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Vorrichtung zum Anhalten elektrisch angetriebener Schuhwerknähmaschinen
u. dgl. in einem bestimmten Punkt des Arbeitskreislaufes Bei Schuhwerknähmaschinen
und ähnlichen Maschinen tritt die Aufgabe auf, bei Vollendung des Werkstückes die
Geschwindigkeit der Hauptwelle zu vermindern und sie an einem bestimmten Punkt des
Arbeitskreislaufes zum Stillstand zu bringen, beispielsweise dann, wenn die Nadel
frei vom Werkstück und dem Faden ist.
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Gegenstand vorliegender Erfindung ist nun eine Einrichtung, bei welcher
diese Aufgabe bei Maschinen mit elektrischem Einzelantrieb durch einen besonders
eingerichteten elektrischen Schalter erzielt wird, welcher beim Abstellen ein Bremsen
durch Änderung des Drehmomentes des Antriebsmotors und evtl. durch Umstellung erzielt.
Auch während der Arbeit kann es erwünscht sein, die Geschwindigkeit zu vermindern,
beispielsweise wenn schwierige Stellen des Werkstückes bearbeitet werden. Zu diesem
Zweck dienen zwei weitere, auf den gleichen Motor wirkende Schalter.
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Die Erfindung kann auch bei ganz automatischen Maschinen angewandt
werden, bei denen das Abstellen ohne Eingriff des Arbeiters erfolgt.
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In -der Zeichnung ist als Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der
Erfindung eine Durchnähmaschine gewählt, von welcher nur die wichtigsten Teile angedeutet
sind.
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Abb. r zeigt in Seitenansicht den Maschinenfuß mit der darin angebrachten
Antriebs-und Abstellvorrichtung.
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Abb. a zeigt teilweise im Schnitt ein Ende der Anker- oder Rotorwelle.
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Abb. 3 zeigt in größerem Maßstabe die an der Maschinensäule angebrachte
Anordnung zum Umschalten des Motors auf hohe oder, geringe Geschwindigkeit während
des Betriebes.
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Abb. q. ist eine Seitenansicht der Antriebs-und Abstellvorrichtung
von der linken Seite der Abb. r gesehen.
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Abb. 5 ist ein Grundriß zur Abb. q..
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Abb. 6 ist ein Schnitt durch die Antriebs-und Abstellvorrichtung in
einer senkrechten Ebene durch die Achse des zum Vorwärts-, Rückwärts- und Abschalten
des Stromes dienenden Schalters.
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Abb. 7 zeigt Einzelheiten.
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Abb. 8 ist ein. Schnitt senkrecht zur Ebene der Abb.6, etwa nach der
Linie 8-8 der Abb. g.
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Abb, 9 ist ein Schnitt nach Linie 9-9 der Abb. B.
Abb.
io zeigt schaubildlich einige Hauptteile der Vorrichtung zum Antrieb und Abstellen.
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Abb. i i zeigt schaubildlich einen Teil des Schalters zum Vorwärts-,
Rückwärts- und Abschalten.
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Abb. 12 zeigt schaubildlich eine Einzelheit dieses Schalters.
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Abb. 13 ist ein Schnitt durch diesen Schalter, senkrecht zur
Schalterachse.
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Abb. 14 ist ein ähnlicher Schnitt, aber in einer anderen Ebene.
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Abb. 15, 16 und 17 zeigen im einzelnen dien Antrieb
des Schnell- und Langsamschalters und des Vorwärts-, Rückwärts- und Abschalters
von dem Trethebel der Maschine.
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Abb. 15 zeigt die Teile bei halb gesenktem Trethebel, Abb.
16 die Teile im Ruhezustand, Abb. 17 die Stellung der Teile bei vollständig niedergedrücktem
Trethebel und schnellem Lauf vorwärts.
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Abb. 18 ist ein Schnitt nach Linie 18- 18
der
Abb. 6.
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Abb. ig, 2o, 21 und 22 erläutern das Schaltschema unter Voraussetzung
eines Drehstrommotors mit zwei Geschwindigkeiten.
