-
Verfahren zum Ausblasen der Tauchtanks bei Unterseebooten Wenn man
ein Unterseeboot aus dem getauchten Zustande wieder an die Wasserob.erfläche bringen
will, pflegt man zunächst nur so viel Wasserballast mit aus Behältern entnommener
Druckluft aus den Tauchtanks zu verdrängen, als nötig ist, um die Luftschächte genügend
weit austauchen zu lassen, so daß vorn Elektromotorenantrieb auf den Antrieb durch
Verbrennungskraftmaschinen überge gangen werden kann. Hierauf wird der restliche
Wasserballast mittels, niedrig gespannter Druckluft ausgeblasen, die durch ein irgendwie
angetriebenes Gebläse erzeugt wird. Der artige Gebläse, gleichviel ob Kolben- oder
Kreiselverdichter, beanspruchen aber angesichts der verhältnismäßig großen zu liefernden
Luftmenge viel Raum und Gewicht. Die Erfindung bezweckt nun, derartige, große und
schwere Gebläse ganz entbehrlich zu machen oder wenigstens es zu ermöglichen, daß
man mit beträchtlich kleineren und leichteren Ge bläsen auskommt.
-
Dieser Zweck wird der Erfindung gemäß dadurch erreicht, daß das Ausblasen
der Ballasttanks bis zum Freiwerden der Luftschächte in bekannter Weise durch aufgespeicherte
Druckluft erfolgt, und daß nach Ingangsetzen der Antriebsverbrennungskraftmaschi,nen
deren Auspuffgase als Mittel zum Verdrängen des restlichten Ballastwassers verwendet
werden.
-
Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, :daß die Abgase, bevor sie zum
Verdrängen des Ballastwassers aus den Tanks benutzt werden, gut gekühlt sein müssen,,
weil sie sich sonst nachträglich in den Tauchtanks abkühlenund zusammenziehen würden.
Das könnte dann z. B. zur Folge haben, daß bei völlig verdrängtem Ballastwasser,
aber noch offenen Flutventilen das Außenwasser entsprechend der Volumenverkleinerung
der Gase durch die Flutventile wieder in die Ballastbehälter zurückströmt und den
Tiefgang des Bootes unerwünscht vergrößert. Oder aber :es würde, wenn die Flutventile
bereits geschlossen sind, in den Tauchtanks ein Unterdruck entstehen, der unter
Umständen ein Eindrücken der nicht druckfest -gebauten Ballasttanks zur Fo%e haben
könnte. Das Kühlen der Abgase kann hierbei. auf verschiedene Weise erreicht werden,
wie die im folgenden beschriebenen beiden Ausführungsbeispiele zeigen.
-
Auf der Zeichnung ist die Erfindung in zwei Ausführungsmöglichkeiten
beispielsweise veranschaulicht, (und zwar zeigt Abb. i ein der Erfindung gemäß eingerichtetes.
Unterseeboot in einem senkrechten Querschnitt, während Abb. 2 teilweise den dazugehörigen
Längsschnitt nach 2-2 der Abb. r veranschauUch;t.
-
In den Abb.3 und q. ist ein etwas anders eingerichtetes Unterseeboot
in einer den Abb. i und 2 entsprechenden Darstellung veranschaulicht, während in
Abb.5 in größerem Maßs;tabe ein Einzelteil der Abb. q. im Schnitt dargestellt ist.
-
Es .sei zunächst die Ausführung-noirm nach. Abb. i und. 2 beschnehen:
A
ist der druckfeste InnenkÖrper eines Unterseebootes, auf dein die leichtgebauten.
Tauchtanks B aufgesetzt sind. C sind die beiden Antriebsverbrennungskraftmaschinen
für Oberwasserfahrt. Von ihren Zylindern führen Auspuffleitungen D über je ein.
