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Schreibrechenmaschine Die Erfindung betrifft eine Schreibrechenmaschine
zum Verrechnen auch von nicht auf dem dekadischen Zahlensystem beruhenden Werten,
bei welcher das Einbringen eines mehrstelligen Wertes durch Addition bzw. Subtraktion
einstelliger Wertteile erfolgt..
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Derartige Schreibmaschinen sind bereits in verschiedenen Ausführungsformen
bekannt geworden. Doch wichen dieselben stets mehr oder weniger in einigen Teilen
von dem Normalen ab, wodurch die Herstellung der Maschine verteuert und die Bedienung
derselben erschwert wurde. So war z. B. bei einigen dieser Maschinen noch eine besondere
Ziffernstelle für den Wert fo vorgesehen, bei deren Betätigung nur der Wert i zum
Abdruck gelangte und die o dann nach Ausführung eines Wagenschrittes durch die Schreibtaste
geschrieben werden mußte. Abgesehen davon, daß sich bei einem Teil der Maschinen
die zehnte Ziffernstelle nicht unterbringen läßt, kann es bei dieser Vorrichtung
leicht vorkommen, daß die geschriebene Rechnung mit der wirklich ausgeführten Rechnung
nicht übereinstimmte, da das Schreiben der o leicht vergessen wurde und dann die
Fehler sehr schwer auffindbar waren.
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Andererseits war es bereits vorgeschlagen, das Einbringen mehrstelliger
Werte durch Einbringen einstelliger Werte auszuführen, doch wurde bei diesen Vorrichtungen
der Wagenschritt des Papierwagens beim Einbringen eines mehrstelligen Wertes stillgesetzt
und ein Nebeneinanderschreiben der einzelnen Werte durch Versetzen der Typen auf
die Typenköpfe erreicht. Dieses war aber sehr umständlich und machte die Anordnung
besonderer komplizierter Vorrichtungen erforderlich. Außerdem wirkten die so abgedruckten
Zahlen immer unschön.
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Der Erfindung gemäß werden nun alle diese Nachteile beseitigt, indem
der zum:Registrieren von nicht dekadischen Werten dienenden Ziffernrolle für jede
Stelle eines nicht dekadischen Wertes je ein Antriebsrad zugeordnet ist und die
abweichenden Zeichen auf der Type so angeordnet sind, daß sie in der Umschaltstellung
in zwei verschiedenen, durch einen beim Einbringen der zweistelligen nicht dekadischen
Werte ausgelösten Wagenschritt getrennten Stellungen des Wagens zum Abdruck gelangen.
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Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung gemäß
der Erfindung _ dargestellt, und zwar ihre Verwendung zum Verrechnen von Werten
englischer Währung.
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Abb. i zeigt eine Vorderansicht eines Zählwerks für englische Währung,
bei welchem die Räder der Übersichtlichkeit halber mit ihren Drehachsen senkrecht
untereinanderliegend gezeichnet sind.
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Abb. a zeigt eine Anordnung der Typen und Tasten gemäß der Erfindung.
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Bekanntlich setzt sich die englische Währung aus Pfunden = £, Schillingen
= sh und Pennys= d zusammen, und zwar sind fad= i sh und ao sh = i £. Aus diesem
Grunde können für Berechnungen der englischen Währung nicht ohne weiteres Zählwerke
mit normaler Zehnerschaltung verwendet werden, sondern es darf von der Penny- zur
Schillingstelle nur
eine Übertragung von 12 zu z2 Einheiten und
von der Schilling- zur Pfundstelle nur eine Übertragung von 2o zu 2o Einheiten stattfinden.
