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Sextant. Es sind Geräte zum Bestimmen. von Höhenwinkeln, G.estirnshöhen
o. dgl. bekannt, die mit künstlichem Horizont, Pendelvorrichtung o.dgl. versehen
sind. Derartige Geräte finden als Sextanten insbesondere auf bewegten Standorten,
Flugzeugen o. dgl. Verwendung. Auch ist s bekannt, das zum Beobachten des angezieltes.
Gegenstandes, z. B. eines Gestirns, dienende Fernrohr mit einem Mikroskop zum Ablesen
einer Höhenteilung zusammenzubauen. Die Erfindung vervollkommnet Geräte dieser Art
dadurch, daß das scharfe Bild des angezielten Gegenstandes und das der Ablesestelle
der Teilung über- oder nebeneinander erscheinen, so daß das Ablesen der Teilung
unmittelbar mit der Beobachtung des Bildes des angepeilten Gegenstandes erfolgen
kann, ohne daß die Verwendung eines wagerechten Fadens in der Blende notwendig ist.
Bekannt sind ferner Einrichtungen zum Erkennen der Querneigung oder Verkantung während
der Ablesung der Pendellage. Bei der Erfindung ist für Geräte der angegebenen Art
eine neuartige Verkantungsanzeigevorrichtung vorgesehen, deren Bild in der Nähe
der gemeinsamen Ebene der beiden obengenannten Bilder erscheint. Eine weitere Vervollkommnung
des Erfindungsgegenstandes besteht darin, daß er mit beiden Händen gehalten «-erden
kann, wie dies bei anderen Geräten für Luftfahrzeuge bekannt ist. Dies ist besonders
vorteilhaft - bei der Verwendung in Flugzeugen wegen des auf das Gerät wirkenden
Winddrucks. In der Zeichnung ist ein Beispiel für ein Gerät nach der Erfindung dargestellt,
und zwar stellt Abb. i einen Längsschnitt durch das Gerät, Abb. z den durch die
Pendelachse gehenden Ouerschnitt durch das Gerät und Abb. 3 die Seitenansicht des
Geräts dar.
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Es bedeutet im einzelnen i das Fernrohr mit dem Objektiv 2. _3 ist
der Okularauszug finit der Okularlinse 4.. Vor dem Objektiv 2 befindet sich eine
unter d.5° zur Fernrohrachse geneigte planparallele Glasplatte 5. 6 und 7 sind Linsen,
die mit dem Fernrohrobjektiv :2 das Milcroshopobjelztiv für das Betrachten der Ablesestelle
27 der Teilung bilden. Die letztere ist auf dem zylindrischen Teilungsträger
i i angebracht, der mittels einer Blechplatte 12 an dem. Pendel 13 befestigt ist,
das sich um die Achse 14 drehen kann. Die Achse 14 ist zugleich die Achse des zylindrischen
Skalenträgers i i. Die Linsen 6 und 7 befinden sich in dem rechtwinklig zum Fernrohr
i stehenden Rohr A, das unten einen Spiegel io trägt-8 ist der vordere Hauptpunkt
des aus den Linsen ;7 und 6 bestehenden Systems. 15 ist eine lotrecht stehende,
am Pendel 13 befestigte Spindel. die das für derartige Pendel bekannte auf- und
niederschraubbare Reversionsgewicht 16 trägt. 17 ist eine Schraube, die wagerecht
in das Pendel eingeschraubt ist und zum Justieren des Pendels dient. iS ist ein
zwischen dein Okular .l und der Blende i9 befindlicher konvexer Spiegel, mittels
dessen von einer Röhrenlibelle 2o ein
verkleinertes Bild 2 i erzeugt
wird, das ,am, unteren Rand der Blende i9 zu liegen scheint. Das Spiegelbild der
Röhrenlibelle läßt das Maß eines Verkantens des Gerätes beim Beobachten erkennen.
