DE47962C - Geschütz-Blockverschlufs mit durch Schrauben bewirkter Dichtung - Google Patents
Geschütz-Blockverschlufs mit durch Schrauben bewirkter DichtungInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Der Zweck dieser Erfindung ist, einen Hinterladegeschützverschlufs
zu : construiren, welcher schnell und leicht geladen werden kann.
Fig. ι der beiliegenden Zeichnungen zeigt einen Längsschnitt durch den Boden des Geschützes,
das Verschlufsstück in der den Verschlufs bewirkenden Stellung und die Ladevorrichtung
in der zum. Einführen des Geschosses fertigen Stellung, nachdem das Verschlufsstück
entfernt worden ist;
Fig. 2 ist eine Endansicht des Geschützes, bei der die Kappe zum Bedecken der Verschlufsvorrichtung
entfernt ist,
Fig. 3 eine Endansicht der Verschlufsvorrichtung mit der Deckkappe auf derselben,
Fig. 4 ein Querschnitt, durch das Bodenstück des Geschützes nach einer Linie, welche durch
die Kammer des Verschlufsstückes. geht,
Fig. 5 ein Längsschnitt durch die Kammer des VerschlufsstUckes; die Schnittlinie geht an
einer Seite der Seelenachse durch das Geschütz und schneidet das Verschlufsstück centrisch,
Fig. 6 ein Schnitt im vergröfserten Mafsstabe, welcher einen Theil des Geschützrohres, des
Verschlufsstückes der röhrenförmigen Verschlufsschraube und des röhrenförmigen Dichtungsringes,
sowie einen Schnitt durch, die Schlufsringe veranschaulicht,
Fig. 7 eine vergröfserte perspectivische Ansicht eines Theiles des Dichtungs- und Verpackungsringes
;
Fig. 8 zeigt ein Stück des Verschlufsstückes an der inneren Seite der Verschlufskammer;
Fig. 9 ist ein vergröfserter Verticalschnitt durch den am Verschlufsstück befestigten Schuh,
Fig. 10 eine vergröfserte Unteransicht desselben,
Fig. 11 eine vergröfserte Ansicht der Anschlagschrauben
an den inneren Seiten des Verschlufsstückes und der Verschlufsstückkammer,
Fig. 12 eine Vorderansicht des Verschlufsstückes,
Fig. 13 ein Schnitt durch das Verschlufsstück
in der Nähe des Vordertheiles, senkrecht zur Achsenrichtung desselben,
Fig. 14 eine Seitenansicht des Verschlufsstückes
und
Fig. 15 eine Hinteransicht des Verschlufsstückes,
Fig. 16 eine vergröfserte perspectivische Ansicht des ■ federnden geschlitzten Ringes zum
Abdichten der das Verschlufsstück bethätigenden Stange,
Fig. 17 eine Seitenansicht des in der Dichtungsvorrichtung
enthaltenen weichen Metallringes,
Fig. 18 eine Seitenansicht des Ringes,
Fig. 19 eine vergröfserte Schnittansicht, welche ein Stück des Verschlufsstückes in seiner Lage
gegen die Dichtungsfläche, sowie das automatische Schlufsstück in demselben veranschaulicht,
Fig. 20 eine perspectivische Ansicht der röhrenförmigen Verschlüfsschraube mit weggebrochenen
Armen,
Fig. 21 eine perspectivische Ansicht des Dichtungs- und Verpackungsringes,
Fig. 22 ein centrischer Schnitt durch die Pulverkammer und die Verschlufskammer,
welcher die Vorrichtung zum Einschleifen der Dichtungsfläche des VerschlufsstUckes veranschaulicht,
Fig. 23 eine Endansicht der Ladevorrichtung,
Fig. 24 ein vergröfserter Schnitt durch das Verschlufsstück in seiner Lage gegen die Dichtungsfläche;
aufserdem wird das automatische Schlufsstück an seinem hinteren und vorderen Theil gezeigt.