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Der zum Antrieb dienende Elektromotor ist im unteren Teil der Maschinensäule
25 angebracht und besitzt eine Feldwicklung 23 und einen Anker oder Läufer 24. Die
Läuferwelle 26 liegt in Kugellagern 2 7 und treibt-an einem Ende mittels
Kegelräder 28,:29 eine senkrechte Welle 3o, die zum Antrieb der im Maschinenhorn
befindlichen Teile dient. Das andere Ende ist durch Kegelräder 31, 32 mit
einer senkrechten: Welle 33 verbunden; 'durch welche die Haupt-oder Exzenterwell:e
im Kopf der Maschine in Drehung versetzt wird. Um das Anlassen und Abstellen des
Motors zu steuern, dient ein Schalter, welcher teilweise vom Anlaßtrethebel und
teilweise von einer Welle bewegt wird, die von- der Motorwelle getrieben wird. Dieser
Schalter soll Vorwärts-, Rückwärts- und Abschalter genannt werden. Ferner ist ein
Schalter vorgesehen, welcher beim Anlassen und Abstellen eine hohe oder niedrige
Geschwindigkeit des Motors herbeiführt und gänzlich von dem Trethebel gesteuert
wird. Dieser Schalter soll Anlaßwechselschalter genannt werden. Diese beiden Schalter
besitzen Schaltmesser und Kontaktfedern, welche in Gehäusen 34 und 35 (Abb. i) eingeschlossen
sind. Jeder Schalter besitzt eine Mehrzahl von Schaltmessern 36 (Abb. 6 und 7),
die auf einer Trommel 38 befestigt sind und mit federnden Kontaktplatten 39 zusammenwirken.
Die Messer 36 sind zweckmäßig über Kreuz verbunden, und die Kontaktplatten 39 sind
mit den Zuleitungsdrähten des Motors verbunden. Die ' Kontaktplatten 39 sitzen an
Winkelstücken 40 (Abb. 7), an welchen Stifte 41 angeschlossen sind, deren hintere
Enden in Muffenkontakte 42 der Zuleitungsdrähte eintreten. Die Trommel 38 des Schalters
ist auf einer Welle 43 be-
festigt, deren inneres Ende durch Blöcke 45, 46
mit einer Welle 52 gekuppelt ist (Abb. 6). Die Welle 43 ist in einer geflanschten
Muffe47 gelagert, die an einem isolierenden Sockel 48 befestigt ist, der auch die
Winkelplatten 4o zur Befestigung der Kontaktplatten 39 trägt und lösbar mit einem
am Maschinengestell sitzenden Block 5o befestigt ist, in den die Zuleitungsdrähte
eingeführt sind (Abb. 6 und 7), Der Block 50 ist lösbar mit einem Block 51
verbunden, der an der Maschinensäule befestigt ist. Diese Bauordnung erleichtert
das Abnehmen und Anbringen des Schalters.
