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Formkasten für Platten und andere Baukörper aus Kunststeinmasse mit
mindestens zwei parallelen Flächen. Die Erfindung, bezieht sich auf Formkästen,
in denen aus mageren, d. h. wenig plastischen, keramischen hassen Blöcke, Platten
oder sonstige größere Steinformlinge finit mindestens zwei einander Parallelen L'egrrcnzengstl:ichen
hergestellt werden. Infolge ihres geringen Bindeniitte1gehaltes muß die magere Masse:
durch starke niccliaiiische Einwirkung verformt werden, uni alle Hohlräume. zu beseitigen,
und um die einzelnen, mit Bindestoff umhüllten lIassekörncr möglichst innig
aneinanderzudrücken. Die schichtenweise in den Formkasten gebrachte Nasse wird dazu
zweckmäßig durch Schlagen oder Stampfen bearbeitet und hierdurch verdichtet.
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Bisher wurde der Formkasten für Herstellung großer Steine oder Platten
durch Aufsetzen eines oben offenen Rahmens auf eine ebene Unterlage gebildet, deren
obere Fläche zusammen mit den inneren Flächen des Rahinens die Gestalt des Formlings
bestimmte. Die Masse wurde in den Formrahmen schichtenweise eingebracht, entsprechend
geschlagen oder gestampft, bis schließlich durch Glätten oder Abziehen der letzten
Schicht entlang den oberen Rändern des Forinrahinens die obere Fläche des Steines
gebildet wurde. Der Fornirahnien wurde dann entfernt, und der Formling blieb zum
Tocknen oder Erhärten auf der ebenen Unterlage lie`eii. Wenn daher mit der Entfernung
des horrnrahnicns nicht bis zur Erliiirtun" des Formlings gewartet «-erden sollte,
mußte ein plattenförmiger Stein flach auf der Unterlage liegend geformt werden.
Das hat den Nachteil, claß die obere Fläche des Steines nicht so dicht, glatt und
genau wie die untere ausgeführt werden kann, cla beim Abziehen eine Auflockerung
des Gefüges stattfindet.
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Es ist daher zweckmäßig, Platten oder l@li*lcl;e, bei denen es auf
genaue Ausführung der parallelenHauptflächenankommt, stehend zu stampfen und dabei
die Seite als Einfüll-und Staiiiliföffiittng zu wählen, die. später am wenigsten
beansprucht wird, beispielsweise die Außenseite beim Wannenstein eines Glasofens.
Bei stehender Stampfart müß man entweder den gefüllten Formrahmen bis zur Erhärtung
des Formlings stehenlassen, oder man muß nach Umlegen des Formrahmens den Formling
auf einer der Rahmenwände liegenlassen.
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Sowohl die liegende als auch im verstärkten Maße die stehende Verformung
durch. Stampfen beansprucht in außergewöhnlicher Weise die Form, welche in der bisher
bekannten Art aus einzelnen, der Gestalt des Formlings entsprechenden, durch heile
oder Schrauben zusammengehaltenen Wänden besteht. Wegen der meist gerinäcn Stückzahlen
der zu formenden Platten oder Blöcke einer Sorte bestehen die Wände der Eorin fast
ausschließlich aus Holz. Es ist praktisch unmö,-lich, die Holzformen so stark auszuführen,
daß sie sich heim Stampfen der Masse nicht
durchbiegen und verziehen,
wobei die genaue Form des Formlings verlorengeht. Durch die reibende Einwirkung
des Stampfgutes wird das Holzmaterial auch stark abgenutzt. Bei Anfertigung großer
Mengen gleicher Platten wäre es zwar möglich, die Form in der bisher bekannten Art,
nämlich aus einzelnen, der Gestalt des Formlings entsprechenden Wänden zusammengesetzt,
aus einem widerstandsfähigen Material, z. B. Gußeisen oder Stahlguß, herzustellen;
aber ein derartiger Formkasten würde entweder bei liegender Verformung keine genauen
Platten liefern oder bei stehender Verformung eine große Zahl von Seitenwänden erfordern,
da der frische Formling auf einer Seitenwand bis zur Erhärtung liegenbleiben muß.
Außerdem wäre ein solcher Formkasten in der bisher üblichen Bauart wegen seiner
Schwere kaum zu handhaben.
