DE460563C - Verfahren zum Regenerieren von Altkautschuk, namentlich von gebrauchten Luftreifen - Google Patents
Verfahren zum Regenerieren von Altkautschuk, namentlich von gebrauchten LuftreifenInfo
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Description
Das vorliegende Verfahren zum Regenerieren von Altkautschuk, namentlich von gebrauchten
Luftreifen, gekennzeichnet im wesentlichen dadurch, daß man den in an sich
bekannter Weise zerkleinerten und mit Destillationsprodukten des vulkanisierten Kautschuks
imprägnierten Altkautschuk mit Salzsäure behandelt, die durch Polymerisation des
Imprägnierunigsmittels bei gleichzeitiger Zerstörung
der Gewebebestandteile des Altkautschuks erhaltene dickflüssige Masse mit einer
reichlichen Menge Wasser auswäscht und hierauf in der Wasch- oder Kräuselwalze weiterbehandelt.
Bekannten Regenerierverfahren gegenüber, bei denen Destillationsprodukte des Kautschuks
im wesentlichen nur als Bindemittel für die pulverisierten Kautschukabfälle dienen,
um dieselben geschmeidig und homogen zu machen, sonst aber fremde, die Eigenschaften
des Kautschuks ungünstig beeinflussende Bestandteile der Masse bilden, wird nach dem
vorliegenden Verfahren durch die katalytische Wirkung mehr oder minder konzentrierter
Salzsäure auf die Kautschuköle eine fast vollständige Polymerisation der Kautschuköle zu
Kautschuk erzielt.
Das nach dem vorliegenden Verfahren erhaltene Endprodukt ist daher durchaus hochwertig
und für alle Zwecke verwendbar, zu
denen bisher Regenerate gar nicht oder nur bedingt gebraucht werden konnten.
Die bei der Salzsäureeinwirkung auf Gewebeteile der Luftreifen o. dgl. entstehende
Hydrocellulose kann zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit des Verfahrens zu aktiver Kohle
oder auch auf Zucker weiterverarbeitet werden.
Bei der praktischen Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung arbeitet man vorteilhaft
derart, daß man aus billigen und sonst nicht gut verwendbaren, z. B. verhältnismäßig
kautschukarmen Kautschukabfällen im Wege der destruktiven Destillation bei Temperaturen
von 220 bis 240 ° C Kautschuköl herstellt. Dieses Kautschuköl wird dann zur Regenerierung
von Kautschuk, z. B. aus alten Luftreifen, benutzt, wobei man mit einer Ölzugabe
von etwa 10% zu rechnen hat. Mit der Zuführung größerer Ölmengen wird die 5"
Masse hochwertiger. Das Öl dringt lediglich in den Kautschuk ein, aber nicht in die darunterliegende
Leinwand. Nach ausreichender Durchdringung taucht man die Masse in ein Salzsäurebad bei Lufttemperatur. Die Salzsäure
spielt eine doppelte Rolle, und zwar soll sie einerseits das Leinwandgewebe der Pneumatiks
zerstören, indem sie es in Hydrocellulose umwandelt, welche leicht entfernt werden
kann, und andererseits die Polymerisation der
Kautschuköle katalytisch beschleunigen. Das Heveen des Kautschuköles wird nicht verändert,
sondern durch die spätere Waschung herausgebracht. Dagegen findet bei der Behandlung
der imprägnierten Stücke mit Salzsäure eine Polymerisation des Isoprens statt, wodurch synthetischer Kautschuk gebildet
wird. Diese Polymerisation erfordert ungefähr 15 bis 20 Tage."
1Q In dem vorliegenden Verfahren hat also die
Salzsäure eine doppelte Rolle, nämlich die eines Katalysators zur Beschleunigung der
Polymerisation des Isoprens sowie eines Mittels zur Zerstörung der Leinwand. Beide
1S Funktionen werden dabei zu gleicher Zeit
durchgeführt. Der in den Kautschukabfällen enthaltene Kautschuk wird durch kalte Salzsäure
nicht angegriffen, was sehr vorteilhaft ist.
In der Praxis bedarf es zur Ausführung des Verfahrens eines einzigen Salzsäurebades,
dessen Konzentrationsverhältnis man stets möglichst gleichbleibend zu halten hat. Wenn
das Bad zu sehr verdickt ist, wird filtriert. Es wird dabei handelsübliche Salzsäure, d. h.
Salzsäure von etwa 20 bis 22 ° Be oder etwa 300 bis 350 g konzentrierte Säure je Kilogramm,
verwendet.
Das mit Salzsäure behandelte dickflüssige Produkt wäscht man mit Wasser, derart, daß
der Säureüberschuß verschwindet, und entfernt dann die in Hydrocellulose umgewandelten
Leinwandreste, indem man die Masse durch eine Wasch- oder Kräuseltrommel passieren
läßt. Man erhält so Kautschukflocken, die von den Leinwandresten gänzlich befreit
sind. Dabei ist der Verlust an Kautschuk außerordentlich gering und dessen Qualität
eine sehr gute.
Abgesehen hiervon, liegt der Vorteil des Verfahrens in seiner großen Billigkeit, da sich
die Kosten nur wenig über die des Ausgangsmaterials erhöhen.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zum Regenerieren von Altkautschuk, namentlich von gebrauchten Luftreifen, dadurch gekennzeichnet, daß man den in an sich bekannter Weise zerkleinerten und mit Destillationsprodukten des vulkanisierten Kautschuks imprägnierten Altkautschuk mit Salzsäure behandelt, die durch Polymerisation des Imprägnierungsmittels bei gleichzeitiger Zerstörung der Gewebebestandteile des Altkautschuks erhaltene dickflüssige Masse mit einer reichlichen Menge Wasser auswäscht und hierauf in der Wasch- oder Kräuselwalze, weiterbehandelt.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| FR460563X | 1926-04-08 | ||
| FR622334T | 1926-08-25 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE460563C true DE460563C (de) | 1928-05-31 |
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ID=26214640
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|---|---|---|---|
| DED51187D Expired DE460563C (de) | 1926-04-08 | 1926-09-01 | Verfahren zum Regenerieren von Altkautschuk, namentlich von gebrauchten Luftreifen |
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| FR (2) | FR629389A (de) |
| GB (2) | GB269127A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1048019B (de) * | 1954-07-15 | 1958-12-31 | Dasher Rubber & Chemical Compa | Verfahren zum Entfernen von Cellulosefasern aus Kautschukabfaellen |
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- BE BE342768D patent/BE342768A/xx unknown
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1927
- 1927-06-16 GB GB1602827A patent/GB276626A/en not_active Expired
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|---|---|---|---|---|
| DE1048019B (de) * | 1954-07-15 | 1958-12-31 | Dasher Rubber & Chemical Compa | Verfahren zum Entfernen von Cellulosefasern aus Kautschukabfaellen |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB269127A (en) | 1927-05-12 |
| GB276626A (en) | 1928-01-26 |
| BE336473A (de) | 1900-01-01 |
| FR629389A (fr) | 1927-11-09 |
| US1656694A (en) | 1928-01-17 |
| BE342768A (de) | 1900-01-01 |
| FR622334A (fr) | 1927-05-28 |
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