Fest mit dem Fernrohr i verbunden ist das Gehäuse 22, das einen Windschutz für den
pendelnden Teil des Geräts bildet, und an dem zwei Haltegriffe 23 und 24. befestigt
sind. In den Strahlen; gang des Fernrohrs i können. Lichtfilter25 und 26 in bekannter
Weise bei Messung der Sonnenhöhe nach Bedarf eingeschaltet werden.
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Das vom Gegenstand ausgehende Licht tritt der Reihe nach durch die
schräggestellte Platte 5, das Fernrohrobjektiv 2 und endlich durch das Okular q..
Das von dem gebogenen Teilungsträger i i, und zwar von der Stelle 27, ausgehende
Licht wird durch den Spiegel io in das Rohr 9 reflektiert, durchtritt die beiden
Linsen 7 und 6 und wird mittels der Platte 5 in das Fernrohr i gespiegelt; es tritt
dann durch das Fernrohrobjektiv 2 und schließlich durch das Okular q.. Das scharfe
Bild des angezielten Gegenstandes und dasjenige der Ablesestelle 27 des Teilungsträgers
i i entsteht in einer gemeinsamen, durch die- Blende ig bestimmten Ebene, in welcher
beide Bilder sich gegenseitig überdecken. Damit beim Auf- und Niederbewegen des
Gerätes die beiden Bilder in Übereinstimmung bleiben, wird nach der Erfindung die
radiale Entfernung des durch das Pendel 13 bewegten Teilungsträgers ii vom Pendeldrehpunkt
1q. gleich der Entfernung der Ablesestelle 27 vom vorderen Hauptpunkt 8 des aus
den Linsen 7 und 6 bestehenden Systems gemacht. In dem Gerät kann zweckmäßig eine
Vorrichtung bekannter Art zur Pendeldämpfung vorgesehen sein; z. B. kann die Dämpfung
dadurch erfolgen, daß die Blechplatte 12 zwischen den gegenüberliegenden Polen eines
in der Abbildung nicht eingezeichneten Magneten mit einstellbarem magnetischem Feld
hindurchschwingt.
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Um dem Bild der Ablesestelle 27 und dem Bild 2i der Röhrenlibelle
2o die erforderliche Helligkeit zu geben, kann eine künstliche, regelbare Beleuchtungsvorrichtung
für den Teilungsträger i i und die Libelle 2o angeordnet sein. Die erforderlichen
galvanischen Elemente können, wie es für andere Geräte bekannt ist, in den Griffen
23 und 24 Platz finden. In 28 ist eine von Hand zu bedienende mechanische Bremse
vorgesehen, die es ermöglicht, große Schwingungen des Pendels vor der Messung zu
vernichten, und durch die es ferner möglich. ist, den pendelnden Teil des Gerätes
zu arretieren. 29 ist ein Bolzen, um den die Lichtfilter 25 und 26 gedreht werden
können, um sie nach Bedarf in den Strahlengang des Fernrohrs einschalten zu können.
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Der besondere Vorteil des Gerätes nach der Erfindung ist der, daß
für die Ablesung kein wagerechter Faden in der Blendenebene erforaerlich ist. -
Es ist nicht nötig, einen Querfaden so lange unbewegt auf den anzuzielenden Gegenstand
gerichtet zu halten, bis sich auch das Bild der Höhenteilung auf ihn eingespielt
hat und die Ablesung erfolgt ist. Da überdies bei- Geräten nach der Erfindung eine
Einrichtung vorgesehen ist, um das Bild des angezielten Gegenstandes und dasjenige
der Ablesestelle in Übereinstimmung zu halten, ist es nicht notwendig, daß die Achse
des Fernrohres während der Beobachtung völlig unbeweglich bleibt.
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Ein weiterer Vorteil des Erfindungsgegenstandes liegt darin, daß das
Bild des angezielten Gegenstandes sich mit dem Bild der Höhenteilung gegenseitig
überdeckt. Es kann daher nicht von diesem scheinbar verdeckt werden, wie es der
Fall sein würde, wenn die beiden Bilder nebeneinander erscheinen und das Gerät während
der Messungen zufällig um die Lotrechte gedreht wird.