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Kämmaschine. Es sind Maschinen zum Kämmen von Textilfasern, System
S c h 1 e i f e r (Patent - 382 169
und 399 885) bekannt, auf denen zwei oder
mehr absatzweise in Drehung versetzte Trommeln vorgesehen sind, die an ihrem Umfange
eine Anzahl Zangen tragen. Diese Zangen können sich zu einem gewünschten Zeitpunkte
schließen oder öffnen, um, wie es erforderlich ist, die Büschel (Bärte) der zu kämmenden
Fasern zu ergreifen und festzuhalten oder sie freizugeben. Die an die Zangen der
aufeinanderfolgenden Trommeln abgegebenen Faserbüschel werden am Kopf-und am Schwanzende
von umlaufenden Auskämmzylindern gekämmt und schließlich von den Zangen der letzten
Trommel an eine Abzugsvorrichtung zwecks Herausbeförderung abgegeben.
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Die Erfindung betrifft Verbesserungen an Kämmaschinendes oben beschriehenenSystems.
Diese Verbesserungen bestehen in der Unterteilung der Maschine in ebenso viele voneinander
unabhängige Einheiten, als Zangentrommeln vorhanden sind, wobei jede dieser Einheiten
aus einem Maschinengestell besteht, in welchem eine Zangeatrommel mit ihren Auskämmvorrichtungen
und den dazugehörigen Hilfsgliedern angeordnet ist, während besondere Vorkehrungen
vorgesehen sind, um nach Belieben die gegenseitige Stellung der erwähnten Einheiten
zu verändern, sowohl zum Zwecke ihrer Näherung aneinander in eine bestimmte vorteilhafte
Arbeitsstellung, um in dem ausgekämmten Erzeugnis die Sortierung der Fasern nach
ihrer Länge zu erzielen, als auch zum Zwecke ihrer Entfernung voneinander, um das
Nachehen, Ausbessern oder Reinijen zu erleichtern.
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Eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes in ihrer Anwendung
bei Kämmmaschinen des obenerwähnten Systems mit nur zwei Zangentrommeln ist schematisch
und lediglich als Ausführungsbeispiel in der Zeichnung dargestellt, in der Abb.
i und 2 in Seitenansicht und teilweise irn Schnitt zwei Ausführungsbeispiele solcher
gemäß der Erfindung verbesserter Maschinen zeigen. Abb- 3 stellt eine Einzelheit
dar.
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Zum Zwecke der leichten Verständlichkeit der Anwendung der Erfindung
bei dem vorstehend erläuterten System von Kämmmaschinen sollen die Bauart und die
Arbeitsweise dieser Maschinen kurz beschrieben und mit Bezug auf die veranschaulichten
Ausführungsformen erklärt werden.
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In dem durch Abb. i dargestellten Ausführungsbeispiel enthält die
bekannte Kämmmaschine zwei Trommeln i und i', die an ihrem Umfange mit Zangen für
die auszukämmenden Faserbüschel versehen sind. Die Zangen bestehen aus mit B°zug
aufeinander beweglichen Backenpaaren 2, 3 und 2', 3'. Die mittels ihrer parallelen
Wellen ,4 und q.' drehbar gelagerten Trommeln i und i' sollen in dem durch Pfeile
angegebenen Sinne mit unterbrochener und übereinstimmender Bewegung umlaufen, deren
Winkelgröße gleich dem Winkel zwischen zwei benachbarten Zangen
ist.
Mit jeder Trommel arbeiten zwei Auskämmzylinder 5, 6 und 5', 6' zusammen, die in
solcher Lage angeordnet sind, daß sie in der Stillstandslage der Trommel zwei benachbarten
Zangen gegenüberstehen, und die dauernd umlaufen. Mit den erwähnten Auskämmzylindern
arbeiten umlaufende Bürsten 7, 8 und 7', 8' zusammen, die dazu dienen, die kurzen
ausgekämmten Fasern aus den Zähnen oder Nadeln der Kammzylinder zu entfernen. Mit
den erwähnten drehbaren Bürsten wi-ken Abnehmerzylinder (Doffer) 9, io und 9', io'
zusammen, während vom letzten dieser Zylinder je ein schwingbarer Kamm i i und i
i' das Vlies aus Abfallfasern ablöst.
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In dem in Abb. 2 dargestellten Beispiel hat man eine vereinfachte
Kammaschine mit einem einzigen Kammzylinder 5 und 5' für jede Trommel i und i' und
einer einzigen umlaufenden Bürste 7 für beide Zylinder sowie einem einzigen Abnehmer
(Doffer) io' und einem entsprechenden schwingenden Kamm i i' zum Ablösen des Vlieses
aus Abfällen.