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Die Erfindung bezweckt, die vorstehend angeführten Nachteile durch
Ausbildung von Dauerformkästen zu vermeiden, bei welchen wesentliche Teile unverändert
für die verschiedensten Steingrößen und Steingestalten verwendet werden, und welche
mit Einrichtungen versehen sind, die eine leichte Handhabung der leeren und gefüllten
Form und eine rasche Ausführung der mit der Entleerung der Form und dem Wiederinstandsetzen
der Form für einen neuen Formvorgang verbundenen Arbeiten gestatten. Der Dauerformkasten
besteht in seiner einfachsten Art aus zwei einander parallel gegenüberliegenden,
rechteckigen, innen ebenen Wänden, die durch seitlich angebrachteV erbindungsstücke
in einem der Dicke des Formlings entsprechenden Abstand gehalten werden. Gegen die
Verbindungsstücke stützen sich besondere Futterstücke oder Einlagen ab. Der zwischen
den parallelen Wänden und den gegen die Verbindungsstücke sich abstützenden Futterstücken
oder Einlagen verbleibende lichte Raum bestimmt als Formraum die jeweilige Gestalt
des Formlings. Diese einfachste Ausführungsart hat schon den Vorteil, daß die parallelen
Hauptwände des Formkastens für alle innerhalb ihrer Ausclehnung liegenden Steingrößen
und Steingestalten verwandt werden können. Diese Hauptwände des Dauerforrnkastens
können daher als gut verrippte Platten aus Gußeisen oder Stahlguß ausgeführt werden
und sind dann jeder Beanspruchung beim Stampfen der «lasse im Formraum gewachsen.
Eine Verän(lerting der Gestalt des Forinliiigs bei gleichbleibender Dicke bedingt
bei dieser einfachsten Art des Dauerforinkastens noch eine entsprechende Ausbildung
netter Einlagen. Eine Veränderung der Formlingsdicke erfordert außerdem neue Verl)intluiigsstiiclce.
Bei Formlingen gleicher Stärke, d. h. bei gleichbleibendem Abstand der parallelen
Hauptwände des Dauerforinlcastens, ist es vorteilhaft, die Einlagen verstellbar
gegen die seitlichenVerbindungsstücke abzustützen. Durch die Verstellung der Einlagen
kann die Größe des Formraumes schnell und weitgehend verändert werden. Die Verstellvorrichtung
für die Einlagen kann ferner vorteilhaft dazu benutzt werden, den Formling vor dein
Abheben des Formkastens von dessen Seitenteilen loszulösen.
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An den Außenseiten der beiden parallelen Hauptwände des Formkastens
oder an zwei gegenüberliegenden, in der Stampfstellung des Formkastens seitlichen
Verbindungsstücken sind ferner Drehzapfen oder Bohrungen angebracht, mittels deren
der Dauerforml;asten in einem mit einem fahrbaren Hebezeug verbundenen Gehänge angehoben
und gewendet werden kann. Hierdurch .wird eine leichte Ausführung der beim Gebrauch
des Dauerformkastens notwendigen Arbeiten ermöglicht.
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Der Erfindungsgegenstand ist in einer Anzahl vonAusführungsbeispielen
in den Abb. t bis 13 dargestellt.
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Abb. i bis G beziehen sich auf die einfachste Ausführungsform des
Dauerformkastens mit festen Verbindungsstiickeii und festen Einlagen bzw. Seitenteilen.
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Abb. 7 bis 13 betreffen Dauerformkästen finit verstellbaren Seitenteilen
sowie Einzelheiten einer besonderen Ausbildung der Verstellvorrichtung.
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Abb. i und 2 zeigen in Längs- bzw. Querschnitt einen Dauerformkasten,
bestehend aus den parallelen, rechteclcigenSeitenwänden i, i, welche durch die Verbindungsstücke
2, 3 in dem der Steindicke entsprechenden Abstand gehalten werden. Gegen-die Verbindungsstücke
2, 3 stützen sich die Einlagen 5, G und 7 ab, deren innere Flächen -zusammen
mit den freien inneren Flächen der Seitenwände i, i die Gestalt des Formlings begrenzen.
Der Formling ist in diesem Falle eine rechtwinklige Platte, z. B. ein Wannenstein-
eines Glasofens. In den freien Formraum wird von oben die 'lasse schichten-«-eise
eingebracht und durch Stampfen oder Schlagen verdichtet.