Derartige Zählwerke sind bekanntlich folgendermaßen ausgebildet Für die Pennys,
die zum Teil eine zweistellige Zahl bilden, ist eine Ziffernrolle z vorgesehen (Abb.
i), auf der die Zahlen von i bis ii aufgetragen sind, während die Zahl 12 durch
ein blindes Feld 2 markiert wird. Der Antrieb der Pennystelle ist geteilt, d. h.
die Pennyzahlenrolle i läßt sich sowohl vom Antriebsrad q. über die Räderkette 5,
6, 7, 8 als auch durch das Antriebsrad 6 über die Räder 7 und 8 antreiben. Der Antrieb
der Antriebsräder q. und 6 und der übrigen Antriebsräder erfolgt in bekannter Weise
durch ein nicht gezeichnetes Hauptantriebsrad, welches der Reihe nach mit den einzelnen
Antriebsrädern von links nach rechts in Eingriff kommt und seinen Antrieb von sogenannten
Zifferntasten erhält, welche es bei ihrem Anschlagen jeweils um einen ihrem Wert
entsprechenden Betrag drehen. Wird das Antriebsrad 6 unmittelbar vom Hauptantriebsrad
angetrieben, so wird das Antriebsrad q. nur leer mitgedreht.
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Das Einbringen der einstelligen Pennywerte erfolgt nur durch Einwirkung
des Hauptantriebsrades auf das Rad q., während das Einbringen zweistelliger Pennywerte
wie io und ii durch Einwirken des Hauptantriebsrades auf das Rad 6 und auf das Rad
q. bewirkt wird.
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Die Übertragung von der Pennyzahlenrolle zur Schillingzahlenrolle
erfolgt in folgender Weise. Sämtliche Antriebsräder q., 6 und 9 bis 15 haben
30 Zähne. An dem Antriebsrad 6 ist auf jeden zweiten Zahn je eine Schaltnocke
16 vorgesehen. Wird nun das Antriebsrad 6 um 12 Zähne und damit die Pennyrolle i
um 12 Einheiten gedreht, so kommen 6 Nocken 16 auf das Übertragungsrad 17 zur Wirkung
und drehen dieses und das mit ihm in Antriebsverbindung stehende Rad 9 um 6 Zähne.
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An dem Rad 9 ist nun auf jedem sechsten Zahn ein Schaltnocken 18 angeordnet,
der nunmehr infolge der oben beschriebenen Drehung des Rades 9 zur Wirkung auf das
Übertragungsrad i9 kommt und dieses und damit die mit ihm in Antriebsverbindung
stehenden Räder io, 2o, 21 um einen Zahn weiter schaltet, wodurch die rechte Schillingsrolle
3 um eine Einheit weitergedreht wird.
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An dem Antriebsrad io befindet sich in normaler Weise auf jedem zehnten
Zahn ein Schaltnocken 2a, der über die Räderkette 23, 11, 2q., 25 auf die linke
Schillingrolle 3a wirksam wird und diese jeweils dann um eine Einheit weiter dreht,
wenn die rechte Schillingrolle 3 sich um io Einheiten gedreht hat. An dem Antriebsrad
ii ist wiederum auf jedem zweiten Zahn ein Nocken 26 angeordnet, der über die Räder
27, i2, 28, 29 auf die rechte Pfundrolle 30 wirksam wird und diese jeweils
dann um eine Einheit weiter dreht, wenn sich die linke Schillingrolle 3a um zwei
Einheiten gedreht hat.
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Es wird also die rechte Schillingrolle 3 nach einer vollen Umdrehung
der Pennyrolle i und die linke Schillingrolle 3a nach einer Vollumdrehung der rechten
Schillingrolle 3 um eine Einheit weiter gedreht werden, während die rechte Pfundrolle
3o bei Drehung der linken Schillingrolle 3a um zwei Einheiten schon um eine Einheit
gedreht wird. Die Übertragung von Pfundrolle zu Pfundrolle entspricht der normalen
Zehnerübertragung. Die Wirkung der Sperrscheiben 31 bis 37 ist dabei bekannt und
soll deshalb hier nicht näher beschrieben werden.