Das Geschützrohr ist entweder gegossen oder geschmiedet und kann aus Eisen, Stahl, Bronze
oder aus einer Composition dieser Metalle hergestellt werden. Das Bodenstück 30 des Rohres
ist hinter der Pulverkammer 31 mit einer Verschlufskammer
32 von gröfserem Durchmesser als die Pulverkammer versehen, die sich seitlich zu einem länglichen Schlitz der Verschlufsstückkammer
33 erweitert, die zum Aufnehmen des VerschlufsstUckes dient, wenn der Verschlufs
geöffnet wird. In geschmiedeten, mit aufgezogenen Ringen versehenen Rohren wird dieser
seitliche Schlitz vortheilhaft eingearbeitet, bevor die beiden letzten Ringe aufgezogen sind.
Der ringförmige Ansatz an dem hinteren Ende der Pulverkammer und der inneren Seite
der Verschlufskammer bildet einen Sitz 35, gegen welchen das Verschlufsstück im eingestellten
Zustande anliegt. Dieser Sitz wird vortheilhaft durch einen Ring aus Bronze oder
einem anderen zweckmäfsigen Metall, welches weicher als Stahl ist und ungefähr die Härte
der Bronze hat, hergestellt. Der innere Durchmesser des Ringes ist übereinstimmend mit demjenigen
der Pulverkammer. Damit ein dichter Abschlufs durch das Verschlufsstück bewirkt werden kann, ist dasselbe gegen den Sitz aufgeschliffen.
Die Verschlufsstückkammer 33 ist an den beiden gegenüberliegenden Seiten je mit einem
Einschnitt versehen, so dafs Rippen 36 gebildet werden, welche als Auflager oder Führungen
für das Verschlufsstück beim Einstellen oder Lösen desselben dienen. Das Verschlufsstück
ist an seinem Umfange mit einer Rippe 37 versehen, welche den Körper desselben aufser
Contact mit den beiden Enden der Verschlufsstückkammer halt und welche an ihrer unteren
Seite mit einem flachen Schuh 38 versehen ist, der auf dem Boden der Verschlufsstückkammer
entlang gleitet. Dieser Schuh ist an seinen gegenüberliegenden Enden zugespitzt, so dafs
keilförmige Spitzen gebildet werden, welche bei der Bewegung des VerschlufsstUckes alle sich,
auf der Bahn ansammelnden Unreinigkeiten zur Seite oder in die an den beiden Enden der
Bahn des VerschlufsstUckes angeordneten Vertiefungen 39 schieben. An dem hinteren vertieften
Ende des VerschlufsstUckes befindet sich ein Schmierrohr 40, welches zum Zuführen des
Oeles nach der vom Schuh 38 durchlaufenen Bahn dient. Der letztere ist schwalbenschwanzförmig
in das Verschlufsstück eingelassen und ist zweckmäfsig aus weichem Metall hergestellt.
Das innere Ende der Verschlufsstückkammer ist mit einer Anschlagschraube 41 und die
nach innen gelegene Seite des VerschlufsstUckes mit einer correspondirenden Schraube 42 versehen,
welche gegen diejenige 41 anschlägt, sobald das Verschlufsstück die Pulverkammer
abschliefst. Diese Anschlagschrauben werden vortheilhaft gehärtet und ihre Enden in der
Form eines abgestumpften Kegels ausgebildet, wobei die konischen Theile aus der Kammerwand
und dem Verschlufsstück vorstehen.
Eine die Bewegung des letzteren bethätigende Stange 43 tritt durch ein Loch an dem äufseren
Ende der Verschlufsstückkammer nach aufsen vor, das innere Ende der Stange ist mittelst
einer Hülse und einer dieselbe haltenden Stellmutter in dem Verschlufsstück befestigt. Das
äufsere Ende der Stange ist mit einer Handhabe 45 versehen, die zweckmäfsig mittelst eines
Gelenkes sich seitlich an das Rohr anlegen kann. Die Abdichtung der Stange kann durch
einen konischen, mit Aufsengewinde versehenen Dichtungsring 46 bewirkt werden, wobei das
Aufsengewinde in das ä'ufsere Ende des Loches für die Stange 43 eingreift. Durch Eindrehen
dieses Dichtungsringes wird die letztere abgedichtet und durch Herausdrehen freigegeben,
so dafs das Verschlufsstück bethätigt werden kann. In den Dichtungsring wird zweckmäfsig
ein offener Ring 47 von weichem Metall eingesetzt, damit die Stange besser abgedichtet
werden kann; hierbei ist der Ringschlitz in dem Dichtungsring so eingeschnitten, dafs derselbe
in keine Verbindung mit dem Schlitz des letzteren treten kann. Der Dichtungsring ist
mit Handhabe 48 zum Drehen desselben versehen.
