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Verfahren zur Herstellung von Schuhwerk. Diese Erfindung betrifft
ein Verfahren zur Herstellung von Schuhwerk mit unmittelbar auf bestimmte Lederflächen
desselben aufvulkanisierten Kautschukbelägen, sei es, daß diese zum Wasserdichtmachen
oder als Sohle dienen.
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Es ist bereits früher vorgeschlagen worden, Schuhwerk herzustellen,
bei dem das Oberleder mit einer Kautschuksohle oder mit einer Kautschukfütterung
versehen ist. Bei einer derartigen Verbindung von Leder mit Kautschuk war es indessen
bisher nicht möglich, eine für den praktischen Gebrauch genügende Festigkeit der
Verbindung zwischen dem Leder und dem Kautschuk zu schaffen. Auf Grund von Beobachtungen
und Versuchen wurde gefunden:, daß diese geringe Festigkeit der Verbindung von Leder
und Kautschuk daher rührt, daß die Lederoberfläche, auf die der Kautschukbelag aufv
ulkanisiert wird, bei dem üblichen Trocknen des Leders stets so viel Feuchtigkeit
aus der Luft aufnimmt, daß eine innige Verbindung nicht stattfinden kann, es sei
denn, daß das Leder in dem heißen Zustande verwendet wird, in den es zwecks Trocknens
versetzt wird. Bei der Massenherstellung derartigen Schuhwerks ist es natürlich
nicht möglich, das Leder jedesmal vor dem Aufvulkanisieren eines Gummibelages zu
erhitzen; vielmehr wird nach der Erfindung so verfahren, daß der zusammengesetzte
Schuh zunächst auf eine unterhalb der Vulkanisierungstemperatur liegende Trockentemperatur
erwärmt wird, wodurch nicht nur das Leder an der mit dem Gummibelag zu versehenden
Fläche getrocknet, _ sondern der Kautschukbelag auch gleichzeitig für das Aufvulkanisieren
geeignet gemacht wird, worauf nach Entfernung der Feuchtigkeit aus dem Leder die
Temperatur so erhöht wird, daß der Kautschukbelag auf die getrocknete Lederoberfläche
aufvulkanisiert wird. Da hierbei zwischen der Trockenoperation und dem Aufvulkanisieren
des Kautschukbelages ein Wiedereintreten von Feuchtigkeit in das Leder ausgeschlossen
ist, so ist die Verbindung äußerst fest.
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Die Zeichnung veranschaulicht die Erfindung in mehreren beispielsweisen
Ausführungsformen. Es zeigt Abb. i die Seitenansicht eines Halbschuhs, wobei Einzelheiten
im Schnitt dargestellt sind, Abb.2 eine Übersichtsdarstellung eines überschuhs,
wobei Einzelteile im Schnitt dargestellt sind, Abb.3 die Oberansicht eines Sportschuhs,
Abb. q eine Einzelansicht im Längsschnitt und Abb. 5 einen Schnitt einer aus mit
Gummimasse vereinigtem Leder bestehenden Schicht.
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Zwecks Durchführung der Erfindung wird das Schuhwerkoberleder und
mit diesem durch Vulkanisieren verbundene Gummimasse benutzt. Da die Herstellung
dieser Vereinigung auch den Ersatz von Leder durch Gummi oder Stoff oder eine Verbindung
beider einschließt, so ist es erwünscht, nach dem Zusammenkleben der sich berührenden
Flächen des Oberleders eine Kappe aus Gummimasse aufzusetzen, um die Kanten des
aus Gummimasse bestehenden
Schuhbodens fest damit zu verbinden.
Wenn nun die Verbindung der Teile, nämlich der Brandsohle, des Oberleders, der Gummikappe
und des aus Gummimasse bestehenden Bodens auf dem Leisten fertiggestellt ist, so
wird die ganze, auf dem Leisten befindliche Verbindung von Gummi und Leder auf eine
hohe Temperatur gebracht, durch die sowohl das Leder von Feuchtigkeit befreit als
auch zwecks Einleitung der V ulkanisierung vorgewärmt wird.
