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Vorrichtung zum Trocknen von Holzstapeln Die bekannten Trockenanlagen
für Holz haben den Nachteil, daß der erforderliche, durch innerhalb oder außerhalb
der Trockenkammer angeordnete Luftförderer erzeugte Luftstrom das in Form von Brettern
oder Balken mit Spielraum aufgestapelte Trockengut nicht an allen Stellen in gleicher
Weise durchströmt. Zur Behebung dieser Mängel sind zahlreiche Vorschläge gemacht
und verschiedenartige Ausführungsformen versucht worden, jedoch hat man damit den
gewollten Zweck gleichmäßig vollkommener Trocknung mit vorhergehender Befeuchtung,
die. zur Vermeidung von Rissen besonders sorgfältig zu regeln und überall gleichmäßig
durchzuführen ist, nicht erreicht. Es sind beispielsweise Vorrichtungen bekannt,
bei welchen eine Lüftungsvorrichtung zwischen zwei in der Trocknungskammer angeordneten
Holzstapeln hin und her verfahren wird, wobei die Luft aus dem einen Stapel angesaugt
und dem anderen Stapel zugeführt «-erden soll. Diese Einrichtung stellt aber keine
vollkommene Lösung dar. Insbesondere wird die aus dem Ventilator ausströmende Luft
sich unmittelbar nach Verlassen des Ventilators, entsprechend dem in der Kammer
vorhandenen Druck, nach allen Seiten verteilen und zum Teil auch wieder in den Holzstapel
zurückfließen, aus welchem sie angesaugt wurde.
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Erfindungsgemäß werden diese Nachteile dadurch behoben, daß ein oder
mehrere parallel geschaltete Ventilatoren in Öffnungen einer in der Trockenkammer
angeordneten senkrechten Scheidewand angeordnet sind, die in senkrechter oder waagerechterRichtung
verschieblich geführt wird. Die Vorrichtung kann auch in der Weise ausgestaltet
«-erden, daß eine Verschiebung in senkrechter und v, aagerechter Richtung erfolgt,
und zwar werden die Ventilatoren zu diesem Zwecke nebeneinander in einer senkrechten,
waagerecht hin und her geführten Wand gelagert, welche von einem entsprechend breiteren,
in senkrechter Ebene hin und her bewegten Rahmen gehalten wird.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt. Abb. r zeigt einen Längsschnitt, Abb. 2 einen Ouerschnitt durch die
Trockenkammer. Das Trockengut wird in bekannter Weise mit Zwischenräumen gestapelt,
auf zwei parallel nebeneinanderliegenden Gleisen mittels Wagen r in die Kammer eingefahren.
Zwischen den beiden Wagen oder Stapelreihen 2 und 3 ist ein Raum gelassen, der in
der Stirnwandebene am vorderen Ende der Kammer durch einen Pfeiler ausgefüllt wird,
welcher den Eingang in zwei öffnungen teilt, von denen jede dem Profil der aufgestapelten
Wagen entspricht und durch geeignete Türen o. dgl. verschlossen werden kann. Auf
der Innenseite des Pfeilers einerseits und in der Stirnwand der Kammer an der entgegengesetzten
Innenseite andererseits befindet sich in der Mitte je ein senkrechter Schlitz 4.
und 5. In diesen Schlitzen bewegt :ich der aus Profileisen o. dgl. hergestellte
Rahmen 6 auf und
ab. Diese Bewegung kann supportartig durch Gewindespindeln
erfolgen oder auch, wie hier angedeutet, beispielsweise durch Zugseile;. die durch
die Decke der Kammer über Rollen zu einem Kurbelinechanisinus führen, der den durch
Gegengewichte ausgeglichenen Rahmen langsam dauernd herunterläßt und wieder hochzieht.
An dem Rahmen 6 sind oben und unten die Enden rouleauartiger sich auf-und abwickelnder
Stoff-,vände (Segeltuch) und 9 befestigt, die, je nachdem sich der Rahinen 6 herauf-
oder herunterbewegt, auf den «-aagerechten Walzen zo und 1i sich auf-oder abwickeln.
Beim Senken oder Nachlassen der Seile; wickelt sich also die Stoff.-wand 8 von der
Walze io ab, während sich infolge Verbindung der Walze io mit der Walze i i durch
Seil 12 die untere Stoffwand 9 wieder aufrollt, und umgekehrt. Seitlich sind die
Stoftwä nde in den Führungsnischen 4. und 5 des Rahmens 6 gehalten. Im Rahmen 6
bewegt sich, waagerecht nach rechts oder links verschiebbar, die mit einem oder
mehreren, in ihrer Zahl der Länge der Kammer angepaßten Ventilatoren 13 ausgerüstete
Wand 14. Diese bat so viel runde, dem Durchmesser der Ventilatoren entsprechende
Durclibrechtingen, als Flügelräder angewendet werden sollen. Die Wand 14 ist also
wenigstens um einen V entilatordurchmesser kürzer als der Rahmen 6. Je weniger Flügel
angeordnet werden, je größer muß der Weg der Scheidewand 14 nach rechts und links
und dementsprechend ihr seitlicher Spielraum im Rahmen 6 sein. Die Hinundlierbewegung
der Wand rd. kann beliebig bewerkstelligt werden. Beispielsweise ist neben dem Schlitz
-l an der Kammerwand eine Zahnstange 15 angebracht, auf der sich das mittcls Lagerböckchen
16 aii! Rahmen 6 verlagerte Zahnrad 17 abwälzt. Die Zahnradachse überträgt die Drehbewegung
auf die Kurbelscheibe 1S und damit durch Schubstange 19 auf den Hebel 2o, dessen
Drehpunkt 21 sich am Rahmen 6 befindet. Die Gabel am anderen längeren Hebelarm umfaßt
den an der Wand 14 befindlichen Zapfen 22. Das beim Hinundherbewegen der Wand 14.
mit den darauf befindlichen Ventilatoren jeweils rechts oder links frei werdende
Feld im Rahmen 6 wird ebenfalls durch seitliche Stoffrouleaus 23 und 24 verschlossen.