Der hintere Theil der Verschlufskammer ist mit einer Schraube versehen, welche die Verschlufsstückschraube
in geeigneter Weise unterstützt.
Eine röhrenförmige, mit Aufsengewinde versehene Verschlufsschraube 49 hat den Zweck,
das Verschlufsstück gegen den Sitz anzupressen und festzustellen. Diese Verschlufsschraube
bildet eine röhrenförmige Stellschraube oder einen Verschlufsring, welcher beim Laden des
Geschützes nicht entfernt zu werden braucht, da die Ladung durch die Oeffnung befördert
wird. Das innere Ende dieser röhrenförmigen Verschlufsschraube liegt an dem hinteren Ende
des VerschlufsstUckes, nahe am Umfange desselben, an, und sind die beiden Körper auf
einander aufgeschliffen oder aufgeschabt, um eine dichte Verbindung zu erzielen. Wenn
erforderlich, kann die innere Seite des VerschlufsstUckes mit einer Stopfbüchse, ähnlich
derjenigen des im Nachfolgenden beschriebenen Verschlufsringes, versehen werden. Die Verschlufsschraube
ist an dem äufseren Umfange, nahe an dem inneren Ende, etwas abgesetzt und legt sich, wenn hineingeschraubt, mit diesem
Absatz gegen elastische Verpackungsringe 51, Fig. 6, welche in einer kreisförmigen Nuth 50
der Verschlufskammer angeordnet sind. Der innere Ring kann aus Metall und der äufsere
aus Asbest hergestellt werden, wobei der Metallring an einer Stelle durchgenuthet ist, um eine
Federung desselben, ähnlich wie bei dem in Fig. 17 dargestellten, zuzulassen. Die röhrenförmige
Verschlufsschraube kann durch verschiedene Vorrichtungen gegen das Verschlufsstück
angeprefst werden. Nach der einen der veranschaulichten Constructionen wird ein Zahnkranz
52 mit dem äufseren Ende der Verschlufsschraube verbunden, und ein Getriebe 53,
welches auf einem in dem hinteren Ende des Bodenstückes angeordneten Wellenstück befestigt
ist, steht in Eingriff mit dem Zahnkranz und wird durch einen Handhebel 55 bethätigt.
Diese röhrenförmige Verschlufsschraube vermag bei Geschützen gewöhnlichen Kalibers vermittelst
des Verschlufsstückes und in Verbindung mit den aufgeschliffenen Verbindungen an dem
vorderen und hinteren Ende desselben den Verschlufs ohne Dichtungs- oder Verschlufsringe
zu bewirken.
Für Geschütze gröfseren Kalibers wird, in Verbindung mit der röhrenförmigen Verschlufsschraube
48, eine röhrenförmige Hülfsverschlufsschraube oder ein Dichtungsring 56, Fig. 6,
angewendet, welcher mittelst äufseren Gewindes in ein Innengewinde der Verschlufsschraube 49
eingreift. Das Verschlufsstück ist an der hinteren Seite nahe an seinem Umfange mit zwei
kreisförmigen Nuthen 57 versehen, welche zwischen sich eine Rippe 58 bilden, während das
innere Ende der Hülfsverschlufsschraube mit einer kreisförmigen, schwalbenschwanzförmigen
Nuth 59 versehen ist, in welche eine Packung 60 von weichem Metall oder anderem zweckmäfsigen
Material eingesetzt ist. Diese Nuth bildet eine Stopfbüchse, in welcher die Rippe 58 des Verschlufsstückes
eingreift. Die äufsere Fläche der inneren Schraube dient zum Abdichten der Verbindung zwischen der äufseren Schraube
und dem Verschlufsstück, und die äufsere Rippe der Stopfbüchse ist vortheilhaft in Zwischenräumen
geschlitzt, um seitliche Ausdehnungen zuzulassen und so die Abdichtung zu erleichtern.