AbsperrventilE durch den DruckkörperA hindurch in den Aufbau F, woselbst sie am
Druckkörper A entlang geführt sind. Wie Abb. z erkennen läßt, ist oberhalb des Absp.errientils
E ein Umschaltorgan (z vorgesehen, das vom Bootsinnern aus umgestellt werden
kann und die Abgase entweder über die Leitung D und den Schalldämpfer J ins Freie
auspuf'fen läßt oder sie in der andern Stellung .über die Leitung Dl und ein. Verteilgehäuse
H durch die Rohre K zu dien Tauchtanks B leitet. Die Abgase strömen
dann in den RohrenK am ,einen Ende jedes Tauchtanks B abwärts, am Grunde der Tauchtanks
entlang und steigen am andern Ende der Tauchtanks in den mit feinen Austrittsäffnungen
versehernen Rohren L zur Tankdecke auf (Ausführung nach Abb. i, linke SeiK). Sie
sammeln sich dann im oberen Teil der Tauchtanks B und blasen diese leer,, indem
sie das in ihnen hefindliche Ballastwasser durch die vorher geöffneten FJ:utventue
N verdrängen. Bei dem in Abb. i, rechts; -dargestellten Tauchtank B ist die Anordnung
insofern @etwas anders ausgeführt, als der unterste Teil des Tauchtanks zu @eivnem
Kanal M abgeschottet isst, in dessen eines Ende das absteigende Rohr I( mündet,
während das aufsteigende -Roher L von dem andern Ende des Kanals M hochsteigt. In
beiden Fällen (Abt. i, links und rechts) durchströmen die Abgase den untersten,
bis fast zum völligen Ausblasen noch von Wasser bespülten Tief der Ballastbehälter
und werden demgemäß vom Ballastwässer intensiv gekühlt.
-
Statt die Kühlung der Abgasre, wie beschrieben, in den Ballasttanks
B vorzunehmen, kann auch ein besonderer Kühler vorgesehen werden. Eine derartige
Einrichtung zeigen die Abb.3 bis 5, und zwar ist bei dieser Ausführungsform der
Auspufftopf J selbst als Kühler ausgebildet. Wie der i: Abb. 5 'wiedergegebene Längsschnitt
erkennen läßt, erfolgt die Kühlung hier durch besonders zugeführtes Kühlwasser,
das von der vorhandenen, nicht besonders dargestellten Res!ercnCcühlwas,s:erpumpe
erzeugt werden kann. Das Kühlwasser durchströmt den Auspufftopf J in zwei Strömen,
nämlich in einem Strom x-x, der durch einen besonderen Kühlmantel il :geht, und
in einem Strom y-y, der durch ein mit feinen Löchern versehenes zentrales Spritzrohr
12 strömt. Die von den Brennkraftmaschinen C kommenden Abgase werden um das Rohr
J spiralig herumgeführt und somit innen und außen intensiv gekühlt. Auch die Abgasleitungen
selbst können natürlich außerdem noch mit Kühlmänteln versehen sein..
-
Es sei-noch darauf hingewiesen, daß bereits Vorschläge gemacht worden
sind, um die eingangs erwähnte Aufgabe, Vermeidung besonderer Gebläse zum Erzeugen
der zum Ausblasen der Ballasttanks erforderlichen Luft, mit andern 1VBtbeln zu lösen.
Sao ist einerseits vorgeschlagen worden, bd von Dieselmotoren _ang@etrieb!enen Booten
die zur Dieselanlage gehörigen und getrennt antreibbaren Kompressoren zur Erzeugung
der Einspritz- und Anlaßluft hierfür zu verwenden und durch diese hochkomprimierte
Luft mittels einer Düse Frischluft anzusaugen;. Dieser Vorschlag ist aber deshalb
nicht zweckmäßig, weil mit dem Auftauchen zugleich auch vom :elektrischen zum Dieselmotorenantrieb
üb:ergegangen wird und die Kornpressoren der Dieschnotoranlage für diese selbst
betriebsklar sein müssen. Dieser Notwendigkeit trägt die Erfindung Rechnung, indem
sie die nach dem Ingangsetzen der Dieselmotoren erzeugten Abgase zum Austreiben
des Ballastwassers verwendet.
-
Ein zweiter Vorschlag bezieht sich auf durch Acetylengasmotoren betriebene
Unterseeboote und besteht darin, von diesem Gase eine @entsprechende Menge mehr
ständig bereit zu halten, die ,zum Austreiben des Ballastwassers benutzt werden
kann. Abgesehen davon, daß dieser Vorschlag nur gerade für solche in die Praxis
nicht :eingeführte kleine Boote einen Sinn. haben könnte, wird insbesondere aus
Gründen der Explosion sgefahx kaum jemand ernstlich daran denken, diese Lösung zu
verallgemeinern und etwa bei neuzeitlichen Booten anzuwenden.
-
Gegenüber beiden Vorschlägen brietet das Verfahren ;nach der Erfindung
den Vorteil., daß das Austreiben dies Ballastwassers mit sehr einfachen Mitteln
und ohne besondere Kosten pn zuverlässiger Weise erfolgt, da nach der Erfindung
zum Ausblasen der Ballasttanks die Auspuffgase, d. h. also vorhandene, bisher aber
nutzlos vergeudete Verbrennungsprodukte verwendet werden -:ollen, nichtaber Druckmittel,
wie Luft oder Acetylengas, die erst .besonders für diesen Zweck erzeugt werden müsse
u.