-
Anordnung für Orgelregisterzüge Die bekannten Anordnungen für Registerzüge
haben den Mangel, daß man, um sie mit den Händen erreichen zu können, es im allgemeinen
nötig hat, die Finger von den Tasten abzuheben- Dieser Nachteil wird behoben, wenn
die Registerzüge in sich wiederholenden Gruppen am hinteren Teile der Klaviatur
angebracht werden. Wenn im Umfange jeder Oktave z. B. zwei von je etwa zwanzig Zügen
bestehende Gruppen angeordnet werden, die sich jeweils in der gleichen Weise oder,
wenn nötig, verschiedenartig, z. B. in ungleichen Farben, über das ganze Manual
hindurch wiederholen (Abb. i), so können die Finger des Spielers an jeder beliebigen
Stelle der Klaviatur liegen, - immer reicht irgendein Finger an jeden der verschiedenen
Registerzüge, und der Spieler kann die Registrierung allein ausführen, ohne daß
er das Spiel zu unterbrechen braucht. Die entsprechenden "Züge jeder Gruppe stehen
miteinander in Verbindung, indem diese Züge mit Hilfe von Stäbchen, die durch die
Klaviatur gehen, mit einer unterhalb der Klaviatur befindlichen Stange gekuppelt
sind, wobei die letztere mit den Öffnungs- und Schließeinrichtungen der zugehörigen
Luftklappen inVerbindung steht. Anstatt der bereits bekannten Vorrichtungen, bei
welchen das Öffnen und Schließen der Luftzufuhr vermittels eines einfachen, an jedem
der Registerzüge angebrachten Stäbchens oder durch elektrischen, durch das Drücken
eines Zuges hervorgebrachten Stromschluß geschieht, wird dies somit gemäß vorliegender
Ausführung durch eine gemeinsame Stange bewirkt, die beim Betätigen eines Zuges
die sämtlichen entsprechenden Züge des ganzen Manuals gleichzeitig niederzieht und
beim Freilassen dieselben gleichzeitig wieder hebt. Die Anzahl solcher Stangen ist
gleich der Anzahl der Züge in einer Gruppe.
-
Man kann die Einrichtung auch so treffen, daß eine gemeinsame elektrische
Stromschlußeinrichtung beim Niederdrücken oder Freilassen eines jeden der entsprechenden
Züge ein- oder ausgeschaltet wird, so daß die Anwendung einer gemeinsamen Stange
überflüssig wird, wodurch infolge des Fehlens der letztgenannten noch mehr Raum
unter der Klaviatur gewonnen würde. Die Hauptsache ist, daß die Zuggruppen über
das ganze Manual hindurch sich wiederholen und jeder Registerwechsel durch Niederdrücken
der betreffenden Züge an verschiedenen Stellen sich ausführen läßt und nicht wie
bei den jetzigen Orgeln durch Niederdrücken nur eines oder in gewissen Fällen irgendeines
Reservezuges. Der Vorteil der Einrichtung nach der Erfindung besteht demnach darin.
daß alle oder zum mindesten die meisten Registerzüge des Manuals als vervielfältigt
in sich wiederholenden Gruppen vorkommen und von jeder Stelle des Manuals gleich
leicht ohne Abheben der Hände von der Klaviatur mit den Fingern erreichbar sind.
-
Das Öffnen und Schließen der Luftklappen der verschiedenen Register
erfolgt in der Weise, daß, wenn der entsprechende Registerzug
niedergedrückt
wird, die dazugehörige Stange a (Abb.2 und 5) sich um so viel dreht, als es nötig
ist, um die zum Registerbalge führende Luftklappe b zu öffnen oder zu schließen
oder um die elektrische Berührung zu bewirken, mit deren Hilfe die gleiche Bewegung
an einer weiter entfernt liegenden Stelle, z. B. am anderen Ende der Kirche, wo
ein Teil des Pfeifenwerkes angebracht ist, ausgeführt wird. Da die Stangen, außer
an den Enden, noch in der Mitte und an einer oder an mehreren weiteren Stellen (Abb.
5) abgestützt werden, so können dieselben dünn sein und in einer großen Anzahl unter
der Klaviatur angeordnet werden. Man kann auch Raum für dieselben in der Weise gewinnen,
daß die untere Seite der Tasten ausgehöhlt wird, wobei diese, wenn erforderlich,
um ihnen eine genügende Festigkeit zu geben, vermittels an den Seiten angebrachter
Metallschienen c (Abb. 3) verstärkt werden können. Um die vielen Bohrlöcher der
von den Registerzügen ausgehenden Stäbchen in den Tasten entbehrlich zu machen,
kann der zwischen den Metallschienen gelegeneTeil derTasten entfernt werden (Abb.q.).