Der Dichtungsring ist an seinem äufseren Ende mit einem Handhebel 61 zum Anziehen oder
Lösen desselben versehen.■
Diese Erfindung behandelt noch die Construction eines selbstthätig wirkenden Schlufsstückes,
welches in das Verschlufsstück eingelassen ist. An der anderen Seite desselben, gegenüber dem Sitze 35, ist zu diesem Zwecke
ein kreisförmiger, schwalbenschwanzförmiger Kanal 62 (Fig. 24) angeordnet, der an seinem
Boden eine Vertiefung 63 besitzt, sowie mit winkligen Gaskanälen 64 versehen ist, welche
von der Vertiefung 63 vorwärts bis nach dem vorderen Ende des Verschlufsstückes gehen und
sich nach der Pulverkammer des Geschützes hin öffnen. Diese winkligen Gaskanäle werden
dadurch hergestellt, dafs von der Vorderseite des Verschlufsstückes Löcher unter einem Winkel
und von dem Umfange desselben Löcher nach den geneigten Löchern in das Verschlufsstück
gebohrt werden. Die radialen Theile dieser Kanäle aufserhalb ihrer Verbindung mit den
Kanälen 63 werden durch Schrauben 65 geschlossen. Zwei Ringe 66 aus Stahl, Eisen
oder anderem harten Metall, mit schrägen, über einander weggreifenden Flächen versehen,
werden in den schwalbenschwanzförmigen Kanal eingesetzt, während ein Ring 67 von weichem
Metall vor denselben eingesetzt wird.
Nach der Explosion der Ladung gehen die gespannten Gase durch die winkligen Kanäle 64
und durch die Vertiefung 63 in den schwalbenschwanzförmigen Kanal 62 und treiben die
Ringe in diesem Kanal vorwärts, so dafs die weichen Metallringe an den Sitz 35 angeprefst
werden, wodurch eine dichte Verbindung zwischen dem Sitz und dem Verschlufsstück geschaffen
wird. Zwischen den harten und den weichen Metallringen wird noch ein im Querschnitt
von beiden Seiten abgeschrägter Metallring eingesetzt, und zwar nachdem die harten
Metallringe' eingefügt worden sind. Derselbe bewirkt ein Ausdehnen der durch die enge
Kanalöffnung eingesetzten Kupferringe in der Weise, dafs dieselben erst innerhalb des Kanals
die schwalbenschwanzförmige Form annehmen.
