DE48366C - Mechanisch-pneumatische Mälzerei-Anlage - Google Patents
Mechanisch-pneumatische Mälzerei-AnlageInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die mechanisch-pneumatische Mälzerei-Anlage nach vorliegender Erfindung ist auf beiliegenden
Zeichnungen, Fig. 1 bis 3, und den dazu gehörigen Details, Fig. 4 bis 7, dargestellt.
Fig. ι stellt den Querschnitt, Fig. 2 den Längenschnitt nach A-B und Fig. 3 den Grundrifs
der Mälzerei dar.
A, Fig. ι, ist der Wachsraum, in welchem der Keimprocefs vor sich geht, B der Schwelk-
oder Trockenraum für das gewaghsene Malz, C der Reinigungs- und Kühlraum für die Luft.
D, Fig. 2, sind Quellstöcke für das einzuweichende Getreide, I bis XVII hebbare und
IIXX feststehende Kasten für die Aufnahme des Malzgutes während der Wachszeit, IXX Kasten
für die Aufnahme des Malzgutes während des Schwelkens-(Vordarrens, Vortrocknens), E, Fig. 1
und 2, ist der Luftabsaugehauptkanal, F der Lufteinströmkanal von dem Thurm C aus, G ein
auf Schienengeleisen fahrbarer, zum Heben und Senken der Kasten I bis XVII, sowie zum
mechanischen Entleeren derselben während des Hebens eingerichteter Kran.
Der Gang der Behandlung des Malzgutes ist folgender:
Das in den Quellstöcken D geweichte Getreide wird in Kasten I abgelassen, nach einem
gewissen Zeitraum, der von der Mälzmethode und der Anzahl der Kasten abhängig ist,
mittelst des fahrbaren Kranes G in Kasten II transportirt; sodann wird Kasten I von den
Quellstöcken D frisch gefüllt. Nach dem gleichen Zeitraum wird die Füllung von Kasten ΙΓ
in III, I in II gefüllt und Kasten I erhält wieder von den Quellstöcken Füllung. Dieses Verfahren'
wird fortgesetzt bis zu Kasten IIXX, von wo das inzwischen fertig gewordene Grün-:
malz auf die Kasten IXX gezogen und ausgebreitet wird.
Während des Verweilens des Malzgutes in den Kasten I bis IIXX wird durch dasselbe
und die siebartigen Kastenböden von dem Hauptkanal E aus Luft aus dem Wachsraum A
abgesogen, welche sich in dem Mafse der Entnahme durch den Thurm C und Kanal F
von aufsen ersetzt und beim Austritt aus dem Kanal F in den Wachsraum A mit feinem
Wasserstaub geschwängert wird. Die durch die Füllung und Siebböden der Kasten IXX aus
Raum B gesaugte Luft wird entweder aus dem Freien, mit oder ohne Erwärmung vor dem
Eintritt in Raum B oder aus der abziehenden Luft von den Darren ersetzt und bewirkt das
Schwelken des Malzes.
Die Kasten I bis XVII sind zum Heben und Senken eingerichtet und bestehen je aus dem
Rahmen, welcher aus Profileisen gebildet ist, dem darauf befestigten Siebboden, drei Umfassungswänden, welche mit dem Rahmen fest
verbunden sind und durch angenietete u -förmige Profileisen versteift werden. Die vierte" Umfassungswand
steht mittelst Ständer aus Profileisenträgern fest auf den Scheidewänden der Vertiefungen unter den Kasten. Die Fuge
zwischen dem Siebboden und der feststehenden Wand ist durch Lederstreifen gedichtet; der
Siebboden schiebt sich beim Heben der Kasten an der feststehenden Wand mit hinauf. Die
Ständer der feststehenden Wand und die Versteifungs-υ-Eisen der langen Umfassungswand
greifen in einander und bilden so die Führung der Kasten beim Heben und Senken. Der
Claims (4)
- Rahmen von jedem Kasten hat an den Stirnseiten vier Vorsprünge zum Heben.Jeder Kasten ruht mit der ebenen unteren Fläche des Rahmens hermetisch schliefsend auf dem Rande einer Vertiefung in dem Boden des Wachsraumes; diese Vertiefungen sind mit dem Kanal E durch kleine Kanäle e verbunden, in welch letztere Klappen oder Schieber zur Regulirung des Luftstromes eingeschaltet sind. Aufser diesen Regulirungen erhalten die Kanäle der Kasten I bis XVII an der Einmündung in die Vertiefungen Klappen, welche durch den Kastenrahmen beim Aufgehen geschlossen, beim Niedergehen geöffnet werden, wie in Fig. 5 dargestellt ist.Die Kasten IIXX und IXX sind feststehend, die Umfassungswände bestehen bei ersteren aus Eisen, bei letzteren aus Mauerwerk, und bildet die Abgrenzung zwischen beiden eine hermetisch schliefsende Klappe in der Scheidewand zwischen Raum A und B. Der Boden letzterer Kasten ist ebenfalls siebartig, und unter denselben sind Vertiefungen mit regulirbaren Verbindungskanälen zum Hauptkanal E angebracht.Der in den Fig. 4 bis 7 dargestellte fahrbare Kran läuft mit sechs Rädern auf Geleisen, welche beiderseits entlang jeder Kastengruppe angebracht sind. Der Kran hat drei Functionen zu verrichten: 1. das Heben und Senken von einem Kasten; 2. das Entleeren des Kastens während des Anhebens desselben in den nächstfolgenden Kasten; 3. den Vor- und Rücklauf des Kranes über die Kastengruppen