DE464016C - Verfahren zum Waschen von auf durchlochte oder nichtdurchlochte Spulen aufgespulter Kunstseide und anderen Erzeugnissen aus Celluloseloesungen - Google Patents
Verfahren zum Waschen von auf durchlochte oder nichtdurchlochte Spulen aufgespulter Kunstseide und anderen Erzeugnissen aus CelluloseloesungenInfo
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Description
- Verfahren zum Waschen von auf durchlochte oder nichtdurchlochte Spulen aufgespulter Kunstseide und anderen Erzeugnissen aus Celluloselösungen Aus Celluloselösungen hergestellte und auf Spulen gesponnene Kunstseidenfäden oder andere Erzeugnisse werden im Laufe ihrer weiteren Verarbeitung in der Regel einem Waschverfahren auf dem Wege der Wasserberieselung oder mittels der bekannten Druckwässerung oder einem ähnlichen Verfahren unterworfen. Bei dem Aufspinnen der Fäden auf die Spulen stehen insbesondere die auf der Spule unmittelbar aufliegenden Schichten unter einer verhältnismäßig hohen Spannung, was während des Waschens für das Gespinst insofern von erheblichem :Nachteil ist, als die Festigkeit der nassen Kunstseidenfäden erheblich herabgesetzt ist.
- Um diesem Übelstande zu begegnen und einen Ausgleich der Spannungen zu schaffen, wird gemäß dem der Erfindung zugrunde liegenden Verfahren eine Entspannung des Druckes der auf der Spule unmittelbar aufliegenden Fäden sowie auch der darüberliegenden Schichten dadurch herbeigeführt. daß die Spulen vor dem Spinnen mit einem Überzug aus einer kristallinischen oder pulverförmigen. wasserlöslichen oder wasserunlöslichen Masse unter Verwendung irgendwelcher Klebmittel versehen werden.
- Man taucht beispielsweise eine durchlochte oder undurchlochte Spule in eine Mischung von Wasserglas und getrockneter pulverförmiger Kieselsäure. Auf die feuchte oder mehr oder minder getrocknete Schicht wird das Kunstgebilde aufgesponnen. Während des Waschens wird nun die besponnene Spule der Waschflüssigkeit ausgesetzt. Ein Teil des nicht ausgefällten Wasserglases wird ausgewaschen, wobei gleichzeitig ein Teil der pulverförmigen Kieselsäure weggeschwemmt wird. Dadurch wird es der unter Druck auf der Spule aufliegenden untersten Schicht des Kunstgebildes ermöglicht, nachzugeben, so daß auf dem Spulenkörper selbst nunmehr ein wesentlich geringerer Druck (durch die Kunstgebilde bewirkt) herrscht.- Infolgedessen ist die Waschflüssigkeit befähigt, entlang dem Spulenkörper zu wandern. Die Waschzeit wird dadurch außerordentlich abgekürzt. Man kann auch undurchlochte Spulen mit einer derartigen Schicht versehen.
- Dieses Verfahren läßt sich für alle bekannten Arten der Spulenwäsche verwenden.
- An Stelle einer Mischung von unlöslicher Kieselsäure mit Wasserglas kann man auch andere wasserunlösliche Körper mit Wasserglas vermischt anwenden. An Stelle des Wasserglases kann man für diesen Zweck ebensogut einen wasserlöslichen Stoff hoher Viskosität oder einen wasserlöslichen Klebstoff, vermischt mit unlöslichen Pulvern, anwenden.
- Unter Umständen kann man sogar die unlöslichen Stoffe fortlassen, indem man beispielsweise eine Schicht aus Wasserglas allein verwendet. An Stelle der wasserunlöslichen, pulverförmigen Körper kann man auch kristallinische, wasserlösliche Körper durch irgendwelche Mittel, sei es durch Verteilung in Wasser oder durch Verteilung in anorganischen oder organischen Klebstoffen oder auf eine sonstigeWeise, auf die durchlochten oder undurchlochten Spulen aufbringen.
- Von Vorteil ist zum Beispiel ein Abfallstoff der Kunstseidenfabrikation, nämlich das bei 32° kristallisierte Glaubersalz.
- An Stelle einer Schicht aus wasserlöslichen Kristallen und einem wasserlöslichen Klebmittel kann man eine entsprechend dicke Schicht aus wasserlöslichem Klebstoff irgendwelcher Art auch für sich allein verwenden.
- Bei der Wäsche derartig besponnener Spulen wird in solchen Fällen der ganze Überzug der Spulen fortgewaschen und der Druck der untersten Fadenlagen auf der Spule vermindert.
- Abgesehen von der durch die vorstehenden Verfahren und Mittel ermöglichten außerordentlich abgekürzten Waschzeit, zeigt die Seide, welche auf derartig behandelten Spulen hergestellt wird, nicht den Übelstand, daß die unteren Fadenlagen auf der Spule unter einem höheren Druck aufgesponnen, gewaschen und getrocknet werden als die oberen Fadenlagen. Man kann die auf die Spule aufgebrachte wasserlösliche oder zum Teil wasserlösliche Schicht auch dick bemessen, so daß eine ziemliche Gleichmäßigkeit im Druck der Fadenlagen zwischen der obersten und untersten während der Verarbeitung herrscht.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Waschen von auf durchlochte oder nichtdurchlochte Spulen aufgespulter Kunstseide und anderen Erzeugnissen aus Celluloselösungen, darin bestehend, @daß die Spulen mit einer ganz oder teilweise wasserlöslichen Schicht überzogen werden, so daß durch das Fortlösen des wasserlöslichen Teiles dieser Schicht beim Waschen alle Faserlagen etwa dem gleichen Druck beim Auswaschen und der Weiterverarbeitung unterliegen.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß auf die Spulen ein überzug eines wasserlöslichen oder wasserunlöslichen Stoffes vermittels eines Kleb- oder Verdickungsmittels aufgebracht wird.
- 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, gekennzeichnet durch die Verwendung eines Überzuges von wasserlöslichem Klebstoff allein.
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| DE464016C true DE464016C (de) | 1928-08-13 |
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