An dem hinteren Ende des Verschlufsstückes ist ebenfalls ein selbstthätig wirkender Gasverschlufs
angebracht und ist das Verschlufsstück deshalb an der hinteren Seite mit einer kreisförmigen Kammer 94 und einem kreisförmigen
Kanal 95 versehen, welche von der Kammer nach der hinteren, der Verschlufsschraube
gegenüberliegenden Seite des Verschlufsstückes geht. In dieser Kammer ist ein mit
Flantsch versehener Ring 96 und eine aus Gummi oder Stahl hergestellte Feder oder Serie
von Federn 97 so angeordnet, dafs die letzteren zwischen dem Flantsch des Ringes und
dem hinteren Ende der Kammer eingesetzt werden. In einem an der hinteren Seite des
Ringes 96 vorgesehenen Kanal 95 ist eine Verpackung aus Asbest oder anderem zweckmäfsigen
Material angeordnet, welche Verpackung sich in ihrer normalen Lage bündig mit der hinteren
Seite des Verschlufsstückes oder innerhalb desselben befindet. Von dem Umfange des
letzteren gehen Gaskanäle 99 unter einem Winkel nach dem vorderen Theil der kreis-
förmigen Kammer. Die Arbeitsweise dieses Gasverschlusses ist folgende:
Irgend welche Pulverdämpfe, welche durch den Verschlufs an der vorderen Seite des Verschlufsstückes
in den kreisförmigen zwischen dem letzteren und der Begrenzungsfläche der
Verschlufskammer gelangen können, gehen durch die schrägen Kanäle 99 in die kreisförmige
Kammer 94. Hier pressen dieselben den Ring 96 rückwärts, so dafs die Verpackung 98 sich fest
gegen die innere Seite der Verschlufsschraube anlegt und ein Entweichen von Gas durch die
Dichtung der Verschlufsschraube mit dem Verschlufsstück verhindert. Die Feder oder Federn
97 dienen zum Vorwä'rtspressen des mit Flantsch versehenen Ringes, nachdem ein Entladen
des Geschützes stattgefunden hat, wodurch die schwalbenschwanzförmig angeordnete
Verpackung wieder in ihre normale Lage zurückgeführt wird. Die Kammer in dem Verschlufsstück
wird dadurch gebildet, dafs an dem hinteren Ende desselben zwei kreisförmige Absätze
angesetzt werden und auf den tieferen Ansatz .eine mit Flantsch versehene Mutter 100 aufgeschraubt
wird.
Im Nachfolgenden soll der Mechanismus zum Laden des Geschützes beschrieben werden.
Derselbe ist mit einem Lager 69 versehen, welches mittelst Arme 70 (Fig. 1) in Augen 71 gehalten
wird, die ihrerseits an der den Hintertheil des Bodenstückes verdeckenden Kappe 72
befestigt sind. An dieser Bahn sind Lager für ein mit Getriebe 74 versehenes Wellenstück
angeordnet, welches durch eine Kurbel 75 bethätigt wird. Ein Schlitten 76 zum Zuführen
des Geschosses und Abladen desselben an den Laderaum ist mit einer Zahnstange jj versehen,
die durch das Getriebe 74 bethätigt wird. Ein an dem äufseren Ende der Zahnstange η η angebrachter
Anschlag 78 geht beim Vorwärtsbewegen des Schlittens durch einen Längsschlitz der Bahn 69 und kommt in Berührung mit der
Zahnradwelle 73, wodurch die Vorwärtsbewegung gerade in dem Augenblicke gehemmt
wird, in welchem das innere Ende der Transportvorrichtung 76 in die Nähe des Sifzes 35
der Verschlufskammer kommt. Die rinnenförmige Gestalt des Transportschlittens hat einen
mit der Pulverkammer übereinstimmenden Durchmesser, so dafs das Geschofs oder die
Ladung von dem Schlitten leicht in den Ladungsraum gebracht werden kann.
Die Welle 73 des Triebes 74 ist mit einer starken Spiralfeder 79 versehen (Fig. 23), welche
die Welle in der entgegengesetzten Richtung zurückdreht und so ein Zurückbewegen des
Schlittens durch das Getriebe veranlafst, sobald die Ladung an das Geschütz abgegeben ist.
Der Schlitten ist noch mit einem Gummipolster 79 a versehen, welches sich beim Rückwärtsgehen
des Schlittens gegen einen Anschlag 79 b der Bahn 69 legt.
Die Verschlufsvorrichtung ist mit einem oder mehreren Schmierbehältern 80 versehen, welche
sich an dem durch den Schraubenverschlufs gebildeten Ende befinden. Jedes dieser Schmierbehälter
wird von der Stirnfläche des Bodenstückes gebohrt und darauf die Oeffnung durch
eine Schraube abgedichtet; die Schmierung der Schraubenverschlüsse durch diesen Schmierbehälter
wird durch Perforirungen 81 in der Weise bewirkt, dafs zunächst der äufsere
Schraubenverschlufs 49 geschmiert wird, der seinerseits wieder durch in Zwischenräumen
angebrachte Schmierlöcher sowohl dem Dichtungsring als auch der Verschlufsschraube das
erforderliche Schmiermaterial zuführt. Die Schmierbehälter werden vorfheilhaft mit Baumwollenabfall
oder einem anderen geeigneten Material angefüllt und erhalten ihr Schmiermaterial
durch die mittelst Schrauben abgedichteten Bohrlöcher oder aber durch besondere Schmierkanäle 82, welche von dem
Schmierbehälter nach der Stirnfläche des Bodenstückes gehen und hier je mit einer Schmierbüchse
83 versehen sein können.