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Insoweit sind die beiden erwähnten Schalter gleicher Bauart. Der Vorwärts-,
Rückwärts- und Abschalter (Abb. 6) kann einerseits vom Anlaßhebel der Maschine und
andererseits von der Läuferwelle des Motors aus umgeschaltet werden. Die Schaltwelle
52, welche mit der Schalttrommel gekuppelt ist, ist in einer geflanschten Muffe
53 ,gelagert, die an dem Block 5 1 befestigt ist, und ihr Ende ist durch
einen Querkeil mit einem Stück 54 verbunden, welches; um. die bei elektrischen Schaltern
notwendige rasche Unterbrechung der Kontakte herbeizuführen, rasch aus einer Stellung
in die andere gedreht werden kann und daher Schnappglied heißen soll. Dieses Schnappglied
ist durch eine Spiralfeder 55 (Abb. 9, 13 und 14) mit einem Antriebsglied
verbunden, welches aus baulichen Rücksichten zweiteilig gemacht ist. Der eine Teil
besteht aus einer Muffe mit Kurvenscheiben 56, 57, die auf der Nabe des Schnappgliedes
und in einer Bohrung des Blockes 51 gelagert ist. Der andere Teil des Antriebsgliedes
besteht aus drei Scheiben 58, 59 und 6o (Abb. 6, 9 und io). Die Scheiben 58 und
59 bilden ein Stück mit einer Muffe 61, welches lose auf einer Welle 62 drehbar
ist, und die Scheibe 6o ist am Umfang mit der Scheibe 59 verbunden und mit einer
Nabe versehen, die auf der Welle 62 und im Block 5 i gelagert ist und Kupplungszähne
besitzt, welche die Verbindung mit der Nabe der Scheiben 58, 59 herstellen. Die
Welle 62 ist im Maschinengestell gelagert und faßt mit dem Ende in die die Kurvenscheiben
56 und 57 tragende Muffe hinein (Abh. 9). Am entgegengesetzten Ende ist die Welle
62 mit einem Schraubenrad 63 versehen, welches in Eingriff mit einem Schraubenrad
64 auf der Läuferwelle steht, so -daB die Welle 62, -solange der Motor läuft, gleichmäßig
im bestimmten Zeitverhältnis zum Läufer des Motors und den Wellen der Nähmaschine
umgetrieben wird. Das Übersetzungsver
-hältnis kann so gewählt werden,
daß beispielsweise die Welle 62 eine vollständige Umdrehung macht, während die Exzenterwelle-
der Nähmaschine fünf Umdrehungen vollendet.
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Die die Schalter umsteuernde Vorrichtung, welche die Scheiben 58,
59, 6o, 56 und 57 umfaßt, kann entweder durch den Anlaßtrethebel oder durch die
Welle 62 betätigt werden. Die Steuerung durch den- Trethebel stellt den Schalter
für den Vorwärtslauf ein, und eine Steuerung durch die Welle 62 stellt den Schalter
aus der Stellung für Vorwärtslauf in die Stellung für Rückwärtslauf um. Diese Bewegung
des Schalterantriebes durch die Welle 62 speichert ferner genügend Kraft in der
Feder 55 auf, damit der Schalter in die »Aus«-Stellung oder Unterbrechungsstellung
bewegt wird, sobald der Läufer des Motors zum Stillstand kommt und seine Rückwärtsbewegung
beginnt. Bei der Drehung des Schalters aus der »Aus«-Stellung in die »Vorwärts«-,
»Rückwärts«- und »Aus«-Stellung macht die Antriebsvorrichtung eine halbe Umdrehung.
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Die Verbindung zwischen diesem Schalter und dem Anlaßtrethebel umfaßt
einen mit Rolle 65 (Abb. 8, 1o, 15, 16 und 17)- versehenen dreiarmigen Hebel
66. Ein Arm dieses Hebels 66 ist durch eine Stange 67 mit einem Hebel 68
im Maschinenfuß verbunden, dessen vorderes Ende durch Zahnbögen mit dem hinteren
Ende des Fußhebels 69 verbunden ist. Beim Niederdrücken des Fußhebels wird die Stange
67 niedergedrückt und die Rolle 65 aufwärts bewegt. Die Ruhelage der Teile bei stillstehender
Maschine ist in Abb. 16 dargestellt. Beim Niederdrücken des Trethebels bewegt sich
die Rolle 65 aus dieser Stellung aufwärts, zuerst in die Stellung Abb. 15 und schließlich
in die Stellung Abb. 17. Dabei trifft die Rolle 65 gegen eine von zwei gerade gegenüberliegenden
konkaven Flächen 7o an der Scheibe 58 der Antriebsvorrichtung für den Schalter und
bewegt dieses Glied so weit, daß der Schalter für den Vorwärtslauf umgestellt wird.
