DE46281C - Verfahren, Geschosse auf trockenem Wege zu härten - Google Patents

Verfahren, Geschosse auf trockenem Wege zu härten

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DE46281C
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Germany
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projectile
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projectiles
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DENDAT46281D
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R. LOW und CL. Th. CAYLEY in Woolwich, England
Publication of DE46281C publication Critical patent/DE46281C/de
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Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F42AMMUNITION; BLASTING
    • F42BEXPLOSIVE CHARGES, e.g. FOR BLASTING, FIREWORKS, AMMUNITION
    • F42B33/00Manufacture of ammunition; Dismantling of ammunition; Apparatus therefor

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Manufacturing & Machinery (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • Casting Or Compression Moulding Of Plastics Or The Like (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 72: Schusswaffen und Geschosse.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 18. Februar 1888 ab.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein Verfahren zum Härten von Stahlgeschossen, durch dessen Anwendung die Stärke und Durchschlagsfähigkeit derselben bedeutender erhöht wird als durch die üblichen Verfahren.
Gewöhnlich findet das Härten von Stahlgeschossen, insbesondere der zum Zertrümmern von Panzerplatten bestimmten, in der Weise statt, dafs man sie bis auf die benöthigte Temperatur erhitzt und dann vollständig oder nur mit einem vorderen Theil ihrer Länge in OeI oder eine andere Härteflüssigkeit eintaucht. Es hat sich ergeben, dafs diese Behandlungsweise, wenn sie auch bezüglich der Härtung des Stahles auf oder an dessen Oberfläche sehr wirksam ist, doch von dem sehr ernsten Uebelstand begleitet wird, dafs sie im Metall Spannungen erzeugt, die dasselbe zum Aufreifsen oder Springen geneigt machen, wodurch die Geschosse sehr häufig der Selbstbeschädigung bezw. der Selbstzerstörung unterliegen.
Unsere Erfindung ermöglicht nun, das Härten der Stahlgeschosse ohne die Mithülfe von OeI oder anderen Flüssigkeiten zu bewirken und gleichzeitig auch eine Verdichtung des Metalles herbeizuführen. Aufserdem wird die oben dargelegte Ursache der Selbstbeschädigung vermieden.
Unserem Verfahren zufolge wird das Geschofs auf die benöthigte Temperatur erhitzt, dann, am zweckmäfsigsten mit der Spitze nach unten gerichtet, in eine sich nach Gröfse und Gestaltung genau anschliefsende Form aus Gufseisen oder anderem geeigneten Metall eingesetzt und nun in derselben mittelst hydraulischer oder anderer Kraft der Einwirkung von Druck unterworfen und diese so lange aufrecht erhalten, bis das Geschofs auf Handwärme abgekühlt ist, worauf man es aus der Form nimmt. Um das Abschrecken der Geschofsoberfläche beim Einsetzen in' die Form zu verhüten, wird diese zweckmäfsig auf etwa 50 bis 1000C. vorgewärmt; nach der einmaligen Behandlung des Geschosses genügt die von demselben an die Form abgegebene Wärme, um das Abschrecken des nachfolgend eingesetzten Geschosses zu verhindern.
Sehr zweckmäfsig benutzt man zu dem gekennzeichneten Verfahren eine Form, welche mit einem centralen Kanal zur Aufnahme der Spitze des Geschosses versehen ist, wodurch Beschädigungen der Spitze beim Einsetzen in die Form leicht zu vermeiden sind und aufserdem eine Oeffhung für die Entfernung von etwa mit dem Geschofs in die Form gelangten Glühspan, eingedrungenen Staub etc. geschaffen ist. Je nach der Länge des zu härtenden Geschofstheiles mufs die Tiefe der Form gröfser oder geringer sein. Soll das Geschofs auf seiner ganzen Oberfläche bezw. Länge gehärtet werden, so erhält die Form eine Tiefe gleich oder nahezu gleich der Geschofslänge.
Auf der beiliegenden Zeichnung sind mehrere Ausführungsweisen des Verfahrens veranschaulicht.
α ist die Form, b das zu härtende Geschofs, c der hydraulische Stempel. Die Form α ist mit einem centralen Kanal a1 versehen und von solcher Tiefe und Gestalt, dafs sich das Spitzende genau an die Formwandung anschliefsen kann. In Fig. 1 ist auf die Form α ein Ring d