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Die Seitenwände 1, i sind bei dieser Ausführungsform mit Zapfen oder
Bohrungen T versehen, mittels deren der Dauerforml<a:ten an eincin Gehänge drehbar
gelagert \verdcn ICailil. Nachdem der Formling ft#rti" gestampft tind oben durch
:@listrtirhen l:ings der olleren Kante der Seitunwiinile i, t geglättet ist, wird
eine Absetzplatte mit ebener Unterseite auf clen vollIgestaniptrn Forinl:asten gele-t
tind an den Seitciiwiiii(lcii durch
Schrauben oder Klemmen vorläufig
befestigt. Der Formkasten wird dann an den Zapfen .l mittels rinc: Geliiinges -
angehoben, iiii Gehä nge uni i @o0 gedreht und wieder ge.enkt, his die Absetzplatte
auf dein Fußboden oder auf einer geeigneten Unterlage ruht. Die vorl;ite @ Verbindung
z@@-isclien Absetzplatte und Seitenwänden i, i wird nunmehr gelöst, und der Formkasten
wird mittels des Gehänges nach oben von dein auf der Absetzplatte stehenden Formling
abgezogen und ist nach Drehen uni i 8o0 wieder für eine neue Füllung fertig.
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Bei dieser Anordnung-der Zapfen 4 all den Seitenwänden i steht also
der Formling mit der zuletzt gestampften freien Fläche auf dein Absetzbrett. Das
ist unbedenklich für F orinlinge, deren Hölle nicht viel größer als die durch den
Abstand der Seitenwände bedingte Dicke ist.
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Ist die Höhe der Platte jedoch wesentlich größer als ihre Dicke, so
könnten an dem frischen, hochkant stehenden Formling nach dein Abziehen der Form
nachträglich Formänderutlgen durchZusammensacken eintreten. Für derartige Formlinge
ist daher die Ausführungsart nach Abb. 3 und 4 vorzuziehen, bei der die Drehzapfen
q. nicht all den Seitenwänden i, i, sondern an den seitlichen Verbindungsstücken
2, 2 angeordnet sind. Abb. 3 ist ein Längsschnitt, Abb..l ein Querschnitt durch
den auf den unteren Verbindungsstücken 3, 3 ruhenden Dauerformkasten, der finit
Einlagen 5, 6, 7 versehen ist, deren innere Flächen zusammen finit den freien Flächen
der Seitenwände i, i den Formraum für einen Radialstem, z. B. einen Hochofenschachtstein
einschließen. NachdenlderForinling- fertig gestampft und oben durch Abstreichen
entlang den oberen - Kanten der Seitenwände i, i geglättet ist, wird der gefüllte
Dauerformkasten mittels Gehänge an den Zapfen q. angehoben und nach Drehung um go°
wieder -abgesetzt. Dann wird die oben liegende Seitenwand von den Verbindungsstücken
2 und 3 gelöst und durch eine passende Absetzplatte ersetzt, die vorläufig an den
Verbindungsstücken befestigt wird. Der Formkasten wird nun wieder an den Zapfen
q. angehoben, um i8o° gedreht und auf die Absetzplatte abgesenkt. Nach Lösen der
vorläufigen Befestigtig zwischen Absetzplatte und Verbindungsstücken wird dann der
Formkasten mittels der Zapfen 4. von dem nunmehr flach auf der Absetzplatte ruhenden
Formling abgezogen und utn i8o° gedreht und ist nach «'iederaufbringen und Befestigetl
der vorher abgenommenen Seitenwand Lind nach einer weiteren Drehung um go° wieder
formbereit.
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Bei der Anordnung cler Einlagen 5, 6 und 7
in der in Abb. 3
und .4 dargestellten Art wird der Radialstein voll einer der Radialflächen aus gestampft.