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Soll nun beispielsweise bei für das Dezimalsystem eingerichteten Schreibrechenmaschinen
der Wert io in die Pennystelle des Zählwerkes gebracht werden, so muß der Schreiber
in Ermangelung einer dem Wert io entsprechenden Rechenstelle und Zifferntaste den
Wert io teilen, d. h. beispielsweise in 9 und i zerlegen. Schlägt er nun aber zuerst
eine 9 und dann eine i an, so erscheint auf dem Papier die Zahl 9i während im Zählwerk
der Wert 9 mittels des Antriebsrades 6 und der Wert i mittels des AntriebsräAes
q. eingebracht und dadurch die Pennyrolle i um zehn Einheiten weiter geschaltet
wird. Es wird also im Zählwerk der Wert richtig verrechnet, aber auf dem Papier
falsch niedergeschrieben werden.
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Um den Betrag richtig zum Abdruck zu bringen, muß er,- ohne gedruckt
zu werden, erst verrechnet werden. Da beim Verrechnen aber der Wagen um zwei Schritte
nach links wandert, muß er mittels der Rücktaste wieder zurück gebracht werden,
worauf erst der gerechnete Betrag mittels der Schreibtasten niedergeschrieben werden
kann. Dieser Weg ist jedoch sehr umständlich und zeitraubend.
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Es werden deshalb den Typen der Ziffern, in die die jeweilig zu verrechnende
Zahl zerlegt wird, andere Ziffern zugeteilt, die beim Umschalten der Schreibwalze
zum Anschlag kommen und dadurch sofort die richtige, dem verrechneten zweistelligen
Wert entsprechende Zahl niederschreiben.
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Wie in Abb. 2 dargestellt, ist der den Wert i tragenden Type 39 eine
o zugeordnet, die bei der in gestrichelten Linien angegebenen Umschaltstellung der
Schreibwalze 38 zum Anschlag kommt. Den den Wert 2 und 9 tragenden Typen 40 und
41 ist je eine i zugeordnet. Die diesen Typen zugeordneten Tasten q.2 bis 44 sind
den Typen entsprechend beschriftet: -Bei den Maschinen, die getrennte Schreib- und
Rechentasten haben, können diese Beschriftungen sowohl auf den Schreib- als auch
auf den Rechentasten angebracht werden. Auch ist es gleichgültig, ob die Neuerung
an handangetriebenen
öder kraftangetriebenen Maschinen oder an
Maschinen mit feststehenden oder bewegten Zählwerken vorgesehen wird.
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Die Handhabung und Wirkungsweise der Vorrichtung wird am besten an
nachfolgendem Zahlenbeispiel klar.
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Angenommen, es sollen folgende Posten addiert werden
| £ sh d |
| 2 II . 3 |
| 9 Io |
| = 3 i I |
Die Zählwerke nach Abb. i sind bekanntlich bei Maschinen mit bewegten Zählwerken
am Papierwagen befestigt. Zwecks Verrechnung und Niederschrift des ersten Postens
wird nun mittels des nicht gezeichneten Tabulators der Papierwagen so weit nach
links bewegt, daß das Antriebsrad 12 des in Abb. i dargestellten Zählwerkes mit
dem erwähnten, nicht gezeichneten Hauptantriebsrad in Eingriff kommt. Nunmehr wird
die dem Wert 2 entsprechende Taste 43 (Abb. 2) angeschlagen, wodurch die Type 4o
die 2 zum Abdruck bringt und die Pfundrolle
30 um zwei Einheiten weiter geschaltet
wird, also auch eine 2 anzeigt. Hierauf wird wieder der Tabulator betätigt, so daß
das Antriebsrad ii in Arbeitsstellung kommt. Durch Anschlagen der dem Wert i entsprechenden
Taste 42 wird die i der Type 39 zum Abdruck gebracht, wobei die Ziffernrolle 3a
um eine Einheit gedreht wird, so daß sie statt eines blinden Feldes nunmehr eine
i zeigt. Nun gelangt das Antriebsrad io in Arbeitsstellung, so daß nach Anschlagen
der Taste 4r auch die Ziffernrolle 3 eine i anzeigt, wie sie gleichzeitig von der
Type 39 zum Abdruck gebracht wurde. Hierauf wird wieder durch Betätigung des Tabulators
das Antriebsrad 4 in Arbeitsstellung gebracht und durch Anschlagen der Taste 45
die Ziffernrolle i über die Räder 4, 5, 6, 7, 8 um drei Einheiten gedreht, so daß
sie eine 3 anzeigt. Die Type 46 hat -dabei eine 3 zum Andruck gebracht. Das Zählwerk
zeigt nun den Posten
an, der auch auf dem Papier zum Abdruck gekommen ist. Die Verrechnung des zweiten
Postens erfolgt in gleicher Weise. Mittels des Tabulators wird das Antriebsrad io
in Arbeitsstellung gebracht --und hierauf die dem Wert 9 entsprechende Taste 44
angeschlagen. Hierbei wird die 9 mittels der Type 41 zum Abdruck gebracht und gleichzeitig
die Ziffernrolle 3 um neun Einheiten gedreht, so daß sie nunmehr eine o anzeigt.