mit konischer Bohrung gesetzt, der innen mit entsprechend konischen Stücken e so ausgesetzt ist, dafs eine sich möglichst genau an das Geschofs anschliefsende cylindrische Höhlung verbleibt. Um die Herausnahme des Geschosses aus der Form zu erleichtern, können die Stücke e leicht aus dem Ring d herausgehoben werden. In den Geschofshohlraum wird ein entsprechend geformter Dorn f eingeschoben, um Deformationen zu verhüten. Dieser Dorn empfängt den Druck und pflanzt denselben in das Innere des Geschosses fort. Diese Einrichtung ist für den Fall bestimmt, dafs das Geschofs auf seiner ganzen Länge gehärtet werden soll.
Soll nur die Spitze des Geschosses Härtung und Verdichtung erfahren, so wird der Ring d mit den Einsatzstücken e durch den niedrigeren und einfachen Ring g, Fig. 2, ersetzt, der aus Metall oder einem anderen geeigneten Material hergestellt ist, und wird der Dorn f nicht angewendet. Der Ring g soll einen Tlieil der Wärme aus dem Geschofs ableiten und so am oberen Theil der Form eine allmälige Verminderung der Härte des Metalles der Geschofswandung sichern. Zweckmäfsig wird zwischen der Basis des Geschosses und dem Stempel eine Scheibe h, welche aus Asbest oder einem geeigneten anderen schlechten Wärmeleiter hergestellt ist, eingelegt, um hier Abkühlung des Geschosses durch die directe Berührung mit dem Stempel zu verhüten.
Durch Ausübung des Druckes, wie in Fig. 1 und 2 angedeutet, werden die Stahlmolecüle in einen solchen Zustand oder gegenseitige Lagerung gezwungen, dafs sie der Verdichtung in der Längsrichtung des Geschosses den gröfstmöglichen Widerstand entgegensetzen, ohne sich in einem solchen Spannungszustande zu befinden, wie er infolge des üblichen Härtens durch plötzliches Abkühlen in Flüssigkeit unvermeidlich erzeugt wird; folglich ist auch die Beanspruchung, der das Geschofs beim Aufschlag sich ausgesetzt findet, nur eine Wiederholung derjenigen, welche es schon in der Form erfahren hat.
Für manche Fälle werden Formen benutzt, in denen das Geschofs mit seiner ganzen Länge oder nur mit seinem Vordertheil horizontal gelagert ist, wie in Fig. 3 und 4. Die Form setzt sich alsdann aus zwei auf einander zu setzenden Hälften zusammen, und wird der Druck der Formbacken auf das Projectil, continuirlich oder intermittirend, rechtwinklig zu seiner Längsachse ausgeübt. Die Form kann auch aus mehr als aus zwei Theilen zusammengesetzt werden, in welchem Falle man dann noch eine Einrichtung zu treffen hat, mittelst derer der Druck allseitig auf das Geschofs übertragen wird.
In den diesbezüglichen Fig. 3 und 4 bezeichnet α die untere und a2 die obere Hälfte einer solchen Form. Erstere ruht auf einer Bodenplatte, j, mit dem hinteren Ende gegen Anläufe j1 gelehnt. Auf der Bodenplatte ist ferner im Ständer k in Höhe der Formachse eine Schraube / gelagert, welche nach dem Einlegen des Geschosses und Aufsetzen der oberen Formhälfte gegen die Form angeschraubt wird, um eine Verschiebung des Geschosses bei der Ausübung des Druckes zu verhindern. Wird der Druck nur intermittirend ausgeübt, so kann man in den Intervallen die Schrauben lockern und das Geschofs in der Form drehen. In Fig. 3 ist in das Geschofs ein Dorn f eingeschoben ; in Fig. 4 ist dagegen die Schraube selbst mit einem kurzen Ansatz Z1 versehen, der in die Geschofshöhlung gut pafst.
Wie auch immer die Construction der Form sein möge, wesentlich ist, dafs sie mit dem zu deckenden Geschofstheile genau übereinstimmt und das Geschofs in der Form unter solchem Druck gehalten wird, dafs die engste Berührung zwischen seiner Oberfläche und derjenigen der Form stattfindet, und dafs die Wärme des auf Rothglut gebrachten Geschosses frei durch die Masse der Form abgeleitet wird.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Das Verfahren, Geschosse auf trockenem Wege zu härten, welches darin besteht, dafs man das Geschofs zunächst erhitzt, dasselbe dann in eine Form (a oder α α1) einsetzt, deren innere Fläche genau der äufseren Gestalt des Geschosses oder dessen zu härtendem Theil entspricht und das Geschofs schliefslich in der Form so lange unter Druck hält, bis es sich durch seine Berührung mit der Form genügend abgekühlt hat.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DENDAT46281D Verfahren, Geschosse auf trockenem Wege zu härten Expired - Lifetime DE46281C (de)

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