Das Aufschleifen der Verbindungen der vorderen und hinteren Seite des Verschlufsstückes
mit den inneren Seiten der Verschlufskammer und der Verschlufsschraube wird dadurch bewirkt,
dafs das Verschlufsstück auf eine mit Schraubengewinde 85 versehene Welle oder einen Dorn 84, Fig. 22, aufgeschraubt und
das innere bezw. das äufsere Ende desselben durch je eine Scheibe 86 bezw. 87 geführt
wird. Mittelst einer auf das aufsen vorstehende Ende der Welle aufgesetzten Kurbel 88 kann
das Drehen der Welle zum Aufschleifen der Verbindungsflächen bewirkt werden. Damit
das Verschlufsstück beim Aufschleifen mit genügendem Druck gegen seinen Sitz und die
Verschlufsschraube geprefst wird, wird die letztere so weit hineingeschraubt, dafs der Block
mit der einen Seite an dem Sitz und mit der anderen an der Verschlufsschraube anliegt.
Nachdem das Aufschleifen der Flächen vollendet ist, wird die Welle aus dem Verschlufsstück
entfernt und das Loch durch eine mit Kopf 90 versehene Schraube 89 verschlossen und abgedichtet.
Zum Bewegen des Verschlufsstückes sehr grofser Geschütze ist die Stange 43, Fig. 4, an
der unteren Seite mit einem Zahnschnitte versehen, in welchen ein auf einer Welle 91, die
an der Stirnseite des Bodenstückes vorsteht, angeordneter Trieb 92 eingreift, so dafs die
Stange mit dem Verschlufsstück durch eine auf das Ende der Welle 91 aufgesetzte Kurbel 93
bewegt werden kann. Die Bedienung und die Arbeitsweise des Geschützes ist die folgende:
Der geschlitzte Ring 46 wird etwas gedreht, damit die Stange 43 freigegeben wird, worauf
das Verschlufsstück vermittelst der ersteren- aus seiner Abschlufslage in die seitliche. Verschlufsstückkammer
seitlich abgezogen wird. Das Geschofs wird auf den .Schlitten 76 gebracht:
und die Kurbel 75 gedreht, wodurch der erstere mittelst des Triebes 74 und der Zahnstange jj
dem Laderaum des Geschützes zugeführt wird, bis es in der Endstellung gegen den Anschlag 78'
anschlägt. Hierauf wird das Geschofs'in den
Laderaum hineingeschoben, worauf sich der von dem Gewicht befreite Schlitten unter der
Einwirkung der Feder 79 vermittelst des Triebes 74 und der Zähnstange yj wieder zurückbewegt.
Die Pulverladung wird hierauf in.derselben Weise zugeführt und der Schlitten wieder
selbsttätig zurückgeführt. Nachdem das Verschlufsstück in der beschriebenen Weise eingestellt
worden ist, werden die in den Fig. 2 und '3 in ausgezogenen Linien dargestellten
Hebel 5 5 und. 61 bethätigt. Der mit dem
Dichtungsring 56 verbundene Hebel 5.5 wird in die in punktirten Linien (Fig. 2) angegebene
Lage gedreht, wodurch sich der Dichtungsring gegen die hintere Fläche des Verschlufsstückes
legt und die Rippe 58 in die Stopfbüchse des Dichtungsringes eintritt. Hierauf wird der mit
der Verschlufsschraube verbundene Hebel 5 5 in die in punktirten Linien angegebene Lage
gedreht und dadurch die Verschlufsschraube ..mit ihrem inneren Ende fest gegen die äufsere
Fläche des Verschlufsstückes gepreist ,· so dafs sich das letztere dicht an den Sitz 3 5 anlegt.