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Die Bewegung des Schalters von der Welle 62 aus geschieht durch ein
Schaltrad 71 (Abb. 6, 8, 9, l o, 15, 16 und 17) auf der Welle 62 und damit zusammenwirkende
Schaltklinken 72, 72a an der Scheibe 59. Das Schaltrad liegt zwischen den beiden
Scheiben 59 und 6o, und jede Schaltklinke besitzt einen seitlichen Vorsprung 73,
73a, der durch einen Schlitz der Scheibe 6o hindurchragt --und in eine Kurvennut
7 4 des ortsfesten Blockes 51 eingreift (Abb. 6, 9 und 18). Wenn die Maschine abgestellt
ist, werden durch diese Kurvennut die Klinken 72, 72a außer Eingriff mit dem Schaltrad
gehalten (Abb.16 und 18). Ein Hebel 75 (Abb. 8, 9 und 18) ist in einem Ausschnitt
des Blockes 51 drehbar und mit einer Nut 76 versehen, welche eine Fortsetzung der
Kurvennut 74 bildet. Beim Anlassen der Maschine wird der Hebel 75 niedergedrückt,
so daß seine Nut 76 vor den äußeren Teil der Kurvennut 74 tritt und den Vorsprung
73a der unteren Schaltklinke aufnehmen kann, wenn das Antriebsglied des Schalters
durch den Anlaßtrethebel in die in Abb. 17 gezeichnete Lage gedreht wird.
Diese Bewegung des Hebels 75 wird durch die Rolle 65 hervorgebracht, ehe die Drehung
des Schalterantriebes eintritt, und zwar durch einen Hebel 77, der am Block
51 drehbar ist und eine gekrümmte Fläche 78 besitzt, gegen welche die Rolle 65 trifft.
Die Bewegung des Hebels 77 wird auf den Hebel 75 durch Zahnbögen 79 übertragen.
Solange die Maschine läuft, werden die Klinken 72, 72a außer Eingriff mit dem Schaltrad
71 gehalten, wobei der Vorsprung 73 der oberen Klinke im hohen Teil der Kurvennut
74 und der Vorsprung 73a der unteren Klinke in der Nut 76 des Hebels 75 liegen,
welcher zu dieser Zeit niedergedrückt ist.
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Wenn die Maschine abgestellt werden soll, geht der freigegebene Trethebel
nach oben und bewirkt, daß der Hebel 66 mit der Rolle 65 sich aus der Stellung
Abb. 17 in die Stellung Abb. 16 bewegt. Während dieser Bewegung wird eine Rückwärtsbewegung
des Antriebsgliedes des Schalters durch eine Sperrklinke 8o verhindert, welche hinter
einen Sperrzahn an der Scheibe 59 einfällt. Wenn sich die Rolle 65 ihrer untersten
Stellung nähert, trifft sie gegen einen Arm 81 des Hebels 77 und dreht diesen so,
daß der Hebel 75 in die Stellung Abb. 18 gehoben wird. Dadurch kommt die untere
Schaltklinke 72a in. Eingriff mit dem Schaltrad 71, und die Nut76 des Hebels gelangt
in die Verlängerung des unteren Teiles der Kurvennut 74. Das Schaltrad 71 dreht
sich mit der Welle 62, und sobald ein Zahn des Schaltrades mit der Klinke zusammentrifft,
wird das Antriebsglied des Schalters mitgenommen. Bei dieser Bewegung gelangt der
Vorsprung 73a der unteren Klinke in den tiefen Teil der Kurvennut 74, und die Bewegung
des Antriebsgliedes für den Schalter wird fortgesetzt, bis die untere Klinke den
hohen Teil der Kurve erreicht hat. In diesem Augenblick wird das Schaltrad durch
die Klinke freigegeben, und die Drehung des Antriebsgliedes des Schalters hört auf.
Das Antriebsglied hat dann eine halbe Umdrehung gemacht, und die Teile befinden
sich wieder in der Stellung Abb. 18, jedoch haben die beiden Klinken 72,
72a, 73, 73a ihre Stellung getauscht.
