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Stech- und Setzvorrichtung bei Kratzensetzmaschinen. Der Gegenstand
der Erfindung bezieht sich auf eine Kratzensetzmaschine, welche nachfolgende Arbeiten
in einer gewissen Reihenfolge mit hoher Geschwindigkeit bis zu Soo Arbeitsperioden
minutlich leistet i. Draht um ein gewisses Maß vorzieht . Draht abschneidet, ;.
Draht in U-Form biegt, ,l. Filz. Leder, Kautschul> oder ähnliche Stoffe zur Herstellung
von Kratzen zuführt, 5. im Material Löcher sticht, 6. gebogene Drahtabschnitte (ZÜhnej
einführt, Drahtabschnitte (Zähne) abbiegt.
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Bei den obengenannten Maschinen muß der Stecher an derselben Stelle
seine Arbeit verrichten wie die Zahnbildungs- und Einführungsvorrichtung, da der
Stecher ja das Loch vorsticht und die Zahneinführungsvorrichtung den Drahtabschnitt
(Zahn) in dasselbe Loch einführen muß. Bedenkt man, daß es sich bei dem Stecher
um ganz feine Nadeln handelt, welche nur ein paar zehntel mm (p haben, so wird man
ohne weiteres einsehen, daß man auf diesen Maschinenteil das Hauptaugenmerk werfen
mul.').
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Bei den bis jetzt bekannten Einrichtungen dieser Art führt sich die
Zahnbildungs- und Einführungsvorrichtung in wagerechter Linie und der Stecher muß
dieser bei ihrem Arbeitsgang ausweichen, was durch ein Senken des Stechers geschieht,
also der Stecher hebt sich und schiebt sich vor, um sich nach vollbrachter Arbeit
wieder zurückzuziehen und zu senken. Dieses Heben und Senken ist bei der großen
Geschwindigkeit, womit diese Maschinen laufen, nicht sicher, so daß große Unregelmäßigkeiten
im Kratzenbilde entstehen. Der Nachteil unregelmäßig gesetzter Irratzen für den
Kremp:elprozeß ist ja bekannt. Die Klagen der Spinner über solche Unregelmäßigkeiten
im Kratzenbilde sind auch heute noch berechtigt.
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Bei dem Gegenstand der Erfindung sind diese Nachteile nicht mehr vorhanden,
da der Stecher nur in wagerechter Linie geführt wird und so keinen Sprung mehr zu
machen braucht. Dagegen wird der Kratzenzahn von oben nach unten geführt, was, da
der Zahn sich durch den von den Löchern vorgeschriebenen Weg führt, nicht von Nachteil
ist. Da der Kratzenzahndraht viel zu dünn ist, um sich' ein neues Loch selbst zu
machen, so kann nunmehr von einer unregelmäßig gesetzten Kratze, wie das bei den
Maschinen mit springendem Stecher der Fall ist, nicht mehr die Rede sein.
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Auf der Zeichnung wird der Vorgang der neuen sowie der bekannten Vorrichtungen
veranschaulicht, und zwar zeigt: Abb. i die neue Vorrichtung im Querschnitt, Abb.
z eine bekannte Stechvorrichtung, bei welcher der Stecher zwar durch eine geschlossene
Führung gleitet, aber sich doch heben und senken muß,
Abb.3 einen
bekannten Stecher, welcher über eine feststehende, keilförmig verlaufende Brücke
gleitet, wodurch .ein Heben und Senken des Stechers bewerkstelligt wird, Abb.4 einen
bekannten Stecher, welcher über eine bewegliche Brücke, die sich hebt und senkt,
gleitet.
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Die in Abb.2 dargestellte bekannte Vorrichtung führt zwar den Stecher
i 9 in einer geschlossenen Führung 2o, aber-die Führung 2o wird zwecks Hebens und
Senkens des Stechers i9 um den Punkt 21 geschwenkt. Abgesehen. davon, daß durch
die Exzenterbewegung der Führung 20 während des Stechens eine Verschiebung der Stechnadeln
22 quer zur Nadelachse vorkommt, wird bei einer hohen Geschwindigkeit der Maschine
die Feder 23 nachgeben, so daß der Fortsätz 24 der Führung 2o auch einen -Sprung
-machen kann, was gegenüber der neuen Erfindung einen großen Nachteil bedeutet.
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Bei der in Abb.3 dargestellten bekannten Vflrrichtung wird der Hebel
25 um den Punkt 26 hin und her bewegt. Da der Stecher 27 um den Punkt 28 beweglich
am Hebel 25 befestigt ist, schiebt sich dieser hin und her und wird durch die Feder
29 mit seinem Fortsatz 30 über die feststehende, keilförmige Brücke 31 geschoben,
wodurch wieder bei hoher Drehzahl ein Sprung entsteht.
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Abb.4 zeigt eine ähnliche bekannte Vorrichtung wie Abb.3; hier ist
nur die feste Brücke 31 der Abb. 3 durch eine bewegliche Brücke 32 ersetzt. Die
Brücke 32 ist an einem Hebel 33 befestigt, welcher um die Welle 34 hin und her bewegt
wird, wodurch ein Heben und Senken des Stechers hervorgerufen wird. Die Nachteile
sind dieselben wie bei den vorhin beschriebenen Vorrichtungen.
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In Abb. i ist nun die neue Vorrichtung dargestellt.
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Der Stecher i wird in den Führungen 9 und io des Maschinenrahmens
ii durch die Nockenscheibe 6, welche auf das Angiiflstück 12 wirkt, und durch die
Zugfeder 7 wagerecht hin und her bewegt. Um den Punkt 4 der Führung i o wird der
Halter 5 von der Maschine auf bekannte Art hin und her bewegt. Der Punkt 4 liegt
mit den Stechnadeln 13 in wagerechter Linie. Der Kratzenzahn wird an der Stelle
14 zwischen dem Zungenstift 2 und der Zunge 3 mittels der Zugfeder 8 festgeklemmt.
Wird der Stecher i jetzt durch die Nockenscheibe 6 vorgebracht, so ist der Halter
5 und mit ihm Zungenstift 2 sowie Zunge 3 hochgehoben, -was durch eine .andere Nockenscheibe
und eine Hebelübertragung geschieht, welche bekannt und der Deutlichkeit wegen hier
nicht aufgeführt ist. Während des Arbeitens des Stechers i wird der Kratzenzahn
zwischen Zungenstift 2 und Zunge 3 @eingeschoben. Ist der Stecher i jetzt zurück,
also wie gezeichnet, so senkt sich der Halter 5 und mit ihm 'der Kratzenzähn in
die gezeichnete Läge, also bis die Schraube 15 auf der Platte 16 aufliegt. Hiernach
wird der Schiebet 17 und mit ihm der Halter 5 mit dem Kratzenzahn vorgeschoben,
bis der Zungenstift 2 sich gegen das Band gelegt hat, dann wird auf bekannte Weise
zuerst der Zungenstift 2 hochgehoben und nun der Kratzenzahn durch die Zunge 3 gegen
das Band 18 gedrückt. Alsdann hebt sich der Halter 5, der Zungenstift 2 senkt sich
wieder, und der Stecher i kann zum neuen Vorgang vorgehen.