DE97557C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Vorliegende Erfindung betrifft eine Wendeoder Widervorrichtung für Malz in allen Keimstadien,
mittelst welcher das Malz schichtenweise vom Malzhaufen abgehoben, gewendet, auf
ein luftdurchlässiges Tuch ohne Ende in dünner Schicht ausgebreitet und hierbei ventilirt und
befeuchtet wird, worauf es in umgekehrter Schichtenreihe auf das Tennenpflaster fällt, so
dafs die früher obersten Malzschichten die untersten werden und umgekehrt.
Durch diese Vorrichtung wird fast jedes einzelne Malzkorn gewendet und ventilirt bezw.
befeuchtet; hierdurch unterscheidet sich der vorliegende Apparat von anderen Malzwendevorrichtungen,
die das Malz haufenweise weiterbefördern oder nur lockern, wobei bei manchen Apparaten unabhängig von diesen eine Lüftung
oder Bespritzung der Malzmassen erfolgt.
Die Apparate, welche in den Patentschriften Nr. 64810 und Nr. 68029 z. B. beschrieben
sind, wenden nicht, sondern lockern nur das Material, während bei dem Apparat nach der
Patentschrift Nr. 58973, welcher übrigens nur für sehr niedrige Malzhaufen anwendbar ist,
das Keimgut nur geworfen, keineswegs jedoch schichtenweise gewendet wird.
Die Apparate nach den Patentschriften Nr. 48366 und Nr. 55753 erfassen das Keimgut
wohl schichtenweise, wenden dasselbe jedoch nicht, indem1 sie es nur fortschieben und frei
fallen lassen; auch wird hierbei keine Ventilirung und Befeuchtung bewirkt; dasselbe gilt
auch von den Apparaten, die in den amerikanischen Patentschriften Nr. 247504 und Nr. 394965
beschrieben sind. Bei diesen letzteren wird das Malz in Bechern auf der einen Seite gehoben
und bleibt darin bis zur Entleerung auf der anderen Seite, ohne vertheilt, gelüftet
oder befeuchtet zu werden.
Bei dem vorliegenden Apparat wird hingegen das Malz schon während des Transportes auf
dem Apparat selbst auf das endlose Gewebe desselben entleert und auf diesem vertheilt,
geschüttelt und ventilirt bezw. befeuchtet. ,
Der Apparat bildet infolge dessen einen selbsttätigen Malzerzeuger, der, ohne dafs der
Boden der Tenne perforirt zu sein braucht, die Kühlung und Befeuchtung des Keimgutes
auf dem Apparat selbst vornimmt, indem ein in ihm angebrachter Ventilator entsprechend
präparirte Luft gegen das in dünner Schicht ausgebreitete Material bläst.
Auf beiliegenden Zeichnungen ist der Apparat in verschiedenen Ausführungen dargestellt, und
es zeigen:
Fig. ι zur Hälfte in einer Ansicht, zur Hälfte in einem Verticalschnitt nach der Linie
M-N der Fig. 2 einen Widerkrahn mit .einem über drei Trommeln gespannten Tuch,
Fig. 2 dieselbe Vorrichtung in einem Verticalschnitt längs der Linie O-P der Fig. 1.
Die Fig. 3 und 4 stellen in Seiten- und Vorderansicht einen Heberechen und die
Fig. 5 und 6 in gleicher. Weise eine der zwischen je zwei auf einander folgenden Rechen
angebrachten Bürsten dar.
Die Fig. 7 und 8 zeigen einen Widerkrahn, der auch in gegen die Fortschrittsachse geneigter
Stellung arbeiten kann, wie es für sehr breite Malzhaufen erforderlich ist, und
Fig. 9 einen solchen mit nur einer Tuchtrommel.
Sä'mmtliche Ausführungsformen bestehen im Wesen aus einem vor- und rückwärts, event,
auch senkrecht auf diese Richtung hin verschiebbaren Getreideelevator, welcher das Getreide
bezw. Keimgut, an welches er herangeführt wird, vor sich her am Tennenpflaster aufhebt und hinter sich auf dasselbe fallen
läfst, indem er hierbei in dem Mafse, als er vor sich das Keimgut wegräumt, vorwärts
schreitet.