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Das Schnappglied des Vorwärts-, Rückwärts- und Abschalters wird vom
Antriebsglied durch die Spiralfeder 55 in Drehung versetzt
und
durch eine Sperr- und Auslösevorrichtung (Abb. 12) gesteuert. Diese wird durch die
Kurvenscheiben 56, 57 bewegt und faßt gegen Anschlagschultern am Schnappglied. Die
Sperr- und Auslösevorrichtung ist um. einen festen Zapfen 82 (Abb. i3) .schwingbar
und besitzt Arme 83, 84 auf entgegengesetzten Seiten des Zapfens, die mit den Kurvenflächen
in Berührung kommen, und Sperrhaken 85, 86, die parallel zu den Armen 83, 84 laufen.
Der Arm 83 schleift auf der Kurvenscheibe 57 und der Arm 84 auf der Kurvenscheibe
56. Die Kurvenscheiben sind (vgl. Abb. 1i, 13 und 14) so gestellt, daß die
Sperrund' Auslösevor'richtung in Schwingung versetzt wird, wenn das Antriebsglied
des Schalters sich dreht, und zwar zwangsläufig. Der Sperrhaken 85 faßt hinter Schultern
87 am Umfange des Schnappgliedes, die im wesentlichen diametral gegenüberliegen,
und der Sperrhaken 86 hinter Vorsprünge 88, die gleichfalls diametral gegenüberliegen;
aber ungefähr-um go° gegen die Vorsprünge versetzt sind. Wenn die Maschine läuft,
befinden sich die Teile in der in Abb. i i, 13 und 14 dargestellten Lage,
bei welcher der Sperrhaken 85 einen der Vorsprünge 87 faßt. Wenn das Antriebsglied
des Schalters von der vom Motor getriebenen- Welle 72 mitgenommen wird, so wird
zunächst die Feder 5 5 gespannt und dann die Sperr--und Auslösevorrichtung in Schwingung
versetzt, so daß der Haken 85 den Vorsprung 87 freigibt. Das Schnappglied bewegt
sich dann linksherum (Abb,. i i und 13).
Wenn die Bewegung des Schalters nicht
auf andere Weise gehemmt würde, so würde sich dieses Glied weiterbewegen, bis einer
der Vorsprünge 88 des Schnappgliedes gegen den Haken 86 trifft. Um nun den Schalter
in der Rückwärtslage aufzufangen, dient ein Fallenhebel 89, welcher gegen
einen der Vorsprünge 88 trifft und das Schnappglied festhält, ehe der andere Vorsprung
88 gegen den Haken 86 trifft. Der Schalter bleibt in dieser Stellung, bis der Motor
und die dadurch angetriebenen Wellen zum Stillstand kommen. In diesem Augenblick
wird der Fallenhebel 89 ausgelöst und gibt das Schnappglied frei, welches
sich dann sofort in die »Aus«-Stellung bewegt.
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Diese Bewegung des Fallenhebels 89 wird von der Läuferwelle abgeleitet
(Abb. 2, 4, 1o, i i und i3). Zu diesem Zweck ist ein Arm go auf der Läuferwelle
26 zwischen einem auf der Welle durch Mutter 92 befestigten Flansch 91 und
einen an der Nabe des Kegelrades 31
sitzenden Flansch 93 aufgesteckt.
Die Flansche gi und 93 reiben gegen den Arm go und suchen ihn mitzunehmen, so daß
sein freies Ende (Abb. io) angehoben wird, sobald die Läuferwelle 26 sich rückwärts
bewegt. Das Kegelrad-3i ist mit der Läuferwelle durch ein steiles Gewinde verbunden;
welches ein, geringe Bewegung des Rades in der Längs richtung der Welle gestattet.
Diese Längsbe wegung des Rades 31 bewirkt die FreigabE des Armes go zwischen den
Scheiben gi unc 93, wenn die Läuferwelle sich vorwärts be. wegt, aber veranlaßt,
daß dieser Arm gefaß-und mitgenommen wird, sobald die Läuferwelle ihre Drehung umkehrt.
Das freie Ende des Armes go trifft gegen das untere Ende einer verschiebbaren Stange
g4, deren obere: Ende gegen einen Arm 95 einer Pendelwelle 96 trifft. Eine
Feder 97 hält den Arm 95 in Berührung mit der Stange 94. An der Pendelwelle
96 ist ein Arm 98 befestigt, der durch Zahneingriff mit einem Ende
des Fadenhebels 89 verbunden ist.
