gehobenen Kolbenventile mit der sich unter dem Kolben befindenden Flüssigkeit in Verbindung gebracht wird, zum Zweck, einen ungehinderten Abschlufs der geprefsten Flüssigkeit möglich zu machen. - 2. In Verbindung mit der Einrichtung gemäfs Anspruch 1. die Vorrichtung zum Kühlen des in dem Oelkühler enthaltenen OeI-gemisches, darin bestehend, dafs das expandirte, zu dem Compressor zurückkehrende Gas nach Mafsgabe des zu erzielenden Kühleffectes ganz oder theilweise durch die in dem Oelkühler angebrachten Kühlrohre i i i, Fig. 2, bezw. durch Ventil J1 und Rohr /, Fig. 2, zu dem Compressor geleitet wird.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE48629C true DE48629C (de) |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT48629D Expired - Lifetime DE48629C (de) | Neuerungen an Apparaten zum Comprimiren von mit einer Flüssigkeit gemischten gasförmigen Fluiden |
Country Status (1)
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- DE DENDAT48629D patent/DE48629C/de not_active Expired - Lifetime
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