Ist die horizontale Bewegung vor- und rück-' wärts. nach rechts und links, ferner die Rotation
des Elevators, d. h. die hebende Wirkung desselben von vorn nach rückwärts und umgekehrt
ermöglicht, so kann jede Parthie eines Malzhaufens vom Elevator auf die Hubhöhe
desselben vom Tennenpflaster weg aufgehoben und in umgekehrter Schichtenfolge hinter dem
Elevator aufgeschüttet, das Keimgut somit gewendet oder brautechnisch ausgedrückt »gewidert«
werden.
Wird die Breite des Elevators bezw. die Breite der Hebevorrichtungen entsprechend der
Haufenbreite eingerichtet, so wird mit einem einmaligen Durchgange des Elevators der ganze
Haufen gewidert und der Elevator kann zum Widern eines zweiten, dritten u. s. w. Haufens,
welcher entweder hinter, vor oder neben dem gewiderten gelagert ist, verwendet werden.
Der in den Fig. ι bis 6 dargestellte Widerkrahn besteht aus drei Trommeln ^4BC, welche
in Form eines spitzwinkligen Dreiecks in einem mit Winkeleisen gehörig abgesteiften Rahmen R
aus Kesselblech mittelst in Lagerbüchsen b laufenden Zapfen ζ gelagert sind. Diese Zapfen
oder Achsstummel sind einerseits in den Armnaben η der Trommeln ABC festgekeilt und
laufen in den mit dem Rahmen fest verbundenen Büchsen b (Fig. 2).
Der Zapfen der Trommel C schliefst mit dem Rahmen R oben ab, indefs die Zapfen
der Trommeln A B durch den Rahmen R gehen und aufserhalb desselben je eine zum
Antrieb des Apparates dienende Seilscheibe S aufgekeilt haben. Auf denselben Zapfen läuft,
lose aufgesteckt, je eine Laufrolle L. Diese vier Laufrollen L können sich auf Schienen q1
einer auf entsprechend angeordneten Schienen der Malztenne laufenden Schiebebrücke h fortrollen.
Zwischen beiden Seilscheiben, jedoch nur auf einer Seite des Widerkrahns, ist an einem
Zapfen ^1, der in einer am Rahmen R befestigten
Büchse bl (Fig. 2) läuft, eine mit einem Zahnkranze verbundene Seilscheibe s,
auf der anderen Seite blos eine einfache Seil-. scheibe aufgekeilt.
Der genannte Zahnkranz greift in einen Zahnkloben r ein, welcher auf einer im Rahmen
gelagerten Welle w aufgekeilt ist. Auf dieser Welle sind mittelst Naben die Arme α α aufgekeilt,
an welche die Flügel des Ventilators/ geschraubt sind.
Die Saugöffnungen O des Ventilators mündenin
je einen aus Blech hergestellten, horizontalen Kanal K ein, welcher in seiner ganzen
Länge und Höhe gegen aufsen zu offen ist, und dem die präparirte Luft aus einem horizontalen Kanal H zuströmt, der auf den
Zwischenwänden .der Malztenne liegt und in Verbindung mit einem Schachtkanal L1 steht.
Letzterer communicirt mit dem horizontalen Kanal H1 der Druckleitung der Malztenne.
Der Kanal H hat an den sonst glatten Seitenwänden rechteckige Ausschnitte m, welche mit
Klappen p, die in Stäbchen i geführt und mittels darüber geschlungener Spiralfedern f1
an Dichtungsleisten angedrückt werden, geschlossen sind, wenn nicht die als Schleifbogen
dienende Rippe t durch die Winkelschiene ν beim Vorbeigleiten niedergedrückt bezw. die
Klappe ρ hindurch in das Innere des Kanals H gedrückt und hierdurch die Communication
des Kanals H mit dem Kanal K bezw. mit der Saugöffnung O des Ventilators hergestellt wird.