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Um zu verhindern, daß die Teile beschädigt werden, falls der Anlaßtrethebel
zufällig niedergedrückt wird, während der Strom zum Motor abgeschaltet ist, und
während der Fallenhebel 89 das Schnappglied des Schalters in der Rückwärtsstellung
erhält, ist eine Sicherheitsvorrichtung vorgesehen in Form einer Verbindung zwischen
dem Anlaßtrethebel und dem Fallenheb-el 89, derart, daß der letztere. während des
ersten Teiles der Niederbewegung der Trethebelstange 67 freigegeben wird. Diese
Verbindung (Abb. io und 16) besteht aus einer Verlängerung 95o des Armes
95, deren abgerundetes Ende in einer Aussparung 66o des Armes des Hebels
66 eingreift, mit welchem die Trethebelstange 67 verbunden ist. Wenn bei dieser
Bauart die Trethebelstange aus der Stellung Abb. 16 niederbewegt wird, so wird der
Arm 95 genügend weit angehoben, um den Fallenhebel8g auszuheben, so daß der
Schalter in die »Aus«-Stellung gelangt, wenn er sich in der »Rückwärts«-Stellung
befand.
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Der zweite Schalter, nämlich der Anlaßwechselschalter für hohe und
niedrige Geschwindigkeit, wird ebenfalls vom Trethebel bedient (Abb. 15,
16 und 17). Eine Welle 99 liegt in der Verlängerung der Welle, auf
welcher die Messertrommel dieses Schalters befestigt ist, und die Verbindung zwischen
den Wellen ist die gleiche wie zwischen den Wellen 43 und 52 des Vorwärts-, Rückwärts-
und Abschalters. Die Welle-99 trägt einen Arm i oo, der sich zwischen Anschlägen
i o i und io2 bewegt. Wenn der Arm ioo an dem Anschlag zoi anliegt, so befindet
sich der Schalter in der Lage für hohe Geschwindigkeit, und wenn der Arm am Anschlag
i o2 anliegt, in der Stellung für niedrige Geschwindigkeit. Um dem Schalter eine
Schnapp- oder Momentwirkung zu geben, ist das äußere Ende des Armes ioo durch eine
Feder 103 mit dem äußeren Arm eines Winkelhebels 104 verbunden, der- an einer festen
Konsole 105 (Abb. 4
und 8) drehbar gelagert ist. Dieser Winkelhebel
ioq. wird von der Trethebelstange 67 durch einen Stift io6 bewegt, welcher am dritten
Arm des Hebels 66 vorspringt und in einen Kurvenschlitz an dem einen Ende des Winkelhebels
eingreift. Wenn die Maschine sich im Ruhezustand befindet, haben die Teile die in
Abb. 16 gezeigte Lage, wobei der äußere Arm des Winkelhebels 104 etwa wagerecht
steht und die Feder 103 rechts von der Welle 9g wirkt. Wenn die Stange 67
aus der Stellung Abb. 16 in die Stellung Abb. 15 und dann in die Stellung Abb. 17
gesenkt wird, so schwingt der äußere Arm des Winkelhebels 104 in im wesentlichen
senkrechte Lage, so daß die Feder 103 ihren Zug auf der linken Seite der Welle 9g
ausübt. Dadurch wird eine rasche Umschaltung des Armes ioo und des Schalters aus
der Stellung für niedrige Geschwindigkeit in die Stellung für hohe Geschwindigkeit
herbeigeführt. Damit der Arm ioo festgehalten wird, bis die Feder 103 weit genug
über die Welle 9g herübergelangt ist, sind Sperrflächen i o8 am Winkelhebel 104
und eine Sperrnase iog am Arm ioo vorgesehen. Es sei bemerkt, daß der Arm ioo aus
der Stellung für geringe Geschwindigkeit in diefür hohe Geschwindigkeit beim Anlassen
der Maschine bewegt wird, ehe der Vorwärts-, Rückwärts- und Abschalter in die »Vorwärts«-Stellung
gelangt. Bei dieser Anordnung wird das zweimalige Schließen und Öffnen des Motorstromkreises
beim Anlassen der Maschine verhindert, da der Schalter für hohe und geringe Geschwindigkeit
sich in der Hochgeschwindigkeitsstellung befindet, wenn der Motorstromkreis vollständig
durch Bewegung des Vorwärts-, Rückwärts- und Abschalters in die Vorwärtsstellung
geschlossen wird. Beim Abstellen der Maschine jedoch bewegt sich der Arm ioo aus
der Hochgeschwindigkeitsstellung in die Langsamstellung (Abb. 15), ehe der Vorwärts-,
Rückwärts- und Abschalter zunächst in die »Rückwärts«-Stellung und dann in die »Aus«-Stellung
gelangt.
