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Verfahren und Einrichtung zur Herstellung zusammengesetzter Laufbilder
durch Doppelbelichtung Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Herstellung zusammengesetzter Laufbilder, bei welchen ein vorhandener positiver
Bildstreifen zur ferstellung eines neuen Bildstreifens mit einer-neuen Handlung
benutzt wird, indem er in der Kamera vor und mit dem zu belichtenden Negativstreifen
läuft.
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Es ist - bereits bekannt, daß man bei der Erzeugung von Negativen
eines vorhandenen Hintergrundes das vorher aufgenommene ,jegativ der Spielszene
als Abdeckmaske benutzt, doch-war hierbei nicht zu vermeiden, daß ein. Durchscheinen
der Bilder eintrat. Es ist auch bereits vorgeschlagen worden, die Belichtung der
einzelnen Negativteile unter Einwirkung einer chemischen Zwischenbehandlung des
Negativs vorzunehmen.
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Das Wesen der Erfindung besteht darin, daß bei der ersten Belichtung
(Kopieren de-, Hintergrundes vom Positiv auf das Negativ) auf dem Negativ die Silhouette
der handelnden Personen oder der Spielszene unbelichtet gelassen wird und in diese
bei der unmittelbar darauf erfolgenden zweiten Belichtung die Personen oder die
Spielszene hineinbelichtet werden. Beide Belichtungen erfolgen stets während des
gleichen Stillstandes des Negativstreifens.
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Zweckmäßig zeigt der den Hintergrund enthaltende Positivbildstreifen
abwechselnd ein Bild des Hintergrundes o. dgl. und ein klar durchsichtiges Feld,
so daß zunächst der Hintergrund ohne Aussparung der Spielszenensilhouette und hierauf
- nach Weiterschalten des Positivbildbandes - durch den klar durchsichtigen Teil
desselben hindurch die Spielszene in das Negativ hineinbelichtet wird.
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Um dies zu ermöglichen, werden die handelnden Personen vor einem beleuchteten
Schirm aufgestellt, und der Schirm, der transparent sein kann und von hinten beleuchtet
wird; sowie die Personen werden entsprechend dem Fortschalten des Positivfilms abwechselnd
beleuchtet. Es wird also zuerst der hell beleuchtete Schirm das Kopieren des Positivfilmbildes
(Hintergrund) auf das Negativ bewirken, während die unbeleuchteten Personen als
Maske dienen, worauf nach
Verdunkeln des Schirmes und Erhellen der
Personen sowie nach Weiterschalten des Positivfilms um ein klar durchsichtiges Bildfeld
die erleuchteten Personen in ihre eigene, unmittelbar zuvor erzeugte Silhouette
auf dem Negativ hineinbelichtet werden. Es kann also nach einem vorhandenen Film
ein neue Negativ mit neuer Handlung hergestellt werden, wobei in vollkommener Weise
die Personen so hineinbelichtet sind, daß irgendwelche Übergänge nicht erkennbar
sind. Der große belichtete Schirm kann auch vor der Aufnahmekamera in einer Zone,
in der das Objektiv der Kamera noch nicht scharf auszeichnet, durch eine kleine,
evtl. veränderliche Maske zum Teil ergänzt werden, die auf der der Kamera zugekehrten
Seite entsprechend dem Schirm, vor dem die Personen spielen, beleuchtet wird.