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Da diese Vorwärmung bei der Entziehung der Feuchtigkeit aus dem Leder
ein Schrumpfen des letzteren bewirkt, so kann ein unzweckmäßiges Schrumpfen des
Leders dadurch vermieden werden, daß man das Leder vor dem Aufbringen auf den Leisten
von Feuchtigkeit befreit. Es ist daher zweckmäßig, die Teile vor Beginn der Vorwärmung
auf dem Leisten zu vereinigen und nach dem Beginn der Vorwärmung die Gummimasse
nebenher teilweise zu vulkanisieren. Sobald dann das Leder zwecks Austreibung der
Feuchtigkeit genügend erwärmt ist, wird bis zur Vulkanisierungstemperatur erwärmt,
um das Vulkanisieren der Gummimasse auf das Oberleder zu bewirken.
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Bei der Zusammensetzung des Schuhwerks in der beschriebenen Weise
kann das Oberleder mit Stoff oder Leder belegt werden, und bei derjenigen Schuhwerksart,
bei der die Kosten eine größere Rolle als die Güte spielen, kann das Oberleder aus
dem billigeren Spaltleder hergestellt werden, das als Nachahmung von schwedischem
Leder dienen kann. Gewünschtenfalls können die billigsten Schuhwaren ohne Überzug
auf dem Spaltleder ausgeführt werden und der ganze Schuh einfach ein Oberleder besitzen,
welches mit einer Brandsohle verbunden ist und eine aus Leder und Gummimasse bestehende
Sohle besitzt. Anderseits ist aber bei geschmackvollem Schuhwerk die Benutzung von
Oberleder mit Narbenschicht unerläßlich, und es muß auf Schönheit und fachmännische
Arbeit bei der Herstellung der Verbindung zwischen dem ungespaltenen Leder und der
Gummimasse gesehen werden. Daher muß besondere Sorgfalt darauf verwendet werden,
die Kanten des Oberleders aufzurauhen, um die Gummimasse gut aufleimen und verbinden
zu können.
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Bei Herstellung von Schuhwerk für nasses oder feuchtes Wetter muß
nicht nur die Gummiausfütterung vorhanden, sondern das Schuhwerk muß auch wasserdicht
sein. Demgemäß muß unter dem Oberleder ein Überzug aus Gummimasse angebracht werden,
welche auf den Überzug kalandert wird und nach der Vereinigung mit dem Leder damit
durch Vulkanisieren verbunden wird. Um eine innige Verbindung zu begünstigen, muß
die untere Fläche des Leders mit einem vulkanisierbaren Bindemittel überzogen werden,
um die Verbindung möglichst haltbar zu machen.
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Zwecks Durchführung des Verfahrens wird das Oberleder i zunächst mit
der Brandsohle 2 auf dem Leisten verbunden und die Kanten des mit der Sohle 3 zu
verbindenden Leders verbunden, außer wenn das Oberleder zwecks Darbietung" einer
faserigen Oberfläche aus Spaltleder besteht. Hierauf wird ein vulkanisierbares Bindemittel
aufgebracht und darauf die aus Gummimasse bestehende Kappe 4 gelegt und dann ein
aus Gummimasse bestehender Boden 3 angebracht und das Ganze der Wärmebehandlung
unterzogen, bei der das Leder vorgewärmt, sein Wassergehalt ausgetrieben und die
Gummimasse teilweise vulkanisiert wird. Wenn dann das Leder gut vorgewärmt ist,
wird eine höhere Temperatur verwendet, um die Vulkanisierung zu vollenden und die
Verbindung der Teile zu bewirken.
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Zur Herstellung einer anderen Schuhcverksform kann das Oberleder mit
einem auf das Leder i vulkanisierten Belag 5 aus Gummimasse versehen sein, wie aus
Abb i erkennbar. Für Überschuhe und anderes wasserdichtes Schuhwerk wird der Gummibelag
in der aus Abb. r und 2 erkennbaren Weise angewandt. Bei Sportschuhen (Abb. 3) kann
Spaltleder ohne Belag verwendet werden; jedoch wird hier ein damit durch Vulkanisieren
verbundener Boden angewendet, wie oben beschrieben.