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Gleisrückmaschine. Bei Gleisrückmaschinen ist eine Einrichtung bekannt,
welche den das Gleis verschiebenden Zwängrollen gestattet zurückzuweichen, sobald
der Rückwiderstand einen bestimmten Höchstwert übersteigt, was in der Regel der
Fall ist, wenn über die zu rückende Stelle der Förderzug fährt. Dies wird bei bekannten
Gleisrückmaschinen dadurch erreicht, daß die Zwängrollen in ihrer seitlich verschobenen
Stellung nicht zwangläufig, sondern kraftschlüssig festgehalten werden, so daß sie
zurückweichen können, wenn der Rückwiderstand größer wird als die den Kraftschluß
bewirkende Kraft.
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Das selbsttätige Zurückweichen der Zwängrollen kann aber nicht nur
darin erwünscht sein, wenn auf dem Nachbargleis ein schwerer Förderzug vorüberfährt,
sondern auch dann, wenn bei der Fahrt der Gleisrückmaschine an irgendeiner Stelle
ein besonderes Hindernis auftritt, zu dessen Beseitigung eine zu große ti und die
Teile der Rückmaschine in tiiizulässiger Weise beanspruchende Kraft erforderlich
wird. Dies kann beispielsweise eintreten, wenn im Winter die Schwellen an irgendeiner
Stelle des Gleises in lehmigem Boden fest eingefroren sind.
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Die überlastun- einer Gleisrückmaschine kann außer durch den Förderzug
und durch sonstige zufällige, der Verrückung des Gleises entgegenwirkende Hindernisse
auch noch dadurch entstehen, daß stellenweise die Spurweite des Gleises zu groß
oder zu klein ist. Im ersteren Falle werden die beiden im gemeinsainen Zwängrollenrahinen
gelagerten Zwängrollengruppen gewaltsam voneinander zu entfernen gesucht, während
bei zu enger Spur die beiden Zwängrollengruppen gewaltsam zusammengepreßt werden.
In beiden Fällen werden die Rollenbolzen sehr stark auf Biegung beansprucht und
die kollenlager sehr stark überlastet.
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Gemäß der Erfindung werden diese Übelstände dadurch vermieden, daß
die beiden an den beiden Schienen angreifenden Zwängz# rollengruppen an zwei getrennten
Rollenrahmen sitzen, von denen jeder für sich durch ein Spanngewicht in der Arbeitsstellung
gehalten el wird. Die Gewichte sind so bemessen, daß der gewöhnliche Rückwiderstand
nicht imstande ist, die Zwängrollenrahmen zurückzuschieben und die Gewichte anzuheben.
Die Anordnung wirkt also wie ein Sicherheitsventil, das die Maschine nachgiebig
macht und vor Überlastung schützt.
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In der gleichen Weise, in welcher die Schubkräfte auf die beiden an
den beiden Schienen angreifenden Rollengruppen gleichmäßig verteilt -werden, können
auch die serikrechten Kräfte, welche für das Anheben des Gleises erforderlich sind,
auf beide Rollen-"ruppen gleichmäßig verteilt werden.
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Das getrennte einseitige Anheben der Schiene ist zwar bereits vorgeschlagen
wor-Z, t'
den und dadurch bekannt. Dieser Vorschlag soll jedoch
gemäß der Erfindung bei bekannten Gleisrückmaschinen mit den in den Ansprüchen gekennzeichneten
Mitteln praktisch verwertet werden.
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Die Erfindung ist in der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel dargestellt.
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Abb. i ist eine Seitenansicht einer mit der neuen Einrichtung versehenen*
Gleisrückmaschine.
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Abb. 2, stellt eine Vorderansicht des Rückwerkes der Gleisrückinaschine,
in größerem Maßstabe gezeichnet, im Schnitt nach :2-2 der Abb. 3 und 4 dar.
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Abb- 3 gibt eine Seitenansicht der Maschine im Schnitt nach
3-3 der Abb.:2.
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Abb. 4 veranschaulicht eine Seitenansicht der Maschine im Schnitt
nach 4-4 der Abb.:2. Abb. 5 zeigt die zur gleichmäßigen Verteilung der Hubkrifte
dienende Vorrichtung im Grundriß der Abb. 4.