Je zwei im Kanal H angeordnete Ausschnitte m sind so weit von einander abstehend,
dafs zwei derselben innerhalb der Länge des Kanals K Platz haben, so dafs, da die die
Klappen eindrückende Schiene ν fast die ganze Länge des Kanals K einnimmt, stets beim
Vorbeigang des Widerkrahnes bezw. des Kanals K am Kanal H sicher eine Klappe unter
dem Kanal K offen gehalten ist, oder eine Klappe bereits· geöffnet ist, wenn die andere
aufserhalb des Bereiches der Druckschiene ν bezw. des Kanals K sich schliefst.
Der Ventilator wird demnach stets Luft ansaugen können. Der Luft wird durch die
Bleche g (Fig. 1) die geeignete Richtung zum Ventiliren des Keimgutes gegeben.
Ueber die Trommeln ABC ist das Tuch
ohne Ende T gespannt.
Dieses besteht, da die Trommelbreite im vorliegenden Falle ca. 3 m beträgt, aus drei
je 1 m breiten Bändern eines Messingdrahtgewebes, auf welche in Abständen von ca. 20
zu 20 cm Verstärkungsstreifen von 2 cm breitem und 5 mm starkem Messingblech aufgenietet
sind. Diese Streifen können in im Trommelumfange eingedrehten Nuthen behufs besserer
Gleichführung laufen. Die so gebildeten drei Bänder sind knapp neben einander über die
Trommeln gespannt und unter sich durch die Scharnierträger für die Becher und Bürsten
verbunden, so dafs sie zusammen ein Tuch ohne Ende bilden. :
Diese Scharniere c (Fig. 2 und 3) sind rechtwinklig
abgebogene Blechstückchen aus Messing, von welchen ein Schenkel am vorhin genannten
Verstärkungsstreifen angenietet ist und dessen anderer oder beide anderen Schenkel, je nach-
dem die Scharniere an den Saum oder nicht an diesen zu liegen kommen, ein Auge haben.
Die in den Fig. 3 bis 6 dargestellten Becher χ und Bürsten y sind in Abständen von je
7 bis 8 cm über einander und möglichst knapp neben einander mit ihren Augen durch kleine
Bolzen drehbar in den Scharnierständern angebracht, und zwar je zwei Reihen Becher
oder zwei Reihen Bürsten derart versetzt, dafs die Zwischenräume zweier Becher oder Bürsten
von den Bechern und Bürsten der folgenden Reihen gedeckt werden.
Die Becher oder Rechen, welche aus rechteckigen, 20 cm langen und 6 cm breiten Zinkblechstücken
mit an den Schmalseiten rechtwinklig aufgebogenen rechteckigen Flügeln mit abgerundeter Ecke und dem Scharnierauge
bestehen, sind an den Längsseiten mit stärkerem Blech besetzt. Dieses Besatzblech besitzt zahnartige
Ausschnitte, durch welche ca. 10 mm lange stumpfe Stacheln am Besätze erscheinen,
die besonders den Eingriff in das mit Keimen behaftete Malz wesentlich erleichtern.
Die Bürsten (Fig. 5 und 6) sind aus starkem Zinkblech und in derselben Breite wie die
Becher hergestellt. An zwei in Scharnieren drehbaren, nach Fig. 6 geschnittenen Lamellen
ist ein stärkerer Blechstreifen u angenietet, an welchen ein zweiter gleicher Streifen durch
Schräubchen angeprefst werden kann.
, Die innere Seite dieser Blechstreifen ist geriffelt; zwischen beide werden Borsten oder ein Gummistreifen oder Federblech von ca. 20 mm vorstehend eingeklemmt, so dafs die Bürsten ca. "ίο mm über die Stacheln der Becher vorragen.
, Die innere Seite dieser Blechstreifen ist geriffelt; zwischen beide werden Borsten oder ein Gummistreifen oder Federblech von ca. 20 mm vorstehend eingeklemmt, so dafs die Bürsten ca. "ίο mm über die Stacheln der Becher vorragen.
Die am Saume des Tuches ohne Ende angeordneten Bürsten haben auch seitlich eingeklemmte
Borsten zur Abfegung der Wände, welche zwischen den Haufenabtheilungen eingebaut
sind.
