-
Trockenanlage für Holz und andere Stoffe Die Erfindung bezieht sich
auf eine Trakkenanlage für Holz und andere Stoffe, bei der das Gut in einer Kammer
zu einem von waagerechten Zwischenräumen durchsetzten Stapel mit Abstand von den
oberen und seitlichen Kammerwänden aufgeschichtet ist.
-
Bisher war es üblich, beim Trocknen von Holz die Luft durch alle Teile
des Stapels gleichzeitig hindurchzuführen; es ist auch schon vorgeschlagen worden,
durch eine Prallplatte, die in dem für den aufsteigenden Luftstrom bestimmten Zwischenraum
zwischen dem Holzstapel und der Kammerwand in der Höhe verstellt werden kann, den
Weg des Luftstromes in der Weise zu regeln, daß sein größter Teil durch die Schichten
hindurchstreicht, die unterhalb der Prallplatte liegen.
-
Bei diesem bekannten Trocknungsverfahren tritt die Gefahr einer übermäßig
schnellen Trocknung und Verhärtung der vom Luftstrom umspülten Oberflächen auf.
Infolgedessen läßt sich die im Innern des Holzes befindliche Feuchtigkeit nicht
mit Sicherheit entfernen; außerdem neigt das Holz an der Oberfläche zur Rissebildung.
-
Um diese Übelstände zu beseitigen, ist bereits vorgeschlagen _ worden,
die Einwirkung des Trockenluftstromes auf die einzelnen Holzschichten zeitlich zu
unterbrechen. Solange die Luft eine einzelne Holzschicht bestreicht, wird die Feuchtigkeit
in der bestrichenen Oberfläche :entfernt. Diese Einwirkung dauert aber nur verhältnismäßig
kurze Zeit; in den dazwischenliegenden längeren Zeiträumen, in denen also die betreifende
Holzschicht nicht von der Trockenluft umspült wird, kann die Feuchtigkeit aus dem
Innern des zu trocknenden Holzes in die äußeren, bereits angetrockneten Holzschichten
gelangen und wird dann im nächsten Trockenabschnitt -durch die Luft entfernt. Auf
diese Weise ist es möglich, eine vollkommen gleichmäßige Trocknung ohne Rissebildung
und ohne Werfen des Holzes zu erzielen.
-
Zur Durchführung dieser Arbeitsweise werden gemäß der Erfindung auf
beiden Seiten des Trockengutstapels in den senkrechten Zwischenräumen zwischen dem
Stapel und den Kammerwänden in ihrer Höhenlage verstellbare Ablenker zur Führung
der Trockenluft angeordnet, die durch Seilzugmiteinander in Verbindung stehen und
gemeinsam gesteuert werden. Erfindunggemäß wird dieser Seilzug zur Umsteuerung der
Antriebsrichtung der den Seilzug bewegenden Kraftmaschine wie auch des Eintrittes
der Trockenluft benutzt.
Die Zeichnung veranschaulicht eine auf
diesem Erfindungsgedanken beruhende Trokkenanlage in Fig. i im. Querschnitt und
in Fig.2 in Aufsicht.
-
Bei der hier dargestellten Anlage ist eine Kammer a von rechteckigem
Querschnitt vorgesehen. Das Holz b oder das sonstige Gut, das getrocknet werden
soll, wird auf dem Boden der Kammer aufggestapielt,wobei iwaagerechte Zwischenräume
zwischen den aufeinanderfolgenden Lagen des Stapels verbleiben. Ebenso sind an den
beiden Seiten des Stapels Zwischenräume c und ein weiterer Zwischenraumd über dem
Stapel vorgesehen.
-
Oben an dem einen oder an beiden Seitenzwischenräumen c sind Einlaßöffnungen
e vorgesehen, durch die der Luftstrom eingelassen wird, der von einem durch einen
Elektromotorg angetriebenen Ventilator oder Gebläse f gefördert wird. Ebenso können
in der Decke der ' Kammer' Auslaßöffnungen h vorgesehen werden, die durch Schieber
w verschlossen bzw.. gesteuert werden. Ein oder mehrere dieser Auslässe können mit
der Saugseite oder dem Einlaß des Ventilators oder des Gebläses verbunden sein,
so daß das Gebläse entweder aus der Kammer oder aus der Umgebung Luft ansaugen kann.
Die Verbindung zwischen dem Gebläse und der Außenluft wird durch einen Schieber
i geregelt. Ferner kann ein Luftvorwärmer j in irgendeiner Weise mit der Anlage
verbunden, beispielsweise an der Druckseite des Gebläses angeordnet werden.
-
Die Aufsicht der Fig. 2 läßt erkennen, daß die Luft den Einlaßöffnungen
e durch Leitungen k zugeführt wird, die mit der Druckseite des Gebläses verbunden
sind. Wenn die Anlage -so ausgebildet werden soll, daß die Luft entweder dem icinen
oder dem anderen der Zwischenräume c zugeführt wird, so kann die Leitung >Y mit
einer. Drehklappe L ausgerüstet werden, so daß der Luftstrom von dem Gebläse entweder
nach dem links- 'oder dem rechtsliegenden Seitenzwischenraum c der Trockenkammer
geführt wird.