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Außer diesen beiden beschriebenen Schaltern kann noch ein dritter
Schalter angewandt werden, welcher Betriebswechselschalter genannt werden kann.
Dieser Schalter kann benutzt werden, während die Maschine ihre Tätigkeit fortsetzt,
um die Motorgeschwindigkeit herabzusetzen oder zu erhöhen, wie es erwünscht sein
kann. Die Vorrichtung zur Bewegung dieses Schalters ist aus Abb. 3 ersichtlich und
umfaßt einen Arm iio, der am Maschinengestell gelagert ist und mit dem vorderen
Ende im Bereich des Knies des Arbeiters liegt. Dieser Hebel ist an der Maschinensäule
mittels paralleler Arme i i i und i 12 angeschlossen (Abb. 3). Eine Feder i 13 sucht
den Arm oder Kniehebel nach links zt bewegen und ihn in der dargestellten Lage zt
erhalten, die durch einen festen Anschlag 114 bestimmt ist, welcher durch einen
Ausschniti 115 des Hebels hindurchragt. . Dieser Anschlag und Ausschnitt begrenzt
ferner die Vorwärtsbewegung des Kniehebels. Der Arm i i i ist mit einer nach .oben
und vorn gerichteten Verlängerung versehen, welche Aurcl Zahnbögen in Eingriff mit
der Nabe eine: den Schalter bewegenden Armes i 16 steht, Dieser Arm ist durch eine
Feder 117 mit dem äußeren Ende eines Armes i 18 verbunden, welcher
auf der Antriebswelle i ig des Schalters sitzt. Die Anordnung und Wirkungsweise
dieses Schalters ist idieselbe wie bei dem oben beschriebenen Anlaßwechselschalter.
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Beim Abstellen mancher Maschinenarten ist es erwünscht, bestimmte
Hilfsverrichtungen durchzuführen, beispielsweise die Unterbrechung der Fadenspannung,
das Abheben. des Stoffdrückers u. dgl. Für diese Hilfsverrichtungen besitzt die
dargestellte Maschine (Abb. q., 5 und io) eine Kurvenscheibe i2o, die mit einer
auf einer Welle 123 befestigten Scheibe 121 durch Schrauben und Schlitze in der
Winkelrichtung einstellbar verbunden ist. Die Welle 123 wird durch ein Kegelrad
1:24 von einem Kegelrad auf der obenerwähnten Muffe 61 angetrieben. In eine Kurvennut
der Scheibe i2o faßt eine Rolle an einem Winkelhebel 125, der mit einer Stange 126
verbunden ist, die in bekannter Weise die üblichen Hilfsverrichtungen ausführt.