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Auf der Zeichnung zeigt Abb. i schematisch die Führung und Schaltung
der Filmbänder gemäß der Erfindung, Abb. 2 einen Teil eines Positivfilms, wie er
beim Verfahren verwandt wird, Abb. 3 ein Bildfeld des Positivfilms mit einer Silhouette
der bewegten Person, Abb. 4 ein Bildfeld mit dem zusammengesetzten bewegten Bild,
Abb.5 schematisch die Anordnung der Szene und Kamera, Abb. 6 eine abgeänderte Form
der Kamera, Abb. 7 ein Schaltungsschema zur Kontrolle der Lampen, Abb. 8 eine abgeänderte
Form der Kamera. Die mit dem Objektiv ii versehene Kainera io besitzt eiri Bildfenster
12, durch das ein Positivfilm 13 und ein Negativfilm 14 gezogen werden kann. Der
Film 13 wird durch die Schalttrommel 15 zweimal geschaltet, während in der gleichen
Zeit der Negativfilm 14 durch die Schalttrommel 16 nur einmal geschaltet wird. Die
Kamera io ist gemäß Abb. 5 gegenüber einem beleuchtbaren Schirm 17 angeordnet, vor
dem die Personen 18 -spielen, die in die Szene ig des Positivfilms hineingebracht
werden sollen, um ein zusammengesetztes Bild 2i gemäß Abb. 4 zu erzeugen. Vor der
Kamera io ist eine Maske 22 angeordnet, die eine in Größe und Form veränderliche
Öffnung 23 besitzt, welche den Durchblick nach dem Handlungsplatz vor dem Schirm
17 frei läßt. Die Maske 22 kann auf einem festen, mit einer Öffnung 25 versehenen
Teil 24 verschoben werden. Die öffnung 25 ist größer als die Öffnung 23, so daß
die Maske 22 verschoben werden kann, ohne daß die Ränder der Öffnung 25 des Trägers
24 störend in Erscheinung treten können.
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Der Schirm 17 wird durch Lampen 26 erhellt, die im gleichen Stromkreis
mit Lampen 27 liegen, welche die Maske 22 von vorn. beleuchten. Die Beleuchtung
geschieht periodisch, wie später beschrieben werden wird. Weitere periodisch beleuchtende
Lampen 28 sind zu beiden Seiten der handelnden Personen 18 vor dem Schirm 17 so
aufgestellt, daß ihr Licht die Personen 18 beleuchtet, jedoch den Schirm 17 nicht
trifft.
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Der nicht dargestellte Wechselmechanismus für die Lampen ist mit dem
Antrieb der Kamera io so verbunden, daß die Lampen 26 und 27 ihre entsprechenden
Gegenstände beleuchten, wenn das Positiv ig sich vor dem Bildfenster der Kamera
mit dem Negativfilm 14 befindet. Sobald sich ein klar durchsichtiges Feld 2g des
Positivfilms 13 vor dem gleichen zuvor belichteten Bildfeld des NegativfiIms 14
befindet, werden die Lampen 28 wirksam gemacht, und die Lampen 26 und 27 sind unwirksam
Anstatt transparenter Felder 29 können aus dem Film 13 auch entsprechende Fenster
zwischen der Perforation herausgeschnitten werden.
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Die Wirkungsweise der beschriebenen Teile ist folgende. Der Positivfilm
13 mit den Bildern ig wird vor dem Bildfenster 12 _ durch Rad 15 zweimal geschaltet,
während der Negativfilm 14 in losem Kontakt mit dem Film 13 nur einmal geschaltet
wird. Sobald die Kamera zur Aufnahme gedreht wird, wird jedes Bildfeld des hTegativfilms
15 nacheinander wechselnd mit einem Positivbild g und einem klaren Teil 29 in übereinstimmung
gebracht. Wenn ein Positivbild ig vor dem zu belichtenden Bildfeld des Negativs
sich befindet, werden die Lampen 26 und 27 zur Wirksamkeit gebracht und beleuchten
den Schirm 17 und die Vorderseite der Maske 27, so daß die handelnden Personen 18
als dunkle, aktivisch unwirksame Silhouette auf dem Positiv ig und damit auf dem
Bildfeld des Films 14 erscheinen, also eine Maske bilden. Sobald jetzt der durchsichtige
Teil 29 des Films 13 vor das Bildfeld des Films 14 gebracht wird, werden die -Lampen
26 und 27 unwirksam gemacht und die Personen 18 durch Lampen 28 angeleuchtet, so
daß die Personen 18 direkt von Kamera io aufgenommen und in die frei gelassenen
-Felder des Bildfeldes des Films 14 hineinbelichtet werden können. Die Maske 22
deckt dabei soweit als möglich den Schirm 17 ab, um die Größe desselben nach Möglichkeit
einzuschränken.
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Sobald das nächste Positivbild des Films 13 vor das nächste Bildfeld
des Negativfilms 14 gebracht wird, wiederholt sich der Vorgang, so daß mit den Lampen
26 und 27 das Positiv auf das Negativ exponiert wird, wo- I bei der durch die Personen
abgedeckte Teil des Schirmes 17 unwirksam wird. Sobald
das nächste
transparente Feld 29 sich vor dem Bildfenster befindet, werden die Lampen 26 und
27 unwirksam, und die Lampen 28 beleuchten die Personen 18, so daß diese jetzt auf
dem Negativ wirksam werden.