Wenn es auf größte Genauigkeit der Radialflächen ankommt, ist es zweck,-mäßig, den
Radialstem von der ä ufieren Kreislliiche aus zu stampfen. In Abb. 5 und 6 ist eine
Anordnung des Dauerfornikastens itn Längs- bzw. Ouerschnitt dargestellt, bei der
diese Herstellungsart möglich ist. Die parallelen Seitenwände i, i «-erden hierzu
zweckmäßig ungefähr quadratisch aUsgebildet, da jetzt zwei Seitenstücke 5 und 6
für die beiden radialen Flächen des Steines innerhalb der Verbindungsstücke 2, 2
untergebracht «-erden müssen. Nach den Abbildungen steht die Dauerform in der Stampfstellung
auf den unteren Verbindungsstücken 3, 3. Gegen diese stützen sich die Einlage 7
für die innere Kreis$äche des Radialsteines und das untere Ende der Seitenstücke
5 und 6, welche außerdem gegen die Verbindungsstücke 2, 2 anliegen. Um die Herstellung
und Glättung der äußeren Zylinderfläche des Radialsteines zu erleichtern, ist auf
den Seitenplatten. i oben je ein Aufsatzstück 8 befestigt, dessen obere Fläche entsprechend
der äußeren Wölbung des Radialsteines gebogen ist. Die radiale Länge des Radialsteines
ergibt sich als Abstand dieser gebogenen Fläche des Aufsatzstückes von Oberkante
der Einlage 7. Die Drehzapfen. sind wieder an den seitlichen Verbindungsstücken
2 angebracht. Die einzelnen Arbeitsvorgänge beim Formkasten nach Abb. 5 und 6 sind
daher die gleichen wie bei dem Formkasten gemäß Abb. 3 und .l.
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Bei den bisher beschriebeneilAusführungsarten des Erfindungsgegenstantles
werden in der Hauptsache die beiden rechteckigen oder quadratischen Seitenwände
i für alle innerhalb ihrer Größe liegenden Steinformen immer wieder benutzt. Sie
können daher als Dauerformteil aus Gußeisen oder Stahlguß hergestellt werden, da
dieAnschaffungskosten wegen der dauernden Verwendungsmöglichkeit keine Rolle spielen.
Auch die Verbindungsstücke 2 und 3 «werden für Formlinge gleicher Dicke immer wieder
verwendet. Die Einlagen 5, 6, 7 müssen jedoch jeder neuen Gestalt des Formlings
angepaßt werden und müssen daher, wenn nicht sehr große Stückzahlen für die Formung
in Frage kommen, zur Ersparung von Kosten aus Holz angefertigt werden. Zweckmäßig
wird die dem Formling zugekehrte Fläche ' der hölzernen Einlagen durch Blechfutter
vor dein Verschleiß geschützt.
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Durch die in Abb.7 dargestellte Ausbildung der Seitenteile 5 und 6
ist es möglich, die gleichen Seitenteile für die Herstellung lirefiter und schmaler
Radialsteine mit deni
gleichen Zentriwinkel und der gleichen Dicke
zu benutzen. Dies wird erreicht durch eine verstellbare Abstützung der Seitenteile
gegen die Verbindungsstücke 2, 2, z. B. durch Schrauben 9, io. Die Seitenteile 5
und 6, die nunmehr für eine größere Zahl von Formlingen benutzt werden könen, können
jetzt: zweckmäßig auch aus widerstandsfähigem Material, z. B. Eisen, hergestellt
werden.
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In Abb.8 ist der Formkasten gemäß Abb.7 nach Verstellung der abstützenden
Schrauben 9, io für einen schmaleren und kürzeren Radialstein passend gezeichnet.
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Abb. 9 und io zeigen eine Abänderung der Verstellvorrichtung, bei
welcher es möglich ist, auch die Schräglage der Seitenteile zu ändern und damit
den Formkasten auch für Radialsteine mit anderen Zentriwinkeln, ja sogar, wie Abb.
io zeigt, auch für Platten mit parallelen Seitenflächen verwendungsfähig zu machen.
Hierzu sind die Seitenteile 5 und 6 drehbar durch Bolzen i i gegen die Seitenwände
i abgestützt. Die Bolzen i i sind in den unteren Verbindungsstücken
3, 3 gelagert, welche ihrerseits verschiebbar an der unteren Seite der Seitenwände
i angeordnet sind. Die eingestellte Lage der Bolzen wird durch die mit Links- und
Rechstgewinde versehenen Spindeln 12, 13 mit Schloß 1¢ und Bolzen 15, 16 durch Verspannung
gegen die seitlichen Verbindungsstücke 2 gesichert. Die jeweilige Schräglage der
Seitenstücke 5, 6 ist durch entsprechendes Einstellen der mit Rechts- und Linksgewinde
versehenen Spindeln 17, i8 mit Schloß i9 und J3olzen 2o, 21 gegenüber den seitlichen
Verbindungsstücken 2 gegeben.
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Bei dieser Ausführungsart der Erfindung brauchen für Steine gleicher
Stärke nur noch die unteren Einlagen 7 der jeweiligen Steinform angepaßt zu werden.