Der bedienende- Soldat nimmt beim1 Niederdrücken
des Hebels 61 eine gebeugte Stellung ein, so dafs derselbe beim Hochgehen in die
aufrechte Stellung den Hebel 55 mitnehmen kann, wodurch beide Hebel mit einer Bewegung
des Soldaten in zwei Griffen bethätigt werden können. Beim Annehmen der aufrechten
Stellung kann er seinen Fufs auf den. Hebel 61
des Dichtungsringes setzen, sich dadurch.stützen und gleichzeitig den Verschlufs . befestigen.
Hierauf wird der geschlitzte konische Ring 46 so gedreht, dafs eine Dichtung um die Stange 43'
bewirkt wird. ...
Um ein Lösen des Verschlusses nach dem Entladen des Geschützes zu bewirken', greift
der Soldat den in seiner horizontalen Lage befindlichen Hebel 55 und dreht denselben in
die in ausgezogenen Linien artgedeutete Lage, dabei gleichzeitig eine gebeugte Lage annehmend,
worauf er beim Zurückgehen in die aufrechte . Stellung den mit dem Dichtungsring verbun-.
denen Hebel 61 mitnimmt. Durch diese eine . Bewegung mit zwei Griffen wird das Ver-.
schlufsstück ausgelöst, so dafs die oben beschriebene Operation zum Wiederladen wiederholt
werden kann. ;
Der an der hinteren Seite ■ des Verschlufsstückes angeordnete selbsttätige Gasverschlufs
kann für die an der vorderen Seite des Verschlufsstückes angeordneten gesetzt werden;
hierbei. werden die an der vorderen Seite des letzteren mündenden Gaskanäle 64 durch die
schrägen Kanäle 99 ersetzt.
Claims (7)
1.. die Anordnung eines als Sitz für den Verschlufsblock
(34) dienenden Metallringes (3 5) . am . hinteren Ende der Pulverkammer in
• Verbindung mit einer seitlichen, an der unteren Seite mit Führungsnut)! versehenen
Verschlufsblockkammer (33), wobei die Nüthen (39) zum Aufnehmen fremder, in die Kammer . gelangender Bestandtheile
dienen; .
2. die Anordnung eines . an den entgegensetzten Seiten in der Richtung der Führungs-
. . nuth konisch zulaufenden Schuhes (38) an . der unteren Seite des Verschlufsblockes (34),
zum Zweck, eine Führung des letzteren zu bewirken und die sich in der Nuth- ansammelnden
fremden Bestandtheile den Nuthen (39) zuzuführen;
3. die Anordnung von Anschlagschrauben (41 und 4.i) an dem inneren Ende der Verschlufsblockkammer
bezw. an der nach innen - gelegenen Seite des Verschlufsblockes (34)
zum Begrenzen der Bewegung des letzteren beim Abschlufs der Pulverkammer; '
4. die Vorrichtung ' zum Abdichten der die
Verschiebung des Verschlufsblockes bewirkenden Stange (43), bestehend aus einem
mit konischem Aufsengewinde .versehenen Dichtungsring (46), welcher einen gasdichten
Abschlufs der Stange bewirkt;
.5. die Anordnung einer röhrenförmigenHülfsverschlufsschraube (56), Fig. .6, in der Ver-.
schiffsschraube (49), welche erstere innen in einer schwalbenschwanzförmigen Nuth (59)
eine Packung aufnimmt, die mit der Rippe (58) der hinteren Seite des Verschlufsblockes (34)
einen gasdichten Abschlufs ermöglicht;
6. die Vorrichtung zum Schmieren der Verschlufsschrauben (49 und 56), bestehend aus
dem mit den Schmierlöchern (81) versehenen Schmierbehälter (80), welcher durch
den Kanal (82) gefüllt werden kann;.
