DE462976C - Verfahren zur Herstellung von Schuhwerk - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Schuhwerk

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DE462976C
DE462976C DEW73111D DEW0073111D DE462976C DE 462976 C DE462976 C DE 462976C DE W73111 D DEW73111 D DE W73111D DE W0073111 D DEW0073111 D DE W0073111D DE 462976 C DE462976 C DE 462976C
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GUSTAV WIEDECKE
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A43FOOTWEAR
    • A43DMACHINES, TOOLS, EQUIPMENT OR METHODS FOR MANUFACTURING OR REPAIRING FOOTWEAR
    • A43D3/00Lasts
    • A43D3/02Lasts for making or repairing shoes
    • A43D3/027Lasts with exchangeable parts, e.g. for changing the form or for remodelling

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  • Footwear And Its Accessory, Manufacturing Method And Apparatuses (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Schuhwerk Bei der Herstellung von Schuhwerk war- es bisher üblich, den Schaft nach einem Leisten zu schneiden, der genau dem ruhenden Fuße nachgebildet ist. Das unter Verwendung solcher Schäfte erzeugte Schuhwerk zeigt zahlreiche Mängel, die allgemein bekannt sind. In erster Linie ist regelmäßig zu ;beobachten, daß sich auf dem Spann und Vorspann beim Gehen Falten bilden, die zu einer vorzeitigen Abnutzung des Oberleders an den Faltstellen führen. Ferner kann auch die bestausgeführte Naht auf die Dauer den Zugbeanspruchungen beim Schnüren nicht standhalten. Infolgedessen reißt sehr bald das Quartier vom Blatt.
  • w Ein weiterer Nachteil eines nach dem bislierigen Verfahren hergestellten Stiefels besteht darin, daß die Hinternaht des Schaftes über der Ferse scheuert und leicht aufplatzt. Bei Halbschuhen stehen überdies sehr häufig die Seitenwände auseinander, was einen sehr häßlichen Anblick bietet und sehr unbequem ist.
  • Ferner zeigt sich bei dem nach dem bisherigen Verfahren hergestellten Schuhwerk auch noch der Übelstand, daß die Schuhspitze sich nach kurzem Gebrauch des Schuhes nach oben biegt. Trotzdem wird die Spitze der Schuhsohle und sehr häufig auch das Oberleder vorzeitig abgenutzt.
  • Endlich läßt das auf die bisherige Weise zugeschnittene Schuhwerk den Nachteil erkennen, daß bei Schnürstiefeln der Schluß unvollkommen ist. Die beiden Schaftteile sperren meistens weit auseinander. Außerdem wird die Fußhöhle bei solchem Schuhzeug nicht hinreichend unterstützt, so daß Plattfußeinlagen u. dgl. erforderlich werden.
  • Alle :diese Mängel haben ihre gemeinsame Ursache darin, daß der Schaft nach einem Leisten geschnitten ist, der genau dem ruhenden Fuße nachgebildet ist. Erfindungsgemäß werden diese Mängel dadurch beseitigt, daß beim Zuschneiden des für den Schaft bestimmten Leders die über denn Spann, dem Ballen und über der Ferse liegenden Teile Zugaben von solcher Größe erhalten, daß beim Aufzwioken des Schaftes über den Leisten das Leder in diesen Stellen seinen Zug im wesentlichen behält.
  • Diese Zugaben haben, im besonderen am Spann, die Wirkung, daß das Oberleder des Schaftes nicht mit der bisher üblichen Spannung auf den Leisten gezwickt zu werden braucht. Infolgedessen entfallen die bisher an bestimmten Stellen im Leder auftretenden Zugwirkungen, die einerseits das Leder dort übermäßig in Anspruch nehmen, andererseits durch den Wechsel mit weniger gespannten Lederteilen zu Faltenbildung Anlaß geben.
  • Auf der Zeichnung ist der Schnitt eines Schaftes für das Grundmodell (Größe 43) sowohl nach dem alten Verfahren wie nach demjenigen gemäß der Erfindung dargestellt. Durch die voll ausgezogene Linie z ist der neue Schaft umgrenzt, während die Linien 2 und 3 Blatt und Quartier des nach dem alten Verfahren zugeschnittenen Schaftes bezeichnen. Die strichpunktierte Linie 4 deutet die obere Umgrenzungslinie des Leistens an, der im übrigen insbesondere am Spann mit der Spannlinie 2 des nach dem alten Verfahren geschnittenen Schaftes übereinstimmt.
  • Die Zeichnung läßt ohne weiteres die Zugaben erkennen, durch welche die bisherigen Mängel beseitigt werden sollen. Bei dein Grundmodell beträgt die Zugabe am Ballen (Maßlinie 5) und am Spann (Maßlinie 6) etwa einen Zentimeter, über der Ferse (Maßlinie 7) etwa einen halben Zentimeter. Danach berechnen sich ohne weiteres die Zugaben für die übrigen Größen. Es wird an dem Leisten oder dessen Form nichts geändert, sondern nur der Schaft erhält bei seinem Zuschnitt die vorbezeichneten Zugaben. Diese Zugaben haben auf das überholen an der Schuhspitze keinen Einfluß, lediglich beim Zwicken besteht ein Unterschied gegenüber dem bisherigen Verfahren. Während bei dem bisherigen Zwickverfahren das Schaftleder nach jeder Richtung so gründlich ausgezwickt wurde, daß in dem Leder nicht der geringste Zug verblieb, wird nach dem neuen Verfahren dem Schaftleder sein Zug, d. h. seine Dehnungsfähigkeit, zum größten Teil gelassen. Der Schaft wird also nur so weit ausgezwickt, als ,es notwendig ist, um den Schaft, der nach dem Überholen der Schuhspitze in der Spanngegend an dem Leisten noch nicht anliegt, an diesen anzuschmieg-en.
  • Das nach dem neuen Verfahren hergestellte Schuhzeug hat für den Hersteller den großen Vorteil, daß sich bedeutende Erleichterungen beim Zwicken ergeben. Zum Aufzwicken des Schaftes auf den Leisten braucht man höchstens halb soviel Zwicken wie bei Schäften, die nach dem alten Verfahren zugeschnitten sind. Für den Verkäufer bietet sich durch den besseren Sitz des Schuhzeuges der Vorteil, daß er mit einem erheblich kleineren Lager auskommen kann. Den größten Vorteil hat der Träger des neuen Schuhwerkes. Der Fuß wird geschont, die Fußleiden, welche sich sonst im Laufe der Zeit infolge des Tragens ungeeigneten Schuhwerkes einzustellen pflegten, bleiben aus. Die Schuhe, im besonderen langschäftige oder-Reitstiefel, sind viel leichter an- und auszuziehen. Der Schuh behält außerdem dauernd seine gute Form, auch bei langem Tragen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Schuhwerk, dadurch gekennzeichnet, daß beim Zuschneiden des für den Schaft bestimmten Leders die über dem Spann, dem Ballen und über der Ferse liegenden Teile Zugaben von solcher Größe erhalten, daß beim Zwicken des Schaftes über den Leisten das Leder in diesen Stellen seinen Zug im wesentlichen behält.
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