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Die Abb. ig, 2o, 21 und 22 deuten das Schaltungsschema unter Voraussetzung
eines Drehstrornkurzschlußmotors mit zwei Geschwindigkeiten an. 127, 128,129 sind
die drei Netzleitungen, der Vorwärts-, Rückwärts- und Abschalter ist bei 13o angedeutet,
der Anlaßwechselschalter bei 131 und der Antriebswechselschalter bei 132. Der Motor
besitzt eine Ständerwicklung für hohe Geschwindigkeit 133 und eine für niedrige
Geschwindigkeit 13q.. 135 ist der Läufer des Motors. Wenn die. drei. Schalter
die in Abb. 19 gezeigte Lagre haben., geht der Strom durch die drei Schalter zu
den Ständerwicklungen des Motors für hohe Geschwindigkeit, so daß der Läufer mit
hoher Geschwindigkeit linksherum läuft. Wenn die Schalter 130 und 131 die
in Abb. 2o angenommene Lage haben, so wird der Strom ohne Rücksicht auf die Stellung
des Schalters 132 dem Motor so zugeführt, daß der Läufer mit geringer Geschwindigkeit
vorwärts umläuft. Wenn die drei Schalter die in Abb. 21 gezeigte Lage haben, hat
der Läufer das Streben, in umgekehrter Richtung mit geringer Geschwindigkeit umzulaufen.
Wenn die Schalter die Stellung Abb. 22 haben, so geht der Strom durch den Schalter
132 in
solcher Richtung, däß der Motor mit geringer Geschwindigkeit
vorwärts umläuft.
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Kurz zusammengefaßt ist die Wirkung der Vorrichtung folgende: Wenn
die Maschine sich im Ruhezustand befindet, so haben Vorwärts=, Rückwärts- und Abschalter
einerseits und der Anlaßwechselschalter andererseits die Stellung Abb.16. Wenn die
Trethebelstange 67 nach unten geht, wird der Arm zoo des Wechselschalters aus der
Langsamstellung in die Schnellstellung gedreht (Abb. 15). Eine weitere Abwärtsbewegung
der Stange 67. bringt die Rolle 65 in Berührung mit der Scheibe 58 für den Vorwärts-,
Rückwärts- und Abschalter und bewegt diesen aus der »Aus«-Stellung in die »Vorwärts«-SteUung.
Die Wirkung der Verrichtung, durch welche das Schnappglied dieses Schalters bewegt
wird, braucht nicht nochmals erläutert zu werden. Die Teile behalten die in Abb.
17 angedeutete Stellung, solange die Maschine läuft. Während die Maschine sich in
Wirkung befindet, kann durch den Kniehebel 116 der Betriebswechselschalter umgestellt
werden.
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Beim Abstellen der Maschine wird,die Trethebelstange aus der Stellung
Abb. 17 in die Stellung Abb. 16 angehoben. Wenn sie sich dabei ihrer oberen Lage.
nähert, wird der Anlaßwechselschalter in die Langsamstellung gedreht, wobei der
Arm Zoo in die Stellung Abb. 16 schwingt. Dann bewegt die Rolle 65 den Hebel 75,
so daß der Hebel 75 in die Stellung Abb.18 gehoben wird. Dadurch kommt die untere
Schaltklinke ; 2R (Abb.-17) in die Bahn des Schaltrades 71, welches sich ununterbrochen
dreht. Dadurch wird die Schaltklinke mitgenommen und der Schalterantrieb in Bewegung
gesetzt, so daß der Schalter aus der Vorwärts- in die Rückwärtslage gelangt. Das
Schnappglied des Schalters wird in der Rückwärtslage durch den Fallenhebel89 gehalten,
Da sich das Schaltrad-71 im bestimmten Zeitverhältnis zu der Läuferwelle des Motors
und den dadurch-getriebenen Maschinenwellen bewegt,-erfolgt die Umstellung des Vorwärts-,
Rückwärts- urid Abschalters in genauem Zeitverhältnis zur Bewegung der Maschinenwellen,
und zwar offenbar erst dann, nachdem eine bestimmte Laufzeit mit niedriger Geschwindigkeit
vorangegangen ist. Mit anderen Worten: Der Anlaßwechselschalter wird in die LangsamsteUung
.bewegt, ehe ein Zahn des Sperrades mit der Klinke 72 bzw. 72a zusammentrifft, und
dann ist eine bestimmte Winkelbewegung des Schaltrades 71 notwendig, ehe der Vorwärts-,
Rückwärts-und Abschalter die Rückwärtsstellung erreicht.