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Durch das Einstampfen oder Einschlagen der Masse in die Form wird
von der Masse ein ihrer Verdichtung entsprechender Druck auf die Wände des Formkastens
ausgeübt. Dieser Druck, besonders der gegen die Seitenteile 5, 6 gerichtete, hat
dem Abziehen des Formkastens entgegenwirkende Reibungskräfte zur Folge. Es ist daher
zweckmäßig, uni das Abziehen des Formkastens zu erleichtern und Beschädigungen des
Formlings zu vermeiden, die Seitenteile 5, 6 vor dem Anheben des Formkastens vorn
Formling zu lösen. Diese Lösung ist möglich durch Verkürzung der Entfernung zwischen
den Bolzen 2o und 21 der oberen Abstütz.pindeln 17, 18 durch entsprechende Drehung
des Schlosses 19. Da der untere Drehpunkt der Seitenteile 5 und 6 außerhalb der
Seiten-wand 1, also unter der Einlage 7 liecrt, Bisen sich die Seitenstücke
5, 6 bei Drehung nach außen um die Bolzen i i auf ihrer ganzen Länge sowohl vom
Formling als auch von der Einlage 7 ab. Wird nun der Formkasten an den Drehzapfen
4. angehoben, dann bleibt der Formling ohne Gefahr einer Beschädigung finit der
Einlage 7 auf der Absetzplatte liegen. Die Einlage 7 kann dann ohne weiteres entfernt
und wieder in den inzwischen um i8o° gedrehten Formkasten eingesetzt werden. Diese
Art der Lüftung der Seitenteile 5, 6. hat jedoch den Nachteil, daß dabei eine Verstellung
der oberen Abstützspindeln stattfindet, die jedesmal erst wieder durch Wiedereinstellung
der richtigen Länge vor jedem neuen Formgang beseitigt werden muß. Hierin liegt,
abgesehen vom Zeitverlust, die Gefahr von Ungenauigkeiten bei der wiederholten Neueinstellung.
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Durch die in den Abb. 11, 12 und 13 dargestellte besondere Ausführungsart
der oberen Abstützung der Seitenteile ist diese Gefahr beseitigt. Abb. i i zeigt
die abgeänderte Abstützvorrichtung in größerem Maßstab. Der äußere Kopf der Spindel
i8 sitzt nicht, wie früher, unmittelbar an einen am seitlichen Zwischenstück 2 bzw.
an einem auf diesem festsitzenden Lagerbock 22 angebrachten Bolzen, sondern auf
einem Kurbelzapfen 23, welcher bei Drehung aus der gezeichneten inneren Totlage
in die äußere Totlage 2.4 die durch das Schloß i9 verbundenen Spindeln 17 und 18
und den Bolzen 2o uni den Kurbelkreisdurchinesser nach außen zieht. Dabei dreht
sich das Seitenstück 5 bzw. 6 uni den unteren Bolzen i i um einen aus dein Abstand
der Bolzen i i und 12 und dem Weg des Bolzens 2o bestimmten Winkel nach außen und
wird dadurch vom Formling und von der Einlage 7 losgelöst. Durch Zurückdrehen des
Kurbelzapfens um i8o° in die 'gezeichnete innere Totlage ist jedesmal die für den
betreffenden Formling eingestellte Lage der Seitenstücke 5 oder 6 wieder hergestellt.
Die Drehung der Kurbelwelle wird z. B. durch einen auf ihr sitzenden Hebel oder
durch ein auf der Welle vorgesehenes Vierkant finit Schlüssel bewirkt. Die Endstellungen
der Kurbel werden zweckmäßig in geeigneter Weise festgelegt, z. B. durch Anschlag
25 anl Lagerbock 22 und ausgeschnittenen Bund 26 an der Kurbelwelle. Durch diese
Eiilriclitunr wird die Loslösung der Seitenteile voni Formling nur durch Drehen
der Kii1-llelwellen bewirkt, und die Einstellung der Ali.tützspindeln bleibt unverändert.
.olaii@e der hlriclle Stein geformt wird.
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Abb. 1,-z und 13 zeigen inl I.;ing#aclulitt einen finit der Ahstützvorrichtung
nach :Vbh. i i ausgerüsteten Datiertorilikasten für einen Radialstein. Der 'Maßstab
ist hei dieseil Altbildungen der Deutlichkeit lrilber vergrößert.