Durch den Übergang der Ziffernrolle 3 von 9 auf o hat dabei eine Zehnerübertragung
auf die Stelle 3a stattgefunden, welche nunmehr ein blindes Feld anzeigt und im
Ganzen um zwei Einheiten gedreht worden ist. Bewegt sich aber diese Rolle 3 z um
zwei Einheiten, so bewirkt sie eine Übertragung auf die Pfundrolle
30 und
schaltet diese ebenfalls um eine Einheit weiter, so daß diese nunmehr eine 3 anzeigt.
Durch Betätigung des Tabulators wird jetzt das Antriebsrad 6 in Arbeitsstellung
gebracht zwecks Verrechnung der zehn Pennys. Da jedoch keine dem Wert io entsprechende
Zifferntaste vorhanden ist, wird zunächst die nicht gezeichnete allgemein bekannte
Umschalttaste niedergedrückt, welche die Schreibwalze 38 in die gestrichelt angegebene
Umschaltlage hebt, in welcher sie durch Niedergedrückthalten der Umschalttaste gehalten
wird. Nunmehr wird die dem Wert 9 entsprechende Zifferntaste
44 angeschlagen,
wodurch das Antriebsrad 6 und damit die Ziffernrolle i um neun Einheiten gedreht
wird, die zugehörige Type 41 aber, da die Schreibwalze 38 sich in Umschaltstellung
befindet, eine i zum Abdruck bringt. Die Ziffernrolle i zeigt nunmehr das blinde
Feld 2. Es hat also eine Vollumdrehung dieser Rolle i und demzufolge eine Übertragung
auf die Rolle 3 stattgefunden, sQ daß diese nunmehr statt einer o eine i anzeigt.
Die Umschalttaste bleibt weiter in niedergedrückter Stellung und der Tabulator wird
abermals betätigt, so daß das Antriebsrad 4 in Arbeitsstellung kommt. Da eine io
verrechnet werden sollte, aber tatsächlich nur eine 9 verrechnet worden ist, so
ist nunmehr noch eine i hinzuzuaddieren. Dies wird erreicht durch Anschlagen der
Taste 42, worauf die Ziffernrolle i nunmehr eine i anzeigt, während die der Taste
42 zugehörige Type 39 infolge der Umschaltvorrichtung der Schreibwalze 38 eine o
zum Abdruck bringt. Es ist also der Posten
richtig verrechnet und niedergeschrieben worden und das Zählwerk zeigt nunmehr die
Summe der beiden Posten mit 3 £ i sh und i d an.
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In der gleichen Weise wie die io d verrechnet und niedergeschrieben
worden sind,- können natürlich , auch ii d verrechnet und niedergeschrieben werden,
nur mit dem Unterschied, daß diese sich aus 9 und 2 zusammensetzt und sowohl beim
Anschlag der dem Wert 9 entsprechenden Taste 44 als auch der dem Wert 2 entsprechenden
Taste 43 in der Umschaltstellung der Schreibwalze eine i zum Abdruck kommt.