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Abb. 6 ist die zur gleichmäßigen Verteilung der Schubkräfte
dienende Vorrichtung im Grundriß nach Schnitt 6-6 der Abb. 4.
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Die auf die Schiene a wirkenden Zwängrollen i ia sind in einem Zwängrollenrahmen
joa gelagert, während die an der Schiene b
angreifenden Zwängrollen iib in
einem besonderen Zwängrollenrahmen ob gelagert sind, Beide Zwängrollenrahmen
ioa Und i& -werden -Unabhängig voneinander in der gleichen Richtung, nämlich
der Richtung des Pfeiles A (s. Abb. 3 und 4), zu verschieben gesucht. Die
zur Verschiebung der beiden Zwängrollenrahmen ioa (s. Abb. 3) Und
ob
(s. Abb. 4) dienenden Einrichtungen sind gleichartig. Die entsprechenden
Teile sind mit den gleichen Ziffern bezeichnet, denen die Bezeichnungen a bzw.
b angefügt sind. Es soll also nur die zur Verschiebung des Zwängrollenrahmens
joa dienende Einrichtung und dann die zum Ausgleich dienende Anordnung beschrieben
werden.
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Die Verschiebung des Zwängrollenrahmens ioa erfolgt durch das in den
Gleitschienen 13"
verschiebbare Spanngewicht I.2a unter Vermittlung eines
Hebels i4.a und eines Hebels 16a, welche auf der in Querträgern d des Brückenrahmens
c drehbar gelagerten Welle ,5a befestigt sind und zusammen einen Winkelhebel bilden.
Der Hebel 16a ist durch ein Zwischenglied 17a mit dem Unteren Arme eines doppelarmigen
senkrechten Hebels i8a gelenkig verbunden. Der Hebel 18a ist um den gleichfalls
in den Ouertrigern (1 gelagerten Zapfen iga drehbaF Das untere Ende 20a des doppelarrnigen
Hebels i8a trägt drehbar gelagerte und in senkrechten Führungen des Rollenrahmens
ioa verschiebbare Gleitsteine. Das Spanngewicht i:2a ist infolge dieser Verbindung,
bestrebt, den kollenträger ioa in Richtung des Pfeiles A zu verschieben.
Die Größe dieser Verschiebung wird dadurch be-(Y r enzt, daß das auf der im Brückenträger
ge -
lagerten Querstange 2,3a verschiebbare Gleitstück 2ia, mit dem das obere
Ende des Hebels 18a in Eingriff steht, gegen das auf derselben Querstange 23a verschiebbare
und in der unten beschriebenen Weise einstellbare Gleitstück 2-211 anschlägt.
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Das Gleitstück:22a und das zur Begrenzung der Verschiebung des Rollenrahmens
iob dienende Gleitstück 2:2b Stehen mit den beiden Enden eines wagerechten doppelarinigen
Hebels 4 (s. Abb. 2 und Abb. 6) in Eingriff.
Der Hebel 24 ist in seiner
Mitte auf den senkrechten Zapfen einer mit Hilfe der Schraul#enspindel
26 quer zum Gleis verstellbaren Mutter 25 schwenkbar gelagert. Die
Stellung der beiden Anschläge 22a und 22,b, welche mii den Enden des Hebels
24 in Eingriff stehen, hängt außer von der Stellung der Mutter 25
auch noch
von -der 'Winkelstellung des Hebels 24 ab. Da der Hebel 24 als Waagebalken wirkt,
sind bei dieser Anordnung die auf die beiden Zwängrollenrahmen bzw. auf die beiden
Schienen wirkenden Drucke immer genau gleich. Dies ist ein besonderer Vorzug, weil
hierdurch einer überlastung der Zwängrollen, ihrer Achsen und der Schienenbefestigungen
vorgebeugt wird.- Durch die Verstellung der Mutter 25 wird das Maß bestimmt,
um wel-.ches die Mittellinie des Gleises a-b durch die Hebel 18a und 18b verschoben
wird. Ist die Spurweite des Gleises an einer Stelle nicht vorschriftsmäßig, sondern
verbreitert, dann wird der Zwäilgl#ellenrahmen ioa um ein bestimmtes Stück weiter
und der Zwängrollenrahmen ob UM das gleiche Stücke weniger weit verschoben.