In den Verstärkungsstreifen des Tuches ohne Ende T sind Schlitze d (Fig. 1) eingeschnitten,
in welche die Bürstenträgerlämellen mit dem herzförmigen Ende hineinpassen, wodurch die
Bürsten, insoweit sie nicht über die Trommeloberfläche gezogen werden, sich gegen das
Tuch T zu neigen, können, um nicht unnöthigerweise vom Keimgut abgenutzt zu werden.
Am Tennenpflaster jedoch stellen sie sich radial auf und veranlassen hierdurch eine
gründliche Wegfegung der am Pflaster von den Bechern nicht erfafsten Keimgutkörner.
Die auf diese Weise .vorgeschleuderten Körner werden mit dem vorausliegenden Keimgut mit
erfafst und gehoben.
Ein imprägnirtes Wollseil ohne Ende q dient zum Antrieb des Widerkrahns, schwingt
sich über die Seilscheibe S unten, über die mittlere s oben und über die andere Seilscheibe
S wieder unten. Das Niedersinken dieses Seiles auf die Seilscheiben des Widerkrahns
wird durch die am Rahmen R angebrachte Rolle e verhindert.
Wird nun der Widerkrahn durch das Seil q zur Rotation gebracht und entsprechend gegen
den Malzhaufen bewegt, so erfassen die Schaufeln mit ihren gezahnten Kanten das Malz,
neigen sich zufolge der Schwere desselben gegen das Tuch T, wodurch sie sich erst zu
einer Art Becher gestalten, und gelangen auf die nach abwärts rotirende Seite des Tuches T,
wo sie sich" entleeren und das Malz frei fallen lassen. Das Malz ist nun in dünner Schicht
über dem Tuch ausgebreitet und wird durch die Thätigkeit des sich mit seinen Flügeln
über die ganze Breite des Tuches erstreckenden Ventilators / gelüftet bezw. befeuchtet.
Aus Fig. ι (bei q) ist ersichtlich, wie die
Becher am Tuch ohne Ende beim Niedergehen umgekippt, an einer im Rahmen R drehbaren,
aber in der Drehung durch je einen Zapfen begrenzten Stange, die quer über den Widerkrahn
geht, anschlagen und sich zur vollständigen Entleerung während des Passirens dieser Stange öffnen. Bei einem etwa zufälligen
umgekehrten Rotiren heben die Becherstacheln diese Stange bis zum Anstofse des Stangenhebels am oberen Zapfen auf und die
Becher können ungehindert passiren.
In den Fig. 7 bis 9 sind zwei Ausführungsformen des Widerkrahns dargestellt, nach welchen
derselbe auch in gegen die Fortschrittsachse geneigter Stellung arbeiten kann, wenn
das Gestell des Widerkrahns, wie eine Drehscheibe mit Rollen auf einem Schienenkranz
laufend und an einem drehbaren Zapfen hängend, am Gestell des Laufkrahnes, d.h. an
einem Gestell, dessen Rollen auf den Schienen der Schiebebrücke laufen, montirt ist. Trägt
das Gestell des Laufkrahnes das Antriebsscheibensystem (wie in den Fig. 1 und 2) und
ist die mittlere Scheibe mit einem Kegelrad verbunden, das in ein solches eingreift, welches
mit der Achse des Widerkrahnes verbunden ist, so kann durch Zahn- und Kegelradübersetzung
der Widerkrahn in jeder Stellung arbeiten und mit dem Laufkrahn gleichzeitig fortgezogen werden.
Diese Anordnung findet Verwendung, sobald Malzhaufen in grofser Ausdehnung mit dem
Widerkrahn bearbeitet werden sollen. In diesem Falle nimmt der Widerkrahn beim Hin- und
Hergange, wobei durch Anstofsen desselben am jeweiligen Ende an entsprechende Stellvorrichtungen
eine Drehung und ein Weiterziehen der Schiebebrücke um die Widerbreite durch Auslösen der Schubriegel selbstthätig
erfolgen kann, jedesmal einen Streifen des Malzhaufens vor sich weg, indem er eine
schmale Gasse macht, welche beim Rückgange wieder gedeckt wird.