Die durch eine gemeinsame `Felle 25 verbundenen Ventilatoren 13 sind mit ihren konischen
Antriebsrädchen, die zweckmäßig in öldichten Gehäusen gekapselt werden, an den Traversen
26 verlagert. Der Antrieb erfolgt durch den in der Verbindungswelle -25 angeordneten
rev ersierbaren Motor 27, der für elektrischen Antrieb wasserdicht gekapselt eingerichtet
ist oder für Druckluft oder Dampfantrieb als umsteuerbarer Zahnrad- oder Drehlcolbeninotor
ausgebildet wird. Bei Dampfbetrieb wird der Abdampf unmittelbar zur Lufterwärmung
und Befeuchtung des L uftstroines benutzt. Die Zu- und Ableitung des Dampfes geschieht
durch die an dein Rahmen 6 befestigten und durch die Kammerdecke geführten Rohre
28 und 29, die mit dem Ralimen 6 auf und ab geben und innerhalb der Kammer zum Motor
sowohl als außerhalb zu den feststehenden Leitungen durch Metallschläuche verbunden
sind. Bei elektrischem Antrieb wird ein wasserdicht gekapselter Motor verwendet,
zu dem nur ein Kabel nötig ist, das innerhalb der Kammer der Bewegung des Motors
folgen kann.
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Die Stapel haben an den Seitenwänden der Kammer nur so viel Spielraum,
als zum störungsfreien Herein- und Herausschaffen und zur Luftverteilung erforderlich
ist. Die zur Erwärmung der Luft nötigen Heizrohre o. dgl. sind teils an der Decke,
teils am Boden der Kammer angebracht. Der Zwischenraum zwischen den beiden Stapelreihen
entspricht in ähnlicher Weise ebenfalls nur der Baulänge der Ventilatoren mit ihren
bei der hohen Tourenzahl sehr klein zu haltenden konischen Rädergetrieben.
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Die gesamte Anordnung der Trockeneinrichtung, die kurzen Luftstromwege
und die Unterbringung des Ganzen in der Trockenkammer selbst unmittelbar vor dem
Trockengut bringen eine günstige Raum-, Wärme-und Kraftersparnis. Die Wirkungsweise
ist folgende Durch Anstellen des -Motors 27 wird eine wirksameLuftbewegung waagerecht
von einem Stapel unmittelbar durch den andern erreicht, und zwar in einem Strömungsband
oder in mehreren Luftstrombündeln, je nachdem ein oder n iehrere Ventilatoren vorhanden
sind. Die Luft bewegt sich also beispielsweise in Richtung der Pfeile, wie sie auf
Abb. 2 eingezeichnet sind. An der Kammerseitenwand, wo die Luft das Trockengut verläßt,
teilt sich <ler Strom, er geht zwischen Stapel und Wand teils nach oben, teils
nach unten. Oben wie unten zieht die Luft unmittelbar unter der Decke bzw. über
den Fußboden her an den dort vorhandenen Heizschlangen 3o vorbei bis zur entgegengesetzten
Seitenwand, und von da sammelt sie sich wieder nach unten und oben zwischen Stapel
und linker Seitenwand zu den Stapelschlitzen und Zwischenräumen, die in waagerechter
Verlängerung der Ventilatoröffnungen liegen, um dann waagerecht den gleichen Weg
durch die Spalten des gestapelten Holzes zu nehmen, jedoch in etwas niedrigerer
oder höherer und et%vas zur Seite verschobener Lage zum Stapel. Die laufende Verschiebung
der Lage der V entilatoren
und somit des ganzen Luftstrome: wird
durch das fortwährende Senken und Anheben des Rahmens 6 mittels der Seile j bewirkt,
soweit die senkrechte Verschiebung in Betracht kommt. Mit dieser findet aber gleichzeitig
selbsttätig, wie bereits beschrieben, eine fortwährende Hinundherbewegung des Ventilators
bzw. der gesamten Luftförderer statt. Oberhalb der `'Falze io und unterhalb der
Walze i i befinden sich in der ganzen Länge der Trockenkammer mittels Schai niere
hochklappbare Wände aus Blech, Holz o. dgl., tun die durch den Stapel beförderte
Luft auf kürzestem Wege "vieder an. den Heizrohren vorbei nach der entgegeng-setzten
Seite des Stapels zu führen. Beim Herein- oder Herausfahren der Wagen können diese
Klappen angehoben werden.
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In bekannter Weise wird dem Luftstrom, entsprechend dem Fortschreiten
des Trockenvorganges, '\Z'asserdampf zugesetzt oder die feuchte und warme Luft nach
und nach durch trockene Außenluft ersetzt. Der Antriebsmotor und die Ventilatoren
sind so eingerichtet, daß letztere durch Umschalten in beiden Drehrichtungen arbeiten
können, so daß der Luftstrom in gleicher Weise sowohl in der einen wie in der entgegengesetzten
Richtung durch die beiderseitigen Stapel getrieben werden kann, wodurch die Gleichmäßigkeit
des ganzen Prozesses erhöht wird. An Stelle der zweireihigen Stapelung kann natürlich
auch die eine der beiden Stapelreihen durch eine Wand ersetzt «-erden.