-
In den beiden Seitenzwischenräumen c ist gemäß der Erfindung je ein
Ablenker m angeordnet, der in. der Bahn des Luftstromes liegt und einen Zwischenraum
zwischen seinem Ende und der anliegenden Seite des Holzstapels frei läßt. Die Ablenker
-sind miteinander durch Seile, Ketten oder ähnliche blegsame Hilfsmittel n verbunden,
die über Rollen o auf Wellen p laufen, von denen !eine durch einen Elektromotor
g durch Vermittlung eines Getriebes Y angetrieben wird, so daß die steigende oder
fallende Bewegung des einen Ablenkers durch die entgegengesetzte Bewegung des anderen
-Ablenk ers begleitet wird. Jeder Ablenker erhält also eine langsame und . ununterbrochene
Auf-und Abwärtsbewegung.
-
Angenommen, daß sich der eine der Ablenker m in seiner untersten Stellung
befindet, wie dies links in Fig. i dargestellt ist, und der andere in seiner obersten
Stellung, wie rechts in dieser Figur angedeutet, so wird die in dem links liegenden
Zwischenraum c abwärts ziehende Luft am unteren Ende dieses Zwischenraumes nach
der Seite abgelenkt und gezwungen, in waagerechter Richtung durch die Zwischenräume
in dem Stapel zu strömen, die dem Ablenker zunächst liegen. Nachdem die Luft durch
den Stapel hindurchgegangen ist, steigt sie in dem rechts liegenden Zwischenraum
hoch und gelangt dann wieder zu dem Gebläse oder wird nach außen abgelassen. Infolge
der langsamen Aufwärtsbewegung des auf der linken Seite befindlichen Ablenkers m
wird die Stelle, an wel eher die Luft in den Stapel geleitet wird, allmählich verändert,
so daß während der Bewegung des Ablenkers aus seiner tiefsten in seine höchste Stellung
der Luftstrom gezwungen wird, durch alle waagerechten Zwischenräume des Stapels
hindurchzugehen. Wenn der Ablenker seine höchste Stellung erreicht, so wird seine
Bewegung umgekehrt, und es wird dann der eben beschriebene Vorgang in entgegengesetzter,
Richtung wiederholt. Zweckmäßig wird aber die Umkehrung der Bewegung der Ablenker
begleitet durch eine Umkehr des Luftstromes, so daß, während der links liegende
Ablenker abwärts geht, der Luftstrom von oben in den rechts liegenden Zwischenraum
geleitet wird und auf dieser Seite waagerecht durch den rechts liegenden Ablenker
in den Stapel geleitet wird, so daß also jetzt die Luft gezwungen ist, waagerecht
durch den Stapel in der umgekehrten Richtung hindurchzuströmen. Nachdem also der
Luftstrom so lange in den rechts liegenden Zwischenraum eingeleitet wird, bis der
auf dieser Seite befindliche Ablenker seine höchste Stellung erreicht, wird der
Luftstrom wieder umgesteuert, so daß er dann abwärts in den links liegenden Zwischenraum
strömt und der vorher beschriebene Arbeitskreislauf sich wiederholt.
-
Indem man in der oben beschriebenen Weise vorgeht, erreicht man, daß
der waagerechte Teil des Luftstromes in jedem Augenblick in einem bestimmten Teil
des Stapels arbeitet, wobei aber .die Stelle, an der der Strom durch den Stapel
hindurchgeht, fortschreitend wechselt.
-
Die absatzweise :erfolgende Umkehrung der Bewegung des Luftstromes
wird dadurch erreicht, daß an der Kette n ,ein Paar von Anschlägen s angeordnet
ist, die abwechselnd
gegen einen Hebel i des Ventils l schlagen
und ihn dabei um seine mittlere Stellung drehen, wobei die Endbewegung des Ventils
durch den Druck der auf das Ventil wirkenden Luft vollendet wird. Gleichzeitig kann
auch derselbe Anschlags gegen einen Hebel u eines Umschalters v treffen, der den
Motor g steuert, so daß also durch die Betätigung dieses Umschalters die Drehrichtung
des Motors umgekehrt wird. Am Ende der nächsten Bewegungsphase der Ablenker wird
dann der andere Anschlags die Hebel umlegen und so eine Umkehrung des Luftventils
und des Umschalters bewirken.
-
Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann auf jeder
Seite in dem Zwischenraum ein Ablenker, wie vorhin beschrieben, angeordnet werden
und dann aber die Luft gleichzeitig auf beiden Seiten eingeführt werden. Um dies
zu erreichen, kann man das Ventill in seiner mittleren Stellung feststellen oder
das Ventil überhaupt fortlassen. In diesem Fall strömt die von dem :einen Ablenker
umgelenkte Luft in der leinen Richtung durch einen Teil des Stapels und die von
dem anderen Ablenker abgelenkte Luft in der entgegengesetzten Richtung durch einen
anderen Teil des Stapels. In einer Stellung der Ablenker, nämlich wenn beide in
gleicher waagerechter Höhe liegen, würden die beiden Luftströme einander -entgegenwirken.
Aber da diese Stellung der Ablenker nur eine schnell vorübergehende ist, so wird
dadurch die Wirksamkeit des Trockenvorganges in keiner Weise beeinträchtigt. , Man
kann auch die Luft nicht nur von oben in die beiden Zwischenräume, sondern auch
von unten eintreten lassen. Ebenso kann die Luft auch von unten aus der Trokkenkammer
abgezogen werden, falls dies gewünscht wird.