Der in den Fig. 7 und 8 dargestellte Widerkrahn besteht aus dem hohlen Träger R1,
welcher mittels vier Rollen L auf den Schienen q1
des Brückenkrahnes h läuft, welcher diesfalls selbst den Luftzuleitungskanal für den Ventilator
enthält und mit vier Rollen r1 auf den Schienen, die entlang der Tenne angeordnet
sind (Fig. 8), verschiebbar ist. Oberhalb dieser Schienen ist der Luftzuleitungshauptkanal P angebracht.
Dieser hat in Abständen von der Breite des hohlen Widerkrahnträgers R1 durch
Klappen ρ1 verschliefsbare Oeffnungen ml
(Fig. 8), welche mit den als Luftzuleitung dienenden hohlen Trägern hl h1 (Fig. 7) der
Schiebebrücke in Verbindung treten. Die Träger H1Ii1 haben an der Unterseite ebenfalls
Oeffnungen m mit Klappen p, welche von dem in der Saugöffnung O des Widerkrahnträgers R1
angeordneten Schleifbogen v, wie vorher beschrieben, geöffnet werden können, so dafs die
Luft des Kanals P durch die Oeffnungen m1
in die hohlen Brückenkrahnträger h1, durch
die Oeffnungen m in den hohlen Träger R1, von da in der Richtung der Pfeile in einen
darunter drehbar am Zapfen Z gelagerten hohlen Träger JR2, an welchem der eigentliche
Widerkrahn angebracht ist, und durch diesen zum Ventilator f gelangt, gleichgültig welche
Stellung der Widerkrahn zum Träger R1 einnimmt, so dafs sich ersterer ebenfalls im Kreise
um die Zapfenachse Z drehen kann, ohne dafs dessen Ventilator von der Luftleitung P abgesperrt
ist.
Der Antrieb geschieht wie vorher beschrieben, indefs übertragen die angetriebenen Scheiben s1
die Rotation durch die Achsen s3 und si
mittels Kegelräderpaare, welche in den Hohlräumen der Träger auf einer um die Zapfenachse
Z laufenden Büchse angebracht sind, auf die Scheiben s5se, durch welche das Gewebe
ohne Ende in Rotation versetzt wird, und auf die Scheibe r, durch welche der
Ventilator in Betrieb kommt.
Das Gewebe ohne Ende T ist über Stangen gespannt, welche durch Kettenglieder gehen,
die anstatt über Trommeln über Kettenräder B1 (Fig. 7) laufen. Auf den Stangen sind abwechselnd
die Schaufeln χ und die Bürsten y schwingend angebracht.
Die Verwendbarkeit des drehbaren Widerkrahnes zeigt Fig. 8 in der Seitenansicht und
von oben.
Der Widerkrahn rückt gegen die Ecke des Haufens heran, durch den einseitigen Druck
des Malzes stellt er sich schief (die Schiefstellung wird begrenzt) und widert einen entsprechend
breiten Streifen vom Haufen, indem er vor sich eine schmale Gasse macht. Ist der
Widerkrahn am Ende angelangt, so stöfst er mit entsprechenden Rahmenvorsprüngen an die
Tennenwand und stellt sich mit dieser parallel.
In diesem Augenblicke löst er (wenn es nicht von der Hand geschieht) eine Kupplung
an einer Winkelräderverbindung und stellt dafür eine entgegengesetzt eingreifende Winkelräderverbindung
her, so dafs das Gewebe in umgekehrter Richtung rotirt. Gleichzeitig wird
durch den Anstofs aber auch die Arretirvorrichtung, welche den Brückenkrahn an die
Laufschienen gehalten hat, gelöst und der Seilzug zieht den Brückenkrahn an den Laufschienen
ein entsprechendes Stück weiter, bis die Arretirvorrichtung in eine an den Laufschienen
angebrachte Oeffnung einfällt, worauf dasselbe Spiel sich gegen die andere Wand zu
wiederholt. Auf diese Weise wird streifenweise der ganze Haufen durchgewidert, wobei
jedesmal die beim vorhergehenden Gange entstandene freie Gasse beim folgenden Gange
zugemacht wird.
Es ist klar, dafs man bei der nächstfolgenden Widerung am diametral gegenüberliegenden
Ende zu beginnen hat.
Die Winkelräderkupplungen und Arretirvorrichtungen sind nicht gezeichnet.