Nach Bedarf können die Stangen a in mehreren übereinanderliegenden Reihen unterhalb
der Klaviatur angebracht werden (Abb. 2 und 5). Abb.2 zeigt die Hebelanordnungen
von nur drei Stangen; da aber die zu jedier Stange gehörenden Stäbchen der Registerzüge
d (Abb. 5) mindestens 2 cm voneinander entfernt liegen, wird für die Hebelanordnung
reichlich Raum gewonnen. Die an den Stangen befestigten Hebelstäbchen e können ihrerseits
-Von der Stange a entweder von derselben Stelle ausgehen, wie die Stäbchen
d bei f in Abb. 5, oder von einer beliebigen anderen Stelle, beispielsweise
bei g in Abb. 5. Infolgedessen können die Luftklappen an jeder beliebigen Stelle
der Manualbreite angebracht werden. Ein mit dem Finger niedergedrückter Zug h (Abb.2)
verbleibt wie jeder andere entsprechende Zug in der Gruppe in niedergedrückter Stellung,
bis er durch Berühren eines gleichbedeutenden Zuges wieder frei gemacht worden ist.
Dies wird dadurch erreicht, daß die oben genannten Hebelvorrichtungen mit einem
bei den jetzigen Orgeln üblichen Federmechanismus, Feder! (Abb.2), versehen werden.
-
Ein Teil von den in oben beschriebener Weise sich wiederholenden Zuggruppen
kann auch in einer oder mehreren übereinanderliegenden Reihen an der Hinterwand
des Manuals angeordnet werden, wo dieselben in der gleichen Weise von der Klaviatur
aus mit Fingern erreichbar sind. Die Bewegung derselben geschieht bei ihrer Bewegung
in der Richtung des Pfeiles j (Abb. i und 2), sie kann jedoch auch je nach der Anordnung
in anderen Richtungen erfolgen. Diese Anordnung verursacht keine Umänderung in der
bereits beschriebenen sonstigen Einrichtung, da die Hebelarme sich hierbei in gleicher
Weise drehen können, wie es schon aus der Abb. 2 hervorgeht.
-
Damit die Registerzüge beim Niederdrücken und Freilassen nicht aneinanderstoßen,
können zwischen ihnen parallel mit den Stangen a (Abb. 2) laufende gepolsterte Stäbchen
k oder andere Anschläge l angebracht werden.
-
Die Zuggruppen können, außer an der Klaviatur selbst, auch auf einem
Brette oder auf einer sonstigen, auf der Klaviatur liegenden Unterlage angebracht
werden. Bei elektromechanischen Orgeln kann man die elektrischen Stromschlußeinrichtungen
auch auf dieser Unterlage anbringen; bei den übrigen Orgeln müssen die Tasten durchbohrt
werden, wobei die an den Zügen befestigten Stäbchen durch diese Löcher nach der
unterhalb der Klaviatur befindlichen Einrichtung führen. Diese Anordnung findet
besonders dann Verwendung, wenn an fertigen Orgeln oder Orgelharmonien mit möglichst
wenigen Abänderungen die neue Einrichtung angebracht werden soll, da man hierbei
keine neuen Tasten anzufertigen braucht.
-
Es ist weder notwendig noch zweckmäßig, sämtliche Orgelregisterzüge
gemäß dem oben dargestellten System anzuordnen. Es genügt, daß bei den Orgeln nur
ein Manual (Färbungsmanual) vorkommt, welches die wichtigsten Farbenregister trägt.
Man kann auch ohne weiteres sämtliche Registerzüge wie in früherer Weise an den
Seiten und hinter dem Manual anbringen und außerdem noch einen Teil derselben aufs
neue am Färbungsmanual. Diles@elben. Registerwirkungen werden in diesem Falle entweder
durch Niederdrücken eines Zuges an der Seite des Manuals oder irgendeines entsprechenden
Zuges im Färbungsmanualerzielt. Vorausgesetzt, daß das Manual fünf Oktaven mit je
zwei Registerzuggruppen besitzt, erhält man somit dieselbe Registerwirkung durch
Niederdrücken eines gleichbedeutenden Zuges an mindestens elf verschiedenen Stellen.