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Gemäß Abb. 6 besitzt die Kamera roa ein Bildfenster reu, durch welches
der Positivfilm 13a und der Negativfilm r4.a gezogen werden können. Der Film i3a
braucht in diesem Falle nicht die Form nach Abb. 2 zu besitzen, in der ein Positiv
und ein transparenter Teil abwechselt. Der Film 13a wird also in der Zeiteinheit
genau-- synchron mit Film rd.a geschaltet. Der Film 13a kann vielmehr ein normaler
Positivfilm mit dicht aufeinanderfolgenden Bildern sein.
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Die Filme 13, 14, i 3a und i 4a werden immer so durch den Bildrahmen
der Kamera gezogen, daß die Schichtseiten desselben einander zugekehrt liegen.
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In dem Strahlengang von dem Objektiv ria zu dem Bildrahmen i2a ist
eine durchlässige Glasscheibe oder ein durchlässiger Spiegel 3o angeordnet, der
das von dem Objektiv kommende Bild auf einen zweiten Spiegel 31 mit 'reflektierender
Oberfläche 32 wirft, welcher seinerseits das Bild in ein Bildfenster 33 bringt.
Hinter dem durchlässigen Spiegel 30 und dem Spiegel 31 ist eine sich drehende
Blende 3.1: angeordnet, die einen undurchsichtigen Teil 35 und eine Durchsichtöffnung
36 besitzt. Die Blende 3.I ,wird von einer Welle 37 und von einer Welle 38 svnchron
mit dem Antrieb der Kamera angetrieben.
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Nachdem der Film 13a den Rahmen i2a verlassen hat, wird er über eine
Rolle 39 zur Seite geführt, so daß er an dem Film rd.a vorbeigeht. ohne zu dem Bildfenster
33 zu gelangen.
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Die Kamera roa nach Abb. 6 wird an die Stelle der Kamera io (Abb.
5) gesetzt. Die Lampen 26 und 27 werden wirksam mit den Personen 18 als Schatten,
wobei nur Lichtstrahlen durch das Objektiv i ja, den r@urchlässigen Spiegel
30 und die Öffnung 36 der drehbaren Blende 34: zu dem Positivbild des Films
13a gelangen und dann den Negativfilm r.Ia belichten. Dieses Negativbild wird in
der gewöhnlichen Weise in dem Bildfenster 13 geführt, während in der gleichen Zeit
die drehbare Blende so gedreht wird, daß ihre Öffnung 36 sich vor dem Bildfenster
33 befindet. Hierbei werden die Lampen 26 und 27 unwirksam, und die Lampen 28 beleuchten
jetzt die Personen 18. Während der Belichtung des Positivs bilden die Personen 18
eine Schattenmaske, so daß auf dem Negativ eine unbelichtete Stelle entsteht. Werden
die Personen 18 beleuchtet, so werden sie ein B;ld der Personen in dem Bildfenster
33 durch die Spiegel 30 und 31 erzeugen, weil der undurchsichtige Teil 35
der drehbaren Blende sich hinter dem durchlässigen Spiegel 3o befindet, so daß jetzt
die unbelichtete Stelle des Negativs mit den Personen belichtet wird.
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Im vorstehenden ist beschrieben, daß der Film r3a von dem Film 14a
weggeführt wird, bevor der letztere zum Bildfenster 33 kommt. Durch diese Anordnung
werden zusammengesetzte Bilder durch Zusammenarbeiten der Positivbilder und der
Lichteffekte der verschiedenen Lampengruppen 26, 27 und 28 und durch die Spiegel
30 und 3r in derselben Weise erzeugt, wie dies in Abb. i beschrieben ist.
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Die Lampen 26 und 27 können durch einen Mechanismus, der synchron
mit der Kamera angetrieben wird, wirksam und unwirksam gemacht werden, so daß die
Lampen 26 und 27 leuchten, wenn das Positiv sich vor dem Bildfenster befindet, und
nicht leuchten, wenn der transparente Teil 29 vor demselben steht, während jetzt
dieLampen28 wirksam werden.