7. eine Vorrichtung zum selbsttätigen' Ab-
• dichten der vorderen Fläche des Verschlufsblockes (34), bestehend aus einem kreisförmigen, mit metallischen Verpackungsringen
(66, 67 und 68) versehenen Kanal (62), in Verbindung mit den mit der Pulverkammer
iri Verbindung stehenden und Verbrennungsgase hinter die Verpackiingsringe
führenden Gaskanälen (64) zum Anpressen des Dichtungsringes (67) an seinen Sitz;
eine Vorrichtung zum selbsttätigen Abdichten der hinteren Fläche des Verschlufsblockes (34), bestehend aus einer kreisförmigen, durch den Verschlufsblock, sowie eine aufgeschraubte Mutter (100) gebildeten Kammer (94), welche in der Weise mit einem Ringe (96) versehen ist und mit Gaskanälen (99) in Verbindung steht, dafs mittelst der durch die vordere Dichtung entweichenden Gase ein Anpressen und Abdichten des Ringes (96) an die vordere Fläche des Schraubenverschlusses (49) erreicht, während der Ring (96) durch zwischen Mutter (100) und Verschlufsblock eingesetzte Federn (97) in seine normale Lage zurückgebracht wird;
die Vorrichtung zum Seitwärtsbewegen des mit der Stange (43) verbundenen Verschlufsblockes (34), bestehend aus dem an der Stange (43) vorgesehenen Zahnschnitt, sowie dem mit demselben in Eingriff stehenden, durch Welle (91) drehbaren Trieb (92).
eine Vorrichtung zum selbsttätigen Abdichten der hinteren Fläche des Verschlufsblockes (34), bestehend aus einer kreisförmigen, durch den Verschlufsblock, sowie eine aufgeschraubte Mutter (100) gebildeten Kammer (94), welche in der Weise mit einem Ringe (96) versehen ist und mit Gaskanälen (99) in Verbindung steht, dafs mittelst der durch die vordere Dichtung entweichenden Gase ein Anpressen und Abdichten des Ringes (96) an die vordere Fläche des Schraubenverschlusses (49) erreicht, während der Ring (96) durch zwischen Mutter (100) und Verschlufsblock eingesetzte Federn (97) in seine normale Lage zurückgebracht wird;
die Vorrichtung zum Seitwärtsbewegen des mit der Stange (43) verbundenen Verschlufsblockes (34), bestehend aus dem an der Stange (43) vorgesehenen Zahnschnitt, sowie dem mit demselben in Eingriff stehenden, durch Welle (91) drehbaren Trieb (92).
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE47962C true DE47962C (de) |
Family
ID=322973
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT47962D Expired - Lifetime DE47962C (de) | Geschütz-Blockverschlufs mit durch Schrauben bewirkter Dichtung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE47962C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2715935A1 (de) * | 1977-03-04 | 1978-09-07 | Bbc Brown Boveri & Cie | Verfahren zur ueberwachung des hochlaufs von asynchronmotoren und vorrichtung zur durchfuehrung des verfahrens |
| WO2012159624A3 (de) * | 2011-05-26 | 2013-04-04 | Krauss-Maffei Wegmann Gmbh & Co. Kg | Einsteckrohr zum verschiessen unterkalibriger munitionskörper und waffe mit einem einsteckrohr |
-
0
- DE DENDAT47962D patent/DE47962C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2715935A1 (de) * | 1977-03-04 | 1978-09-07 | Bbc Brown Boveri & Cie | Verfahren zur ueberwachung des hochlaufs von asynchronmotoren und vorrichtung zur durchfuehrung des verfahrens |
| WO2012159624A3 (de) * | 2011-05-26 | 2013-04-04 | Krauss-Maffei Wegmann Gmbh & Co. Kg | Einsteckrohr zum verschiessen unterkalibriger munitionskörper und waffe mit einem einsteckrohr |
| US9310151B2 (en) | 2011-05-26 | 2016-04-12 | Krauss-Maffei Wegmann Gmbh & Co. Kg | Insertion tube for firing sub-caliber ammunition bodies and weapon comprising an insertion tube |
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