In Fig. 9 ist dieselbe Anordnung, wie in den Fig. 7 und 8 dargestellt, nur ist das endlose
Gewebe anstatt über drei Trommeln nur über eine Trommel gespannt.
Claims (2)
1. Eine Wende- oder Widervorrichtung für
Malz in allen Keimstadien mit an ihr angebrachter und durch sie in Thätigkeit versetzter Lüftungs- und Befeuchtungsvorrichtung,
- gekennzeichnet durch ein über eine oder mehrere in einem mit Rollen (L)
auf Schienen (q) laufenden Tragrahmen (R R'2) drehbar von Scheiben (S1) aus angeordnete
Trommeln (ABC) oder Räder (Έ V
gespanntes endloses undichtes Tuch (T), in dessen Innenraum ein durch die Rotation des Tuches bethätigter und die ihm
' zugeleitete Luft durch das Tuch gegen das über dasselbe fallende Keimgut blasender
Ventilator f angeordnet ist und welches mit schwingend gelagerten Heberechen
χ und Bürsten y bedeckt ist, von denen erstere bei gleichzeitiger Fort- und
Drehbewegung des Tuches das Keimgut mit ihren gezahnten Bodenstücken erfassen, es an das Tuch anlegen und beim Niedergang
auf der anderen Seite des Apparates durch Umkippen über das Tuch in dünner Schicht fallen lassen und letztere sich
durch Aufreiten auf die untere Trommel (C) oder eine Scheibe (u) radial aufstellen und
das liegen gebliebene Keimgut vor sich her vom Tennenpflaster wegfegen.
2. Eine Ausführungsform des Wendeapparates nach Anspruch 1 zur streifenweisen Widerung breiter Malzhaufen, gekennzeichnet
durch zwei um einen verticalen Zapfen (Z) gegenseitig verdrehbare und mit ihren Innenräumen
communicirende hohle Träger (R1R'2), von denen der untere (R'2) den
eigentlichen Widerapparat und der obere (Rl)
die Laufrollen (L) und Antriebsscheiben (Ss) trägt, welche durch Kegelradgetriebe
eine auf dem Zapfen (Z) lose angeordnete Büchse drehen, die durch Kegel- und
Zahnradgetriebe einerseits das Tuch (T) und andererseits den Ventilator (f) in Drehung
versetzt.
Bei dem in Anspruch ι bezw. 2 gekennzeichneten
Widerkrahn zwecks Zuführung entsprechend vorbereiteter Luft die Druckluft zuleitende und mit Ausschnitten (m ml),
welche durch nach innen bewegliche Klappen (pp1) verschlossen werden, versehene Kanäle
(H P), welche dadurch mit einer am Träger (R R1) vorgesehenen Saugöffnung
für den Ventilator (f) in Verbindung kommen, dafs eine am Träger vorgesehene Schiene (v)
beim Anstofsen an die Klappen (pp1) diese
nach einwärts drückt.
Bei dem in Anspruch 1 gekennzeichneten Widerkrahn, Bürstenträger mit in Ausschnitte
(d) des die Bürsten^ tragenden Tuches (T) greifender, nach innen hervorragender
herzförmiger Erweiterung an ihrem Schwingungspunkt, zum Zweck, durch die infolge der Tuchausschnitte bedingte Schiefstellung
eine Abnutzung der Bürsten durch das Material zu verhüten und sie nur beim Aufreiten auf die untere Trommel (C) oder
auf eine vorgesehene Scheibe (u) radial zu stellen.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE97557C true DE97557C (de) |
Family
ID=368597
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT97557D Active DE97557C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE97557C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1178030B (de) * | 1959-04-07 | 1964-09-17 | Konrad Ostertag Jun Dipl Ing | Fahrbare Wende- und Transportvorrichtung fuer Wanderhaufenkeimanlagen |
-
0
- DE DENDAT97557D patent/DE97557C/de active Active
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1178030B (de) * | 1959-04-07 | 1964-09-17 | Konrad Ostertag Jun Dipl Ing | Fahrbare Wende- und Transportvorrichtung fuer Wanderhaufenkeimanlagen |
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