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Bei der Anordnung gemäß Abb. 6 leuchten die Lampen 26 und 27, wenn
die Öffnung 36 der- drehbaren Blende sich in der Achse Objektiv ria - Bildfenster
i2a und das Positiv im letzteren sich befindet, so daß das Positiv auf das Negativ
kopiert wird. Die drehbare Blende 3-. und der Mechanismus für die Lampen 26, 27
und 28 laufen synchron. Nach einer halben Umdrehung der Blende 3.4 befindet sich
die Öffnung 36 vor dem Bildfenster 33, und es werden jetzt die Personen in das Negativ
hineinexponiert. Eine Verschiebung der Filme 13a und iqa findet während dieser halben
Drehung der Blende nicht statt. Erst bei der nächsten halben Drehung der Blende
3:a. werden die beiden Filmbänder 13a und r.Ia um ein Feld weitergeschaltet. Die
Exposition der Personen erfolgt um ein oder wenige Bildfenster später als das Kopieren
des Positivs; die Unterschiede zwischen den Umrissen der Silhouette und denen der
Personen fallen bei langsamer Bewegung der letzteren nicht ins Gewicht.
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Gemäß Abb.6 und 7 wird ein Schaltmechanismus zum Betätigen der Lampen
durch eine Welle .Io angetrieben, die auch die Schaltwellen r5 antreibt. Sie trägt
zwei Arme 4.1 und .I2, welche mit Kontakten 43 und 4.4 in Berührung treten können.
Die Kontakte 4.1 und .I3 bringen die Lampen 28 zur Wirksamkeit oder Unwirksamkeit,
während die Kontakte 42 und 44 die Lampen 26 und 27 bedienen. Der Schalter =1 .5
dient zur Öffnung des Stromkreises der Lampen 26 und 27, während Schalter .I6 zum
Schalten der Lampen 28 dient:- Der Stromerzeuger 47 ist mit beiden Stromkreisen
verbunden.
Anstatt weißen Lichtes der Lampen 26 und 27 können auch
farbige Lampen angewendet werden, die miteinander harmonieren, so daß farbige Filter
in der Kamera io oder ioa angewendet werden können.
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Wenn es erforderlich ist, die Gegenstände farbig zu beleuchten, so
werden die Lampen 26, 27 und 28 entsprechend ihren Farben bei der Aufnahme wirksam
gemacht, wobei die Lampen 27 rotes Licht auf die Maske 22 und die Lampen 26 die
gleiche Farbe auf den Schirm 17 werfen. Bei diesem` Verfahren geben die Lampen 28
grünes Licht auf die Personen 18. Vor dem Bildfenster dreht sich dann eineFilterscheibe
mit rotem und grünem Filter, so daß, wenn der rote Filter vordem Bildfenster 12
sich befindet, das Bildfeld ig sich im Bildfenster befindet. Wenn dagegen der grüne
Filter sich vor dem Fenster 12, befindet, wird der transparente Teil 2,9 sich vor
dem Bildfenster befinden. Der Rotfilter ist aktivisch wirksam, wenn die Maske 22
und der Schirm 17 wirksam werden sollen, während die Silhouette der bewegten Personen
unwirksam ist. Sobald der Grünfilter vor dem Bildfenster 12- sich befindet, werden
die grün beleuchteten Personen wirksam, so daß dieselben auf das Negativ 14 exponiert
werden, während der ergänzende Teil der Positivbilder ig nicht photographisch wirksam
wird. Bei dieser Beleuchtung mit Komplementärfarben dürfen die Personen kein rotes
und die Maske 23 und der Schiuri 17 kein grünes Licht erhalten.
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Wenn die farbigen Schirme in Verbindung mit der Anordnung nach Abb.6
verwandt werden, wird an Stelle der drehbaren Blende 34 ein feststehender Schirm
angewandt, bei dem der Teil 36 für rote Strahlen und der Teil 35 für grüne Strahlen
durchlässig gemacht ist.
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Gemäß Abb. 8 ist die in Abb. i und 6 angedeutete Kamera mit zwei Bildfenstern
5o und 5 i für den Durchgang der Filme 13 b und Tob versehen. Zwischen den
Bildfenstern ist eine Linse 52 angeordnet, welche das beleuchtete Bild ig des Films
i3 b vollkommen scharf auf den Negativfilm Tob überträgt.