hinweg.Der Kranwagen wird durch ein endloses Seil bewegt, welches von der Transmission a, Fig. 3, getrieben wird. Das Seil läuft über Spannrollen am entgegengesetzten Ende des Wachsraumes A. Beide Seilstränge passiren die Führungsrollen und Treibscheibe des Wagens in der Weise, dafs das obere Seil auf der oberen Seite der einen Führungsrolle aufläuft, dann die untere Hälfte der Treibscheibe umspannt und über die zweite Führungsrolle oben abläuft; das untere Seil läuft unten über die Führungsrolle, umspannt die obere Hälfte der Treibscheibe und läuft unten über die zweite Führungsrolle wieder ab. Jede der drei Rollen hat zwei Rillen, in denen die Seile neben einander vorbeigeleitet werden.Das Heben und Senken je eines Kastens wird erreicht, indem die auf der Welle b schiebbare Frictionskupplungc gegen das direct angetriebene konische Rad d oder das durch Wechselrad f indirect angetriebene konische Rad g gedrückt wird mittelst der Hebelverbindung h z, wodurch die Welle b und die damit in Verbindung stehenden Räder k 1111 und η gedreht werden. Die Naben der Räder η haben Muttergewinde, in denen Schraubenspindeln beim Drehen sich auf- oder abbewegen. Die beiden Schraubenspindeln je einer Seite sind unter einander zur Verhütung der Drehung durch Stehbolzen 0, Fig. 6, verbunden und endigen unten in Haken zum Angriff an die Vorsprünge der. Kastenrahmen-, Fig. 5. Für den Auf- oder Abgang der Spindeln ist die Andrückung der Frictionskupplung c entweder an Rad d oder g nöthig, wodurch die Welle b und die Rädersysteme in der einen oder anderen Richtung bewegt werden.Das Entleeren je eines Kastens geschieht durch ein horizontal liegendes Paternosterwerk p, Fig. 4, welches die ganze lichte Breite eines Kastens hat. Angetrieben wird das Paternosterwerk von der Führungsrolle q, Fig. 6 und 7,-durch Riemscheiben und Räder in der durch Pfeile bezeichneten Richtung. Durch das Paternosterwerk wird das Malzgut schichtenweise in den nächstfolgenden Kasten geleert, wodurch nicht allein ein Wechsel in der Lage des Malzgutes erzielt, sondern auch das namentlich in der starken Wachsperiode vorkommende Verfilzen der Keime verhindert wird.Die Hebung der Kasten, geschieht nur - so weit, bis der Siebboden vom Paternosterwerk bestrichen wird. Das Entleeren kann auch, statt durch das Paternosterwerk, durch Arbeiter von Hand geschehen, in welchem Falle statt des Paternosters eine Bühne für den Stand der Arbeiter angebracht Wird.Der Vor- und Rücklauf des Kranes geschieht durch Drehen je eines der Laufräder auf beiden Seiten desselben; die Bewegung geht von dem mit dem Wechselrade f sich drehenden konischen Frictionsgetriebe r aus; durch Anschieben der Doppelfrictionsscheibe s in der einen oder anderen Richtung mittelst Handhebels t an das Frictionsgetriebe r wird die Bewegung der Wellen u und ν und durch Gall'sche Gelenkketten und Räder w auf die Laufräder übertragen.■ Patent-Ansprüche:ι . An mechanisch - pneumatischen Mälzerei-Anlagen die Anordnung einer beliebigen Anzahl hebbarer und senkbarer Kasten mit durchlochtem Boden.
- 2. Bei einer Anlage gemäfs Anspruch 1. die Construction der auf dem Rande correspondirender Vertiefungen im Boden des Raumes A ruhenden Kasten I bis XVII, Fig. 2 und .3 und 4 bis 7, welche im wesentlichen aus je einem flachen, siebartigen Boden und drei Umfassungswänden aus Blech, auf einem Trägerrahmen befestigt, gebildet werden und sich vor der die vierte Umfassungswand darstellenden feststehenden Scheidewand auf- und abschieben (Fig. 4),.
- 3. Bei einer Anlage gemäfs Anspruch 1. die Verbindung der Vertiefungen unter den Kasten mit dem gemeinschaftlichen Hauptabsaugekanal E durch die kleinen Kanäle e,Fig. ι und 5, mit den selbsttätig durch die Kasten beim Heben und Senken sich schliefsenden und öffnenden Klappen O1, Fig. 5, zum Zwecke des Durchsaugens von Luft aus den Räumen A und B.
- 4. Bei einer Anlage gemäfs Anspruch 1. die Anordnung und Construction der Kranwagen G, Fig. 3 und 4 bis 7, laufend auf zwei Schienengeleisen seitlich jeder Kastengruppe und betrieben durch endlose Seile von der Transmission a, Fig. 1 und 3, zum Zwecke des Hebens und Senkens der Kasten, sowie des Entleerens von jeweils einem Kasten während des Anhebens durch das horizontale Paternosterwerk ρ (Fig. 4) in den nächstfolgenden Kasten und des Fortbewegens des Kranwagens auf Schienengeleisen über die Kasten hinweg.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.'
Publications (1)
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| DE (1) | DE48366C (de) |
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