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Die Arbeitsweise dieser Art Kammaschinen ist im wesentlichen folgende:
Das Band 12 von auszukämmenden Fasern wird bei a einer offenen Zange 2, 3 der Trommel
i zugeführt. Nach dem Schließen dieser Zange und infolge der Teildrehung der Trommel
wird ein Faserbüschel 13 so weit bewegt, daß es an seinem Kopfteil von beiden Seiten
oder nur von einer Seite, je nachdem zwei Auskämmzylinder 5, 6 oder nur ein einziger
vorhanden sind, ausgekämmt wird. Bei b kommt das von der noch geschlossenen Zange
der Trommel i festgehaltene Büschel gegenüber einer offenen Zange 2', 3' der Trommel
i' zu stehen, in die es von einer schnell schwingenden Leiste 14 (Schwingkamm) eingeführt
und von der es erfaßt wird, wenn diese Zange sich schließt, während die entsprechende
Zange der Trommel i sich öffnet. Auf diese Weise wird die Abgabe des Büschels von
einer Trommel an die andere und seine Umkehrung bewerkstelligt. Im weiteren Verlauf
wird das Büschel an seinem Schwanzende von den Auskämmzylindern 5',61 oder, wenn
nur ein einziger vorhanden ist, von diesem gekämmt, worauf es bei c von einer zweckentsprechend
ausgeführtenAbzugvorrichtung herausbefördert wird.
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Gemäß der Erfindung ist jede Zangentrommel mit ihren Auskämmgliedern
und entsprechenden Zubehörteilen innerhalb eines besonderen Maschinengestells angeordnet,
während die verschiedenen Maschinengestelle derart angeordnet sind, daß der Abstand
zwischen ihnen und daher auch zwischen den von ihnen getragenen Zangentrommeln verändert
werden kann.
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So sind in dem in _.bb...i dargestellten Beispiel die Trommel i, ihre
Kä.mrnzylinder 5, 6 und die Hilfseinrichtungen 7, 8, 9, 10, 11 in einem Maschinengestell
15 gelagert, das von dem anderen, U', in dem die Trommel i' nebst ähnlichen, zu
ihr gehörigen Einrichtungen gelagert ist, unterschieden oder getrennt ist. Dieses
Maschinengestell 15' ist auf Gleitführungen oder Schlitten 15a, die von dem
zuerst genannten Gestell in der Längsrichtung vorragen, verschiebbar angeordnet
und kann daher parallel mit sich selbst in der Weise bewegt werden, daß der Abstand
zwischen den beiden Gestellen und daher auch zwischen den Trommeln i und i' verändert
werden kann. Der geringste Abstand zwischen den beiden Gestellen 15 und 15' kann
nach Wunsch mittels verschraubbarer Anschläge 16 gesegelt werdzn, die einstellbar
an einem der beiden Teile, _z. B. an dem Teil 15', befestigt sind und gegen den
anderen gleichartigen Teil 15 sich am Ende der Annäherungsbewegung stützen. In dem
B.zispiel nach Abb. 2 ist die Anordnung in der Hauptsache ähnlich, nur können jene
Hilfseinrichtungen, wie die Bürste 7, die beiden Trommeln i und i' gemeinsam sind,
beliebig auf dem einen oder dem anderen Gestell vorgesehen *sein.
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Infolge der vorstehend beschrizbenen Anordnung können die beiden Einheiten,
aus denen die Maschine besteht, in beliebiger Entfernung voneinander eingestellt
werden, indem das Gestell 15' auf den Gleitführungen 15a des Gestells 15 verschoben
wird, wie dies in Abb. i in gestrichelten Linien veranschaulicht ist. Dieses Auseinanderrücken,
das in beliebigem Maße vorgenommen werden kann, da die Bewegung nur in der Länge
der Gleitführungen ihre Begrenzung findet, bietet i Nutzen für das Nachsehen, das
Ausbessern oder das Reinigen der Einheiten. Wenn die beiden Einheiten wieder .einander
genähert werden, werden sie mit Hilfe der Anschläge 16 von neuem in die gewünschte
genaue Arbeitsstellung eingestellt. Die Aufgabe der regelbaren Anschläge 16 besteht
ferner darin, den während des Arbeitens zwischen den beiden Trommeln i und i' bestehenden
geringsten Abstand in fast unmerkbaren Ab- ; stufungen verändern zu können, und
dies zum Zwecke, den Grad des Auskämmens, der jeweils erzielt werden soll, zu verändern.
Dies ist bei der Betrachtung der Abb.3 deutlich zu erkennen, in der eine Zange 2,
3 der Trommel i und in gestrichelten Linien verschiedene Lagen der entsprechenden
Zange 2', 3' der Trommel i' in der Arbeitszone b dargestellt sind, in der unter
Umkehrung die Abgabe des Büschels 13 von der einen Trommel an i die andere stattfindet.
Das Büschel ist schematisch veranschaulicht, um zu zeigen, wie es
aus
Pasern verschiedener Länge besteht. Es ist klar, daß, je mehr die Zange 2', 3' der
Zange 2, 3 nähergebracht wird, desto größer die Menge der Fasern ausfällt, die ergriffen
und während des darauffolgenden Kämmens des Schwanzendes des Büschels festgehalten
werden, während bei Vergrößerung des Abstandes zwischen den erwähnten Zangen jener
Teil der Fasern, deren Maß unter einer bestimmten Länge liegt, nicht erfaßt wird
und bei dem darauffolgenden Kämmen in den Abfall gelangen wird. Durch Regelung des
Abstandes zwischen den Zangentrommeln kann man also das Entfernen der eine gewisse
Länge nicht erreichenden Fasern aus dem zu bearbeitenden Stoff erzielen.
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Obgleich der Erfindungsgegenstand nur in seiner Anwendung bei einer
Kämmaschine mit nur zwei Zangentrommeln gezeigt ist, ist ohne weiteres zu erkennen,
daß er auch bei Kämmaschinen des gleichen Systems mit einer beliebigen Anzahl Trommeln
anwendbar ist.