In
Abb. 12 sind die Seitenteile und 0 in der Formstellung gezeichnet, sie liege@ 1111
Fornilin- und au der Einlage; an. Nach Abb. 13 sind die beiden Kurbelzapfen 3, 23
i11 ihren :itiliereil Totlagen 24 gezeich-Ilrt. wobei die Seitenteile 3 und 6 nach
außen uni den Bolzen i i gedreht und dadurch vom 1-()r1111111,'' abgelöst
sind.
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Dir Drehzapfen .4 sind in dein in den Abb. 12 und 13 dargestellten,
Ausführungsbeispiel an den seitlichen @-erbindungsstiickeni 2 angebracht. Die zur
Entfernung des Formlings aus dein Formkasten und zu dessen Vorbereitung für einen
neuen Formvorgang erforderlichen Arbeiten sind daher die gleichen wie bei dein Formkasten
nach Abb. 3 und .1. beschrieben, mit der Maßgabe, daß vor dem Abziehen des Formkastens
die Seitenteile und 6 durch Drehung der Kurbelzapfen 23 um iSo° nach außen vorn
Formling gelöst und vor dem Wiederatifsetzen der abgenommenen. Seitenwand durch
Zurückdrehen der Kurbelzapfen 23 in ihre innere Totlage wieder in die Formstellung
gebracht werden.
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Bei den vorstehend beschriebenen Ausführungsarten ist der Dauerformkasten
ein außerordentlich vielseitiges Werkzeug für die Steinformerei. In einem Formkasten
nach Abb. 12 können die verschiedenst gestalteten Steine gleicher Dicke, beispielsweise
sämtliche Steine eines innen und außen konisch verlaufenden Hochofenschachtes, gestampft
werden. Das bedeutet einen erheblichen wirtschaftlichen @"orteil gegenüber der bisher
bestehenden Notwendigkeit, für jede Steinform einen besonderen Fornirahnien auszubilden.
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Der Dauerformkasten mit Schnellüftung der Seitenteile mit Hilfe der
Verstellvorrichtung nach Abb. i i ermöglicht schnellste Ausführung der heim Entleeren
und Wiederherrichten des Formkastens und beim Verstellen desselben für andere Formlinge
erforderlichen Vorrichtungen.
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Bei allen, auch den einfacheren Ausführungsarten des Formkastens erlauben
die an den Seitenwänden oder den seitlichen Verbindungsstücken, angebrachten Zapfen
oder Bohrungen ein bequemes Anheben und Wenden des Formkastens, auch bei erheblichem
Gewicht desselben. Daher können alle wesenltlichen Teile des Formkastens, bei allen
Ausführungsarten die parallelen Seitenwände und Verbindungsstücke, bei den Ausführungsarteil
mit verstellbaren Seitenteilen auch diese aus einem widerstandsfähigen -Material,
z. B. Gußeisen oder Stahlguß, bestehen, weil die Beschaffungskosten für die immer
wieder verwendbaren Dauerformteile keine Rolle spielen. Soweit die Einlagen nicht
verstellbar eingerichtet sind, wie beispielsweise die untere Einlage 7 bei
den Ausführungsarten nach Abb. i his 10 und 12, 13 oder sämtlichen Einlagen ; bei
denn Ausführungsarten nach Abb. i bis G, werden sie zweckmäßig ebenfalls aus Gußeisen
oder Stahlguß lierg estellt, wenn große Stückzahlen gleicher Steinformen anzufertigen
sind. Für geringere Stückzahlen wird inan aus Ersparnisgrünaeii die Einlagen aus
Holz anfertigen; sie werden dann, wie in den, Abbildungen dargestellt, an den dem
Formraum zugekehrten Flächen durch eiserne Auflagen geschützt sein. Bei der leichten
Handhabung auch schwerer Formkasten mittels der vorgesehenen Zapfen oder Bohrungen
4 können die Schutzauflagen so stark sein, daß jede Formveränderung der Einlagen
heim Stampfen ausgeschlossen ist.
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Bei den gemäß der Erfindung ausgebildeten Dauerformkasten können damit
auch bei größten Steinabmessungen alle Wandungen des Forni,raumes aus Eisen oder
Stahl bestehen. Damit gestattet der neue Dauerformkasten die Erzielung einer bisher
unerreichteil Genauigkeit bei der Herstellung von Blöcken, Platten oder anderen
großen Steinen durch Stampfen oder Schlagen magerer Massen.