Der Ausgleich wird durch den Waagebalken 24 ermöglicht. Ist die Spurweite des Gleises
an einer Stelle verengt, so wird umgekehrt der Rollenrahmen ioll weniger weit und
der Rollenrahmen ob weiter verschoben, als der üblichen Verschiebung entspricht.
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Ergibt sich an einer Stelle des Gleises ein übermäßiger Rück:widerstand,
dann werden die beiden R6lIenrahmen ioa und iob in*entgegengesetzter Richtung des
Pfeiles A Unter Anhebung der beiden Spanngewichte 1.2a und 12# verschoben
und die oberen Enden der Hebel 1811 und i8b von den Anschlagen .22a Und
2-2b abgeboben-.
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An ihren äußeren Enden sind die beiden Rollenrahmen joa und
ob durch beiderseitige wagerechte Anker 423, welche in dem einen Rahmen joa
in einem Rundloch, im anderen Rahmen iob in einem Langloch geführt sind, so miteinander
verbunden, daß sie quer zum Gleis, aber nicht in der Gleisrichtung gegeneinander
verschoben werden können, also
längs zum Gleis stets gleichen Abstand
ge-
geneinander besitzen.
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Die Rollenrahmen ioll und Job werden in bekannter Weise durch am BrückentrIger
unter Zwiscbenscbaltung von Federn 41a und 41b angehängte Zugstangen 40a Und 4ob
in der Zugrichtung nachgiebig gehalten.
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Auch das Hubwerk zum Anheben des Gleises kann so eingerichtet sein,
daß die u wänggleichmäßige Belastung der beiden Z rollengruppen gewährleistet
wird.
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Der Zwängrollenrahmen joa ist an einer Hängestange 3oa aufgehängt.
Die Stange 30a ist an dem einen Arm eines Winkelhebels 3 ja angehängt, der
um einen in den Querträgern c
gelagerten Zapfen 32a schwenki7ar ist. Das andere
Ende des Hebels 31a steht im Eingriff a
mit dem Gleitstück
33 , welches mit dem Gleitstück 34a verbunden ist. Beide Gleitstücke
33' und 34a sind auf -im Brückenrahinen -elaLyerten Ouerstangen 35a verschiebt'
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bar. Die einander entsprechenden Gleitstücke 3-ja und 34b stehen mit den
Enden des wagerechten doppelarmigen Hebels 36 in Eingriff, der in seiner
Mitte uni die senkrechten Zapfen der Mutter 37 schwenkbar ist. Das Anheben
oder Senken der Rollenrahmen ioa und Job erfolgt durch Verschiebung der Mutter
37
el mit Hilfe der Schraubenspindel 38. Der mit der Mutter
37 verschobene Hebel 36 wirkt als Waagebalken und stellt sieh daher
so ein, daß die auf das Gleitstück 34#a übertragene Kraft ell ich groll ist wie
die auf das Gleitstück 34P übertragene Kraft.
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k# Liegt nun der Schwerpunkt des Gleisquer-Schnittes nicht genau in
der Mitte zwischen Z,
den Schienen a Und b, dann wird infolge der Waagebalkenwirkung
des Zwischenliebels 361
t' z# das Gleis mit den Schwellenköpfen der schwereren
Seite auf dem Boden liegenbleiben, also nur auf der anderen Seite angehoben werden.
_Natürlich muß die Verschiebung (les Gleises nach dieser anderen Seite erfol-,gen.
Die einseitige Anhebung des Gleises hat 21 den Vorteil, daß die Schwerlinie des
Gleises nur um etwa den halben Betrag gehoben zu werden braucht.
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Soll das Gleis nicht einseitig, sondern auf beiden Seiten gleichmäßig
angehoben werden, clann muß entweder der Hebel 36 festgestellt, also an der
Schwenkung verhindert werden, Z>
oder e> müssen die beiden Hubwerke durch
zwei getrennte Spindeln betätigt werden.